Grün, Grüner, Kopie oder doch Piraten? (+Klimadiskussion)

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Der Titel mag sicher etwas polemisch sein, er soll aber verdeutlichen worauf ich hinaus will.

Vorbetrachtung

Im Herbst sind 3 Landtagswahlen. Diese Landtagswahlen werden als Gradmesser dienen und für die künftige Bundespolitik von entscheidender Bedeutung sein. Denn die Große Koalition wird mindestens bis da hin Bestand haben. Die Bundespolitik kann sich nicht erlauben den Grünen und der A*D noch mehr Stimmen zu liefern als es jetzt schon der Fall ist. Denn genau das würde passieren. Neuwahlen, davon ist im Moment auszugehen, würden eine Katastrophe für CDU/CSU als auch die SPD sein.

Hinzu kommen die eklatanten Fehler von CDU und SPD, die mit Fridays for Future und dem Rezo Video gemacht worden sind. Auch erinnert sich Naturgemäß die heute protestierende FFF-Bewegung eher nicht an die Regierungsbeteiligung der Grünen um die Jahrtausendwende und die Einführung von Hartz IV oder dem Krieg im Kosovo. Damit zu argumentieren nutzt nichts, es gibt ja keine Alternative(n).

Mit anderen Worten, die Situation ist schon echt verfahren und eigentlich aussichtslos. Insbesondere dann wenn man versucht die Grünen zu kopieren.

Deshalb:

Keine Grüne Kopie bitte!

Wir können es uns nicht leisten irgend eine Partei nur damit anzugreifen, dass sie Fehler machen. Im allgemeinen werden wir ja nach wie vor als sehr Technikaffine Partei wahrgenommen. Gut, der BEO oder sonstige Online-Abstimmungen gibt es zwar immer noch nicht, das hat letztlich aber “nur” Datenschutzrechtliche Aspekte. Und wie wir alle wissen, Datenschutz interessiert kaum jemanden, es ist schlicht die “Black-Box” der digitalen Welt.

Was wir aber könnten, uns das “Technikaffin” zunutze machen.

Was und wie? (Beispiele)

Braunkohleausstieg

Intro:
Der Osten “hängt” nicht an seiner Braunkohle, es ist nur ein weiteres Kapitel einer seit 30 Jahren andauernden Geschichte, die sich um Mythen wie “Blühende Landschaften” rankt. Wollen auch wir “nur” Braunkohleverstromung beenden ohne mehrere Alternativen anzubieten, sind wir nicht besser als alle anderen Parteien. Wir offerieren damit kein Lebenskonzept sondern nur wieder neue “Abhängigkeiten”.

Neu denken! Technik für Klimaschutz

Was wir brauchen sind Alternative Angebote. Angebote die sich am Ende nicht wieder als solche entpuppen, das nur wieder billige Arbeitskräfte gebraucht werden und sobald sich etwas rentiert, das ganze wieder in den Westen abgezogen wird. Es braucht also “Nachhaltigkeit”. Dass das von allein nicht von den Konzernen kommt, sollte jedem einleuchten. Deswegen braucht es schon gewisse “Anreize” aus der Politik heraus, das an den Stellen langfristig etwas neues und vor allem überlebensfähiges entsteht. Die Anfänge der Solar- und Windenergieerzeugung waren ja ein Schritt in die richtige Richtung, sie haben nur leider zu einer Verteuerung des Strompreises geführt, der letztlich durch eklatante Fehler in der Politik entstanden ist. (ob das nicht sogar mit lachenden Gesichtern bei den Kohleverstromern gemacht wurde, lässt sich schwer feststellen)

Was wenn zum Beispiel die “alten” Kraftwerke “nur” umgebaut würden und die teils überschüssige Energie aus den erneuerbaren dort zu “Speicherenergie” (Wasserstoff) umgewandelt würden? Was wenn die alten Kraftwerke die Funktion für die Erzeugung von Bioenergie übernehmen könnten? Es gibt einige Beispiele die so effektiv sind, dass man sich fragt warum diese nicht weiter betrieben oder gar ausgebaut werden?

Der Wahlslogan könnte demnach lauten: Stromerzeugung? Natürlich! Mehr Kohle in Technik! (oder so ähnlich)

Technische Besonderheiten nutzen

Im Osten, einige werden es sicher wissen, ist einer der größten Kernfusionsreaktoren der Welt. Sicher, ehe das Ding tatsächlich Energie abwirft wird es noch einige Zeit dauern. Hier sollten wir uns vermutlich mal ein Beispiel an Sachsen nehmen zu Zeiten von Biedenkopf. Er hat es geschafft das Infineon und AMD Chipfabriken nach Dresden gesetzt haben. Die Menschen da sind zurecht stolz darauf, dass sie Teil der Globalisierung sind.

Allein diese Tatsache genügt um mit “Gefühlen” im Osten arbeiten zu können. Nichts ist schlimmer als das Gefühl “nichts beitragen zu können”. Etwas das man im Westen nicht benötigt, das sogenannte “Lokalkolorit” ist hier anders gestrickt. Darauf sollte man mal Rücksicht nehmen.

Wenn wir es schaffen diesen Fortschritt, diese Entwicklungen positiv zu kommunizieren, so wird der Baggerfahrer im Braunkohlerevier zwar sagen: “Da werde ich nicht mithalten können, aber so hat meine Familie trotzdem eine Zukunft”. Ich weiß, Gefühle sind schwer vermittelbar, aber hier sind sie essentiell.

Wahlkampf? Ja bitte! Mit Verstand!

Wir können Wahlkampf machen, müssen wir auch. Denn die Landtagswahlen werden auch für uns ein Gradmesser werden. Sicherlich wird es nicht zum Einzug in eines der Parlamente reichen, aber wir haben die Chance A*D als auch Grünen Stimmen abzujagen. Das wird essentiell werden für die Bundestagswahl!

Wir brauchen ein Konzept, dass zum einen schlüssig erklärt, wie wir künftig mit Klima- und Umweltschutz umgehen wollen, zum anderen genau auch aussagt, dass keiner weniger hat als heute. Hier werden zwar wieder einige spucken, nur lasst Euch gesagt sein, bisher haben immer genau jene weniger gehabt die schon immer weniger hatten. Und das trifft nun mal auf die Masse der Bevölkerung zu. Es muss zudem im Wahlkampf knallhart ersichtlich werden, dass wir keinen “Kommunismus” durch die Hintertür einführen wollen. So Aussagen wie von Kühnert brauchen wir da nicht, auch wenn es einige Fakten gäbe die überdenkenswert sind. Wir brauchen auch keine Flüchtlinge oder ein BGE. Ersteres ist besetzt, da kann man nur verlieren, zweites ist einfach negativ konnotiert, auch wenn das einige Hardliner in der Partei nicht wahr haben wollen.

Was tun?

Naja, es gibt den ein oder anderen Gedanken, der aber braucht ganz sicher noch etwas Entwicklung und sicher auch Glück. Die Idee(n) sähe etwa so aus:

  • offizielle Besuche bei den Hochtechnologiefirmen
  • Publik machen von Technischen Entwicklungen/Erfindungen (im Osten ist da einiges zu finden!)

Und eine Zukunftskonferenz … einige konkrete Planungen diesbezüglich gibt es sogar schon. Wir müssen hier mal Durftmarken setzen, dass wir besser sind als so mancher meint.

So, das sollte fürs erste genügen.

Ach ja: Klima- und Umweltschutz durch Technik - keine Grüne Kopie mit Verboten oder Dinge abschaffen! Also anders denken! (falls das untergegangen sein sollte)

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Finde den lokalpatriotischen Ansatz sehr gut, man müsste ihn mit einer positiven und optimistischen, freiheitlichen Vision verbinden.

Vielleicht den Leuten auch tatsächliche Hilfe an die Hand geben, z.B. einen Guide, wie man im Internet Geld verdienen kann, gibt ja ausgezeichnete Dinge wie die open source society university, welches ein komplettes Bachelor Informatikstudium abbildet und wenn man das ein Jahr oder zwei durchzieht, kann man was reissen und ist weder von den lokalen Jobmöglichkeiten abhängig, noch muss man von Zuhause wegziehen.

Dann könnte man auch, wegen den letzten Entwicklungen der Politik, mit der Gefahr einer “Stasi 2.0 aus Westdeutschland” (Seehofer, AKK, …) werben.

Ich habe Erfahrung, bei Diskussionen mit komplett von der Politik enttäuschten und/oder rechtsradikalen Osteuropäern für die EU und vielmehr Idee eines vereinten Europas mit Demokratie und sozialer Marktwirtschaft nach deutschem Modell zu werben. Aber ich weiß nicht, ob das in irgendeiner Weise in Ostdeutschland nützlich ist, denn es ist bedeutend reicher und weniger rückständig als z.B. Ostkroatien und Ungarn, und meistens geht es da um die Überwindung des gegenwärtigen, absolut korrupten Systems, welches in Ostdeutschland auch nicht gegeben ist.

Lol, die Politik scheint tatsächlich dem Klimathema nachzulaufen. Wir müssen auf jeden Fall mit vor Ort relevanten Lebensthemen dagegen halten, statt den x-ten Klimaheiland zu spielen.

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Vieles sehr vernünftig, aber

Natürlich! Mehr Kohle

gehört auf kein Plakat.

Steht da nicht.

Richtig,
die Menschen haben aber einen sehr selektiven Blick, je nach vorgefasster Meinung.
Das Unwort “Kohle” sollte man marketingmäßig nicht mit Piraten in Verbindung bringen und diese genialen Wortspiele gehen nach hinten los.

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Was zum Geier ist so unverständlich an dem Wort BEISPIEL?! Formuliere es um oder schreib einfach nichts.

Keinen Bock immer das Gleiche zu schreiben und jedem hinterherzurennen und auszubessern.

Ich teile den Algorithmus mit, den Rest kann dann jeder selbst erledigen.

Könnt ihr mal aufhören, euch wie Kinder zu benehmen? lol

Ist schon ein ernsthaftes Thema.

Genau an diesem Thema sollten wir im Wahlkampf festhalten. Jetzt wo alle den Ausstieg aus der Kohle fördern kann bei den Menschen schnell der Eindruck entstehen dass man ihnen den Job wegnimmt. Es muß deutlich kommuniziert werden dass wir auch neue Jobs schaffen, und zwar da wo alte wegfallen.

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Wahrscheinlich, weil sie meist nicht so effektiv sind. :slight_smile: Das mit dem Wasserstoff z. B. wäre derzeit nicht so wirklich ne tolle Lösung. Besser wäre, denke ich, immer, dezentrale Speicheranlagen zu bauen. Aber jetzt weg vom konkreten Beispiel: ja, die prinzipielle Idee, eine Alternative anzubieten, ist gut.

Ich mag den Spruch. Wurde hier in Jena aber schonmal so ähnlich benutzt (“Mehr Kohle für den Klimawandel!” oder so ähnlich, aber nicht von einer Partei). Ich mag den Spruch, weil man zweimal hinschauen muss, um zu sehen, was gemeint ist. Dadurch prägt es sich ein.

Halte ich als Werbespruch für gut, aber realistisch nicht umsetzbar.

Deswegen ja auch der Gedanke mit einer (Art von) “Zukunftstechnologie-Irgendwas-Veranstaltung”. Der Name ist für den Moment erst mal nebensächlich, es geht um die “Inhalte”. Was wirklich effektiv ist wird doch in den meisten Fällen erst gar nicht kommuniziert. Warum nicht? Weil es meist anderen Geschäftsinteressen diametral entgegen stünde. Auf einer “Zukunftskonferenz” kann man nicht nur neues vorstellen, man kann auch eine begleitende Ausstellung dazu aufbauen. Wenn man es endlich schaffte Technologie einem breiten Publikum vorzustellen, kann man viel bewegen.

Einen Ort dafür hätte ich in Aussicht. Der wäre super geeignet und würde sogar nichts kosten. Ich hätte sogar eine Idee wie man Publikumswirksam darauf hinweisen könnte.

Wie Du ja oben siehst, darüber lässt sich trefflich streiten. Ich bin aber so weit bei Dir, weil es genügt wenn nur 5%+ diesen Spruch verstehen und wählen gehen. Wir müssen nicht 95% überzeugen.

So ist es. Denn derzeit will eben keiner einen “Almosen”.

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Hallo Wutzke.
ich kann Deinen Überlegungen nur beipflichten. Kernthema der Piraten ist das freie und sichere Internet.
Unsere Kompetenz ist der fachlich-technische Sachverstand in diesem Bereich.

Energiepolitik ist ein Bereich in dem enorm viel gelogen wird, praktisch alles intransparent ist, wichtige Daten nur für einen kleinen Kreis einsehbar sind, die dann ihre eigenen Regeln bestimmen dürfen.
Wir haben in dem Bereich alles drin, was bei uns Kernthemen sind:

  • Intransparenz
  • Lobbyismus
  • Selbstbedienung der Konzerne
  • Fehlende Voraussicht

Nur mal so als Vorlage, was bei uns nächsten Sonntag ins Programm geschrieben werden soll:
https://wiki.piratenbrandenburg.de/SAPO/WP/0015

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Was nutzt den PIRATEN, wenn wir die Phrasiologie der GRÜNEN übernehmen?

  • “Energiewende” da fällt mir der Wendehals ein
  • “konsequenter Strukturwandel” da fehlt der Begriff nachhaltig…
  • “Arbeitspferd der Energiewende” Holla, das kommt die Kavallerie
  • “Windkraft und Photovoltaik sind mittlerweile konkurrenzfähig zu Kohlekratfwerken” - besonders nachts und bei Windstille

Sinnvolle Energiepolitik ist sehr wichtig. Aber, warum müssen sich die PIRATEN als die besseren GRÜNEN profilieren? Haben wir nicht selbst genügend Themen? Für den Wähler, der sich positiv zu grünen Themen verhält, wird dieses Verhalten eher als Anbiederei, denn als eigenes politisches Konzept wahrnehmen. Da können Piraten nur dem Öko-Hype nachrennen.
Wir müssen uns abgrenzen und ein eigenes Profil zeigen.

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Jede Partei wird sich zur nächsten Bundestagswahl bzgl. Umweltschutz positionieren müssen.

Wir sind dazu bereits positioniert und das besser als die Grünen. Es wäre nur notwendig, dass sich unsere eigenen Leute mal damit auseinander setzen und diese Position verstehen, die ja immerhin vom Bundesparteitag längst beschlossen ist.

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Habt ihr ne Linkliste mit den Beschlüssen?

Die aktuellen Anträge mit Beschlußstatus stehen hier: https://wiki.piratenbrandenburg.de/SAPO

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Die Grünen gelten vielleicht medial als Klimaschutzpartei – aber ihre politischen Handlungen sind fern von jedem Klimaschutz. Es ist die Frage, ob die Grünen momentan in der Wählergunst so hoch stehen, weil sie genau wissen, dass die Grünen eh nichts ändern – aber man kann schön das Klimaschutzlabel hochhalten? Die Frage ist, ob die Wähler überhaupt etwas ändern wollen?

Denn sonst würden schon längst mehr von Ihnen Piraten wählen. Konkurrenz machen wir den Grünen schon lange durch unser Programm, dass in punkto Klimaschutz konsequenter ist. Aber es wird bisher nur von wenigen wahr genommen. Wir sind eine sehr vielschichtige Partei mit einem Programm, dass visionärer ist, als bei vielen anderen Parteien. Bestimmte Themen in den Vordergrund stellen ist O.K! Aber wir sollten uns nicht auf einzelne Themen reduzieren.

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Wenn wir wieder als Volkspartei mit Lösungen für alle Probleme antreten und allen anderen Parteien in buchstäblich allen Themenbereichen Konkurrenz machen wollen, werden das wieder 0,37%. Wir drehen uns im Kreis.