Gott, Religion Politische Korrektheit und Toleranz

Intoleranz scheint wieder in Mode zu kommen.
Ist auf jeden Fall einfacher als die Welt jenseits des Schnapsglasrandes wahrzunehmen.

Hat der Wunsch nach einer stärkeren Trennung von Staat und Kirche tatsächlich etwas mit Intoleranz zu tun?

GruĂź
Andi

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Intoleranz ist es. nicht zu respektieren, dass es keine “gottgewollte” Ordnung gibt und Menschen gerne selbst ihre Belange ohne Zwang durch eine nicht demokratisch legitimierte Organisation organisieren möchten.

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Ich glaube du hast den Satz falsch formuliert. Er müsste heißen, “Intoleranz ist es, nicht zu respektieren, dass andere nicht an an die gottgewollte Ordnung glauben”

Aber egal, wie man es formuliert, das hat ja mit dem Thema nichts zu tun. Es geht ja um die Trennung von Staat und Institution Kirche und nicht um den Glauben an sich.

GruĂź
Andi

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Das kommt halt immer auch auf den Ton und die Wortwahl an.

Vom Sultan lernen heisst Siegen lernen!

https://www.tagesschau.de/ausland/brunei-todesstrafe-homosexuelle-101.html

Das mit den Schnappsglasrand verstehe ich nicht. Ich weiĂź ja, das die Christen lange Zeit Probleme mit der Kugel als Welt hatten - aber eine Schnappsglastheorie finde ich noch cooler als Scheibenwelten.

Allerdings: Dein Beitrag passt nicht zum Thema. Ich gehe davon aus, dass Du einer entsprechenden AG nicht angehören möchtest - dafür ist das Thema von mir gestartet.

Ăśbrigens:

Das Grundgesetz kann nur durch ein Gesetz geändert werden, das den Wortlaut des Grundgesetzes ausdrücklich ändert oder ergänzt. …

Wenden wir das GG in der aktuellen Form an:

Es besteht keine Staatskirche.

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Nee nee, der Satz ist so auch nicht richtig. ich schlage vor: “Intoleranz ist es, nicht zu tolerieren, dass andere an die gottgewollte Ordnung glauben, obwohl es Sie nach dem heutigen Stand der Forschung und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gibt”.

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Danke. Ich verspĂĽre Lust, ein neues Thema zu Starten um Toleranz zu definieren :wink:

Zaphod42 verrät schon durch seinen Namen eine gewisse Nähe zu Douglas Adams, der war bekannterweise strenger Agnostiker. Warum also nicht das ursprüngliche Zitat akzeptieren. Ich denke auch die Meinungen von Agnostikern sind zu akzeptieren - gerade auch in satirischen Kontext - ohne durch den “PC-Filter” zu müssen.

Er müsste heißen, “Intoleranz ist es, nicht zu respektieren, dass andere nicht an an die gottgewollte Ordnung glauben”

Diese Variante impliziert ja, dass es eine gottgewollte Ordnung gibt. Das bestreite ich, solange wir nicht eindeutig definiert haben, was ein Gott ist. (FĂĽr meinen Hund bin ich es wohl).

Gehen wir davon aus, dass “Gott” eine Intelligenz ausserhalb unseres Fassungsvermögens ist, so kann ich immer noch keine “gewollte Ordnung” erkennen.

Dem Gott wie er in der Bibel beschrieben wird kann es meiner unbescheidenen Meinung nach nicht geben. Die Bibel ist von Menschen geschrieben und die haben damit Absichten verfolgt. (Möglicherweise keine Guten).

Frage an den Moderator:

Ist es möglich, diese Grundsatzdiskussion in ein eigenes Thema zu verschieben (“Gott, Religion Politische Korrektheit und Toleranz”) um hier weiter das ursprüngliche Thema zu verfolgen?

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Welche Forschung soll das denn sein?

bin zwar kein Moderatr aber: Ja Moderatoren können das …

Nenne ein Beispiel für “Gottgewollte Ordnung” (z.B. “Macht Euch die Erde Untertan”) um eine konkrete wissenschaftliche Erkenntnis zu diesen Teil der Ordnung (“Die menschgemachte Klimaerwärmung” - sorry vielleicht startet dieses Beispiel schon wieder eine neue Diskussion, das ist ohne Nachzudenken als Beispiel gemeint) zu widerlegen.

Pauschal wĂĽrde ich sagen folgende Wissenschaften:

Mathematik, Physik, Biologie, Medizin, Philosophie und alle anderen auĂźer Theologie.

Die Naturwissenschaftliche Forschung ist es nicht, denn die beschäftigt sich mit “überall reproduzierbaren” Ereignissen.
Die Kirche definiert Wunder als einmalige Umgehung der Naturgesetze.Wenn Naturwissenschaftler ein “Wunder” widerlegen können, dann war es auch im Sinne der Kirche und der Religion keines.
Naturwissenschaft kann und will daher keine Antworten zu Fragen wie “was war vor dem Urknall” oder “was ist außerhalb des Multiversums”.

Die Kirche hat mal versucht Gott naturwissenschaftlich zu beweisen, was nicht naturwissenschaftlich geht, genau wie das Gegenteil auch nicht bewiesen werden kann.

Leider gibt es viele Naturwissenschaftler die das nicht verstanden haben.

Richtig ist aber, dass Religionen vielfach versucht hat Natur durch Götter zu erklären und Naturwissenschaft für Effekte missbraucht haben um die Macht von Priestern zu stärken.

Naturwissenschaft hat durch die Übernahme der Deutungshoheit für Naturphänomene, Aussagen von Priestern diverser Religionen über die Natur der Welt ,ersetzt ohne die Hilfe eines Gottes zu brauchen.

Das beweist aber nur eine Glaubenskrise bei diesen Priestern.

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Nur das die Naturwissenschaften keine Behauptungen aufstellen, die andere dann gefälligst belegen sollen.
Die Akzeptanz, das man “Gott” weder be- noch widerlegen kann, nennt man Agnostik und ist genauso eine “Lebensphilosophie” wie nun Religion an sich oder eben Atheismus. Es steht jedem Naturwissenschaftler frei, zu glauben an was er will, so wie jedem anderen Menschen auch.

Brisant bleibt das Verhältnis von Naturwissenschaften und Kirche wohl immer. Die katholische Kirche predigte jahrhundertelang Dogmen, es ging vor allem um das Konservieren und Weitergeben alten Wissens. Erst der Buchdruck und die Aufklärung haben daran nachhaltig was verändert und die angesprochene Deutungshoheit endlich aufgeweicht, zu Gunsten ergebnisoffener Forschung, dem Gewinn neuer Erkenntnisse. Die Kirche akzeptiert hier und da die eine oder andere neue Erkenntnis, aber grundsätzlich ist sie nach wie vor eher an ihrem “alten Wissen”, als an neuem interessiert.

Die Frage ergibt naturwissenschaftlich einfach keinen Sinn, genauso wie die nächste:

Das “Multiversum” ist übrigens nach wie vor nur eine Theorie, fürs erste reicht die Frage “was ist ausserhalb unseres Universums” völlig aus und auch diese ist aufgrund erkenntnistheoretischer Grenzen, nicht beantwortbar.

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Hat nichts mit meinem Text zu tun, der nur aussagt, dass dies keine Aufgabe der Naturwissenschaften ist.

Das sehe ich aber anders.
“Be- und widerlegen” sind die Domäne der Wissenschaften. Darum gehts bei Wissenschaften. Wessen Aufgabe soll es dann sonst sein?
Religionen glauben einfach, da braucht man keinen Beleg. Es steht jedem frei, dass zu akzeptieren, gnauso wie es jedem frei steht, dem zu widersprechen. Oder eben auch wissenschaftlich zu widerlegen. Was ĂĽbrigens Motivation vieler Forscher war.

Ich meine, was bleibt der Kirche denn noch übrig, als der letzte Strohhalm, dass man Gott weder be- noch widerlegen kann. Denn sämtlichen Rest, die biblische Schöpfungsgeschichte beispielsweise, kann man heutzutage relativ problemlos widerlegen. Ich mein, welche Widerstände mussten überwunden werden, um das kirchlich postulierte geozentrische Weltbild endlich über den Haufen zu werfen?

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wie gewĂĽnscht, habe ich den Strang mal nach hier verschoben.
Ich hoffe das war recht so.

Aber bitte sachlich bleiben, das ist wieder so ein emotionales Thema, dass sehr schnell abgleiten kann. Also ein wenig auf Toleranz der Meinung anderer achten.

GruĂź
Andi
Moderator

Versteh nur nicht, was das jetzt mit “politische Korrektheit” zu tun haben soll.

Durch das Verschieben ist meine Aussage völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Das mit der Intoleranz bezog sich auf das Thema “Kirche-Nein-Danke-AG”.
Das hat nichts mit der Trennung von Kirche und Staat zu tun fĂĽr die die Piratenpartei eintritt, vielmehr zielt eine solche AG in intoleranter Weise auf eine Religionsgemeinschaft.

Es ist ein feiner aber wichtiger Unterschied einen Staat so zu organisieren, dass er auf die Kirche nicht angewiesen ist oder aber eine AG zu grĂĽnden, die gegen die Institution Kirche vorgeht.
Religionsfreiheit ist ein Grund- und Menschenrecht und sollte man auch nicht mit der politischen Forderung einer Abschaltung von Atimkraftwerken assoziieren.

Ich glaube(!) das siehst du anders als die anderen Mitdiskutierenden. Ich denke der Titel Kirche-Nein-Danke AG soll einfach provozieren, aber im Endeffekt geht es tatsächlich um die Trennung von Kirche und Staat und nicht um die Abschaffung der Kirche, der Religion oder noch schlimmer der Religionsfreiheit.

GruĂź
Andi

Jenseits der reinen Provokation ist aber inhaltlich nichts zu erkennen.

Erkennt man schon an der völlig falschen Behauptung, unser politische System würde für eine gottgewollte Ordnung eintreten

An welcher Stelle in diesem Staat wird die Klimaerwärmung mitsamt den wissenschaftlichen Erkenntnissen ignoriert und durch eine gottgewollte Ordnung ersetzt?.

Kritik an der Institution Kirche mitsamt ihrem Einfluß auf den Staat ist notwendig, man wird als Partei aber völlig unglaubwürdig wenn man reichlich vorhandene berechtigte Kritik durch falsche Pauschalunterstellungen, Bashing und Intoleranz ersetzt.

Am Ende besteht eine solche Partei nur noch auf aufgetürmten Schrott, den jeder ablädt und der neuen Schrott anzieht, ohne auch nur ansatzweise Vorschäge zu haben, wie der Schrott recycelt werden kann.

Eine AG “Kitas in Gemeindehand” wäre ein konstruktiver Ansatz den Einfluß der Institution Kirche zurückzudrängen. Will man aber nicht, da es bequemer ist, Vorurteile zu predigen und zu spalten.
Das Anstreben dieses politischen Zieles wĂĽrde aber eine gewisse Toleranz voraussetzen, die in weiten Teilen der Piratenpartei derzeit nicht erkennbar ist, da die demokratische Mehrheit in Intoleranz schwelgt.
Auf diese Weise kann man keinen politischen Einfluß nehmen und nichts verändern, was verändert werden sollte. Da steht die Partei sich selbst im Wege und begnügt sich mit der Beschreibung der Mißstände.