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Frauenthemen


#1

Frauenthemen kommen bisher bei den Piraten nicht vor. Kann das sein? (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/abtreibungen-werbeverbot-fuer-schwangerschaftsabbrueche-soll-gelockert-werden-a-1250432.h)
Mit meinem Plakat zur Kundgebung gegen §219a kam ich auf die Titelseite von Spiegel-online.
Das Thema Selbstbestimmung von Frauen ist anscheinend gesellschaftspolitisch relevant und sollte von
den Piraten “bespielt” werden.
Wieso stimmen eigentlich am 6.2. Männer über den Gesetzentwurf ab? Ist je ein Mann ungewollt schwanger geworden? Nein? Dann sollte diese Entscheidung exklusiv von Frauen getroffen werden, oder?
Wie wäre es, wenn PiratInnen diesen Gedanken in die Öffentlichkeit tragen?


#2

Satzung §1(5) Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.

Das ist für uns sehr wichtig und unterscheidet uns von anderen Parteien.


#3

Natürlich sind Piraten gegen §219a, weil das Zensur ist. Und ob Frauen oder Männer abstimmen, spielt doch keine Rolle. Das Geschlecht ist egal.


#4

Schwangerschaftsabbrüche sind mMn auch nicht bloß ein Frauenthema, sondern ein grundsätzlich Geselllschaftliches. Babies sind seit Einführung des Präservatives und der Anti-Babypille in der Planung (die Betonung liegt auf Planung - Planung) zu einem Produkt geworden (wenn sie dann mal geboren sind nicht mehr).

Wieso das Planungs- und Projektthema “Baby”, neben dem Schwangerschaftsabbruch & Verhütung, nicht noch weiterspinnen? Wieso nur so kleine Trippelschritte vorwärts und nicht zum Sprung ansetzen und “Präimplantationsdiagnostik” oder “Human Germline Engineering” in großem Umfang einführen? Ich würde sagen: Immer noch eine Schippe drauf, wenn sich die Piraten als Fortschrittspartei geben wollen :wink: :muscle:


#5

Das ist in der Theorie so, die Praxis sieht leider anders aus.


#6

Wie komme ich auf die Idee, nur Frauen sollten das Recht haben, über Fragen von Schwangerschaft und Geburt bestimmen? Nun, es ist eine Frage des Selbstbestimmungsrechts. Da nur Frauen exklusiv über eine Gebärmutter verfügen, entscheiden sie mit ihrem Körper de facto darüber, ob Leben entsteht oder nicht. Deshalb sollte ihnen sowohl individuell, als auch als gesellschaftlicher Gruppe das Entscheidungsrecht über die Gebärmutter zugestanden werden. Alles andere empfinde ich als Sklaverei. Frauenrechte sind Menschenrechte und gehören deshalb für mich in den Forderungskatalog der Piratenpartei.


#7

Meine Eltern haben uns das aber jetzt etwas abweichend erläutert.
Auch das mit dieser Verantwortung für Leben.
Es scheint auch auf Deiner Seite das Verständnis zu fehlen, wie schwer es ist, über fremdes Leben zu entscheiden. Im Regelfall ist man da sehr froh, die Entscheidung nicht alleine treffen zu müssen.


#8

Das ist sicher sehr schön, wenn dies gemeinsam einvernehmlich entschieden werden kann. “Spannend” ist aber der Fall in dem die Entscheidung nicht einvernehmlich getroffen wird oder gar noch per staatlichem Gesetz oder religiösem oder moralischen Gebot versucht wird die Selbstbestimmung der Frau einzuschränken Und dann sollte eine Frau eben nicht gezwungen oder genötigt werden gegen ihren eigenen Wunsch zu handeln.


#9

Wie Du richtig erkannt hast, bin ich für die einvernehmliche Lösung.
Dies unterscheidet sich deutlich vom Beitrag oben, der aus meiner Sicht die Bedeutung der Situation aller Beteiligten völlig verkennt.
Ganz gleich welche Entscheidung da gefällt wird, es wirkt immer nach.
Insofern stellt das Treffen einer nichteinvernehmlichen Entscheidung eine erhebliche Belastung dar.
Nötigung und Zwang sind in solchen Situationen völlig unangebracht.


#10

Ich habe erst mal gezögert - aber nach längeren Überlegungen habe ich mich entschlossen doch zu diesem Thema zu schreiben. Ich bin sehr froh, dass das Thema in dieser Form angesprochen wird und zum Nachdenken anregt.

Es ist allerhöchste Zeit sich darüber klar zu werden, dass der Fortbestand der Menschheit allein bei bzw. in den Frauen liegt, in der von der Natur vorgegebenen Tatsache, dass jeder Mensch auf dieser Erde in einer Frau heranwächst, von einer Mutter geboren und nach der Geburt versorgt wird. Eigentlich kann uns das jeden Tag bewusst sein - nur manchmal sind es die größten Selbstverständlichkeiten, die unserem Bewusstsein entgleiten. Da ist es ganz gut, wenn jeder Mensch beim Duschen, Baden, ankleiden mal eine Minute auf seinen Bauchnabel schaut und überlegt was das bedeutet, dass wir alle - egal ob Mann oder Frau - einen Bauchnabel haben und dass Männer keine Brüste haben, die Milch geben können.

Anmerkung: Im Grunde haben alle Säugetiere einen Bauchnabel - jedoch nur Menschen haben die Freiheit eine Entscheidung zur Abtreibung zu treffen.

Mache ich mir bewusst, dass nur die Frauen die Möglichkeit und somit auch Macht haben das Leben weiter zu geben und den Fortbestand der Menschheit sichern, so frage ich mich, was bietet die Menschheit bzw die Gesellschaft eigentlich den Müttern für diese Leistung an? Es ist ein Alleinstellungsmerkmal - ein Monopol! Nun führe man sich vor augen wie in der freien Marktwirtschaft vorgegangen wird, wenn es einem Marktteilnehmer gelungen ist eine Monopolstellung zu erreichen.

Ich finde, diese Leistung wird heutzutage nur wenig gewürdigt und es ist höchst verwunderlich, dass ich - ein Mann - diese Zeilen schreibt und nicht eine Mutter bzw eine Frau. Ist den Frauen ihre Bedeutung für die Menschheit wirklich bewusst? Ist den Männern die Wichtigkeit der Frauen heute noch bewusst? Vielleicht kennt der eine oder andere den alten Rettungsgrundsatz: Frauen und Kinder zuerst! Das kommt ja nicht von ungefähr und ist meiner Meinung nach auch gerechtfertigt.

Ich stelle jetzt eine sehr einfache Frage: Was tut diese Gesellschaft für die Mütter, die unsere Gesellschaft erhalten haben?

Zählt alles auf was Euch einfällt und dann wägt mal ab, ob das alles - was die Gesellschaft für Mütter tut -
ob das alles wirklich ausreicht diese einzigartige Leistung angemessen zu würdigen.

Nochmal die Frage: Was tut diese Gesellschaft für die Mütter, die unsere Gesellschaft erhalten?


#11

Sorry, dass war mir jetzt etwas zu pathetisch und dick aufgetragen :zipper_mouth_face: Vorallem, dass mit dem Bauchnabel war dem Guten zu viel…

Am Ende hätte nur noch gefehlt, dass du sagst: “Fragt nicht, was Frauen für Männer tun können - fragt, was Männer für Frauen tun können.” Zitat J.F. ukw


#12

erkläre mir das bitte


#13

Naja, mein modernes Verständnis geht davon aus, dass kein Geschlecht in irgendeinerweise zu bevorzugen oder zu benachteiligen ist. Der Fortschritt in der modernen Geschichte der Menscheit zeichnet sich ja gerade nicht durch biologische Grenzen aus, sondern durch das sich darüber hinwegsetzen.


#14

Dafür das Männer niemals Kinder bekommen können werden Mütter für ihre Leistung ziemlich benachteiligt.

Anders gesagt: Es wäre vergleichbar mit einer Situation, wo die eine Hälfte der Menschen Geld verdient und die andere Hälfte selbstverständlich an ihrem Einkommen teilhaben lässt.


#15

Es ist schon eine wenig schmeichelhafte gesellschaftliche Tatsache, das Frauen gerade aufgrund ihrer Eigenschaft als potentielle Mutter beruflich diskriminiert werden. Frauen werden also mehr oder weniger “doppelt bestraft”.


#16

Ich finde auch, es ist an der Zeit das zu ändern.
Die Initiative sollte aber von Müttern (Frauen) ausgehen.


#17

Also ich finde §219a gehört abgeschafft und Abtreibung gehört nicht einfach nur straffreies Verbrechen sondern entkriminalisiert. Mein Bauch, meine Entscheidung. Und wisst ihr was, mir ist komplett egal, wer dafür stimmt, oder darüber abstimmt, das es abgeschafft wird, hauptsache es wird abgeschafft.


#18

Solange Gendergerechtigkeit nicht hergestellt ist, es keine Parität gibt und in den Parlamenten 2/3 Männer sitzen, liegt die Entscheidung über ureigenste Frauenthemen in den Händen von Männern.

Dass in Brandenburg neben der AfD ausgerechnet die Piraten gegen die überfällige Herstellung von Parität

Klage angekündigt haben, will mir nicht in den Kopf.


#19

Nimm das Argument, das dadurch kleinen Parteien der Zugang zur Wahlteilname massiv erschwert wird ernst.
Ebenfalls ernstzunehmen ist das Argument, das Frauen nur eine diskriminierte Gruppe unter vielen sind und für andere diskrminierte Gruppen keine vergleichbaren Regelungen gesucht werden. Und nach kurzem Nachdenken auch klar wird das die quotiererei dann kein Ende mehr nehmen würde.

Schlecht ist natürlich eine Argumentation, die darauf abhebt das Frauen gar nicht diskriminiert seinen. Aber dieseTonalität wurde vom LV Brandenburg weitgehend vermieden. Das freut mich sehr.

Insgesamt ist die Argumentationsweise der konservativen Parteien und der Transgender Ansatz der Piraten nicht identisch.


#20

Ach weil wir es zum Beispiel in der FDP ohne Quote häufiger in hohe Positionen schaffen als Männer werden wir diskriminiert? Diskriminiert werden wir nur in Parteien wo die Leute der überzeugung sind das wir Frauen nichts hinkriegen wenn die Männer uns nicht lassen. Also sowas wie die AfD. Wer trotz der Zahlen die da anders sind sagt wir würden diskriminiert fördert die Diskriminierung.

Zum Glück ist dieser Schlag Mensch hauptsächlich bei den Grünen und der AfD und nicht bei den Piraten.

Ich als Frau fühle mich nicht von den normalen Piraten diskriminiert sondern nur von dir, weil du Frauen herabwertest nur weil sie Frauen sind. Diskriminierung hört dann auf wenn alle einsehen das Frauen und Männer gleich gut sind und wer Unterschiede macht und unterschiedlich behandelt ist für die Unterschiede verantwortlich.