Freiheit in Zeiten von CoVID19

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Moin,

es gehört eigentlich in den Bereich “Partei” aber da ist keine Möglichkeit, grundsätzliche Fragen zu erörtern.

Vor dem Hintergrund der Umfrage zu Ausgangsverboten möchte ich nämlich mal ein paar solcher stellen.

Können wir das Bild vom Wunsch nach dem selbstbestimmten Menschen mit der Erfahrung aus der Verantwortungslosigkeit einer relevanten Anzahl von Leuten, die Corona schlichtweg ignorieren, noch aufrecht erhalten? Sind nicht genau die der Beleg dafür, dass mit Freiheiten nicht verantwortungsvoll umgegangen werden kann?

Wie weit geht unser Streben nach Freiheit, bis sie die Freiheit eines anderen einschränkt? Wo fängt die Einschränkung in diesem Fall an?

Das sind in der Tat interessante Fragen, die jetzt relevant sind. Viele davon sind Abwägungen von Grundrechten die gegeneinander stehen.

Generell gilt, dass Freiheit nichts für Angsthasen ist und dass viele inzwischen jedes Maß für Risiko aus den Augen verloren haben.
Im Klima der Angst, wie wir es seit Jahren pflegen, ist Freiheit nicht möglich.

Die Geschichte zeigt, das solidarische Gemeinschaften überlebenfähiger sind, als Einzelkämpfer.
Unsere Gesellschaft predigt aber seit Jahrzehnten das Lob auf den Einzelnen und seinen Egoismus.
Die Folgen sind fehlende Solidarität und Verantwortung für Andere.

Die Coronakrise wird die Gesellschaft verändern, spannend in welche Richtung es gehen wird.

Ich sag nur Investmentbanker sind nicht systemrelevant. :slight_smile:

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Drosten: Ich glaube, dass in diesen Tagen der Groschen fällt. Die Maßnahmen sind noch recht frisch, aber jetzt wird es den meisten klar werden.

Einige Unverbesserliche wird es immer geben.

Klar, die gibt es in China nicht – dort werden sie verbessert. Aber ich bin froh, dass wir nicht in so einer Gesellschaft leben.

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es für das Gesamtbild der Epidemie nötig ist, noch den allerletzten Unverbesserlichen rauszufischen.*

Freiheit ist auch eine Form von Macht, die Macht zu tun, was man möchte und mit Macht geht auch immer Verantwortung einher.

Das ist eigentlich eine der Kernerkenntisse, die für mich Piraten ausmachen: Sich darüber klar zu sein, dass Freiheit halt nicht heisst, dass man keine Verantwortung hat, sondern im Gegenteil, dass man die Freiheit nutzen muss um Verantwortung zu übernehmen. Aktuell heisst das halt sich zu überlegen, was man alles vermeiden kann, um Infektionsgefahren so weit es geht auszuschalten und das konsequent einzuhalten.

Letztlich sind wir wieder mal bei einem Bildungsproblem…

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Und wie kann man diese Verantwortung mittels Bildung vermitteln? Und was hilft das für die aktuell lebenden, diese Verantwortung nicht gelernt habenden Menschen?

Das ist ein langfristiges Projekt. Aber wenn wir es nicht angehen, wird es auch nie Ergebnisse geben.

Mir wurde das zuhause, in der Schule und auf dem Sportplatz vermittelt.

Wie kann es in bildungsfernen Schichten, die keinen Kontakt zum Sport haben und wo die Kinder nicht mal ein Pausenbrot mitbekommen, vermittelt werden?

Bildung kann sich niemand entziehen, deshalb gibt es keine bildungsfernen Schichten.
Kann man z.B. dort machen:


Wer es nicht fertig bringt, Bildung im Dschungelcamp zu vermitteln, ist nicht nachhaltig und verliert zurecht Zuschauer und damit Werbeeinnahmen.

Hier mal ein anderes nettes Beispiel:

Neues ist für die meisten schwer verständlich. Man muss es erst mal lernen. Oder mit neuen Situationen umzugehen lernen.

Im Zuge von zunehmender Antibiotikaresistenz werden wir mittelfristig öfter Gesundheitsnotfälle haben.

Wenn ich mich richtig erinnere haben wir in dem Fall das Glück das die Krankheiten schwächer werden desto mehr Resistenzen sie aufbauen. Das würde Bedeuten das gesunde Menschen nicht so schnell von denen krank werden würden.

Würde dann vor allem bakterielle Infektionen betreffen. Bei Viren wirken Antibiotika ohnehin rein gar nicht.

Aber wie auch immer. Es muss massiv mehr in die Medikamenten Forschung investiert werden und das durch den Staat denn der “Freie Markt” versagt darin ja da die Pharma Firmen immer weniger in die Grundlagenforschung investieren.

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PingPong. Man kann nicht alle Fehler mit Medikamenten ausgleichen.
Gesunde Lebensführung ist und war essentiell.
Wir haben nur ein Leben und unsere Zeit auf diesem Planeten ist begrenzt und wir sollten sie sinnvoll nutzen.
Darüberhinaus gilt es die Erkenntnis zu gewinnen, daß wir gemeinsam auf diesem Planeten leben und die Natur keine Grenzen kennt.

Werden diese Grundlagen allseits verstanden, ist man einen großen Schritt weiter.

oft folgt eine bakterielle Infektion einer Vireninfektion, habe ich mal selbst erlebt mit einer bakteriellen Lungenentzündung nach einer Grippe. Und dann sind Antibiotika die Rettung, wenn sie wirken. Damals hat bei mir erst das dritte Antibiotikum gewirkt, es hat 8 Wochen gedauert, bis ich wieder arbeiten konnte. Die Antibiotikaresistenz ist ein Riesenproblem.

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Wir sollten es zumindest versuchen und das wird uns auch gelingen, wenn wir die Verantwortungslosen sichtbar (nicht unbedingt hart) bestrafen. Ich hätte da sogar eine konkrete Idee, die außerdem ökonomisch sinnvoll ist: Quarantänebrecher/Leute, die Ausgangsbeschränkungen nicht einhalten zum Spargel-Stechen schicken. Dort kann man auch die 2 Meter Abstand gut organisieren. Die rumänischen Sklaven stehen ja gerade nicht zur Verfügung.

Zumindest hinsichtlich Corona ist diese Frage über die Regelungen der Politik vernünftig geklärt. Ich seh’ das zumindest so. Wir müssten sie freilich viel allgemeiner beantworten.

Das wird wirklich spannend und hängt vermutlich auch von der Dauer der Einschränkungen ab. Zu kurz - kein wesentlicher Erkenntnisgewinn und ein einfaches Zurück zum Business as usual. Zu lang - drohendes Chaos. Je länger wir uns die Solidarität untereinander bewahren, desto länger halten wir durch. Zur Solidarität gehört für mich auch das verstärkte Brandmarken asozialen Verhaltens.
Egal wie lange dieser “Shutdown” dauert. Wir sollten die Zeit zum Nachdenken nutzen. Ich behaupte sogar, wir müssen manche Dinge völlig neu bewerten, um für die Zukunft ein paar Schlüsse zu ziehen, die uns vor der Krise vielleicht als unbequem oder sogar als nicht hinnehmbar erschienen wären.

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Auch in einer Diktatur gibt es Leute, die unvernünftig sind. Der Unterschied ist, dass sie oft mit willkürlicher Gewalt gehindert werden statt mit Staatsgewalt, die rechststaatlich und demokratisch legitimiert ist. Auch bei uns können drastische Maßnahmen ergriffen werden, wenn sie “verhältnismäßig” sind. Was das ist, darüber können wir in einem Rechtsstaat streiten, und das ist gut so. Wir verschieben das mal jetzt, denn jetzt sind einige Sorgen sehr akut.

Ich bin mal gespannt, was man in den nächsten Jahren aus China hören wird, wie das wirklich abgelaufen ist. Wir werden noch Jahre mit der Aufarbeitung zu tun haben und da werde ich auf der Seite derer sein, die unseren Rechtsstaat und unsere Freiheitsrechte bewahren wollen.

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Die ersten Zahlen kommen mEn Anfang des nächsten Jahres, wenn die Ergebnisse der dieses Jahr stattfindenden Volkszählung abgeschlossen ist und die Entwicklung in Staat New York wird ein wichtiger Wegweiser sein.

https://www.derstandard.de/story/2000116169370/snowden-warnt-ueberwachungsstaat-den-wir-jetzt-schaffen-wird-corona-ueberstehen#Echobox=1585243168w

Piraten müssen aufpassen

Bei einer modernen Wirtschaftspolitik geht es um

  • ESG-Ratings
  • Second Party Opinion

also der Sustainability von Gesellschaft und Unternehmen.
Leider haben die Grünen den Begriff “Nachhaltigkeit” für sich und den Umweltbereich in Beschlag genommen.

Ob bei Boeing die Flugzeuge vom Himmel fallen, Menschen am Virus sterben, keine oder eine schlechte medizinische Versorgung haben, Lieferketten zusammenbrechen, sich die Erde erwärmt oder Plastik im Meer schwimmt ist aber die Folge einer verfehlten Nachhaltigkeitspolitik.

Daraus ergibt sich ein weites politisches Betätigungsfeld.

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