Fachkräftemangel, Notstand


#1

Nicht nur die Pflege kämpft, sondern auch wir Therapeuten, Psychotherapeuten, Ärzte und auch ganz aktuell die Hebammen. Das sind ja alles keine plötzlich auftretenden Dinger. Also hier wurde schon sehr, sehr lange geschlafen. Inzwischen haben wir nicht nur Pflege-, sondern auch Therapienotstand in Sachen Heilmittelerbringer und Psychotherapie. Auch die Hebammen sind seit Jahren schwer gebeutelt.

Was ich hier diskutieren möchte:
Wie steht die PP zum Thema Förderung der Berufe, u.a. Schulgeldbefreiung, Bafög, Akademisierung, Lohnhöhe?

Das klingt sicher nach sehr pedantischen Themen, dem ist aber nicht so. Gerade diese Themen sind im Gesundheitswesen omnipräsent. Jüngst hat das BMG darauf reagiert, indem man ein neues Gesetz auf den Weg gebracht hat, mit dem der Zugang der Patienten zum Arzt ihrer Wahl noch mehr erschwert wird. Das hat auch auf Seiten der Berufsverbände nicht für Freude gesorgt.

Leider scheint hier bzgl der AG nicht viel Information zu fließen oder ich habe sie noch nicht entdeckt. Es wäre daher schön, mal auf dem laufenden zu sein.
Der Gedanke hinter dieser speziellen Frage bezieht sich darauf, wie man ggf. die angesprochenen Berufe/Branchen als Wähler abholen und einbeziehen kann. Die meisten sind ja sehr unzufrieden mit dem, was die CDU und allen voran Spahn treibt.


#2

Schade, dass sich in 6 Tagen keiner getraut hat, wenigstens mal ne Frage zu stellen, wenn schon kein Wissen vorhanden zu sein scheint.

Ich sag es nochmal. Wir haben Therapienotstand.

In etlichen Praxen (Physio, Ergo, Logo) wartet man bis 6 Wochen auf einen Termin. Viele Praxen sind massiv unterbesetzt, weil die Krankenkassen nicht anständig vergüten. Das ist bei weitem nicht nur ein Thema für die Tribute von Spahnem, das ist auch ein gesellschaftliches Thema. Denn rechtzeitige Therapien verhindern Pflegebedürftigkeit und den Verlust von Lebensqualität.
Nicht nur meine Kollegen von #therapeutenamlimit sind wütend, sondern auch ihre Patienten.

Also, was sagen die Piraten diesen Leuten, die teils 14-Stunden-Schichten schieben, im Osten für 900 brutto therapieren, dringend auf Therapien angewiesen sind?

Bloß gut, dass wir über die Impfpflicht diskutieren können. Es gibt ja keine anderen Probleme.


#3

Die AG Gesundheit und Pflege trifft sich:


#4

Der Fachkräftemangel ist ja ein eher grundsätzliches Problem und nicht nur auf Therapeuten und Pfleger beschränkt. Grundsätzlich würde sich ja so gut wie jede Berufsgruppe in der Medizin über mehr Nachwuchs freuen. Der Nachwuchs bleibt jedoch aus, wie ich finde, auch durchaus verständlicherweise.

Ich bin, ursprünglich, gelernter Medizinisch Technischer Assistent in der Radiologie. Dank der Gesundheitsreform von rot-grün damals wurde im Gesundheitsbereich ja tatsächlich seitens der Verwaltungen an jeder Ecke gespart, wo es nur irgendwie ging. Und ein MTAR war deutlich teurer als 2 Schwestern mit Röntgenzusatzausbildung. Letztere durften zwar ohne Aufsicht offiziell an sich nichts alleine machen, was ein MTAR selbständig und völlig allein erledigen konnte, kosteten aber dafür auch nur die Hälfte. Was die Verwaltungen an der Stelle nun taten, dürfte einleuchten ¯\_(ツ)_/¯

Ich bin nun schon eine ganze Weile aus der Medizin raus, aber diese Entwicklung hat sich in all den Jahren eher verstärkt als verringert.

Auch ist generell nicht viel Wertschätzung für helfende Berufe vorhanden, das sieht man ja extrem, wenn man in den Medien mal wieder liest, dass Sanitäter von Gaffer belästigt, beleidigt und teils sogar angegriffen werden. Dass das dann keiner mehr machen möchte, ist auch nicht schwer zu verstehen.

Nachtdienste, Sonderdienste, Wochenendarbeit, Feiertage, man bekommt das zwar extra vergütet, aber am Ende des Tages ist es effektiv so, dass ein Pflege- oder Therapieberuf extrem aufreibend, psychisch wie physisch, und verdammt oft hat man einfach weder das Gefühl, wertgeschätzt zu werden, noch bekommt man einen Lohn, den man guten Gewissens als angemessen bezeichnen könnte. Wenn ich mir anschaue, was heutzutage Anfänger in der Pflege verdienen…ich hätte Schwierigkeiten, meine Miete zu bezahlen.

Ein bisschen mehr Wertschätzung, vernünftigere Löhne und schon gäbe es mit Sicherheit mehr Leute, die sich solche Jobs auch wieder antun wollen.

Eine Randbemerkung an die Threaderstellerin: nicht jeder ist an Deinem Thema so interessiert und mit solcher Leidenschaft dabei, wie Du selbst, das liegt in der Natur der Sache. Außerdem wird es auch Anderen ähnlich gehen wie mir: die eingesetzte Forensoftware bzw. das Design sind unglaublich unübersichtlich und eher abschreckend als einladend.

Da direkt “pampig” zu reagieren, hilft Deinem Anliegen nur bedingt :slight_smile:


#5

Das ist nicht “pampig”, das ist frustriert. :wink: Nach über einer Woche, in der ellenlang fleißig über die Impfpflicht diskutiert wird, findet niemand mal die 5 Minuten, um zu den bereits existierenden Lösungsvorschlägen ein Ja oder Nein zu hinterlassen? Nur weil das Problem, wie ich ja eingangs auch schrieb, schon lange bekannt ist, heißt das nicht, dass man nicht notwendige Berufsgruppen unterstützen kann. Es geht nicht um mich oder meine “Leidenschaft”, es geht darum, Menschen vor Pflegebedürftigkeit zu bewahren und ihnen zeitnah die notwendige Therapie zukommen zu lassen. Es wäre nicht schwer, zumindest mal ein “Wir denken drüber nach” rauszulassen oder meinetwegen “interessiert uns nicht”. Dann wüsste ich nämlich einen Stand und würde nicht länger nerven.^^

Mit dem Fachlichen hast du natürlich Recht und genau deshalb frage ich ja. Setzt sich die PP überhaupt dafür ein oder nicht? Wird sich nur auf die Pflegeberufe fokussiert oder das große Ganze gesehen? Ich bin nur ein popeliges Mitglied, aber das Thema Gesundheit war u.a. ein Grund, mitzumischen. Klar möchte ich dann auch ein bisschen mitkriegen, was so läuft.
An der Sitzung am Freitag hätt ich gern teilgenommen, habs nur leider zu spät gesehen. Mea culpa.


#6

Deine Erwartung hat ein Problem: damit passieren kann, was du forderst, müsste einer der “Waszusagenhaber” hier mal reinschauen :slight_smile:

Ich bin auch nur popeliges Mitglied, noch dazu neu. Den Eindruck, dass das Forum als Medium zur Erarbeitung von gemeinschaftlich getragenen Parteipositionen genutzt wird und taugt, habe ich bisher noch nicht, aber ich bin ja wie gesagt auch neu und noch nicht überall durch. Bislang allerdings sehe ich das Forum tatsächlich auch lediglich als genau das genutzt: ein Diskussionsforum.

Mal sehen, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Die Zeit wird zeigen, was nun folgt :slight_smile:


#7

Das Forum ist ein Hobbydiskussionsbereich für allwissende. Konkrete Dinge werden in AGs und dort wo sie nicht mehr funktionieren von wenigen aktiven gemacht.

Die Pflegekräfte die hier in der Partei sind haben keine Zeit das Forum zu lesen.

Die nächste Sitzung der AG Pflege ist am 15.04. im NRW Mumble.


#8

Besten Dank für die Info. :slight_smile:


#9

Also alles wie erwartet, dacht ichs mir doch :slight_smile: