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Fahrscheinfreier ÖPNV in Luxemburg


#1

Haben wir noch Leute, die sich aktiv mit kostenlosem ÖPNV detailliert auskennen und vielleicht hier mitlesen? Laut https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-12/xavier-bettel-luxemburg-kostenloser-nahverkehr-bus-bahn-verkehr-regierungserklaerung gibt es ja jetzt fahrscheinfreien ÖPNV in Luxemburg, der vorher aber schon zu 90% vom Staat bezahlt wurde. Wie wird der finanziert? Und was hat das bisher für Vorteile gebracht? Und ist das auf Deutschland übertragbar?


#2

Auf jeden Fall den @Kreon aus NRW.


#3

Moin, sehr praktisch diese Markierungsfunktion.
Viel Material, das ich immer wieder zitiert habe, habe ich hier verlinkt: http://www.fahrscheinfrei.de/
Leider hatte ich in den letzten Wochen keine Zeit, die vielen vielen positiven Nachrichten mal (außerhalb von Twitter) zu dokumentieren. Es gibt ja nicht nur Luxemburg. Auch in deutschen Städten von Monheim (eine Woche kostenlos), Würzburg (Adventswochenenden) und Bielefeld (Mieterticket) bis Aschaffenburg (zwei Jahre jeden Samstag kostenlos) und Pfaffenhoven (kostenlos in Vorbereitung) gibt es Entwicklungen, die “man” mal gesammelt darstellen müsste.
Wir haben als Piraten mit Rücksicht auf “wer soll das bezahlen??” viele Finanzierungskonzepte entwickelt und dazu im Landtag NRW sogar eine Enquetekommission (Finanzierungsalternativen für den ÖPNV) initiiert (ich habe sie geleitet). Dabei schlugen wir vor, eine Variante des Bürgertickets mit anderen Finanzierungsformen zu kombinieren.
In Luxemburg gibt es IIRC derzeit nur die Festlegung im Koalitionsvertrag. Ich habe mir noch nicht näher angeschaut, welche Studien da ggf. hinsterstehen. Ich nehme jedoch an, dass es schlicht steuerfinanziert ist.
Ach ja: Der hat in Luxemburg noch keine Vorteile gebracht, weil er noch nicht eingeführt wurde. Unsere Enquetekommission war aber z.B. in Tallinn, um sich dort den ÖPNV (kostenlos für Einwohnende der Stadt) vor Ort anzuschauen und mit den Beteiligten zu sprechen.


#4

Hamburg sollte auf Deiner Liste nicht fehlen. Von dort werden die ersten kostenlosen ÖPNV Tage kommen


#5

Wahrscheinlich FIAT Geld der Erben das da spendiert wird…


#6

Danke für die Info. Bitte gerne hier sammeln. Mir sind zwar noch ein paar mehr bekannt, als ich aufgezählt habe, aber sicher nicht alle. (Hamburg hatte ich zumindest nicht mehr präsent.)


#7

Und wie hoch ist da konkret die Steuerbelastung? Und welche konkreten Auswirkungen hat das seit Einführung (etwa in Sachen Verkehrsberuhigung, Straßeninstandhaltung etc.)?


#8

Hier werden Studien und Pilotprojekte erwähnt:

Interessant ist, dass in Estland jetzt gerade diejenigen den ÖPNV nutzen, welche vorher mit Bus und Bahn gefahren sind, und das Ganze somit zu einer Verkehrsmehrbelastung geführt hat.

Gibt es Studien, die das Ganze ein bisschen positiver sehen?


#10

Die Ticketpreise sollen nicht auf null gesenkt werden. Der ÖPNV soll nicht kostenlos sein sondern gebührenfinanziert. Was nix kostet ist nix wert. Für einen attraktiven ÖPNV, der Individualverkehr ersetzt muss das Gefühl “Bus und Bahnfahren ist geil” erzeugt werden. Kostenlos mit verrüffelten alten Bussen ergibt das Ergebniss aus den genannten Studien.


#11

Das ist jetzt einfach so dahingeschrieben.
Zum einen ist der ÖPNV im Schnitt um 50% kostenlos.
Siehe auch Luxemburg, da waren es 85%
In ländlichen Bereichen besteht der ÖPNV schwerpunktmäßig aus Schülerverkehr. Sieht man an den Fahrzeiten.
Riesiger Verwaltungsaufwand, linke Tasche, rechte Tasche.

Gleichzeitig fallen im innerstädtischen Bereich erhebliche Kosten an, um Fahrzeuge abzustellen, die 95% der Zeit einfach nur herumstehen.
Fängt bei den Tiefgaragen an, geht über Stellflächen und Parkhäuser.

Durch diese toten Flächen verschwindet Lebensqualität und die wirtschaftlichen Aktivitäten werden eingeschränkt.
Es ist der Gesamtaspekt, insbesondere des städtischen Lebens zu berücksichtigen, das jetzt autogeprägt ist.
In München plant man nun die Erweiterung der Fußgängerzone.
Das ist aber alles kleinklein und kein neuer Entwurf die Lebensräume und den Wunsch nach Mobilität neu zu gestalten.
Ziel muß sein, möglichst jede Fahrt mit dem Auto in die Innenstädte zu verhindern, auch völlig unabhängig, ob die mit Diesel, Benzin, Strom oder Wasserstoff fahren.

Die Piraten haben sich viel zu sehr in Unkenntnis der tatsächlichen Kosten / Erträge Richtung Gebührenmodell abdrängen lassen, nach dem Motto, wer soll das alles bezahlen?

Dass damit erhebliche Chancen verbunden sind, wird übersehen.
Wie werden denn die Gebühren für innerstädtische Parks und Grünanlagen erhoben?
Wie das Schneeräumen bezahlt?
Welche Gebühr gibt es für Straßenlaternenbeleuchtung?


#12

Das ergab eine sehr profitable Geschäftsidee, die lasse ich mir von Dir nicht kaputt machen. Wenn Du meiner Cashcow das Futter klaust, dann vernichte ich Deine politische Zukunft.

Welche Gebühr gibt es für Schaufensterbeleuchtung?