Fragestand statt Infostand?

Die übliche Parteipolitische Repräsentation in der Fußgängerzone ist der Infostand. Die Bürger:innen werden dort mit dem Infomaterial der Parteien zugeworfen. Irgendwie habe ich jedoch das Gefühl das die Leute oftmals wenig Lust darauf haben von einer vorgefertigten Meinung/Programm überzeugt zu werden. Vielfach wollen die Leute ja das ihre eigene Meinung gehört und ernst genommen wird.

Vielleicht sollte man das Konzept mal umkehren und statt dessen auf Fragestände setzen um Ideen und Meinungen der Bürger einzuholen und diese dann zu erörtern. Ich vermute mal damit könnte man sich auch etwas von den etablierten Parteien abheben und das Profil als Mitmachpartei stärken. Zumal man so auch mehr über die einzelnen Bürger erfährt, wer z.B. gar nicht zu den Piraten passt, wenn man evtl als Unterstützer gewinnen könnte usw.

Altes Piratenplakat, von 2011:

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Der Thread ist zwar schon älter und ziemlich leer, aber:
Wir machen das gerade in Bremen!

Jeden Samstag von Mai bis Juli 2022 stehen wir mit einem Pavillon in der Fußgängerzone in Bremerhaven.
Mit dabei: Ein großes Whiteboard, wo Bürger ihre Fragen / Ideen /Forderungen draufschreiben können.

Und natürlich machen wir Werbung für die Aktion auf der eigenen Webseite und Social Media, darunter auch nebenan.de.

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Klingt super, werden denn Fragen und Antworten auch irgendwo dokumentiert?

Wie kommt das bei den Leuten an? Wie ist die Resonanz? … frage für einen Freund :joy:

Laut unserem Beisitzer kommt es gut an. :slight_smile:

Natürlich, dafür haben die Kollegen ja das Whiteboard mit Flipchartblöcken dabei. Da wird gleich alles draufgeschrieben und später ausgewertet.

Normalerweise kommen hier die Menschen an den Stand - wenn sie denn kommen - und fragen, wofür stehen. Und dann frage ich zurück - wie unhöflich - was denn wohl die ihnen wichtigsten Gebiete sind. Und dazu gibt es dann die programmatische Antwort.

Für alles kann man sowieso keine Totholz-Informationen dabei haben, allein schon, weil es zur Ukraine, was aktuell viel nachgefragt wird, nichts papierendes gibt. Da muss man halt die Beschlusslage kennen. Auch wenn die aktuell nur ein Positionspapier ist.

Wer übrigens nichts konkretes wissen möchte, bekommt unsere Transparenz-, Informationsfreiheits- (NDS hat noch kein Gesetz zu beidem) und Digitalisierungsforderungen zu hören. Gefolgt von BGE, Klima und Umwelt. Die Mehrheit geht dann mit etwas mehr Wissen und ein paar Stickern nach Hause.

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Gute Strategie. Bietet die Piratenpartei auch Schulungen für Wahlkämpfer an ?

Ok, interessenshalber. Wie ist denn die Beschlusslage zur Ukraine. Hab da auf Piratenpartei.de nämlich nix gelesen !

Oh, denen würde ich was Populistisches Dröhnen. Von wegen Transparenz statt Lobbyisten Korruption und sowas !

https://wiki.piratenpartei.de/HowTo_Infostand

ja, bei www. psiram.com

Ja da hast Du recht, :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart: :heart:

im Forum dort wurde ja damals schon breit über die Piraten ihre Entscheidungswege und ihre Unterwanderung durch Trolle diskutiert. Das Resumee, trotz anfänglicher grosser Sympatien, schon fast prophetisch.

Nicht irgendwelche Trolle sind die Ursache für die Versenkung des Piratenschiffs, sondern ihre vermeintlichen Gegner.
Wo früher ein Schwarm vielfältige Standpunkte zu einem Thema zusammengetragen und diskutiert hat (=Selbstorganisation, also Anarchie), steht heute der sogenannte Themenbeauftragte, der seine “Privatmeinung” einbringt (=Struktur, also Ordnung durch Herrschaft).
Das erste ist ein dauerhaft kreativer, das zweite ein in Monotonie, Ermüdung und Stillstand führender Prozess.

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Was man heute ja wieder auf jeder “Querdenker”-demo bewundern kann, der Fehler war zu meinen man könne den gesammten gesellschaftlichen und politischen Diskurs in der eigenen Partei. abbilden und aufflösen. das hat sich als Unsinn erwiesen .

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die Mehrheit der heutigen Piraten steht für 0,3%

Trolle selbst sind nicht die Ursache für die gesunkene Relevanz der Partei, da es solche überall gibt - bei den Etablierten haben sie allerdings wenig Chancen, erhört oder gar bedeutend zu werden (Ausnahme z.B. der Wagenknecht-Flügel der Linken) - aber die aktuellen Strukturen weisen zu wenig Trollresistenz auf.

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Die Teilnehmer im Forum weisen zu wenig Trollresistenz auf.
Noch mehr “Moderation”, Überwachung und Sanktionen würden bewirken, dass die Piratenpartei ihr Ergebnis noch weiter steigert - bei 99,7% Ablehnung fehlen noch 0,3% …

btw: 99,7% waren typische Abstimmungsergebnisse zu DDR Zeiten.

(wer nach 2018 noch in der Piratenpartei geblieben ist, muss eine gewisse Persönlichkeitsstruktur haben)

Das ist ja interessant. können die Piraten die seit 2018 noch dabei sind vielleicht etwas zu ihrer "speziellen Persönlichkeitsstruktur sagen?

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Da muss man jetzt unterscheiden, zwischen denen mit Amt und denen ohne Amt.

Was hat denn ein Wahlergebnis mit Ablehnung einer bestimmten Partei zu tun? Vermutlich stimmen die wenigsten Wähler mit dem überein, was “ihre” Partei der Wahl so alles treibt; sie entscheiden sich für das ihrer Meinung nach kleinste Übel.

Und das Forum hat mit Parteirepräsentanz sehr wenig zu tun; die wenigsten Aktiven sind dort vertreten. Es wäre gewagt, aus dem dortigen Verhalten auf die Partei schließen zu wollen.

Interessante Ansicht. Gab es kurz vor bzw. um 2018 eine so bemerkenswerte Entwicklung, nach der sich derartiges herauskristallisiert hat? Vermutlich hat sich bei den zahlenden, aber passiven Mitgliedern wenig geändert, und diese stellen immer noch bei weitem die Mehrheit.