Globalisierung und die Rolle der global tätigen Konzerne

@schokolade hat im Thread Deutschland hat ein Nazi Problem! - #50 von DerTypmitdemSchnaps folgende Fragestellung aufgeworfen, diese aber auf meine explizite Bitte hin nicht weiter behandelt. Passt natürlich dort auch nicht 'rein.

Obwohl ich mich als Nichtpirat eigentlich nicht dazu berufen fühle, hier Threads zu eröffnen, habe ich es in dem Fall getan, weil ich denke, das könnte eine sehr interessante wirtschaftspolitische Diskussion werden. Ich wiederhole erst einmal meine Frage an @schokolade:

Wie willst du die Stärken von Konzernen herausarbeiten und ihre Strukturen zukunftsfähig machen? In welchem Kontext verwendest du hier die Begriffe “Stärke” und “zukunftsfähig”? Ich gehe aufgrund deiner sonstigen Äußerungen davon aus, dass du letzteres mit globalem Gemeinwohl verbindest.

Ein Großteil der KonsumGlobalisierung trägt massiv zur Zerstörung der Lebensgrundlagen bei. Hier braucht es ganz sicher keine Unterstützung der ruchlosen Konzerne, sondern endlich kluge und unabhängige Regulierung!

Ich will die ganz bestimmt nicht unterstützen, sondern wissen, wie die

Aussehen könnte.

Eigentlich ganz einfach:

Förderung nachhaltiger, regionaler Produkte und Zölle auf Auslandsprodukte gemäß Ökobilanz, Entfernung und Bedarf!

Da muss sich “unser” Exportland natürlich umstellen, weil andere das natürlich wunderbarerweise ebenfalls machen werden.

Wie nachhaltig ist die Versicherungsbranche und die Finanzbranche? Sind das regionale Produkte? werden die gefördert oder reguliert?

Haja - das wäre natürlich ein großes, kompliziertes Projekt.

Ein erster Schritt wurde von Präsident Biden angestoßen, in dem
er, kurz nach Amtsantritt, eine Mindeststeuer für alle Konzerne
weltweit, ins Gespräch brachte.

Damit sind gleich zwei Aspekte verbunden:

  1. Wir brauchen eine Abstimmung mit den größten Industrienationen.

  2. Innerhalb dieser Abstimmung könnte man via Steuergesetzgebung
    eine Regulierung großer Konzerne anstoßen.

Da sehe ich woanders weit schlimmere Globalisierungsfolgen.

Vielleicht (wahrscheinlich aber doch nicht…) wirksam ab 2023. Brächte für DE zwischen 5 und 6 Mrd. Euro Steuermehreinnahmen.
Weltweit würden die Staatskassen 150 Mrd. Dollar mehr einnehmen.
Angesichts dieser Zahlen kann man die Idee wohl kaum als “Schritt” bezeichnen. Ich würde eher sagen, die Idee ist wieder mal einer dieser Sandmann-Züge, die vom wahren Ausmaß der Steuerverkürzung ablenken sollen.

Näheres hier (und nicht über die “Details” lachen…)
:

Inkl. Russland, China und Indien? Könnte im Moment etwas schwierig sein.

sorry, ich bin nicht so schnell und muss mir alles selber ausdenken.

Vorweg sollte klar sein, dass Wirtschaft die zentrale Komponente einer Gesellschaft ist. Laut materialistischer Geschichtsauffassung, der ich anhänge, ist die Art und Weise wie in einer Gesellschaft gewirtschaftet wird sogar die Grundlage für ihr politisches und kulturelles Leben.
Besser nachzulesen im Original

Der Imageverlust der Wirtschaft insbesondere bei einer bestimmten grünen “umweltbewussten” Klientel führt dem ungeachtet häufig sogar zur Leugnung ihrer gesellschaftlichen Notwendigkeit.

Ein anderer Punkt ist die Globalisierung. Dass die Menschheit gegenwärtig, allen Widrigkeiten zum Trotz zu einem Dorf verschmilzt, ist ein offenes Geheimnis.
Auch diese Entwicklung ist einer bestimmten, scheinbar progressiven, grün-alternativen Strömung ein Ärgernis.

Hier z.B. offenbart sich der klassische Nationalismus, wie er häufig bei den Grün-Alternativen zu finden ist. Die eigene nationale Gesinnung verbrämt man hinter der Eigenschaft „regional“.
Das Pendant zu ausländisch ist aber nicht regional, sondern national und das zu regional wäre überregional.
Legt man z.B. einen Kreis von 100 km Radius als regional fest, dann ist der Unterschied zu national einfach zu erkennen. Denn, wenn sich der Betrachter z.B. in Aachen oder in Saarbrücken aufhält, wird ein Großteil der eigentlich regionalen Produkte zu zollpflichtigen Auslandsprodukten.

Also eine regionale Wirtschaft ist etwas gänzlich anderes als eine nationale Wirtschaft. In dem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass die wirtschaftliche Unabhängigkeit, wie sie heute vielfach von unseren grünen Minister*innen gefordert wird, der reaktionären nationalistischen Ideologie entspringt.

Kurz, hinsichtlich der Beschäftigung mit der Unternehmensgestaltung sind zwei Punkte zu berücksichtigen, die eine produktive Debatte verunmöglichen können. Erstens der grundsätzliche Widerwille gegenüber der Wirtschaft sowie zweitens die Verteufelung der Globalisierung durch einen Teil der scheinbar progressiven Akteure.

Die Globalisierung wird durch mehrere Initiativen vorangetrieben.

  • Die politische Ebene (Global Governance). Diese führt zu gemeinsamen Gesetzen und Regeln, also zu einer Harmonisierung der unterschiedlichen nationalen Verwaltungen. Z.B. durch Handelsabkommen, Klimarahmenkonvention.

  • Die individuelle Ebene. Das meint die individuelle Vernetzung von Menschen über alle nationalen und kulturellen Grenzen hinweg. Von Massentourismus über Schüleraustausch und Auslandssemestern. Neben der sich stetig verbessernden globalen Infrastruktur erlauben moderne Kommunikationswerkzeuge erheblich intensivere und umfangreichere Kontakte selbst über Sprachgrenzen hinweg als zu allen anderen Zeiten.

  • Und die wirtschaftliche Ebene. Neben der Regionalwirtschaft entstehen global agierende Unternehmen, die bestimmte Aufgaben übernehmen.

Ein global funktionierendes Vertriebssystem und Onlinehandel aufzubauen, ist z.B. keine Kleinigkeit.
Sollte sowas unser Digitalminister Wissling anleiern? Die von uns gewählte Regierung und ihr Beamtenapparat scheitern ja bereits bei der Digitalisierung der eigenen Verwaltung.

Amazon arbeitet über alle nationalen Grenzen hinweg, hat also Wege gefunden, die Hürden, die durch jeweiliges nationales Recht gesetzt sind, zu nehmen.
Hinsichtlich der Steigerung der Globalisierungsdynamik ist das sicherlich eine Stärke.
Privatunternehmen könnten als Perlen der gesellschaftlichen Selbstorganisation betrachtet werden. Der “Gründer” ist das Sandkorn, das die Perle wachsen lässt.
Wesentliche Nachteile bei Unternehmen sind die fehlende Transparenz sowie fehlende Mitsprache bei unternehmerischen Entscheidungen durch die Mitarbeiter und sonstigen Betroffenen.

Die Konzerne müssten demokratisiert werden, ohne zum Element einer nationalstaatlichen Verwaltung zu verkümmern.
Die Vision: die ca. 200 Nationalstaaten verschwinden vom Erdball und es entstehen “demokratisch organisierte” (=Selbstorganisation bzw. Anarchie) Unternehmen, die jeweils einen bestimmten Teilbereich des gesellschaftlichen Lebens abdecken.

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Is ja lustig! Wenn der (Über-) Konsum angeblich so ein gesellschaftsimmanenter Bestandteil ist, warum geben diese Kaptialisten dann Milliarden zur Konsumweckung aus??

Und die Plastikozeane voll mit Mineralöl nebst verseuchter CO2-geschwängerter Atmosphäre findest du wahrscheinlich auch gut?

Deine GründerPerlen in allen Ehren, aber das MegaWachstum ohne Ende in Zukunft auch noch in 100 weiteren Ländern zerstört inzwischen viel mehr als es aufbaut.

Angesichts der Komplexität von Steuergesetzgebung und der damit
zusammenhängenden Bilanzierungsregeln (was ist überhaupt “Gewinn”)
finde ich diesen Schritt Bidens sogar riesig!

Auch die Diskussion innerhalb der G20 und der OECD-Staaten wirft
ein Licht auf diejenigen, die sich egoistisch verhalten - und wirft die
Frage nach den Steueroasen zusätzlich auch noch auf.

Wer glaubt, dass bei solchen Verhandlungen mehr als ein kleiner Schritt
rauskommen könnte, ist wirklich unrealistisch. Man kann ja sagen: “Dies
ist ein erster Schritt, aber dem müssen noch 100 weitere folgen, lasst uns
daran arbeiten.”

Aber wer unterstellt, dieser erste Schritt sei nur eine Art “Alibi” oder
Ablenkungsvehikel, der agiert - so finde ich - zu destruktiv.

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Es ist aber auch falsch immer auf die Weltgemeinschaft zu warten; deutsche Politik könnte wie viele andere Länder längst viel entschiedener gegen den GlobalIrrsinn gehandelt haben!

Der größte Hemmschuh auch dabei ist die widerliche Lobbyhörigkeit.

Ich weiß, Sie sind einer der Kandidaten, von denen ich in meinem Beitrag geschrieben habe. Einer jener, mit unerschütterbaren Sendungsbewusstsein ausgestatteter Menschen, mit denen sich jede Diskussion über Gegenwart und Zukunft erübrigt.

Jedenfalls schreiben Sie hier munter am Thema vorbei.

Global besehen leben gegenwärtig zwischen 9 und 10 % der Menschen in extremer Armut, d.h. von weniger als 1,90 Dollar pro Tag. Das dürften so ca. 800.000.000 Menschen sein.

Dem stehen Menschen gegenüber, die mehr oder weniger alles haben und die sich in ihrem Wohlsein von Werbung gestört fühlen.

Wenn Sie meinen Beitrag aufmerksam gelesen hätten, hätten Sie bemerkt, dass es darin um eine (mögliche) zukünftige Organisation der menschlichen Gemeinschaft geht.

Also nicht um Fragen wie:

Die ich Ihnen dem ungeachtet gerne beantworte.

Nein finde ich nicht gut. Ich ersäufe auch keine Katzenbabys. Wie kommen Sie nur darauf?

Hier argumentiert die freiewissenschaft aus der Position des Satten, des Reichen.
“Wer die Armen füttert, sorgt für noch mehr Armut, darum lass sie lieber verrecken, rülps”

Eine wirklich schlechte Nachricht für Sie:
Menschen in anderen Ländern streben nach beheizbaren Wohnungen, mit fließendem kalten um warmen Wasser, nach 3 und mehr Mahlzeiten am Tag, nach Zugang zu Bildungseinrichtungen und nach Krankenversorgung usw. usf.
Kurz nach einem Luxusleben wie Sie es hier führen.

Und nicht nur die 800 Mil. die heute unterhalb der Armutsgrenze vegetieren müssen, sondern einige Milliarden, die weit unter unserem Standard zu leben gezwungen sind.

Das MegaWachstum wird also noch ein Weilchen notwendig bleiben. Darum erstaunen mich ja Nationalismus und Kriegsbegeisterung der Grünen.
Anstatt das nationale Militär aufzurüsten und zu schauen, wie der nationale Konsum vom Weltmarkt unabhängig aufrechterhalten werden kann, sollte man sich doch mehr auf Kollaboration mit der Weltgemeinschaft konzentrieren und überlegen, wie Deutschland seine Ressourcen einsetzen könnte, um andere Regionen aus Armut und Perspektivlosigkeit zu reißen.

Ich würde also nicht den Rüstungshaushalt aufblähen, sondern das Bundes­ministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung.

Unser Thema lautet übrigens:

[Globalisierung und die Rolle der global tätigen Konzerne]

Nun muss man nicht jedes Ihrer Worte auf die Goldwaage legen, aber Ihre wiederholte Zuschreibung der Initiative für eine globale Mindestbesteuerung an Mister Biden ist m.W. falsch.
Die Debatte wird seit Jahren geführt. Richtig ist, dass die USA diesem globalen Eingriff in die unternehmerische Freiheit unter Präsident Biden endlich zustimmten.

Ihre Einschätzung, dass die Bedeutung der gegenwärtigen Fassung nicht in der Höhe des Steuersatzes liegt, sondern in der Einigung selbst, teile ich.

Hier sieht man, wie die Globalisierungstendenzen in der wirtschaftlichen Ebene die Staaten nötigen sich über ein gemeinsames Regelwerk zu einigen.
D.H. die sich global entwickelnden wirtschaftlichen Strukturen erzwingen ein politisches Handeln. Die Wirtschaft treibt die Politik vor sich her. Also, nicht die Politik gestalte, sondern sie läuft bzw. hinkt der Entwicklung hinterher.

Eine progressive, um nicht revolutionäre zu schreiben, politische Organisation würde die Notwendigkeiten globaler Regelwerke erkennen und die Nationalstaaten drängen sich zu einigen.

Was soll dieser Satz bitte bringen und das auch noch öffentlich?

Ich bitte solche und ähnliche persönliche Kommentare zu unterlassen.

Gruß
Andi
Moderator

Auch hier ist der erste Satzteil völlig überflüssig…

Gruß
Andi
Moderation

Thema verfehlt! Ihre Armen dürfen bei Ihrer Globalisierung überhaupt nicht mitreden! Sie werden sogar arbeitslos, weil ihre Fischgründe von uns Übersatten leergefischt werden, und wir sie mit Billigprodukten zusch…, dass ihnen hören und sehen vergeht. Informieren Sie sich bitte mal, ehe Sie unser Wachstum als Segen für die Welt propagieren!

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Sorry, dass ich mich erst so spät zum Thema zurück melde. War unterwegs…

Stimmt - soll und muss sie auch bleiben. Trotzdem wäre mir ein bisschen mehr Kultur durchaus willkommen, zumal die tendenziell für mehr Wohlbefinden bei weniger Ressourcenverbrauch sorgt.

So weit, so gut.

Das ist leider nur ein kleiner Teil der schlechten Wahrheit. An jedem Großunternehmen hängen Aktionäre oder auch “nur” institutionelle Geldgeber wie z.B. Blackrock. Jedes Großunternehmen ist bei Strafe des eigenen Untergangs gezwungen, Cash für seine “Geldgeber” zu erwirtschaften und aus dem Cash mehr Cash. Unter diesen Bedingungen bleibt

…eine Vision.

Immerhin gibt es ein paar kleinere Firmen (auf nationaler Ebene), die so arbeiten. Näheres dazu z.B. hier.
Den Unterschied zwischen schädlichem Nationalismus und lokalem Wirtschaften haben Sie ja mit dem Beispiel Saarland sehr schön erklärt. Man darf beides keineswegs gleichsetzen.

Zu den 15% globaler Mindessteuer:

Das mag destruktiv sein. Solche Winkelzüge haben auch nix anderes als Zerstörung verdient.
Zumal ich hier und jetzt voraussage, dass dergleichen ohnehin nicht passieren wird - die ARD hat ja schon auf die vielfältigen Ausnahmen hingewiesen. Wenn du glaubst, dass diese Maßnahme etwas bewirkt - kein Problem. Ich gebe nur den Hinweis, ähnlich gelagerte “Schritte” der Vergangenheit im Ergebnis näher zu analysieren.
Konstruktiv wären 25% Mindeststeuer für alle und stringente Durchsetzung überall auf dieser Welt. Darunter liegende Steuersätze wären nur für jene hinnehmbar, die unterhalb der Armutsgrenze leben.

Auch als Hobbymoderator würde ich mal sagen: Kann man weglassen.

Das wiederum ist weitgehend richtig. Was @freieWissenschaft schreibt, ist trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Irgendwie hat das dann schon was mit Globalisierung zu tun.
Sie sehen sie vor allem als Chance.
@freieWissenschaft, ich und möglicherweise auch ein paar andere hier würden sie zumindest nicht zum Stein der Weisen erklären wollen, zumal wenn man sich anschaut, wie sie läuft.

Dem stimme ich teilweise zu. Aber auch in Steuerfragen? Das wäre mir neu, dass sich die Wirtschaft für ein global vereinheitlichtes Steuersystem einsetzt. Warum dafür kämpfen, 15% zahlen zu dürfen, wenn es Schlupflöcher mit 5% und weniger gibt.
Mit den festgelegten 15% wird es Konzernen natürlich auch in einigen Ländern gelingen, weniger Steuern insgesamt zu zahlen. Das war der Deal. Vorhandene Schlupflöcher schließen; vielleicht später, nachdem man ™ neue gefunden hat. Aber mehr als 15% - nee nee; da geht ja die Rechnung der Konzerne nicht mehr auf.

Wow - dann her damit. Aber Vorsicht - klingt auch ein bisschen nach Technokratie mit Hang zur Diktatur. Ich bin mir trotzdem sicher, dass Wirtschaftswissenschaftler so eine Organisation bilden könnten, wenn man sie von der Kette ließe.

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Es freut mich außerordentlich, dass Du meine Beiträge so genau liest.

Auf diese konkreten persönlichen Unterstellungen reagierte ich mit der Feststellung, dass die freieWissenschaft meinen Beitrag nicht aufmerksam gelesen habe.

In meinem ersten Beitrag findet sich folgender Abschnitt

Mindestens der Widerwille gegenüber wirtschaftlichen Prozessen dünstet aus jedem Satz des Beitrags der freieWissenschaft.
Zudem enthalten die drei von freieWissenschaft formulierten Sätze nach meiner Auffassung keine Argumente für oder gegen etwas. Es handelt sich eher um rhetorische Fragen und/oder Glaubensbekenntnisse.
D.H. der Leser erfährt mehr über die Persönlichkeit des Autors als über konkrete außerhalb des Autors sich vollziehender Vorgänge.
Es wird auch keine Auseinandersetzung mit meinen Argumenten gesucht, sondern es werden mir, neben den genannten persönlichen Unterstellungen, einige Phrasen vor die Füße gelatzt, Phrasen die jeder schon zuhauf gehört haben dürfte.
Hier eine Art Sendungsbewusstsein zu vermuten, ist daher naheliegend.

Fazit: Beide von dir kritisierten Passagen sind m.E. weder beleidigend noch verlassen sie die in einem (öffentlichen) Forum gebotene Sachlichkeit.

Wenn du nun nicht jeden Beitrag eines jeden Forumusers hinsichtlich beleidigender Unterstellungen korrigieren willst, dann solltest du meiner Person gegenüber vielleicht auch ein wenig Toleranz aufbringen.
Ich hätte ja auf den Beitrag von freieWissenschaft nicht geantwortet, wenn du ihn im Vorfeld schon in die Tonne geschoben hättest.

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Weder Globalisierung noch Wirtschaft werden hier verteufelt. Es gibt aber 2 massive Probleme:

Das Problem 1 ist der Feudalismus, in den wir schleichend hineingerutscht sind. Das Problem der ungerechten Verteilung eines Wohlstands, den wir alle mit erwirtschaften. Ja, auch Hartz4-Empfänger sind daran mitbeteiligt. Von dem, was wir alle erwirtschaften profitieren momentan aber nur ca 25% der Bevölkerung so deutlich, dass ihre Macht, die sie durch ihr Vermögen besitzen schon ein Problem für die Demokratie wird. Über die Jahre ist die Macht der Unternehmen und Lobbyverbände riesig geworden. Diese Macht zu brechen wäre nur möglich, wenn der grosse Rest der Menschen sich endlich einmal einig wäre.

Problem 2 ist der selbstgemachte Klimawandel, an dem unser Verständnis von wirtschaftlichem Wachstum massgeblich beteiligt ist. Es gilt immer noch mehr – mehr – mehr – aber die Ressourcen sind begrenzt. Und sie gehören nicht nur den Unternehmen. Eigentlich müssen wir alles neu denken.

Bei den Milliarden die täglich umgesetzt werden – es bilden sich riesige Vermögen, die teilweise größer als die Etats einzelner Staaten sind – was ein massives Machtproblem darstellt – ist es für mich unfassbar, dass immer noch so viele Menschen am Existenzminimum leben. Wirtschaft hat ein enorm kreatives Potential, dass man auch nicht beschneiden sollte – aber Verteilung und Selbstverständnis müssen sich dringend ändern. Der momentane Feudalismus killt jede demokratische Gesellschaft.

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