Facebook fördert Rechte Seiten

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Interessanter Artikel im Stern. Zuckerberg soll Jahre lang aktiv dafür gesorgt haben das den Nutzern mehr Rechter Content und Fake News angezeigt wurde. Linke und Progressive Inhalte wurden hingegen stark gefiltert so das diese sehr viel weniger oft angezeigt wurden.

Vielleicht könnte das ja auch erklären warum die Piratenpartei über Social Media kaum Reichweite erlangt während gleichzeitig aber überall VT-Müll und Rechtspopulistenproganda aufpoppt ?
Ich denke wenn ein Konzern weltweit so viel Macht hat und diese dermaßen missbraucht dann wäre es es sinnvoll dagegen vorzugehen. Würde man zum Beispiel EU Weit alle Provider dazu verpflichten den Facebook Zugriff auf 64kbit zu drosseln dann wäre das ja keine Zensur, die Inhalte und messenger ja noch weiter verfügbar aber die Menschen hätten einen starken Anreiz sich nach Europäischen Alternativen umzusehen.

Was denkt ihr dazu ? Wären solche Sanktionen gegen ausländische Social Media Konzerne welche die Demokratie untergraben angemessen ?

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Das liegt an bescheidener ÖA.

Interessant: Wenn das wirklich so ist, dann wäre das ein eklatantes
Beispiel dafür, dass eine privatwirtschaftliche Institution übermäßig
und monopolistisch Einfluss auf die Meinungsbildung nimmt - und
damit klar demokratieschädigend auftritt.

Das wäre ein Fall für den Verfassungsschutz - und wirft nochmal
ein Argument dafür auf, dass solche Mega-Monopolisten wie
Facebook zerschlagen werden müssen. So eine Zerschlagung
wird schon seit langem von einigen demokratischen Senatoren
im US-Senat gefordert.

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Aha und das “Wall Street Journal” taugt da als “kritische” Quelle? Ich meine ein Magazin, dass klar auf der konservativen Seite steht, beklagt, dass linke Seiten vom Algorithmus zu wenig gepusht werden. Hört sich ein klein wenig absurd an.

Ja schon, aber ist das dann bei Twitter auch der Fall? :^) Zuckerberg hat das doch offensichtlich aus wirtschaftlichen Beweggründen entschieden, um einen Gegenpol zu Twitter zu bilden. Er ist Jude und seine Frau ist Chinesin, er kann höchstwahrscheinlich kein inhärentes Interesse daran haben, Neonazis und Fremdenfeindlichkeit zu hosten.

Die US Demokraten oder einige davon werden da sicher abrechnen wollen. Also das Trump dank Facebook und Camebridge Analytica an die Macht gekommen ist, wenn es da weitere Leaks gibt die Zuckerberg belasten dann dürfte es ihm ordentlich an den Kragen gehen wenn die Demokraten gewinnen.

Das erklärt auch warum Zuckerberg endlich auch Holocaustleugnung löschen lässt (Nachdem dies mehr als 15 Jahre lang auf Facebook erlaubt war) und Qanon usw. Er will da wohl handeln vortäuschen bevor ihm die nächste Regierung den Konzern zerschlägt.

Über die Motivation kann man nur mutmaßen, aber auch in den USA dürfte es sehr viele Wirtschaftskonservative und Neoliberale geben die über den dumpfen Rechtspopulismus ala Donald Trump wie er auf Facebook gedeiht nicht sonderlich glücklich sind. Sieht man auch daran das Trump und die Republikaner sehr viel weniger Spenden aus der Wirtschaft bekommen haben als in den Wahlkämpfen der vergangenen Jahrzehnte. Große Teile der Wirtschaftselite haben sich wohl von ihm abgewendet.

Endweder hat er ein sehr weites Verständniss von Meinungsfreiheit wie er es ja selbst vorgibt oder aber es stehen Profitinteressen dahinter. Ich glaube jedenfalls das der illegale Abfluss von Millionen Benutzerprofildaten an Camebridge Anayltica und Rechte Wahlkämpfer mit Sicherheit kein Unfall war sondern berechnende Absicht. Die Rechten/Trump haben ja Konzernsteuern gesenkt, also mehr Milliarden für Zuckerberg…

Zumal, wenn Rechte/Linke Aktivisten sich auf Facebook zoffen und deshalb mehr Zeit dort verbringen = Mehr eingeblendete Werbebanner und somit mehr Profit. Verschiedene Extreme zuzulassen hat sich da ja anscheinend für die Social Media Konzerne lange Zeit ausgezahlt.

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Genau das ist doch das Absurde. Ein Magazin, wie das Wall Street Magazin, dass selbst kein besonders großes Meinungsspektrum zulässt, beklagt sich darüber, dass eine Plattform, die in den letzten Jahren zunnehmend von ältern Menschen genutzt wird, konservativer und rechter geworden ist.

Kann es nicht sein, dass der Algorithmus völlig unpolitisch eher rechte und konservative Meinungen pusht, weil die Zusammensetzung der Nutzer konservativer geworden ist? Wird hier nicht Ursache und Wirkung verwechselt?

Was micht zudem an deinem Thema stört ist, dass du in der Überschrift von “rechtsextremen” Seiten sprichst, während im Artikel, den du verlinkt hast, von rechten und rechts-konservativen Seiten gesprochen wird.

Zusammengefasst: Die etablierten Medien beschweren sich über die sozialen Medien, in dem sie ihnen das vorwerfen, was sie seit Jahren praktizieren. Denn die etablierten Medien orientieren sich auch an dem was ihre Abonnenten gerne lesen. Nur das Feedback ist wesentlich lagsamer, als bei den sozialen Medien und dadurch haben die etablierten Medien etwas mehr Spielraum bzw. Unabhängigkeit.

Ich glaube du hast recht, ich habe den Titel gerade angepasst.

Der Punkt, dass sich Meinung in sozialen Medien schneller verfestigen, da man mit immer mehr desselben gefüttert wird, bleibt aber bestehen. Also allzu unkritisch oder gar naiv möchte ich da auch nicht sein oder rüberkommen. Also im Endeffekt hast auch du recht.

Die hochgepriesenen Algorithmen bieten mir bei Amazon Waschmaschinen an, wenn ich gerade eine gekauft habe. Diese Algorithmen mögen per KI funktionieren, sie sind aber nicht intelligent.

Machen wir uns nichts vor, die Demokraten sind keine linke Partei. Die USA haben in ihren effektiv Zweiparteiensystem zwei im wesentlichen konservative Parteien.

Beachtenswert ist auch die Altersstruktur der USA auch bezogen auf die Bundestaaten.

Wir vergessen hier in Europa gerne, dass Amerika zweigeteilt ist. Kalifornien, New York man könnte sagen die Küstenregionen sind modern aufgeschlossen und liberal. Das Landesinnere besonders der sogenannte “bible belt”, da werden noch Harry Potter Bücher verbrannt weil sie Hexerei verherrlichen, man lehnt dort Wissenschaft als Ketzerei ab und geht Sonntags in die Kirche.

Natürlich benutzen die auch Facebook und schieben konservative Seiten in den Klicklisten nach oben.
Die Algorithmen zeigen die was deine Bekannten sich angesehen haben und die Sozialkontrolle wird dich im RL erreichen wenn du eine linke Seite angeschaut hast.

Facebook braucht das nicht zu fördern um zu diesem Ergebnis zu kommen. Natürlich kann es sein, dass Facebook zusätzlich linke Seiten weniger bewirbt, wobei du ja in den USA praktisch schon als Kommunist giltst wenn du Krankenversicherung für alle forderst.

@Crawler, @schoeneneuewelt, @arcsaber, @Fulleren:

Das sind alles gute und richtige Gedanken IMO, jedoch,
um mal auf unsere aktuelle Politik in Deutschland bzw.
Europa zurückzukommen, stellen sich mir 2 Fragen:

  1. Selbst wenn Facebook bewusst keine Einflussnahme
    betrieben hat, hat Facebook dennoch über die Art inflamatorischer
    und sensationslüsterner Anreize zu einer ziemlich schiefen
    Meinungsbildung und Filterblasenkultur beigetragen. Wie können
    wir also mit dieser Art “social media” umgehen? Können bzw.
    müssen wir das regulieren? Und wenn ja: Wie?

  2. Generell scheint das Internet - durch seine unendliche ganz-
    heitliche Skalierbarkeit - sehr mächtige Monopolisten zu erzeugen.
    Abgesehen davon, dass diese alle gegen die DSGVO verstoßen,
    steht immer noch die ganz große Frage im Raum: Wie kann
    ein demokratiekompatibler und egalitärer Umgang mit
    Facebook, Google, Amazon, Apple und Co. gefunden werden?

Eigentlich stimmt das nicht.
Es ist die Politik die Gesetze macht, die es anderen Anbietern verbietet ebenfalls Plattformen anzubieten. Das Internet erlaubt es jedem einen Twitter- oder Facebookklon einzurichten.
Aber die Urheberrechtsklagen und Patentverletzungsklagen verhindern das.
Außerdem sind die Nutzer träge, und selbst da wo es Konkurrenz gibt, wird sie nicht benutzt.

Weil die Verteilungsshow einfach schon vorbei ist.

Sehr richtig. Und dass Bequemlichkeit über Vernunft siegt, sieht man auch an meinem Lieblingsfeind Amazon. Nur weiter so.

Man müsste etwas erfinden, was tatsächliche Diskussionen fördert und “cooler” ist, als sich über politische Gegner zu empören.

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Zu “cool” darf es aber auch nicht sein, sonst wird sich nur noch damit beschäftigt und eine Vielzahl bekommt ihr Leben nicht mehr auf die Reihe. Es doch gut bei Politikern oder WoW-Spielern zu sehen, die sich 60 Stunden in der Woche und mehr in Sachen hineinsteigern und das Leben zieht zumindest zu einer gewissen Zeit komplett an ihnen vorbei.

Ich kann verstehen dass ein Pharmaunternehmen das über eine Milliarde € in die Entwicklung eines Medikaments investiert hat, einen Patentschutz braucht um seine Investition zurück zu verdienen.

Ich habe ein Problem damit, dass Geschäftsmodelle oder Software auch einen Patentschutz genießen sollen, die weit weniger Investition gebraucht haben und die meist nicht mal eine Schöpfungshöhe haben, die einen Schutz überhaupt rechtfertigt.

Die Gewährung dieses Schutzes ist aber eine politische Entscheidung, die man ändern könnte.

Ich betrachte das ganze Szenario “Internet” noch etwas
distanzierter und abstrakter. Und da ist ein besonderes Kenn-
zeichen die “sehr leichte Skalierbarkeit”. Was ist damit gemeint?

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Skalierbarkeit
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Skalierbarkeit heißt, dass ich leicht vom “Kleinen” zum “Großen”
kommen kann, in dem ich einfach alles linear vergrößere.

Beispiel: Ein kleiner Hersteller hat in seinem Dorf sein Produkt
“Fast-E-Bike” bekannt gemacht, und da das so gut ist, hat er
dort ein quasi-Monopol.

Als die Nachfrage auch aus Nachbardörfern und sogar aus
Städten steigt, vergrößert er sich: Er “skaliert” nach oben: Mehr
Herstellerkapazität, mehr Vertrieb usw.

Unsere marktwirtschaftliche Systeme sind am effizientesten, wenn
sie sehr “offen” sind, und so große Märkte ermöglichen. Je
größer die Märkte aber sind, desto stärker sind die Tendenzen,
dass sich nach einiger Zeit auch sehr große Monopolisten heraus-
bilden. Deshalb haben sich in den USA in den 60igern die größten
Autobauer gebildet (größter Markt!) und heute die Tech-Giganten.

Im Internet ist nun diese “Nach-oben-Skalierbarkeit” extrem
einfach, erstens (1) weil der Markt ja die ganze Welt ist und
zweitens (2), weil die Investitionskosten extrem gering sind.

Dadurch ist auch die Tendenz zu Mega-Monopolisten (the winner
takes it all!) extrem: Facebook, Google, Apple, Amazon, Microsoft
haben sich so herausgebildet und beherrschen in ihrem Segment
alles.

Durch die “Nach-oben-Skalierbarkeit” haben wir aber nicht nur
einfach Mega-Monopolisten. Nein, diese Mega-Monopolisten
haben einen erheblichen Einfluss auf den Kommunikationsalltag
von fast allen Menschen, und damit auch auf die politische
Meinungsbildung - vorbei an allen journalistisch-ethischen
Maximen und demokratischen Einrichtungen.

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Das Urheberrecht, das jetzt ausgerechnet die Mega-Monopolisten
schützt, ist jetzt gerade mal das Sahnehäubchen auf die
generelle Problematik.

Ja, das ist Tatsache.

Aber wie stellst du dir die Welt ohne diese Monopole vor oder willst du die Monopole erhalten und lediglich mehr Gewinn durch Steuern abschöpfen und mit diesen abgeschöpften Gewinn den Einzelhandel und kleinere Unternehmen fördern? Ich habe gestern “Markus Lanz” angesehen und Precht schlägt das ungefähr so vor. Es müsste zudem verhindert werden, dass diese kleinen Unternehmen, dann wiederum von den Großen gekauft werden, sobald sie eine gewisse Nutzeranzahl haben. So hat ja Facebook WhatsApp und Instagramm gekauft.

Zudem sind es ja nicht klassische Monopole d.h. Industrieunternehmen, sondern Plattformen. Zumindest bei Google, Amazon und Facebook ist das vorallem das Geschäftsmodell. Und desweiteren müsste nochmal zwischen Suchmaschinen, klassischen Social Media und Marktplattformen unterschieden werden. Amazon ist vorallem eine Verkaufsplattform, Facebook vorallem Social Media und Google vorallem Suchmaschine. Das Monopol von Facebook ist meiner Meinung nach am einfachsten zu brechen. Die Plattform von Facebook finde ich zudem nicht sonderlich gut aufgebaut. Es ist zu unübersichtlich und man kann als Nutzer zu wenig selbst steuern.

Das betrifft dann ja nicht mehr nur die Digitalkonzerne sondern siehe Uber auch zunehmend ganz andere Geschäftsbereiche. Auch hier wird Digitalisierung zu stärkerer Monopolisierung führen.

Fände ich jetzt nicht so sinnvoll, viele Einzelhandelsgeschäfte sind ja jetzt nicht gerade so sehr innovativ und da Geld per Giskanne zu verteilen würde vermutlich auch nicht zu mehr Innovation führen.

Stärker besteuern für ein BGE würde mir da mehr zusagen.

Schon lange nicht mehr, durch Cloud Computing machen die ja mittlerweile einen Großteil des Umsatzes. Hinzu kommen die ganzen hochautomatisierten Versandzentren mit deren Effizienz eben kleinere Anbieter kaum mehr konkurrieren können. Es geht hier also auch um Technologische Überlegenheit und Automatisierungseffekte die es Amazon erlauben billiger zu sein als andere und d.h mehr Marktanteil zu erlangen.

Die Deutsche/Europäische Wirtschaft verliert da eben komplett den Anschluss wenn nicht endlich mehr in Technik und Forschung investiert wird.
Precht ist nur ein Konservativer der die alten Strukturen durch staatlichen Protektionismus retten möchte, das aber hat noch nie funktioniert. Man stelle sich mal vor man hätte gesagt man wolle die Autobesitzer und Eisenbahngesellschaften besteuern um mit dem Geld dann die Ochsenkarrenbesitzer zu subventionieren und dauerhaft zu retten.

Statt zu versuchen den technologischen Fortschritt aufzuhalten sollte es dann doch besser ein BGE und Freiheit für alle geben,

Naja, ganz so kritisch sehe ich Precht jetzt nicht. MMn will er denn Wandel nicht verhindern, sondern verlangsamen, da er sieht, dass unsere Gesellschaft damit überfordert sein könnte, da wir in Europa ein relativ alte Gesellschaft haben. Also so konservativ wie Merkel und die CDU die letzten 15 Jahre regiert hat, ist Precht glaube ich nicht. Er will schon Veränderung, aber sozialverträglich.

Bin mal gespannt wie das funktionieren würde, denn es gibt ja noch kein Land, dass das mit dem BGE wirklich mal probiert hat. Auch kein kleines oder so.

Und das BGE so quasi von ausländischen Konzernen, wie Facebook, Google, Amazon, etc. bezahlen zu lassen? Was denken dann die Leute in den USA?

Das BGE bewirbt Precht zudem auch…