Existenzberechtigung der Piratenpartei

Weist du Jens - der BuVo hat da ein paar Ausschreibungen zu den Markenkern-AGs laufen, auf die sich seit Monaten niemand bewirbt. Auch unter Sawosch’ Ägide ist es nicht gelungen, diese Positionen mit Leuten zu besetzen, die die “Kernthemen” voranbringen.
Es ist sehr einfach, Dinge ständig zu beklagen - bishin zum medienwirksamen Austritt aus der Partei - aber selbst wenig bis gar nichts zur Änderung der kritisierten Zustände zu tun.
Uns fehlen schlichtweg motivierte ARBEITER, u.a. deshalb, weil wir schon zu viele, die es durchaus ehrlich meinten mit Extrempositionen, über die “man” nicht diskutieren wollte, verprellt haben.

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Und das, obwohl wir gerade dabei sind, den “Markenkern” wieder in den Vordergrund zu rücken.
Sehr seltsam. Ich frage mich dann immer, und nun? Hört man von den “Ehemaligen” nach ihrer Karriere bei uns noch viel?

Gruß
Andi

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Also Andi - dass man von denen nix mehr hört ist doch so was von klar. Die würden mit ihren “Piratengenen” doch nur die Markenkerne der anderen Parteien versauen. Logisch, dass man dann unsere Verblichenen nicht in die erste Reihe vor lässt (das war Sarkasmus).
Kann aber auch sein, sie sind auch außerhalb der PP einfach politisch gescheitert (das ist meine ernst gemeinte These dazu).
Ob die PP als solche gescheitert ist, wie @Fulleren behauptet, kann ich nicht abschließend beurteilen. Für Deutschland betrachtet, würde ich ihm eher recht geben (hat ja auch ein Herzchen bekommen). Die internationale Piratenbewegung zuckt dagegen immer noch ein bisschen vor sich hin und es gibt neben ihr ein paar weitere politische Strömungen, die inhaltlich ganz nah bei den Piraten liegen. Vielleicht hilft ja ein bisschen Defibrillieren und ein Bündeln der Strömungen, um diese Zuckungen wieder in echtes Leben zu verwandeln.

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FRAGE: Was definiert das Scheitern einer Partei? Ab wann kann man das behaupten? Und was definiert dann den Erfolg?

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Wir suchen ja nicht nur nach Netzpolitikern, sondern nach Netzpolitikern, die unsere (nicht unumstrittenen) Positionen zu allen anderen Themen exakt so (u.a. weil wir ein sehr detailiert ausgearbeitetes Programm haben) teilen müssen: BGE, Migration, Umwelt usw. Und da wir da teilweise relativ links sind (im Gegensatz zu anderen Piratenparteien und der internationalen Bewegung), haben wir z.B. andersdenkende netzpolitisch Aktive verloren und bekommen die auch nicht wieder.

Wir haben ein EU-Mandat, das sich auf Datenschutz und Bürgerrechte konzentriert und damit sind wir schon in einen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Aber die Restpartei fragt man halt nicht mehr bei digitalen Themen, da ist uns unser Markenkern verloren gegangen.

Dazu sollten wir erst einmal definieren, was wir uns als Ziel setzen. Wenn wir eine Partei des digitalen Zeitalters sein wollen, müssen wir Urheberrecht, Netzpolitik usw. mitgestalten. Dafür brauchen wir Mandate, die höher als die Lokalebene sind. Meiner Ansicht nach sind wir gescheitert, wenn wir keine Aussicht mehr darauf haben.
Aktuell würde ich uns auch nicht als komplett gescheitert sehen, wir sind teilweise auf einem guten Weg. Dafür muss ich den aktuellen BuVo auch mal loben. :slight_smile:

Gute Frage. Ich versuch’s mal mit einer einfachen Antwort: Die Auflösung. Eine Vereinigung mit anderen würde ich dagegen nicht als Scheitern beurteilen, solange die eigenen Inhalte nicht verschwinden. Ob der Name “Piraten” bestehen bleibt, wäre mir im Übrigen ziemlich egal.
Die Krux mit dem Vereinigen ist halt: Alle (meine) Vereinigungskandidaten sind noch kleiner und unbedeutender als wir.

Also, solange wir uns nicht auflösen sind wir nicht gescheitert?

Ich komme hier noch nicht ganz mit. An sich ist die Frage doch einfach.

Wann ist eine Partei gescheitert?
Was zeigt den Erfolg einer Partei?

Nein, denn ich habe explizit nach $PArtei und dem Scheitern und dem Erfolg gefragt. Nicht nach unserem. Ich will da eine allgemein gültige Definition haben. Erstmal Basics klären bevor wir uns da an uns abarbeiten.

Eine allgemeine Definition ist schwierig, da wir eine Klein(st)partei sind. Würden FDP oder Grüne bei 0,37% herumdümpeln, würde man sie wohl auflösen und von Scheitern sprechen. Genauso bei CDU oder SPD. Dagegen gibt es sehr viele Kleinparteien, die im Grundrauschen um die 0% liegen, wo auch wir auf Bundesebene liegen.
Ich würde mal sagen, eine Partei ist gescheitert, wenn sie keine Aussicht mehr auf Mandate hat. Dann kann sie sich in eine NGO umwandeln oder sich komplett auflösen.

Ahhh ok. Na dann kann ich damit leben. Das mit den Mandaten haben wir hinbekommen dieses Jahr.
Dann hätten wir das also geklärt. Die Piratenpartei hat eine Existenzberechtigung da wir gewählt werden und in Parlamente einziehen.

So, nächste Baustelle?

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Na ja - das war wie gesagt der Versuch einer einfachen Antwort. Man könnte die Auflösung auch “technisches Scheitern” nennen.
Was die Erfolge angeht: Wir haben Patrick ins EU-Parlament gekriegt und der Bursche macht da richtig Stress; ein Minimalerfolg, auf dem man aufbauen kann. Es kommt auf den eigenen Level an Bescheidenheit und Demut an, wenn man Erfolge beurteilen will. Erfolge möchte ich auch nicht nur in Wählerstimmen messen. Erfolg ist, wenn sich unsere Inhalte verbreiten; vor mir aus auch von anderen Parteien getragen. Hört euch doch nur mal den bajuwarischen Söder an. Der scheint gerade vom Baum der Erkenntnis genascht zu haben - in geringer Dosis versteht sich…

Da ist durchaus 'was 'dran. Allerdings bedienst auch du in deinen folgenden Sätzen das allzu bequeme Links-Rechts-Schema, mit dem sich unliebsame Leute wunderbar ausgrenzen lassen sowohl von “links” als auch von “rechts”. Manchmal Grenzen “Rechte” “Rechte” aus, weil eine einzelne Äußerung zu “links” war und umgekehrt. Solange wir das nicht aus unseren Köpfen kriegen, kommen wir nur ganz schwer voran.

Prozente und Mandate bei Wahlen!

Joa, done.- Haben wir.

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Indem es weniger waren als bei der letzten Wahl?
kurz überlegen… Nein!

Seh’ ich halt anders. Ich sage AUCH aber NICHT NUR.

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Ja, unter zugegebenermaßen erschwerten Bedingungen.
Vergessen wir aber bitte nicht auch unsere lokalen Mandate die errungen, verteidigt und auch Ausgebaut wurden.

Und das tuen sie schon seit längerem. Aber mittlerweile wieder verstärkt. Und das es Informationsfreiheitsgesetze, Streaming aus Sitzungen etc. gibt hat viel mit uns zu tun.

Und wenn ich mir ansehe wie die Mitgliederzahlen sich stabilisieren, sogar einen Aufwärtstrend haben.
Und wenn man schaut wie viele sich wieder einbringen möchten und das auch tun will ich nciht davon reden das uns die Existenzberechtigung fehlt.

Aber ja, die Partei verändert sich und das ist gut. Und wenn wir es dann auch mal schaffen uns weniger mit uns selbst zu beschäftigen dann wird das auch noch mehr.

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Vorher 1 EU Mandat, nachher 1 EU Mandat
Lokal noch ganz anders z.B. Ulm. Vorher keine PIRATEN Beteiligung, jetzt Anja Hirschel im Stadrat.
Und in Welzheim mit 8,08% in Kreis und Gemeinderat vertreten.

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Ach ja Mainz, da stellen wir mit Maurice Conrad den jüngsten Stadtrat.

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Ich bin noch nicht lange genug hier um die Kommunen aufzuzählen, wo wir KEIN Mandat mehr bekommen haben.
Ja, es ist schön wo es geklappt hat, nur grenzt es an Schönfärberei und Selbstbetrug, die anderen, die nicht mehr angetreten sind oder kein Mandat mehr bekommen haben einfach hinten runter fallen zu lassen.
Diese positiven Aspekte sollte man unbedingt nach außen tragen, aber nach innen wäre Selbstreflektion ein guter Weg um aus der Krise zu kommen.

Gescheitert ist einzig der frühere 1V mit seiner persönlichen Karriere.
So, wie alle ausgetretenen 1Vs vor ihm.

Politik ist nunmal schmutzig.
Es geht um Posten, Geld, Macht.
Mit allen Mitteln.

Die Piratenpartei ist angetreten, dies zu ändern.
Daraus ergibt sich ihre Existenzberechtigung.

Dass immer wieder Politiker vom alten Schlage in Spitzenpositionen gewählt werden, wird sich nicht vermeiden lassen.
Das Ergebnis ist Mißerfolg.
Kann man beliebig wiederholen.
Die Bundestagswahl unter dem früheren 1V war nunmal unbestreitbar einer der Tiefpunkte.

Es wird dennoch Personen in der Partei geben, die die eigentlichen Ideale, die die Piratenpartei ausmachen, hochhalten.
Sie verfolgen die Ideale der Piratenpartei und nicht ihre persönliche Karriere.
Solange das so ist, besteht eine Existenzberechtigung der Piratenpartei.

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