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Feedback: Mein erster Eindruck nach Parteiwechsel


#1

Hallo,
ich bin ein bisschen geschockt, nachdem ich mir etwas dieses Forum durchgelesen habe. Ich denke es ist vielleicht hilfreich für euch, wenn ihr ungeschönt das gesagt bekommt, was meine ersten Gedanken waren. Macht aus meiner Kritik was ihr wollt, nehmt sie nur nicht persönlich.

Meine ersten Gedanken nach ein bisschen Lesen:
Besitzt die Piratenpartei überhaupt so etwas wie Wirtschaftspolitik? Ich lese hier überall nur Gender und BGE, die wirklichen drängenden gesellschaftlichen Fragen scheinen hier niemanden zu interessieren. Besitzt ihr so etwas wie Volkswirte in dieser Partei, egal ob wirtschaftlich links oder rechts, die auch nur ansatzweise Ahnung von wirtschaftlichen Mechanismen haben? Könnt ihr rechnen, könnt ihr wissenschaftlich arbeiten?

Ich sehe weder Inhalte aus Studien und auf viele Statistiken lässt sich auch lange warten.
Auch werden keine Argumentationen in strukturierten PDFs verfasst, zu welchen dann pro und contra Stellung bezogen wird, dieses Forum ließt sich wie ein hingerotzter Chatverlauf.

Ich bin wegen eurem SaveYourInternet Aktivismus zu den Problemen mit der Urheberrechtsreform in der EU aus der FDP ausgetreten und zu euch gewechselt, in der Hoffnung zu mehreren Themen bestünde so viel Kompetenz, wie bei diesem einen, allerdings was ich hier in diesem Forum vorfinde hat mit Partei wenig zu tun, eher mit Philosophie Stunde.

Das was Politik ist, passiert jetzt, in der Realität, nicht in dem nächsten Roman von J.K.Rowling. Ihr diskutiert darüber was in 60 Jahren passieren muss, damit in 120 Jahren die absolute Utopie erreicht werden kann. Das ist Grundlage für irgendwelche sozialphilosophischen Bücher, nicht für tagespolitisches Handeln. Wollt ihr gewählt werden, dann muss man euch zutrauen, dass ihr in den Parlamenten sitzt und es mindestens genauso vernünftig hin bekommt, wie die Abgeordneten die jetzt drinnen sitzen. Aktuell denkt man eher, ihr würdet im Parlament Grundsatzdiskussionen über Gender und BGE führen, während China alle deutschen Unternehmen aufkauft, die Bildung mangels politischer Vorstöße zugrunde geht, der Markt kollabiert, weil niemand mit volkswirtschaftlichen Kompetenzen die Regulierung bei Marktversagen übernimmt und wenn die Straßen brennen, dann macht ihr auch nichts, denn dann entbrennt die Schlammschlacht zwischen den Interessengruppen dieser Partei, die anderen sind schuld, aber Diskussionen braucht es nicht.
Mann kann das in diesem Thread sehr gut sehen:


Hier in dieser Partei scheint es zwei Personen zu geben “pr02” und “Ysann”, welche zwei andere Personen “Lily” und “Thomas” gerne liquiditiert sehen möchten und geradezu Hassgefühle zu diesen aufgebaut haben, ich kenne die Hintergrundgeschichte nicht, auf mich wirkt es jedenfalls so, als sei der inhaltlich Pfad lange verlassen.
Das in einer !Partei, in welcher erwachsene Menschen sich für das Lenken eines Staates bewerben, niemand diese Streithähne bestimmt und direkt dazu auffordert, ihr infantiles Verhalten zu unterlassen, ist erschütternd. (Ich weis, dass ich mich mit dieser Einschätzung auf sehr dünnes Eis bewege, da einer der Beteiligten wohl im Bundesvorstand zu sein scheint)

Desweiteren scheint es in dieser Partei keine gewählte Institution zu geben, welche die Tagespolitik in ihren Auswirkungen auf unterschiedliche Ressorts bewertet, einordnet und die resultierenden Folgen abschätzt. Auch scheint es keinen gewählten Expertenrat zu geben, welcher im Vorfeld zu allen eingereichten Anträgen Stellung bezieht und Schwierigkeiten aufzeigt.

Zusammenfassend: Ich habe meine 72 Euro gezahlt, ich werde mir das ganze also ein Jahr anschauen, falls sich meine Befürchtungen allerdings alle bewahrheiten, werde ich diese Partei wieder verlassen und meinen Bekannten definitiv keine Empfehlung geben, sie zu wählen.


#2

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#3

vielen Dank für dein Feedback, das sind alles wichtige Beobachtungen die Du ansprichst, diese sprengen aber völlig den Rahmen des Piratenforums. Dieses ist auch keine Plattform für strukturierte Arbeit innerhalb der Piratenpartei. Diese findet glücklicherweise in anderen Foren und Medien statt. Aber auch diese wird nicht ganz deinen Erwartungen entsprechen, so wie ich Sie lese. Gerne bin ich bereit mich in einem persönlichen Gespräch mit Dir über die Piratenpartei auszutauschen.

LG
Bodo

PS: Rechnen kann ich, das kurz zu erwähnen ist mir schon wichtig.


#4

Hallo!
Erst mal Willkommen!

Das Forum ist leider der Ort, der vor allem von denen genutzt wird, die an anderen Stellen kein Gehör mehr finden. Ursache dafür sind meist Defizite in der Diskussionskultur, mangelnde Höflichkeit und nicht mehrheitsfähige Meinungen.
In einer normalen Partei könnte man versuchen die Debatte durch die Bildung formaler Flügel zu kanalisieren, das ist bisher nicht gelungen, vermutlich weil es eben nur wenige Einzelne sind, die sich laut bemerkbar machen.
Tatsächlich wurde versucht dieses “infantile Verhalten” in Gesprächen zu beenden, es wurden sogar teilweise Ordnungsmaßnahmen verhängt. DIe rechtlichen Hürden für das letzte Mittel den Parteiausschluss sind jedoch so hoch, dass z.B. die SPD Herrn Sarrazin auch noch nicht los werden konnte.

Danke für deinen Beitrag!


Pirat Andi zu Paritätsthread
#5

Wir befinden uns hier in einer Halböffentlichkeit von daher finde ich es gut, dass ich hier nicht nur, aber auch, mit Statistiken zu bombadiert werde und eben auch als Nicht-Mitglied oder Noch-Nicht-Mitglied mitdiskutieren kann, ohne sonderlich große Hürden überwinden zu müssen oder Voraussetzungen erfüllen zu müssen, denn diese könnte ich wahrscheinlich nicht so ohne weiteres überwinden.


#6

Du bist nicht der Erste mit deiner Kritik. Aber innerhalb der Partei kann teilweise keine Diskussion mehr stattfinden, weil die Fronten verhärtet sind und man sich lieber gegenseitig blockt und ignoriert anstatt miteinander zu reden. Immerhin einen uns noch die Kernthemen und nur die zählen zur Europawahl jetzt. Und da sprichst du uns ja auch Kompetenz zu.

Wenn du dich in Wirtschaftspolitik auskennst, darfst du dir gerne den Hut aufsetzen und unser Wirtschaftsprogramm überarbeiten. Der einzige Pirat mit Ahnung davon ist gerade 1V und hat zur Zeit ganz andere Sorgen.


#7

Lieber Dr. French,

erst mal herzlich willkommen bei den Piraten. Schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast, schade, dass wir deine Erwartungen bislang nicht erfüllen konnten. Dennoch - allein die Tatsache, dass ein FDPler zu uns wechselt, ist ein Indiz für einen ganz zarten Aufschwung.

Du hältst uns hier den Spiegel vor und ich muss sagen, es ist sehr aufschlussreich, was ein “Außenstehender” (also mal grob auf der Zeitachse betrachtet - natürlich will ich deine formale Mitgliedschaft keinesfalls infrage stellen) für einen Eindruck von der Partei gewonnen hat. Leider muss ich dir in vielen Punkten zustimmen.

Im Moment eher nicht. Die entsprechende AG ist inaktiv, vielleicht sogar klinisch tot. Vielleicht hast du ja Lust, sie wiederzubeleben - einen Verbündeten hättest du schon in mir.
Das war aber nicht immer so. Es gab sogar einmal eine sehr rührige AG Geldpolitik, die in der Theorie mit einigen sehr interessanten Ansätzen aufwarten konnte. Die werden jetzt anderswo weiter verfolgt. Ich war Mitglied dieser AG und maße mir hier einfach mal an, deren Scheitern examplarisch für die Mechanismen, die bei den Piraten wirken, zu beschreiben.

a) Innere Grabenkämpfe innerhalb der AG: Man streitet/stritt sich auch IN den Arbeitsgruppen lieber um Details (und das bis auf’s Messer), als sich um Konsens zu bemühen. Dass es auch anders geht, zeigen die noch aktiven AGs - z.B. Energiepolitik.

b) Äußere Angriffe gegen die AG: “Geldesoteriker” war einer der am häufigsten gebrauchten, doch leicht despektierlichen Begriffe. Hier sehen wir das grundlegende Problem: Was einzelne aufgrund ihrer Überzeugungen nicht als NÜTZLICH erachten, deklarieren sie sehr gerne gleich als SCHÄDLICH und fangen an, diesen “Schaden von der Partei” abwenden zu wollen, indem sie zur “Konzentration auf Kernthemen” aufrufen. Hatten wir in der Vergangenheit ständig und haben wir auch aktuell und leider betrifft diese Herangehensweise auch und vor allem die Führungskräfte. Position zu etwas zu beziehen, selbst wenn man von der Sache keine Ahnung hat, ist bei den Piraten offensichtlich sehr viel einfacher, als den bekannten Spruch von Dieter Nuhr zu beherzigen: “Einfach mal die…”… und machen lassen. SCHADET ja vielleicht doch nix. Ich führe die gleiche Diskussion gerade auch an anderer Stelle und auch nicht zum ersten Mal, weil mir das Bekämpfen von Themen anderer Leute ganz gehörig auf den Zeiger geht. Es ist kontraproduktiv, tötet Initiative und Engagement, befördert dafür aber persönliche Animositäten…

…womit wir gleich beim nächsten Thema wären, der Öffentlichkeitsarbeit. Immerhin findet diese jetzt wieder statt. Die letzte Verantwortliche für dieses Sachgebiet hatte hingegen ein ganz besonderes Talent darin, Arbeit mehr zu sabotieren denn zu befördern. Die Zahlen sprechen für sich, wenn man den Output von damals und heute vergleicht. Ich habe mich deshalb persönlich selbst bis zur Schmerzgrenze mit ihr angelegt und musste dann irgendwann im Mai 18 die Reißleine ziehen, um nicht selber in diesen persönlichen Hass abzugleiten. Das geht schneller als man denkt.
In den politischen Inhalten bin ich nach wie vor näher bei der Fraktion PR02+Ysann. Gleichwohl höre ich Herrn Ney (=Thomas) durchaus zu, weil ich den Ansatz, es sich in der eigenen Filterblase bequem zu machen, falsch finde. Wenn du weiter in diesem Forum stöberst, wirst du vielleicht auf ein paar heftige Wortgefechte zwischen mir und ihm stoßen…und vielleicht war da auch nicht alles so ganz emotionslos, was ich da schrieb. Dass ich aber politisch unserem aktuellen PolGF näher stehe, heißt noch lange nicht, dass ich alles gutheiße, was unter seiner Ägide unter Positionierung “seiner Getreuen” geschieht. Ich hab’ gerade aktuell ein paar Fragen und ich werde die auch stellen - nicht auf Twitter, sondern persönlich oder im Mumble.
Apropos Mumble - hast du da schon Zugang? Wenn nicht, ich helfe gerne. Und wenn du dir dort eine AG suchst, die noch aktiv ist, kriegst du vielleicht auch einen etwas besseren Eindruck von dieser Partei. Wie schon gesagt - in den aktiven AGs ticken die Uhren noch ein bisschen anders und besser (um es mal mit einem Zitat eines bekannten Bayern auszudrücken).

VG - Tensor.


#8

Ich möchte höflichst darauf hinweisen, das wir mit dem BGE ein sehr schönes und tiefgreifendes wirtschaftspolitisches Konzept haben und auch Menschen die dieses Kompetent vertreten können. Bedauerlicherweise wird diese tiefgreifende Reform des Wirtschaftsleben fälschlicherweise immer unter Sozialpolitik subsumiert.


#9

Stimmt genau, aber selbst die AG BGE wäre tot, wenn nicht ehrliche Arbeiter wie Michael Berndt sich ihrer angenommen hätten. Und um das BGE wirklich zu einem wirtschaftpolitischen Konzept auszuformen, bräuchte es halt eine entsprechende AG, die mit der AG BGE zusammenarbeitet.
Der Knackpunkt beim BGE ist doch immer wieder die Finanzierbarkeit. Der rechnerische Nachweis, dass ein GE von, sagen wir von 1000 Euro, unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen nicht finanzierbar ist, kann relativ leicht erbracht werden. Damit ist die Diskussion für alle, die es NICHT wollen, beendet. Wer sagt uns aber, dass wir an diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen festhalten müssen? Dieses Festhalten wird uns mMn schon mittelfristig große Probleme bescheren. Die Feldversuche in Finnland und anderswo haben außerdem gezeigt, dass ein Grundeinkommen Sekundäreffekte erzeugt, die die Wirtschaftleistung eines Landes erhöhen. Es kommt natürlich auch darauf an, was wir unter “Wirtschaftsleistung” verstehen wollen, sprich welche Arbeiten wir wertschätzen und letztendlich auch mit Geld BEwerten. Es muss am Ende ja nicht immer ein Produkt stehen, das man anfassen kann. Themen für eine AG Wirtschaftspolitik…
…aber nicht dieses Threads. Bitte um Entschuldigung. Wer mag, kann ja einen neuen BGE-Thread aufmachen.


#10

Zuerst mal “Moin” ;o)

Ach so lange Du nur wenig Kritik hast, wird da so schnell nichts persönlich genommen. Zudem bist Du hier “neu” und hast demnach noch den “Welpenstatus”, da Du ja allein mit diesem einen Post noch keiner Person bzw. keiner Meinung gefährlich werden konntest. Von daher, alles ist gut.

Das kann sich aber auch sehr schnell ändern, wenn Du weiterhin so schreibst:

Damit wirst Du nicht lange auf sehr viel Gegenliebe stoßen und jede weitere konstruktive Aussage von Dir wird als unnötig empfunden werden. Dir werden die entsprechenden Personen sicher schon aufgefallen sein oder noch auffallen, die da keinerlei andere Denkweise zulassen wollen werden. ;o)

Ja, es gibt Wirtschaftspolitiker, nur leider sind die in der Zwischenzeit eher rar gesät bzw. sie sind etwas in den Untergrund abgetaucht. Die Zäsur, die wir seit Anfang 2014 durchgemacht haben, hat da leider extreme Spuren hinterlassen. PDFs und so wirst Du hier aber eher nicht finden. Die meisten Dinge sind nach wie vor im Piratenwiki zu finden. Wie aber zuvor schon erwähnt, liegt da derzeit vieles am Boden. Die ganzen internen Reibereien und das ganze “Gönnertum” haben hier leider irreparablen Schaden hinterlassen. Aber Grundsätzlich und salopp formuliert, Du bist zu einem Zeitpunkt gekommen, der es gerade wieder zulässt, dass sich neue Pflänzchen entwickeln können.

Du bringst es gewissermaßen auf den Punkt, in mehrfacher Hinsicht sogar.

  1. Ja, aktuelle Politik zu gestalten ist wichtig(er) als sich diversen “Zukünften” zu widmen
  2. Ja, es braucht auch eine Idee für eine lebenswerte Zukunft, die in irgend einer Weise entwickelt werden muss

Aktuelle Politik - so wird es seit Jahren gemacht - ist immer nur eine kurzfristige Sache. Man orientiert sich anhand von Wahlperioden. Ich umschreibe das flappsig immer so: “Früher hat sich die Bundesrepublik immer lustig über die DDR und ihre 5-Jahrespläne gemacht. Heute hat man das Prinzip selbst übernommen. Man nennt es nur nicht mehr 5 Jahresplan sondern Wahlperiode.” ,o)

Es muss sich etwas verändern, nur leider gibt es keine umfassende “Utopie”, was am Ende so als zu erreichendes Ziel abgesteckt werden kann. Leider haben unsere ehemaligen Abgeordneten aus den Landtagen nicht allzu viel erlernbares erlernt und schon gar nicht für die Nachwelt dokumentiert, so dass man aus diesem Fundus hätte künftig schöpfen können. Hake es unter mangelnder Erfahrung ab und versuche es neu und besser zu machen. Das gilt dann eben auch für Wirtschaftspolitische Themen. Es gibt Leute, die da nach wie vor aktiv sind.

Oh böser Fallstrick. ;o)
Ja solche Dinge gibt es in der Tat. Leider. Wenn Du hier länger am Ball bleibst wirst Du recht schnell sehen, wer eine gewisse Kompromissbereitschaft entwickelt hat und wer nicht. Leider gibt es hier auch Ideologische Grundsätze, die dann zu nichts weiter führen …

Ja das läuft hier in der Tat etwas anders. Der “Expertenrat” sind im Grunde unsere Themenbeauftragten und die ihnen angeschlossenen AGs. Auf Grund der vorher schon erwähnten Zäsur, hast Du jedoch im Moment die Chance einige Dinge zu verändern. Zumindest wenn Du es magst Aufbauarbeit zu leisten, was ja nun nicht wirklich jedermanns Arbeit ist. Du wirst sicher auch “Verbündete” finden, denn ganz allein wirst Du da sicher nicht dastehen.

Was ich durchaus verstehen kann. Wirklich. Jedoch wir unterscheiden uns hier wirklich völlig von den üblichen Parteien. Das was wir so häufig als vorgegebene Doktrin aus den Parteivorständen der anderen Parteien beobachten, wirst Du hier in der Tat vergeblich suchen. Das Prinzip “hier” ist eben, dass die Basis schon liefern muss. Das Problem hierbei, durch diese Vorgehensweise entsteht ein Grundrauschen (andere nennen es zutreffend auch Kackophonie), aus welchem einzelne Personen eher selten zu hören sind. Das Prinzip das hier zugrunde liegt ist eben “Themen statt Köpfe”. Es ist hier wirklich eher eine Philosophie, die versucht wird zu leben. In dem Fall erlauben sich die Piraten diese “kleine” Form der Anarchie, einen “Personenkult” nicht entstehen zu lassen. Das macht es natürlich schwierig eine Öffentlichkeit damit herstellen zu können, weil Themen immer an Köpfe geknüpft werden und nicht an Gruppierungen.

Ja, das ist der weitaus schwierigere Weg. Aus (meiner) unserer Sicht ist das aber der Weg, der (hoffentlich) nachhaltiger ist, als jene kurzfristige Politik, wie wir sie seit vielen Jahren erleben.

Viel Spaß in jedem Fall. Und nicht die Ohren hängen lassen. Bei Bedarf “Fragen fragen”. ;o)


#11

Hallo Pirat,

wechselt man von der FDP zu den Piraten, findet man dort in der Tat eine andere Politik vor.
Unsere Politik ist krass anders.
Die Gründung der Piratenpartei beruht in einer Unzufriedenheit mit anderen Parteien und deren Art Politik zu machen.

Als FDP-Mitglied ist es völlig normal, wenn Politik oben gemacht und unten wiedergekaut wird.
Widerspruch oder gar Streit kann und wird es da nicht geben.
Ob Bundespartei oder Kreisverband, immer der gleiche Tenor.
Man paßt sich an, möchte Mitglied der Gemeinschaft werden, eventuell sogar kandidieren und persönliche Karriere machen.

Ganz anders sieht das natürlich aus, wenn Politik unten gemacht wird und jeder seine Vorstellungen und Meinungen einbringen kann.

Die Frage ist, willst Du Deine Vorstellungen in Politik umsetzen oder siehst Du Dich als Verstärker einer vorgegebenen Politik.
Bei den Piraten hat der Einzelne ein viel größeren Hebel die Politik in der Partei, aber auch außerhalb umzusetzen.

Unser Einflußbereich ist weitaus größer, als es manche Prozentzahl vermuten lässt, da Oben in vielen anderen Parteien Blindflug herrscht.
Möchten diese wenigstens halbwegs wissen, was wirklich abgeht, müssen sie bei den Piraten nachlesen.

Wir haben zur Landtagswahl in Bayern ein Programm öffentlich entwickelt und als die anderen Parteien, insbesondere die Grünen und FDP ihr Programm vorgestellt haben, sind uns fast die Ohren abgefallen.
Man könnte fast die Meinung haben, da hätte jemand mitgelesen.
Es ist doch schön, wenn viele das Programm der Grünen und der FDP lesen und dies unseren Vorstellungen von Veränderungen entspricht.

Zur Frage der Wirtschaftskompetenz der Piraten.
Die Wirtschaftskompetenz der Piraten findest Du nicht unter der Rubrik “Wirtschaft”, sondern unter Digitalisierung, Datenschutz, Mobilität, Energiewirtschaft, Verbraucherschutz und im Wahlkampfprogramm Bayern sogar unter Landwirtschaft und Tourismus.

Digitalisierung ist ein wichtiges Thema für die Wirtschaft, verbunden mit der Thematik Datenschutz.
Die Wirtschaftskompetenz der FDP in dieser Zukunfsttechnologie liegt im Nachsehen, was denn die Piratenpartei so fordert.
Von den Flugtaxis und der Nichtnotwendigkeit des 5G-Netzens an jeder Milchkanne der anderen Parteien mal abgesehen.
Und warum Du von der FDP zu den Piraten gewandert bist, hat sehr wohl etwas mit der Wirtschaftskompetenz der Piraten zu tun.
Wirtschaft kann sich nur bei Netzneutralität entwickeln.

Gleiches gilt auch für die Energie- oder die Mobilitätspolitik.

Was fordert denn die FDP?
Der einzig wirklich konkrete Punkt ist das Bereitstellen von Subventionen für die gewinnschreibende Automobilindustrie und das Verhindern verschärfter Grenzwerten.
Mit dieser Wirtschaftspolitik erhält man weder Arbeitsplätze, noch sichert man damit die Sozialversicherungssysteme und es werden auch keine verkrusteten Strukturen aufgebrochen.

Energiepolitik
Nach Meinung der FDP soll der Markt entscheiden, EEG beenden.
Ohne EEG wäre Solar und Wind nicht weltweit zu den billigsten Energielieferanten geworden und die volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel würden weitaus verheerender ausfallen.

Der Blick der Piraten ist strategisch langfristiger, da unsere Wirtschaftpolitik nicht darin besteht, sich bis zur nächsten Wahl durchzuwursteln und das Land in eine Dauerbaustelle zu verwandeln.
Die Wirtschaftsfachkompetenz der FDP besteht zur Zeit primär darin der Ideologie zu folgen, der freie Markt würde es schon richten.

Die Wirtschaftspolitik der Piraten besteht in der Förderung des weltoffenen, technologischen Wandels für den es aufgrund Ressourcenverwendung, Abfall und Weltbevölkerung höchste Zeit ist.
Sei Teil dieses Wandels.


#13

Von anderen gab es die Antwort schon. Tensor und ich sind in der Lage Wirtschaft/Finanzen/BGE und solche Themen zu wissenschaftlich zu diskutieren und Konzepte zu evaluieren.

Moment - Du als FDPler solltest wissen, dass sich Regierungsarbeit und Oppositionsarbeit unterschieden, bis es mit der GoKo keine Opposition mehr gab. Das hat sich heuer wieder geändert - allerdings sind es nun zwei Oppositionsflügel - einen Linken einen Rechten.

Daneben braucht man (je nach Ressort und Aufgabe) sowohl fähige Leute fürs Tagesgeschäft als auch Visionäre, weiter braucht man die Strategen, Verhandlungsexperten und ein paar Leute “fürs Grobe” .
Der oben zitierte Teil Deines Beitrags machte mich darum stutzig.

Das ist Volkswirtschaft. Wenn Markt. de die Waren aus China importiert bedeutet das: Warenflüsse von China nach Europa - Zahlungsflüsse von Europa nach China. Irgendwann gibt es in Europa große Haufen billig Kram /Elektronik und in China große Haufen Geld. Was sollte China Deiner Meinung nach für das ausländische Geld kaufen? Rohstoffe aus Europa, Produktionsgüter oder Staatsanleihen? :wink:

Das nehme ich Dir nicht ab. Es wird andere Gründe gegeben haben, die Dich in der FDP lange frustriert haben. Beide Themen hättest Du- falls ernsthaftes Interesse besteht - sehr viel besser innerhalb der vertrauten FDP diskutieren und ver/bearbeiten können.
Ich habe zu viel Wechsler gesehen und die Piraten die aus CDU/FDP Grüne kamen und dann später wieder zu SPD FDP Grüne oder Linke gewechselt sind - das sind ja keine unbeschriebenen Blätter. Wir wissen dann schon, was zu deren Parteiwechsel geführt hat und mit welchen Zielen diese Leute in die (damals stark aufstrebende) Piratenpartei gewechselt sind. Wenn in einer alteingesessenen Partei ein Typ mit sehr breiten Schultern Deine Karriere blockiert, dann …


#14

Ich sage in diesem Forum aus sehr, sehr guten Gründen so gut wie gar nichts mehr. Und trotzdem darf ich als Beispiel für “Hassgefühle” herhalten. Na herzlichen Dank. Gott, was muss ich für ein ätzender Mensch sein.
Nachtrag: Ich kauf dir btw. deine hübsche Geschichte nicht ab. Das nur am Rande.


#15

Danke für das ehrliche Feedback.

Ich bin seit etwas mehr als einem halben Jahr dabei und wenn ich nur das Forum hier kennen würde, dann hätte ich die Partei vermutlich schon wieder aufgegeben. :wink:

Die Piratenpartei hat eine Menge kompetente Leute, die sind nur meistens nicht im Forum unterwegs. Die arbeiten entweder in den AGs, Kommunalparlamenten oder arbeiten für sich allein neue Anträge aus. Das große Proble ist, dass wir oft nicht in der Lage sind diese Energien zu bündeln und auch nach außen zu kommunizieren. Man sieht als Neuling halt eher die Streitereien im Forum oder auf Twitter, statt die produktive Arbeit der einen oder anderen AG. Genau das wird momentan mit der neuen Öffentlichkeitsarbeit aber besser.

Ich denke auch dieses Forum hat eine Menge Potenzial um sich über Themen auszutauschen und sachlich zu diskutieren … aber genau da liegt oft das Problem.

Darum haben viele der Leute, die wirklich diskutieren wollen, oft gar keine Lust mehr auf das Forum. Hier würden ein größeres Mod-Team sowie eine vernünftige Netiquette durchaus helfen. Das soll auch kein Angriff auf die aktuellen Mods sein, nur mein Eindruck bisher.

Nochmal zum Abschluss: Freut mich, dass du den Weg zu uns gefunden hast und ich hoffe, dass dein Eindruck sich dieses Jahr noch bessert. Vielleicht schaust du mal auf dem einen oder anderen Parteitag vorbei oder nimmst an ein paar AG-Sitzungen teil, dass ist sicher aussagekräftiger als das Forum.


#16

Von mir ebenfalls ein freundliches Willkommen im Kreis der Piratenpartei,

ich bin leider erst am Anfang meiner universitären Laufbahn, daher bin ich gerade noch dabei wissenschaftliches Denken, Arbeiten und Diskutieren zu erlernen. Wenn es hier im Forum wissenschaftlicher zugehen würde, fände ich das sehr gut. Ich führe an meiner Uni gerne ausführlich Gespräche mit allen möglichen Professoren, welche sich in Gespräche verwickeln lassen und finde es sehr interessant, was man alles über die Welt lernen kann und wie viele Dinge nicht so einfach sind, wie man sich diese mit begrenztem Wissen und idealistischer Weltsicht gerne vorstellt.

Bestes Beispiel ist da sicher die Mietpreisbremse, welche bei uns an der Uni bereits in der dritten Woche der VWL-Nebenfach-Vorlesung auseinandergenommen und besprochen wurde:
entgegen des einfachen Denkens “Der Staat sagt die Mieten bleiben so, dann bleiben sie so” hat das Instrument Mietpreisbremse

  • die Mieten, stärker als die Prognose ohne Mietpreisbremse, ansteigen lassen,
  • zu einem deutlichen Rückgang von Wohnungsneubau geführt,
  • dazu geführt das etliche weitere Wohnungen “umgewandelt” wurden (in Praxen und Büroräume z.B.),
  • weitere Wohnungen “luxussaniert” wurden

und die Wohnungen, welche bestehen bleiben, für die gibt es so viel Nachfrage, welche allerdings nicht über einen marktwirtschaftlichen Mechanismus allokiert wird(dank der Mietpreisbremse), dass viele Vermieter die Pareto-Effizienz so erreichen, in dem sie die Wohnungen so verkommen lassen und sich nicht um sie kümmern, bis diese der staatlich festgelegten, deutlich niedrigeren Wohn-Qualität entsprechen.
Effekt war also, weniger Neubau, Rückgang der Zahl bestehender Wohnungen, drastischer Preisanstieg bei einem Teil der Wohnungen und drastischer Qualitätsabfall bei den verbliebenen Wohnungen. Im Endeffekt in allen Zielen haushoch versagt.

Eine vernünftige Wirtschaftspolitik wäre schön, allerdings fehlt es dafür vielen an wirtschaftlicher Bildung, auch ich würde mir (noch) nicht zutrauen, mich innerparteilich in Wirtschaftspolitik zu engagieren.

Ich bin noch zur Schulzeit der Piratenpartei beigetreten und muss sagen, dass sich im letzten Jahr, aufgrund vielen an der Universität gelernten Dingen, meine Einstellung zu einigen Themen stark geändert hat und ich viele Dinge nicht mehr so einfach und grundsätzlich betrachte, wie es in der Partei manchmal Usus ist.

Viel Spaß bei uns, ich denke dir stehen hier alle Türen offen. :wink:


#17

Ja, das mit der Satire müssen wir noch üben.

Nanny-Staat und Sozialutopien als “wirtschaftspolitisches Konzept” anzuführen belegt sehr eindrucksvoll das von Dr. French angesprochene Kompetenz-Problem.


#18

Na dann mal 'raus mit dem anderen alternativen Konzept. Oder ist das, was wir haben, alternativlos?


#20

Ich bitte dich - wovor hast du Angst? Vor bösen alten Piraten? Wir sind total nett…also meistens. Aber es gibt auch noch jede Menge andere unbesetzte/unterrepräsentierte Themenfelder.


#21

Punkt? Also sozusagen der Kontrapunkt zu @smegworx? Mhm - ich fürchte, so kommen wir nicht weiter.


#22

Das ist keine Satire. Und deine Antwort beinhaltet kein Argument. Ich bin übrigens kein Wirtschaftsweiser. Das berechtigt allerdings noch keinen Piraten mir die Fähigkeit abzusprechen, in wirtschaftlichen Dingen für einen Parteipolitiker ausreichend kompetent am Diskurs teilzunehmen. Ausserhalb der Piratenpartei tut das eh keiner.