Fakenews in Social Media

Fakenews in Social Media sind ja an der Tagesordnung. An keinem Ort wird so viel gelogen, so viel unrichtige Dinge behauptet und verbreitet. Teils erfüllt dies den Tatbestand der üblen Nachrede. Oft sind Politiker davon betroffen, aber auch ganz im Stillen lebende Menschen kann es treffen.
Ein einfach weiter so, lasst alle Menschen munter weiter falsche Informationen verbreiten, Beleidigen, Verleumden ist ja auch eher suboptimal. Schließlich hat niemand Lust Lügen über sich im Netz zu lesen.

Welche Ideen hat die Piratenpartei diesem Phänomen zu begegnen?

Doch, im Wahlkampf.

Die schlimmsten FakeNews kommen von den Regierenden insbesondere vor der Wahl!

Der Bürger braucht ein Ventil und es braucht nur ein Correktiv aber keine Zensur!

Ein Ventil für Aggressionen gegen die vorherrschende Politik - klar. Kritik an den Themen klar.
Wobei auch dort zwischen Kritik und politischer Propaganda durch den politischen Gegner wieder unterschieden werden muss.

Ich erachte das Thema mittlerweile nicht mehr so einfach behandelbar - mit dem Wort keine Zensur. Da braucht es Ideen, die eben genau den Zensurbestrebungen entgegentreten, aber auch die Probleme lösen.

Darüber hinaus geht mir auch stark um Fake News, die über Personen gestreut werden.
Bitte berücksichtigt nicht nur Wahlen und Politik. Diese Fake News können auch Peter Müller ums Eck treffen, den Klimaaktivst von gegenüber oder den Meinungsfreiheitsaktivist vom Hinterhaus.
Und das Recht zur Verbreitung von Lügen sehe ich nicht?
Sind Lügen einmal im Netz, kann man ihnen nur noch schwer begegnen.

Wie soll denn das Correktiv aussehen?

1 Like

Wir haben bereits etwas Correktiv: Alle Guten, die in SM aktiv sind (vor allem die Piraten!). Auch NGOs und viel andere Unabhängige sind correktiv unterwegs. Anonymität ist ganz wichtig sorgt dafür, dass Beleidigungen einen nicht belasten. Daher müssen die Klarnamenfetischisten immer wieder über die Folgen aufgeklärt werden!

Betroffenen, denen es trotzdem schadet, muss schnelle Hilfe angeboten werden. Nur sehr krasse Hetze und schlimme persönliche Angriffe dürfen und müssen schnell verfolgt und bestraft werden. Etwas anderes schaffen die Behörden auch garnicht.

Je mehr Macht jemand hat (Politik usw.), desto mehr Freiheiten muss der Bürger haben!

Ich denke dass föderale Netzwerke gegen Fakenews helfen können. Und vielleicht auch das schwerer machen von Inhalte teilen. Wenn du wenigstens eine eigene Webseite brauchst bevor du die Videos einfach teilbar auf social media setzen kannst würde es viel einschränken.

Eine andere Idee wäre alle die eine gewisse Reichweite haben, als Medien zu bewerten, welche dann genauso haften für Inhalte wie Zeitungen jetzt. Damit würde effektiv nicht mehr Zensur herrschen wie vor dem Internet, aber gleichzeitig wäre das Influencertum professionalisiert und leichter unter Kontrolle zu halten.

2 Likes

Du bist also gegen die anonyme Nutzung des Internets?

Hört sich interessant an, was kann ich darunter verstehen?
Netzwerke die etwas “kontrollieren” und etwas als richtig oder falsch labeln bergen aber auch die Gefahr des Missbrauchs. Da muss dann eine Art Selbstkontrolle erfolgen.

Den Vorschlag kann ich nicht ganz nachvollziehen? Welchen Nutzen soll die Webseite haben? Wegen des Impressums?

Eine Überregulierung der Content Creator ist m.E. auch schwierig, aber ja sie haben eine große Verantwortung und werden dieser oft nicht gerecht. Sei es in ihren Werbebotschaften oder auch in ihrem Duktus. Aber dann weichen diese Menschen ins Ausland aus und erreichen von dort die Menschen. Das erachte keinen erfolgreichen Weg.

Ich bin da immer extrem zwiegespalten.

Einerseits sehe ich, wie schnell man Meinungen unterbinden kann, anderseits sehe ich, wie sehr Menschen zerstört werden durch dauerhafte Diffamierungen im Netz, denen sie nicht mehr Herr werden.

1 Like

Fast alle die Videos die geteilt werden sollen ins Internet stellen wollen nicht anonym sein. Und es ist jetzt nicht so viel schwerer anonym eine Webseite aufzusetzen als Social Media anonym zu verwenden und als Influencer zu agieren.

Du hast meine Frage nicht beantwortet.

Der Vorteil wäre dass wir nicht mehr ein Twitter haben, dass entscheiden muss was Fake News sind, sondern z.B. von den Piraten ein Netzwerk haben oder vom CCC welche dann auch schneller sagen können, dass irgendwelche Accounts von extern soviel Fakenews verteilen dass sie einfach geblockt werden, ohne dass sich jeder einzelne Nutzer erst recherchieren muss ob es so ein Account ist.
Automatische Blocklisten lösen zwar das Problem ähnlich, aber dass ist mehr ein Mod, während es bei solchen Netzwerken direkt in der Architektur eingebaut ist.

Es würde dafür sorgen dass Fake News erzeugen mehr kosten hat, was bedeutet dass es weniger Leute/Kollektive machen und sie so auch leichter emittelt werden können, und wenn auch wenigstens ein Link kopiert werden muss und es keinen Teilen Button mehr gibt, würde es Fakenews wieder so häufig machen wie Ketttenbriefe früher, was einfach seltener ist als tweets, Facebook posts oder Whatsapp Nachrichten.

Wir müssten es vermutlich auf EU Ebene lösen und vielleicht die Amerikaner auch mit ins Boot holen. Es müsste Technisch einfach eine Maximale anzahl an Freunden/Followern geben bevor der Account nicht mehr als privat zählt. Danach ist es dann eine Zeitung und die können wir ja auch schon heute Regeln. Ich denke wir können die Grenze relativ hoch bei ein paar Tausend legen, dann ist dass blocken aus dem Ausland schlimmstenfalls auch nicht schwerer wie wir es mit Zeitungen ja auch schon machen.

1 Like

Gut um dann sage ich nein, ich bin für dass anonyme Nutzen des Internets, Social Media ist aber nicht dass Internet.

1 Like

Welche Teile des Internets sollen davon noch ausgenommen werden?

Online Banking, das scheint einfach nicht zu funktionieren, aber ich denke wir sind ein bisschen Off Topic damit.

Also du meinst im Prinzip alle Meldungen durch föderale Nutzernetzwerke bearbeiten zu lassen?
Das erachte ich aber auch für die Unternehmen fragwürdig. Ob es mir als Medienintermediär gefallen würde, dass neben der bestehenden staatlichen Kontrolle noch eine User-Kontrolle zu erfolgt. Aber man könnte es natürlich probieren, wobei da die Kostenfrage wieder relevant ist.
Wobei diese Sache Charme hat, wenn diese Netzwerke fluid sind.
Aber das Problem, was ich dabei sehe, dass es auch dort um Deutungshoheiten gehen wird. So wie bei den Editor Wars im Wiki früher.
Die Problematik ist da wieder, wer ist dort Mitglied - NGO´s oder Juristen? Will man wirklich, dass da Menschen aus Parteien dabei sind? Und nach welchen Kriterien wird entschieden?

Also ob das wirklich was bringt, bin ich noch nicht überzeugt. Zumal dies doch ein Stück Anonymität aufheben würde. Wobei, es ginge doch nur ums Teilen und Unterstützen anderer?
Selbst könnte man ja Content noch ungehindert schreiben, wenn ich dich richtig verstehen?

Interessanter Gedanke, das könnte aber weitreichende Folgen haben für das Netz. Was meinst du mit nicht Privat?

1 Like

Ja, wenn ich hingehen muss und einen eigenen Tweet schreibe, auch wenn er einfach nur kopiert ist, muss ich ja schon sehr viel mehr Arbeit machen, und überlege mir vielleicht auch ein bisschen mehr ob ich dass wirklich posten will.

Es wäre zum Beispiel nötig ein Impresum irgendwo zu haben, um dann falls falsch Aussagen gemacht wurden eine Adresse zu haben falls etwas juristisch geklärt werden muss. Ein anderer Punkt wäre Werbung, wenn ich dir erzähle dass eine Biermarke ganz toll ist, und ich verschweige dass ich Geld von der Brauerei bekomme ist dass ja was ganz anderes als wenn ich ein Youtube Video oder Twitter thread veröffentliche und die Marke anbreise ohne dass klar ist dass ich finanziel dafür entschädigt werde.

Das Ziel wäre dass es kein wirklich großes Netzwerk mehr gibt, und somit die moderation sehr viel spezifischer sein kann. Es könnte ja auch ein TartortFan Netzwerk geben wo entschieden wurde dass es keine Spoiler für die neuste Folge geben wird und alle Spoiler weg moderiert werden. Es würde also Netzwerke wieder ähnlicher zu den Foren von früher machen.

Es wäre also egal wer sie moderiert, da es sehr viel einfacher wäre sie zu verlassen, und der Netzwerkeffekt nicht mehr so stark wäre, dass es effektiv immer ein Monopol gibt.
Es gibt ja nur ein Facebookmäsiges Netzwerk, ein twittermäsiges Netzwerk, ein Youtube und ein TikTok. Und selbst wenn du eines dieser Monopole zerschlagen würdest würde in kurzer Zeit wieder ein neues entstehen, da ihre Existensgrundlage in den Nutzern liegt.

1 Like

Ah nun verstehe ich es. Hatte dich vorab glaube komplett falsch verstanden.
Also eher dezentrale Netzwerke, die fluide und interoperabel sind und unter Userkontrolle und durch die Dezentralität verkleinert sich automatische letztlich wieder die Reichweiten einzelner und damit auch der Schaden, der falsche Informationen anrichten könnte.

3 Likes

Soziale Netzwerke leben davon, dass dort viele Menschen sind. Daran scheitern ja dezentrale Netzwerke wie Diaspora regelmäßig: ohne Teilnehmer macht’s keinen Spaß.

Ein paar Trolle haben sich dem mal angenommen, absichtlich Zeugs in Deutschen Schwurbel Gruppen verbreitet das so lächerlich falsch ist das es selbst die härtesten Verschwörungstheorethiker eigentlich nicht mehr glauben können…

z.B. die Theorie das Vögel nicht existieren würden und in wirklichkeit nur 5G gesteuerte Überwachungsdrohnen seien.

Hab das ja mitbekommen, in den Schwurbel Gruppen gabs dennoch Leute die selbst diesen Irren Mist dann noch geteilt und eigenes Zeug dazu geschwurbelt haben…

Ziel war es was total irres zu verbreiten damit die Leute merken das in Social Media totaler Irrsinn verbreitet wird und dann nicht mehr alles so naiv glauben. Hat allerdings nur mäßig gut funktioniert… Bei vielen scheint das Hirn selbst dafür nicht zu reichen…

Ich denke da müssen die Medien ran, z.B. in Deutschland der ÖR, mehr Ausschnitte aus Wissenschaftssendungen auf Youtube verbreiten. mehr Dokumentationen freigeben usw. um genug Gegeninformation gegen den Bullshit zu verbreiten. Aber das geht ja nicht, wegen Urheberrecht und Uploadfiltern und so…

Also werden dann die seriösen Inhalte Video/Interviews Dokumentarfilme und so weiter dann von Youtube und Facebook gelöscht im Namen des Urheberrechts während der irre Schwurbel sich dann dort schön weiter verbreiten kann. Wo wir dann wieder beim Piraten Kernthema Urheberrecht wären.

Reicht halt nicht wenn man solchen Content mal 7 Tage in die Mediathek einstellt und dann wieder löscht, nein das muss überall verbreitet werden und dazu braucht es endlich Gesetze die das erlauben anstatt es zu kriminalisieren.

Wie misst man die Reichweite von einem Blog ?

Wie wäre strengere Haftung einer Einzelperson z.B. Influencer mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit vereinbar ?

Ich vermute mal das es da keine so einfachen Lösungen gibt.

Wenn man Social Media Reichweite haben will geht das kaum Anonym, Videos, Selfies, Klarnamen sind da eigentlich Pflicht wenn man sehr viele Abonnenten haben will. Selbst Extremisten wie die Capitol Stürmer oder Attilla Hildmann agieren unter Klarnamen um sich zu inszenieren.

Dort wo das nicht passiert, z.B. Qanon das von einem unbekannten gesteuert wird. Da läuft das dann über 4Chan oder 8kun usw. Also Anonym. Ich denke aber das es für die Gesellschaft nicht so sehr gut wäre Anonymität wegen solchen Spinnern einzuschrenken.

1 Like

Blogs erreichen ja auch nur reichweite über soziale Netzwerke, wenn also die Reichweite davon gemessen werden sollte, könnten einfach die Links auf den Blog gezählt werden. Aber ich denke nicht das Blogs allein soviel Reichweite haben RSS ist ja auch größtenteils abgeschalten worden.

Was die Meinungsfreiheit von Influencern angeht, Influencer wären dann einfach dass gleiche wie Radiohosts oder TVhosts. Die haben ja auch Meinungsfreiheit, müssen sich aber trotzdem an gewisse zusätzlichen Regeln halten. Influencer könnten ja auch einen Privat Account haben wenn sie auf Social Media wie normale Privat Personen unterwegs sein wollen. Sie müssen dann halt nur wirklich ihre echten Freunde als Follower haben.

Ich denke dass würde sogar ein bisschen gegen Shtistorms helfen wenn es klarer wird, dass sie eine Parasocial Beziehung aufbauen, und nicht einfach Zeug posten, wass dann tausende von Leuten sehen, während sie vielleicht ein paar Bier zuviel getrunken haben und einfach ein bisschen shitposting betreiben wollen.

Das ist ja nur mehr der Innnere Kreis, die normalen die Qanonen so gefährlich gemacht haben, waren die die Mythen aus 4Chan und 8kun von den image boards in WhatsAp und Telegram gebracht haben. Wenn der Teil unterbrochen wurde, dann würden sich nicht soviele Leute radikaliesieren lassen.

Du Vertraust einfach deinem Kollegen aus dem Kegelclub mehr, als irgendwem der auf 4Chan postet. Ich hoffe das wenigstens :grimacing:

1 Like