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Gendergerechtigkeit


#1

Der Brandenburger Landtag hat die paritätische Wahllistenbesetzung für politische Parteien eingeführt. Damit wird sichergestellt, dass Männerseilschaften zukünftig nicht das Parlament dominieren können. Für mich eine überfällige Entscheidung, die der Forderung des Grundgesetzes Art.3 Absatz 2 nachkommt.
Vor diesem Hintergrund mutet es mehr als seltsam an, wenn im ZDF berichtet wird, neben der AfD hätten die Piraten dagegen Verfassungsklage angekündigt. Frauenrechte und Gendergerechtigkeit sind ein hohes Gut und ein brandaktuelles politisches Thema auch bei der anstehenden Bürgerschaftswahl in Bremen. Es kann nicht angehen,dass uns Meldungen wie die aus Brandenburg für fortschrittlich denkende Frauen unwählbar machen.


#2

Das Gesetz ist handwerklich schlecht gemacht, benachteiligt kleine Parteien und hat noch weitere Probleme mit der Verfassung. Daher ist es verfassungswidrig.
Man kann mit der Idee sympathisieren. Die Piratenpartei könnte sich so etwas in die Satzung schreiben, aber der Gesetzgeber darf ein solches Gesetz halt nicht erlassen.


#3

Wie Fulleren schon schrieb ist das Gesetz handwerklich schlecht gemacht, außerdem werden die Nebenwirkungen dieser Quote mal wieder ignoriert:

  • Kleine Parteien haben es schwerer die Quote zu erfüllen. Wir könnten für den Landtag z.B nur vier statt, wie aktuell, acht Kandidaten aufstellen.
  • Das Gesetz ignoriert die Existenz des “Dritten Geschlechts” im Aufbau und fügt nachträglich eine Ausnahme ein. Eine Ausnahme die Inter*Menschen zwingt sich doch wieder für “Mann” oder “Frau” zu entscheiden.

#4

Die Piratenpartei ist die einzige Partei, die uns Frauen nicht als Opfer, sondern als gleichstark und gleichberechtig sehen was wir auch sind. Die AfD ist einfach nur Frauenfeindlich und will keine Frauen im Parlament, das ist was ganz anderes.
Gendergerechtigkeit ist da, wir Frauen werden nicht benachteiligt wenn man die Zahlen ansieht. Das Paritätsgesetz macht das Grundgesetz und die Gleichberechtigung kaputt und verfestigt das Bild, wir Frauen würden von alleine nichts schaffen. Die Piratenpartei ist für Gleichberechtigung, alle anderen Parteien wollen sie entweder in die eine oder die andere Richtung aufheben.


#5

die Geschlechterforschung hat meines Wissens ziemlich eindeutig ergeben, dass ohne Quotierung und gezielte Frauenförderung keine Gleichberechtigung erreicht werden kann. Das soll sich mittlerweile bis in CDU-Kreise rumgesprochen haben…


#6

mir ist aufgefallen, dass bei den Piraten ziemlich viel auf formaler Ebene diskutiert wird. Gefährlich! Die wichtigen Inhalte kippen dann leicht hinten runter.


#7

Unsere Position und politische Philosophie im Grundsatzprogramm

Gemäß Grundsatzprogramm sind wir gegen Identitätspolitik und für eine freie Wahl der eigenen Rolle in der Gesellschaft, unabhängig des Geschlechtes.

10.2.1 Freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung
Die Piratenpartei steht für eine Politik, die die freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung respektiert und fördert. Fremdbestimmte Zuordnungen zu einem Geschlecht oder zu Geschlechterrollen lehnen wir ab. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Geschlechterrolle, der sexuellen Identität oder Orientierung ist Unrecht. Gesellschaftsstrukturen, die sich aus Geschlechterrollenbildern ergeben, werden dem Individuum nicht gerecht und müssen überwunden werden.
Die Piratenpartei lehnt die Erfassung des Merkmals “Geschlecht” durch staatliche Behörden ab. Übergangsweise kann die Erfassung seitens des Staates durch eine von den Individuen selbst vorgenommene Einordnung erfolgen.

Außerdem sind wir gemäß einiger Beschlüsse Post-Gender, sprich es darf für ein Amt/Mandat/Beauftragung und sonst für die Rolle in der Gesellschaft keine Rolle spielen, welchen Geschlechtes ein Mensch ist.

Da das Parität-Gesetz die Wahl mit strikter Trennung von Mann und Frau fordert, widerspricht es unserem Grundsatzprogramm, nach welchem alle Geschlechter nicht nur gleich, sondern komplett frei und selbstbestimmt wählbar und staatlich nicht zu erfassen sind. Das Gesetz verfestigt die strikte identitätspolitische Trennung der Gesellschaft in Mann und Frau, welche wir aufheben wollen.

Status Quo:

  • Es sind deutlich weniger Frauen als Männer in Parteien Mitglied
  • Auch in den Parlamenten sind weniger Frauen als Männer
  • Der Frauenanteil im Bundestag ist bei den Fraktionen SPD, Grüne und Linke deutlich höher, als der Frauenanteil in den Parteien aus welchen die jeweiligen Abgeordneten kommen
  • Der Frauenanteil im Bundestag ist bei der FDP leicht höher, als der Frauenanteil in der Partei selbst.
  • Der Frauenanteil im Bundestag in der Fraktion CDU/CSU ist niedriger, als der Frauenanteil in beiden Parteien selbst.
  • Der Frauenanteil in der Spitzenpolitik (dem Bundeskabinett) ist jeweils deutlich höher, als der Frauenteil in den Parteien CDU, CSU und SPD, welche die Spitzenpositionen besetzen
  • Der Frauenanteil im Bundestag der AfD ist mit nur 68%iger Repräsentation des Frauenanteils in der Partei deutlich niedriger.

Interpretation:

Aussage: In einer Partei, in der das Geschlecht die Auswahl für ein Mandat in keinster Weise beeinflusst, sollte der Anteil der jeweiligen Menschen, mit einem bestimmten Geschlecht, in einer Partei ungefähr gleich dem Anteil von Abgeordneten dieser Partei, mit dem jeweiligen Geschlecht, im Parlament sein.

Bedingung für die Aussage: Die Auswahl an Bewerbern für ein Mandat ist hinreichend groß. Die Kompetenzen nach welchen gewählt werden (Intelligenz, Fachwissen, Moral, Erfahrung, Aktivität, Zeitdauer des innerparteilichen Engagements) sind unabhängig des Geschlechtes.
(Beide Bedingungen halte ich für erfüllt.)

1.Folgerung: Aus dieser Aussage folgt, dass bei den Fraktionen SPD, CDU/CSU, Grüne, Linke und AfD durchaus die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es einen Einfluss auf die Wahl hatte, welchen Geschlechtes ein Bewerber für ein Mandat war. Da sich bei diesen Fraktionen der Frauenanteil in der Partei und der Frauenanteil der Fraktion im Bundestag unterscheidet.

2.Folgerung: Aus dieser Aussage folgt, dass bei der FDP die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass es keinen Einfluss auf die Wahl hatte, welchen Geschlechtes ein Bewerber für ein Mandat gewesen ist.

3.Folgerung: Wenn die Divergenz zwischen dem Frauenanteil in der jeweiligen Partei und dem Frauenanteil in der Fraktion im Bundestag auf einen Einfluss des Geschlechtes der Bewerber für die jeweiligen Mandate zurückzuführen ist, dann

  • hatte bei der SPD positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber weiblichen Geschlechtes ist.
  • hatte bei der CDU/CSU positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber männlichen Geschlechtes ist.
  • hatte bei den Grünen positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber weiblichen Geschlechtes ist.
  • hatte bei den Linken positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber weiblichen Geschlechtes ist.
  • hatte bei der AfD positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber männlichen Geschlechtes ist.

4.Folgerung: Wenn die Divergenz zwischen dem Frauenanteil in der jeweiligen Partei und dem Frauenanteil im Bundeskabinett auf einen Einfluss des Geschlechtes der Bewerber für das jeweilige Ministerium zurückzuführen ist, dann

  • hatte bei der SPD positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber weiblichen Geschlechtes ist.
  • hatte bei der CDU/CSU positive Ausgewirkungen, dass ein Bewerber weiblichen Geschlechtes ist.

5.Zusammenfassung der Folgerungen: Sind die jeweiligen geschlechtsspezifischen Anteile nicht zufällig sondern Kausal entstanden, dann

  • war es bei 3 Fraktionen für Bewerber auf Mandate im Bundestag von Vorteil, weiblichen Geschlechtes zu sein
  • war es bei 2 Fraktionen für Bewerber auf Mandate im Bundestag von Vorteil, männlichen Geschlechtes zu sein
  • war es bei einer Fraktion unbedeutend für Bewerber auf Mandate im Bundestag, welchen Geschlechtes sie sind
  • war es bei den die Regierung bildenden Parteien von Vorteil, dass ein Bewerber auf ein Ministerium weiblichen Geschlechtes ist

Erklärungsansätze

1.Ansatz (Grüne): Die Grünen haben das Frauenstatut:

Grüne Regeln
Frauenstatut
I. Rahmenbedingungen
§ 1 MINDESTQUOTIERUNG
Wahllisten sind grundsätzlich alternierend mit
Frauen und Männern zu besetzen, wobei den
Frauen die unge-raden Plätze zur Verfügung ste-
hen (Mindestparität). Frauen können auch auf den
geraden Plätzen kandidieren. Reine Frauenlisten
sind möglich.
Sollte keine Frau für einen Frauen zustehenden
Platz kandidieren bzw. gewählt werden, entschei-
det die Wahlversammlung über das weitere Ver-
fahren. Die Frauen der Wahlversammlung haben
diesbezüglich ein Vetorecht entsprechend § 4 des
Frauenstatuts.


Dieses sorgt dafür, das systemisch bedingt bei Wahllisten Grundsätzlich mehr Frauen aufgestellt werden, als Menschen anderen Geschlechtes. Solange in dieser Partei also weniger oder gleich der Hälfte der Mitglieder weiblichen Geschlechtes sind, ist es für einen Bewerber auf ein Mandat von Vorteil weiblichen Geschlechtes zu sein.

2.Ansatz(Linke): Die Linken haben §10 Abs.2 in ihrer Satzung:
Bei der Aufstellung von Wahlbewerberinnen und Wahlbewerbern für Parlamente und kommunale Vertretungskörperschaften ist auf einen mindestens hälftigen Frauenanteil in der Fraktion bzw. in der Abgeordnetengruppe hinzuwirken. Bei Wahlvorschlaglisten sind einer der beiden ersten Listenplätze und im Folgenden die ungeraden Listenplätze Frauen vorbehalten, soweit Bewerberinnen zur Verfügung stehen. Hiervon unberührt bleibt die Möglichkeit der Versammlung, einzelne Bewerberinnen abzulehnen. Reine Frauenlisten sind möglich.
Dieses sorgt wie auch bei den Grünen dafür, das systemisch bedingt bei Wahllisten Grundsätzlich mehr Frauen aufgestellt werden, als Menschen anderen Geschlechtes. Auch hier ist es für einen Bewerber von Vorteil weiblichen Geschlechtes zu sein.

3.Ansatz(SPD): Die SPD hat eine festgeschriebene mindest-Frauenquote von 40%
Quellen:
https://www.cuncti.net/politik/1086-frommer-selbstbetrug-30-jahre-frauenquote-in-der-spd
https://www.heise.de/tp/features/Eine-bittere-Bilanz-25-Jahre-Frauenquote-in-der-SPD-3400363.html
Solange in dieser Partei also weniger als 40% der Mitglieder weiblichen Geschlechtes sind, ist es für einen Bewerber auf ein Mandat von Vorteil weiblichen Geschlechtes zu sein.

4.Ansatz(CDU/CSU): Die politische Philosophie der CDU/CSU ist geprägt von einem konservativ christlichem Menschenbild, in welchem Frauen die von Gott beauftragte Rolle haben, sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern und dem Mann zu dienen. Auch wenn nicht alle in dieser Partei strenggläubige Christen sind, gibt es doch einen groß genugen Anteil, welche das Klima in der Partei prägen. Die Gesellschaftlichen Vorstellungen sind restriktiv: Abtreibung ist Mord, Homoehe Sünde, genauso wie Sex außerhalb der Ehe, et cetera. Für alle die mit der Bibel noch nicht allzu sehr konfrontiert waren, hier ein kleines Zitat:

(Zitat Bibel) Paulus, Epheser 5, 22-24
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.

Da sich in der CDU/CSU auch viele Frauen mit diesem Welt- und Menschenbild organisieren, kann durchaus ein möglicher Erklärungsansatz sein, dass sich in der Partei engagierende Frauen, aufgrund ihres eigenen durch die Religion geprägten Rollenverständnisses intrinsisch motiviert dazu entscheiden, nicht zu kandidieren. Desweiteren ist auch ein extrinsischer Erklärungsansatz möglich, nach welchem die Mitglieder (unabhängig ihres eigenen Geschlechtes) aufgrund ihres Rollenverständnisses bei Aufstellungsversammlungen Bewerber männlichen Geschlechtes vorziehen.

Die Unterschiede zwischen dem Frauenanteil im Bundestag und dem Frauenanteil bei Spitzenpositionen im Bundeskabinett lassen sich möglicherweise dadurch erklären, dass bei letzterem die konservative-CDU/CSU-Basis nicht so viel Mitsprache hat.

5.Ansatz(AfD): Die politische Philosophie der AfD ist von verschiedenen konservativ-christlichen bis radikal-nationalistischen Gruppierungen geprägt. Einerseits sind hier Menschen mit einem konservativ christlichem Menschenbild ähnlich dem der strenggläubigen Christen in der CDU/CSU versammelt. Desweiteren Menschen mit nationalsozialistischer Philosophie, welche Frauen als “Geburtsmaschine des Volkes” sehen. Und eine weitere Gruppierung, welche behaupten weibliche Hormone würden zu einer rein emotionalen Denkweise führen, deswegen hätten sich Frauen aus der Politik rauszuhalten.
-> Hierzu die kommentierte Version eines Videos von einem der prominentesten Vertreter der AfD auf YouTube.(Das Original wurde berechtigterweise wegen Volksverhetzung gesperrt) https://www.youtube.com/watch?v=w1ZvxNnKPpo
Also alles in allem ist in der AfD eine Ansammlung frauenverachtender ideologischer Spinner. Das von dieser Partei-Basis sehr wenige Frauen gewählt werden, ist selbsterklärend.

6.Ansatz(FDP): In der politischen Philosophie der FDP gilt die Chancengleichheit – auch wenn sie im Gegensatz zur Piratenpartei in ihrer Politik auf die Interessenvertretung der Unternehmer und Reichen ausgerichtet ist – haben beide Parteien gemein, dass sie Identitätspolitik, also die gesonderte Behandlung eines Menschen nach einem bestimmten Identitätsmerkmal(wie u.a. das Geschlecht), ablehnt. Ein möglicher Erklärungsansatz, warum der Frauenanteil der Fraktion im Bundestag (zwar ein klein wenig größer, aber nichtsdestotrotz) nahezu gleich dem Frauenanteil in der Partei ist, wäre, dass das Geschlecht, des Bewerbers auf ein Mandat, für seine Wahl keine Rolle gespielt hat. Weder liegt eine systematische Bevorzugung eines Geschlechtes vor, noch scheint die Partei-Basis eines zu bevorzugen.

Ableitungen über die Legitimität eines Parität-Gesetzes

Frauen werden heutzutage in der deutschen Politik nicht allgemein benachteiligt. In manchen Parteien(Linke/Grüne/SPD) wirkt es sich vorteilhaft auf die eigenen Chancen, ein Mandat für den Bundestag zu erhalten, aus, weiblichen Geschlechtes zu sein, in anderen Parteien(CDU/CSU/AfD) kann es sich hingegen vorteilhaft auswirken männlichen Geschlechtes zu sein und es gibt auch Parteien(FDP) in denen es nahzu keine Rolle spielt, welchen Geschlechtes ein Bewerber ist. Für Spitzenpositionen im Bundeskabinett wirkt es sich in der aktuellen Parteienzusammensetzung vorteilthaft aus, weiblichen Geschlechtes zu sein.

Da Frauen sich entscheiden können, welchen Parteien sie beitreten oder in welche sie wechseln und es Parteien gibt, welche sie aufgrund ihres Geschlechtes systematisch bevorzugen(Linke/Grüne/SPD), beziehungsweise in welchen ihr Geschlecht keine Rolle spielt(FDP). Gibt es derzeit keine Notwendigkeit und keine berechtigten Gründe, die Organisationsfreiheit der Parteien einzuschränken und die Wahlrechtsgrundsätze einer freien, allgemeinen und gleichen Wahl aufzuheben.

Die Ursache, weshalb im Bundestag lediglich 1/3 der Abgeordneten ein weibliches Geschlecht aufweisen, ist in dem Frauenanteil der einzelnen Parteien begründet. Ist es einem wichtig, sowohl Chancengleichheit und Gleichberechtigung zu erhalten, als auch auf einen Frauenanteil der dem Männeranteil gleicht hinzuwirken, sind Maßnahmen außerhalb des Wahlrechts und des Parteienrechts zu treffen.

Mögliche Ursachen für den geringen Frauenanteil in Parteien

Die Argumentation hat aufgezeigt, dass die Begründung eines Parität-Gesetzes, über eine Benachteiligung von Frauen in der heutigen Parteipolitik in Deutschland, nicht haltbar ist, da eine Benachteiligung von Frauen in der heutigen Parteipolitik in Deutschland nicht stattfindet.
Die Argumentation hat sich nicht damit beschäftigt, inwieweit geschlechtsspezifische Hindernisse bestehen, sich in Parteien zu engagieren und auch nicht mit geschlechtsspezifischer Motivation sich aus Politik rauszuhalten.

Ein Hindernis sich in Parteien zu engagieren kann die eigene Familienplanung sein. Wer ein Kind groß zieht, hat automatisch weniger Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten in Parteien. In der heutigen Gesellschaft übernehmen diese familiären Tätigkeit hauptsächlich Frauen.

Eine weitere Ursache kann eine unterschiedliche Begeisterung für Politik gegenüber Schülern unterschiedlicher Geschlechter sein, hier ist sozialwissenschaftlich zu untersuchen, welche Faktoren Schüler männlichen Geschlechtes und welche Faktoren Schüler weiblichen Geschlechtes für Politik begeistern, wenn es denn Unterschiede gibt.

Eine andere Ursache ist auch die intrinsische Entscheidung gegen Politik, aus einer eigenen Philosophie oder Religion heraus. Da die vorherrschenden Religionen in konservativer Auslegung alle dazu tendieren, dass Frauen sich unterzuordnen haben, sind Frauen, welche diesen Religionen angehören, vermutlich aus religiöser Überzeugung heraus weniger oft bereit Parteien beizutreten, als männliche Pendants.

Desweiteren ist auch noch das sogenannte “Geschlechter-Paradox” sehr interessant, was ich gerade beim recherchieren gefunden habe, das spielt da vielleicht auch noch mit rein. Ich zitiere einfach mal aus einem Artikel der Zeit:

Das Geschlechter-Paradox besteht darin, dass sich in freien Gesellschaften mit ausgeprägten Frauenrechten nicht weniger, sondern mehr Frauen für angeblich typische Frauenberufe entscheiden, soziale oder kreative Berufe. Wenn Frauen die Wahl haben, tun sie […] nicht das Gleiche wie […] Männer. Sie werden, ohne Druck, im Durchschnitt lieber Ärztin, Lehrerin oder Journalistin als Statikerin, Ingenieurin, Schachprofi oder Patentanwältin. Über Individuen sagen solche Statistiken natürlich nichts aus, es kann auch hervorragende, glückliche Notarinnen geben und Physik-Nobelpreisträgerinnen. Wer aber glaubt, dass […] überall in der Gesellschaft ein Verhältnis von 50 zu 50 herrschen muss, der kann dies, laut Susan Pinker, nur mit staatlichen Zwangsmaßnahmen erreichen.

https://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede/seite-3

Außerdem, eine Sache die sich mit der Zeit regelt, es gibt noch relativ wenige politische Vorbilder für Frauen, da das passive Wahlrecht für Frauen erst 100 Jahre her ist. Das spielt sicher in die Begeisterung von Frauen für Politik in der Schulzeit mit rein. Wenn man nämlich in Geschichte die ganze vergangene Politik der letzten Jahrhunderte durchnimmt, könnte eventuell bei einigen Frauen der Eindruck hängen bleiben, Politik sei ‘nur Männersache’, weil es vor 200, 300 Jahren mal nur Männersache gewesen ist. Das ist eine Sache, die sich ganz ohne Zutun von alleine regelt, so mit Angela Merkel, Andrea Nahles, Alice Weidel, Dorothee Bär, Sarah Wagenknecht und co. .


#8

Der wichtigste Grund, ob eine Partei für Frauen interessant sein könnte, sowohl als Wählerin, wie als Mitglied oder als Kandidatin ist aus meiner Sicht wie präsent Frauenthemen in Progammatik und politischer Praxis sind. Ein niederiger Frauenanteil könnte daher Rückschlüsse auf die diesbezügliche Qualität von Parteiarbeit liefern und Prozesse des Nachdenkens anregen.


#9

Das ist richtig, allerdings wäre es dazu nötig sich erst einmal einzugestehen das es ein Problem ist. Und da die herschend vertretene Ideologie in der Piratenpartei verlangt das Geschlecht argumentativ nicht heranzuziehen ist die Lage schwierig. So darf ich eigentlich gar nicht erwähnen, dass keine der begrüssenswert vielen jungen Personen, die der Piratenpartei sichtbar für mich in letzter Zeit beigetrete sind, sich als männlich oder trans/anders definieren, aber halt keine Frauen sind. Ausserdem wurden Anzeichen von explizit feministischer Politik in der Piratenpartei immer niedergeschlagen und vertrieben (was nicht immer falsch sein muss aber falsch sein kann - je nach Einzelfall).


#10

Aus der Behauptung hätte ich dann doch gern auch mal Beweise. Also dergestalt, wer wurde auf Grund seiner feministischen Aussagen “niedergeschlagen” bzw. “vertrieben”?


#11

Nein, das beweise ich nicht. Wir sind doch Piraten…können alle das Netz durchsuchen und sich ne eigene Meinung bilden. Meine Wortwahl war vielleicht ein wenig brachial, aber das ist auch nichts besonderes und warum soll ich ausgerechnet an dem Punkt zurückhaltend sein. Es gab Feministinnen in der Piratenpartei, jetzt gibt es Sie nach meiner Beobachtung fast nicht mehr, bzw. der Feminsimus ist den Frauen so selbstverständlich, das Sie nicht explizit drauf Bezug nehmen. Ich war übrigens nicht dabei. meine Meinung beruht auch auf Netzrecherche.


#12

Ausserdem ist die Vergangenheit relativ egal. Die Gegenwart und die Zukunft sind viel spannender: Wie wäre es denn mit einer offiziellen vom Bundesvorstand anerkannten Arbeitsgemeischaft “Frauen in der Piratenpartei” incl. Themensprecher oder Sprecherin. *sfg


#13

Auch ein Bundesvorstand muß sich an die Satzung halten und jene besagt, alle Mitglieder sind “Piraten”.
Mit einem dritten Geschlecht die unsinnige Untergliederung in solche und jene Menschen fortzuführen ist dabei ebenfalls nicht hilfreich.
Alle Mitglieder in dieser Partei sind gleichwertige Piraten, jegliche Unterscheidung aufgrund geschlechtsspezifischer Ausprägungen bringen genau was außer Benachteiligungen und Bevorzugungen?


#14

Meiner Meinung nach voll reingefallen:

Niemand hat gesagt, das da Männer nicht mitarbeiten dürfen.

(Bisher zumindestens nicht)

Das die Piratenpartei keine Schutzräume zugesteht in ihrer Kernideologie (obwohl es schon längst überall das Nichtöffentlich in ausufernder Art und Weise Faktisch gibt) ist ein zweiter Systemfehler und zwar transgender.


#15

Also doch nur alles reine Behauptungen. Dann ergeben Deine vielen, vielen anderen Sätze einen entsprechenden Sinn. Ja das kann man so machen. :rofl:

An der Du uns nicht teilhaben lassen willst?

autsch
Tatsächlich? Warst Du nicht sonst derjenige, der das immer anders haben will?

Wuuhaaa … ist das so? Beweise? Ach ja, Du schreibst ja was von faktisch, also ist Deine Aussage halt Beweis genug. Joah, #FindeDenFehler, nicht wahr?

Eigentlich mag ich das ja so nicht sagen, aber wann hörst Du auf mit trollen?! Denn so lange Du Dich weigerst “deine Fakten” auch mal zu beweisen, so lange trollst Du nur. Nix weiter.


#16

Suchmaschine: Piraten + Feminismusdebatte + Feminismus + Piratenpartei


#17

Und wenn wir schon dabei sind: Piratenpartei + rechts + rechtes Auge blind + Piraten

Da wird dann so manches Märchen über den Niedergang der Piratenpartei widerlegt.


#18

hahaha …

Du meinst mit “Selbstbeweisenden Behauptungen” kommst Du hier einen einzigen Schritt weiter? Du hast die Behauptung in den Raum gestellt, also ist es auch Deine Aufgabe diese Behauptung zu untermauern. Ansonsten bezeichne ich Deine Behauptungen zukünftig als Lüge, was es dann ja auch sein muss. Denn Du bleibst die Beweise ja schuldig.

Piraten sind Postgender - erster Beweis: es wird nicht aufgeführt ob die betreffende Person Teil irgend eines Geschlechtes ist. Uns ist die Person als Mensch wichtig, nicht das Geschlecht. Und das ist gut so.

Also, Butter bei die Fische! Beweise Deine Aussagen oder halte Dich künftig raus.


#19

Klar, Piraten schreiben auf, das Sie transgender sind, erfassen in ihrer Datenbank das Geschlecht nicht und schwuppdiwupp IST die Piratenpartei transgender. manchmal wünsch ich mir ich könnt auch mit so einem einfachen Konzept sozialer Zusammenhänge arbeiten. Gesellschaft ist doch kein WünschDirWas, verdammt noch mal, das mensch einfach durch eine Proklamation umgestalten kann.

Das mindeste was nötig wäre, wäre zu sagen das transgender das Ziel ist auf das man sich hinbewegen will.


#20

Warum windest Du Dich eigentlich so die Fakten auf den Tisch zu legen und zu benennen? Du solltest jetzt nicht zuerst eine Aussage/Fakt von mir zu widerlegen versuchen. Beweise doch auch mal Deine Behauptungen. Oder kannst Du das nicht, weil es sich lediglich um Lügen handelt?