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Gendergerechtigkeit


#61

Das sehe ich ehrlich gesagt anders. M. E. Hat die Gender“forschung“ nur bewiesen, dass Konzerne bemüht sind, sich an Gesetze zu halten. Wie ich neulich erst lesen durfte (konnte den Artikel auf die Schnelle nicht mehr finden), hatte die Einführung der Quote bei Aufsichtsräten keinerlei Auswirkungen auf die sonstigen Führungspositionen innerhalb der Konzerne. Das bedeutet für mich, dass die Männerseilschaften weiter munter existieren und man sich dann halt gezwungenermaßen für den Aufsichtsrat irgendeine Frau dazu holt. Ein gesellschaftlicher Wandel hat demnach mitnichten stattgefunden.
Und die einzige „Lösung“ die die Genderforschung dazu findet, ist noch mehr Quoten für noch mehr Bereiche zu erzwingen. Klingt für mich eher nach herumdoktern am Symptom als nach Ursachenforschung.
Denn woher kommen denn letztendlich die Seilschaften? Meiner Meinung nach daher, dass Kinder von klein auf vorgelebt bekommen, dass Jungs nur mit Jungs spielen und Mädchen nur mit Mädchen.


#63

Kannst du mir das näher erläutern, wie du das meinst?

Gruß
Andi


#64

Wie wahr. Immer wenn ich Kritiken am Verhalten von Männern gegenüber Frauen höre, frage ich mich, warum wird nicht mehr für eine veränderte Erziehung gekämpft.

In der Grundschule wird gefühlt jedes Jahr eine neue Lernmethode eingeführt, aber bei der Erziehung der Kinder höre ich nie von neuen Ansätzen.
Gerade deine Erfahrungen mit dem Kindergarten ist ein gutes Beispiel dafür. Das dürfte bei professionellen Erziehern und Erzieherinnen heutzutage einfach nicht mehr vorkommen.

Klar, die Eltern kann man nicht zwingen. Wenn aber in der Öffentlichkeit, im Kindergarten, in der Schule ein anderer Erziehungsstiel vorgelebt werden würde, würde sich sicher auch in den Familien mit der Zeit etwas ändern.

Gruß
Andi


split this topic #65

3 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Pirat Andi zu Paritätsthread


#66

Das liegt meinen Beobachtungen zufolge daran, dass der Erziehungsauftrag von Schulen gerne geleugnet wird. Da gibt es auf der einen Seite Pädagogen, die meinen, die Erziehung habe zur Gänze im Elternhaus zu erfolgen und auf der anderen Seite Eltern, die sich nicht in ihre Erziehungsmethoden hineinreden lassen wollen. Und dann sind da noch diejenigen Pädagogen, die Angst haben, die komplette Erziehung könnte auf die Schule abgewälzt werden.
Aus meiner Sicht ist das alles Quatsch. Jede Interaktion mit Kindern trägt meiner Meinung nach zur Erziehung der Kinder bei. Wer dies nicht wahrhaben will, trägt zwangsläufig zu einer „schlechten“ Erziehung bei. Denn was passiert ist doch dann folgendes: Auf ein Fehlverhalten des Kindes wird keine Konsequenz gezogen, da man ja nicht zuständig ist. Das Kind lernt daraus, mein Handeln hat keine Konsequenzen also kann ich der betreffenden Person auf der Nase herumtanzen. Und wenn das bei dieser Person klappt, dann kann ich das ja auch bei weiteren Personen ausprobieren.
Daselbe gilt natürlich auch für Genderthemen. Wenn Kinder überall erleben, dass Jungen und Mädchen unterschiedlich behandelt werden, dann setzt sich das irgendwann fest. Da können Eltern so viel gegensteuern wie sie wollen. Zumal der Einflussbereich der Eltern im Zuge von Ganztagsschulen und -kindergärten zunehmend geringer wird.


#67

Ja, das sehe ich auch so. Ich denke, was hier mitunter schlicht fehlt, ist die Reflexion über das eigene unbewusste Verhalten. Da werden tolle Projekte zu den Themen mit den Kindern umgesetzt, aber das alltägliche Verhalten außerhalb der Projektarbeit konterkariert die Lerninhalte.
Vermutlich wäre hier eine Supervision, die mit Beobachtungen und Videoaufnahmen arbeitet, hilfreich. Möglicherweise gibt es ja auch Einrichtungen, die so arbeiten. Ich kann hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.


#68

Völlig unabhängig ob das nun stimmt oder nicht, was du da behauptest, so ist es immer noch eine politische Entscheidung, ob man Quoten als akzeptables Mittel betrachtet, Veränderungen herbeizuführen, oder diese eben für einen völlig unverhältnismäßigen Eingriff in Freiheitsrechte betrachtet (gerade bei Wahlen!) bzw. ob man dem Ziel da Parität herzustellen überhaupt eine Relevanz zuordnet oder ob man Äußerlichkeiten wie Geschlecht, Schugröße oder Haarfarbe schlichtweg nicht für wichtig erachtet.

https://wiki.piratenpartei.de/BW:Programm#Ablehnung_von_gesetzlichen_Quoten
Wir lehnen Quoten hier eben aus politischen Gründen ab, selbst wenn sie wirken würden, genauso wie wir Überwachungsgesetz X wahrscheinlich auch ablehnen, selbst wenn es eine begrenzte Wirksamkeit hätte, einfach weil die Freiheitseingriff an anderer Stelle zu massiv wäre.


#69

Den Kindern von klein auf beibringen das es gut ist überwacht zu werden? Hilfe.


#70

Deinem Kommentar zufolge ist Dir der Unterschied zwischen anlassloser (Dauer-)Überwachung und der punktuellen Verwendung von (Moment-)Aufnahmen im Rahmen einer Fortbildung nicht klar.
Auch findet eine Supervision selten in Anwesenheit der Kinder statt. Schonmal von Rollenspielen gehört? Aber vermutlich hätte ich in meinem Kommentar weiter ausholen müsse, um das klarer darzustellen.
Das würde dann aber zu weit vom Thema wegführen.

Mir geht es nur darum, Ursachen für die gesellschaftlichen Geschlechtsunterschiede aufzuzeigen und mögliche Lösungsansätze.


#72

Gesellschaftliche Geschlechtsunterschiede beschreibt das in der Tat gut.
Springen wir mal 100 Jahre zurück, und vergleichen die damaligen Verhältnisse mit heute.

Frauen arbeiteten für Mindestlohn, kein Wahlrecht, Mann ist der Herr im Haus.

Durch Gesetze ! Nicht durch gesellschaftlichen Wandel änderte sich das Bild.
Bis in die 70 er Jahre konnte noch der Ehemann den Job seiner Frau kündigen.
Heute sind viele Männer froh wenn die Frau auch einen Job hat.

Erst kommen die Gesetze, dann wandelt sich die Gesellschaft.
Ohne Quotenregelung wäre uns das Bild einer Frau in einer Führungsposition noch genauso fremd wie vor 50 Jahren


#73

Grundgesetz Artikel 20 (2)
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html

Gesetzesänderungen bilden in Demokratien gesellschaftlichen Wandel ab und nicht umgekehrt.


#74

Alle Gewalt geht vom Volk aus. Das Volk wählt seine Vertreter , diese beschließen Gesetze.
Teil dieser Gesetzgebung sind Quotenregelung.

Ist doch alles im grünen Bereich, oder ?


#75

Womit Ihr beide ja eigentlich ein und das selbe schreibt.

Das stimmt durchaus. Bleibt dann nur einzig die Frage offen, weswegen wird diese Denkweise dann nicht überall angesetzt? (Jetzt mal keine Beispiele, will selber dass Ihr mal mit welchen kommt, weil ich sehen will wer wie weit denkt)


#76

Heute macht sich keiner Gedanken darüber ob eine Frau wählen gehen darf, ist die normalste Sache der Welt. Davor war es umstritten, ob Frauen “dazu in der Lage sind” solche Sachen wie Wählen überhaupt “erfassen” zu können.
Kein Joke !


#77

Das weiß ich. Ich dachte ja nur das von Dir da noch eine andere Erklärung als Beispiel herangezogen würde, weswegen diese Denkweise “Nur Gesetze verändern die Welt” dann nicht überall angewendet würde.


#78

#79

Sie werden oft angewendet, wenn nicht dann um Machtstrukturen beizubehalten.
Der Aufstand auf dem “Platz des Himmlischen Friedens” wurde blutig niedergeschlagen, statt auf die berechtigte Forderung für mehr Demokratie einzugehen.

In RSAF wurde die Apartheid solange aufrecht erhalten um die Macht der weißen Minderheit zu erhalten.

Insofern hast du und @GG79 Recht, das eine Bewegung da war, bevor die Gesetze kamen, aber ohne Gesetze ändert sich nichts, wie man an den Beispielen sieht


#80

Off-Topic: Darf ich fragen warum ihr Foristen dieses Thema so pusht? Es gibt weit wichtigere Themen…


#81

Wie schön, dass wir nun alle derselben Meinung sind, nämlich das notwendige Gesetze erst aus einer Bewegung - also aus einem gesellschaftlichen Wandel - heraus entstehen können.
Das ist doch eine tolle gemeinsame Basis, auf der man aufbauen kann.

Die Frage, die sich nun stellen muss, ist: Was sind notwendige Gesetze, die dem aktuellen gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen.
Vor 100 Jahren war das offensichtlich : Männer dürfen wählen, Frauen nicht => da ist was im Ungleichgewicht.
Heute ist das schwieriger, denn mir sind keine Gesetze bekannt, die einer Frau weniger Rechte einräumen würden als einem Mann. Juristen mögen mich korrigieren und gerne eines Besseren belehren.

Generell tendiere ich gerne zu weniger Reglementierung seitens des Staates. Zumal ich der festen Überzeugung bin, dass dieses Thema nachhaltiger über Bildung und Erziehung gelöst werden kann. Hier wiederum dauert es länger bis die Wirkung voll durchschlägt, insofern kann ich auch andere Argumentationen durchaus nachvollziehen. Meine Befürchtung ist aber, dass es bei einer erzwungenen Durchsetzung von Quoten durch alle Führungsebenen hindurch zu einem gewaltigen Backlash kommen wird.


#82

Da gebe ich dir Recht, juristisch sind Frauen nicht benachteiligt.
Es gibt aber eine Bewegung, all derer Frauen die eine Benachteiligung im Beruf und Spagat Familie / Beruf sehen.

Warum sollte ein Mann Zuhause bleiben sich um Kinder und Familie kümmern wenn die Frau sowieso weniger Geld nach Hause bringt.
Sei es durch den Gender pay Gap, oder dadurch , dass sie trotz gleicher oder sogar besserer Qualifikationen einfach bei der beruflichen Karriere hinterher hinkt.
Dann die Angst der AG, die Frau könnte schwanger werden. Oh mein Gott !
Ich bin Recht gut mit einer Anstalt des Öffentlichen Rechts “verbandelt” und bekomme die Personalpolitik Recht gut mit.

Ändern der Erziehung in Schule usw.

Wenn Wölfe Kinder Erziehen, erziehen sie die Kinder auch zu Wölfen