Existenzberechtigung der Piratenpartei

Die Ausgangsfrage für diesen Thread ist folgender Twitter-Thread: https://twitter.com/PiratSued/status/1152293055447359491

Aktuell haben wir quasi keinerlei Ouput bzgl. unserer Kernthemen. Die AGs Datenschutz,Netzpolitik und Digitalisierung liegen brach und auch Beauftragte dafür haben wir faktisch nicht mehr. Vielleicht mit Ausnahme unseres Beauftragten für Urheberrecht und im weiteren Sinne der Artikel-13-Problematik.

Da stellt sich die Frage, welche Existenzberechtigung wir noch als Partei haben, wenn wir unser Kernthema (prinzipiell Digitalisierung und alles, was damit zusammenhängt) nicht mehr bespielen können. Man verbindet uns immer noch mit digitalen Themen und wir können uns noch als Internetpartei betiteln, wenn wir überhaupt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Aber liefern können wir nicht mehr.
Dabei gibt es gerade viele Themen, die wir anpacken müssten: FaceApp, Umsetzung von Artikel 13, staatlicher Zugriff auf Alexa, um nur mal ein paar zu nennen.

Übrigens, Entgegnungen, dass man ja gerne helfen könne, piratiges Mandat usw. gehen am Thema vorbei. Den Schwerpunkt der Partei kann man nicht mit ein paar Einzelkämpfern bilden.

Welche Existenzberechtigung haben wir denn noch?

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Ich denke das die Strukturen der Partei in vielen Teilbereichen komplett neu aufgebaut werden müssten. Das dürfte einfacher sein als das was brach liegt erneut wieder zum Leben zu erwecken.

Aloha <3,

nun da kann ich als ehemaliger Vorstand des RV´s Hannover und als ehemalige Themebeauftragung für Drogen & Sucht NDS mitreden.

Ganz stark bei uns im Fokus standen im letzten Jahr Seenotrettung und #saveyourinternet.

Aufgrund von Personalmangel (es sitzen immer die gleichen 5 Hanseln von uns irgendwo rum die sich die Beine aus den Körper latschen bzw. in meinem Fall die Finger aus den Armen tippen und ich denke ich habe alle anderen Themen täglich auf Social Media verbreitet, wenn mir keiner hilft das kund zu tun, dann kriegt eben auch keiner so mit was wir machen ^^) waren eben nur bestimmte Dinge möglich und viele der wenigen brauchen auch irgendwann mal Ruhe.

Eine leidtragende dieser Situation war vermutlich ich, denn meine Drogenpolitik musste immer zurückstecken, weil alles andere wichtiger war (#nonpog, #saveyourinternet, #fridaysforfuture, #seebruecke). Da haben wir im Übrigen überall mitgemacht und die Leute haben auch mitbekommen, dass wir da waren.

Wir konnten im Gegensatz zu anderen RV´s in den Wahlen statt wie bisher 0,2 % immerhin 0,6% einfahren, sprich unser Wahlergebnis verbessern, denn viele wussten bis letztes Jahr überhaupt nicht, dass die Piraten in Hannover überhaupt noch atmen (ich als ehemalige Aussenstehende die dauernd auf der Suche nach Piraten war, kann da eine Menge berichten ^^).

Letztendlich habe ich dann meine Ämter an den Nagel gehängt, weil es eben die Leute in den Ämter vor Ort braucht und weil eben für meine Themen kein Platz und allgemeines Interesse da war, als bei uns dann plötzlich 20 Leute in der GS rumsassen.

Desweiteren kann man in meinen Augen digitale und soziale Politik heutzutage nicht mehr trennen. Denn für was brauchen wir Netzpolitik, wenn es den Bürgern hinter der Mattscheibe scheisse geht. Es ist auch so, dass es in der Seenotrettung um Menschenleben geht und wir dann meistens kurzfristig unterwegs waren, weil es eben akut um Menschenleben ging.

Ich finde: Die Leute in und Hannover sollten mal eine Runde nach vorne blicken und nicht wie bockige Kinder auf Themen rumreiten: “…weils mal so war”. (damit meine ich jetzt nicht den twitter-thread, sondern was man eben so mitbekommt ^^), denn die Leute die sich jetzt in der GS den Hintern aufreissen werden so wie ich es mitbekommen habe künftig in der Lage sein mehr Programm zu machen.

Da muss ich leider sagen: Jeder meckert immer nur; aber keiner kommt um anzupacken, denn letztes Jahr hätten wir jede helfende Hand gebrauchen können, denn unser Personalmangel war auf der Straße offensichtlich und das wir zu der jeweiligen Thematik stehen konnte man der Presse und den sozialen Medien entnehmen, nur wenn keiner kommt ist niemand auf der Straße sichtbar. So einfach ist das.

Ich kann für Hannover aufgrund der Themenbereiche sagen: Wir haben mindestens eine Existenzberechtigung und sollten evtl. künftig nicht nur auf Demos und Wahlstände, sondern auch auf Beratungsstellen setzen.

Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag <3,

Nadine

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Wir haben eine Existenzberechtigung, aber wir müssen viel ändern. Dann können wir auch wieder liefern.

Ich meine, wir müssten mehr darüber nachdenken, wie so eine Partei überhaupt funktionieren kann. Wirklich nachdenken, nicht nur vermeintliche Lösungen in den Raum werfen. Das machen wir seit vielen Jahren, bringt absolut nichts.
Die Partei war immer ein Haufen Individualisten, die schwer dazu zu bringen sind, konstruktiv zusammenzuarbeiten und dauerhaft Ergebnisse von hoher Qualität zu liefern.

Zwang von oben zu versuchen geht schief, weil es heftige Gegenreaktionen gibt und die Leute trotzdem machen, was sie wollen.

Einfach laufen lassen führt zu dem Chaos, das die Partei lähmt und Leute vertreibt. Die paar, die noch da sind, versuchen in dem Chaos Dinge am Laufen zu halten. Ich wollte vor 10 Jahren mal was mit Politik machen, effektiv habe ich nur Dinge organisiert verwaltet und die IT irgendwie am Laufen gehalten. Ich würde gerne in einer AG Digitalisierung arbeiten, aber geht halt nicht.

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So weit mir bekannt stellt diese Frage ein FDP’ler. Vielleicht sollten wir diese Art von Polemik einfach mal ignorieren.

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Die ursprüngliche Umfrage halte ich auch für Quatsch, aber ich finde das Thema an sich schon wichtig. Mich würde schon interessieren, wo es mit der Partei hingehen soll und welche gemeinsamen Ziele wir eigentlich haben.

Ein wenig von diesem positiven, ein wenig von jenem, insgesamt ein positives Menschenbild verbreitend, um mal etwas in allgemeinen Metaphern zu antworten. Dabei den technischen Fortschritt nicht außer Acht lassend, immer unter den Bedingungen eines vernünftigen Datenschutzes usw. Piraten sind “vorn”, also da wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, auch das als Metapher in den Raum stellend. Letztlich ist doch die Summe für den Sinn und Zweck aus einer Parteiarbeit heraus entscheidend. Für meine Begriffe sollte Politik in Zukunft eine Art von “Selbstbildnis” sein, dass durch dessen Mitglieder getragen und damit verbreitet wird. Solche Fragen wie die vom Fragensteller sind doch letztlich nur wieder die übliche Polemik, die nur die weitere Selbstbeschäftigung befeuern soll. Solche Fragen sind zu nichts weiter zu gebrauchen als anderen zu zeigen, “Seht her, die Piratenpartei weiß immer noch nicht ob sie denn Fisch oder Fleisch sein will”. Aus diesem Grund gehören solche Fragestellungen eigentlich nicht mehr hier her.

Ergänzend: Solchen Leuten gehört kein Ohr mehr geschenkt. ich bin es leid immer wieder von diversen “Ex-Parteimitgliedern” in irgend eine Richtung getrieben zu werden.

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Finde die 12 Punkte der tschechischen Piraten wirklich gut:

https://translate.google.com/translate?hl=&sl=cs&tl=de&u=https%3A%2F%2Fwww.pirati.cz%2Fprogram%2Fdlouhodoby%2Fdvanactero%2F

Ich glaube, wir haben in der Art noch nichts beschlossen. Es gab mal eine PG Piratenkodex, die etwas in der Richtung machen wollte.

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Die Piratenpartei hat schon deshalb eine Existenzberechtigung, weil sie alternativlos ist.

Das ist doch gerade der Grund, warum wir alle dabei sind, oder nicht?!

Gruß
Andi

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siehe hier: https://www.piratenpartei-hessen.de/blog/2019/06/26/hessentrojaner/
und hier: https://www.piratenpartei-hessen.de/blog/2019/06/27/piraten-reichen-verfassungsbeschwerde-gegen-hessentrojaner-ein/

würde mich freuen, wenn Ihr diesen Tweet verbreiten würdet: https://twitter.com/A_nnnnette/status/1152218646351097856

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Da kann man gleich ins Kloster gehen.
Geschätzte 90% unserer Mitglieder bekommen das nicht hin.
Es ist echt schwer, halbwegs dem Anspruch gerecht zu werden.

… da würde ich ja erst recht fragen, wozu man die braucht :wink:

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Da frage ich mich doch, woher Du Einsicht in die Mitgliederliste der fDP hast, dass Du da so sicher bist

Überheblichkeit kann also auch als Argument verwendet werden … hm

die Kapelle der Titanic spiele bekanntlich auch bis zum Schluss…


Meine Meinung:
Entweder
a) stehen hinter der PiPartei Menschen, die das Potential haben die Zukunft zu gestalten

  • oder
    b) an der Spitze der Piratenpartei sind überwiegend Menschen, die neue Wege aufzeigen können.

a) würde sich in Wahlergebnissen abbilden
b) würde sich im Output/Bild in der Öffentlichkeit wiederspiegeln

weder das eine noch das andere ist der Fall. Die Piratenpartei ist also genau das Gegenteil und die meisten Mitglieder erkennen den innerparteilichen Fehler seit Jahren nicht einmal.

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Wenn du das überheblich findest, dann trete bitte in die Partei ein, die du als bessere Alternative empfindest, aber lasse uns Piraten hier bitte in Ruhe.

Die Piraten sind alternativlos. Es gibt keine Partei, welche in ihrer Gesamtheit so gute Lösungen und Vorschläge hat, wie die Piraten.
Wenn es sie nicht geben würde, müsste man sie gründen.

Gruß
Andi

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Anstatt mich hier triggern zu lassen, wegen einem der endlosen Richtungsdiskurse, einfach mal grundsätzlich zurück gefragt: Welche Existenzberechtigung hat den die FDP - außer der Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft zu sein? Ich weiß wovon ich rede, ich kenn das alles von meinem Vater (und hatte mich in jungen Jahren da mals selbst kurz verirrt, bevor ich dessen gewahr wurde, wie karierregeil die da sind und wie beliebig da Themen als taktisch-strategischer Spielball gehandhabt werden.
Und welche Existenzberechtigung bzw. Bedeutung hat denn heutzutage irgendeine Partei im Hinblick auf ihre “Grundsätze” angesichts der Pluralität und der ausgeprägt politischen Reife sehr vieler Wähler, die sich oft eher kurz vor einer Wahl mehr so taktisch entscheiden?

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Ich lese hier im Forum oder als Aussage von Piraten so etwas öfter - “Politische Reife” - ja natürlich möge es vielen auch an dieser Reife fehlen. Viele entscheiden dann eben aus dem Bauch heraus, aus ihren Erfahrungen, das was die Eltern vorgemacht haben. Aber ist es nicht so, dass die wählenden Personen oft gar keine Zeit haben, sich mit Programmen, Aussagen von Parteien auseinandersetzen zu können? Ich bemerke es doch an mir selbst das ich oft überhaupt keine Zeit habe, weil ich 2 Kinder habe, Familie und einen Job, so dass ich eben froh bin meine Ruhe zu haben. Politische Betätigung, sei es als “Freizeitpolitiker” in irgend einem Ortsparlament oder hier im Forum/in dieser Partei, bedeutet sich mit Themen freiwillig auseinanderzusetzen, die oft weit über den persönlich erlebten Alltag hinausgehen. Ich kann keinem einen Vorwurf daraus machen, wenn die Person, nach getaner Arbeit, lieber zum Angeln fährt oder an der Modelleisenbahn schraubt oder am Auto oder lieber den ganzen Abend strickt. Das dann als “fehlende politische Reife” darzustellen, finde ich dann immer etwas überheblich. Wobei das kein Phänomen allein der Piraten ist. Diese Einstellung geht durch viele politische Gremien, welche dann in der Entmündigung der Bürger gipfelt und zu Aussagen wie “Wir können keine Volksentscheide durchführen, der Bürger kenne ja nicht alle Fakten”. @Gernial, das ist jetzt keine direkte Kritik an Deiner Aussage, es soll nur allgemein als Beispiel dafür herhalten, wie ich die aktuell durchgeführte Politik in Deutschland sehe.

Wer arbeitet, eine Familie zu versorgen hat, der kämpft zuerst um den eigenen Arsch, damit das Dach über dem Kopf erhalten bleibt, die Kinder versorgt sind usw. Wenn dann noch Zeit bleibt etwas Erholung vom Alltagsstress zu haben, der kann sich politisch betätigen. Erst dann wird man die Chance haben, sich eine echte Meinung zu bilden. Das als “unpolitisch” oder gar als “fehlende Reife” darzustellen, ich bin weit davon entfernt das als politischen Willensbildungsprozess anzuerkennen. Da hilft eben auch kein Wahlomat, der in meinen Augen nur eine Art von Vernebelungsaktion ist und den Wählern suggerieren soll, dass im Staat so etwas wie Transparenz oder freie Willensbildung zu Wahlen herrsche. Also wieder Stress, nur dann nicht mit Arbeit und Familie sondern mit diffusen politischen Inhalten. Nicht zuletzt führt das dazu, dass man dann doch nicht von der Arbeit abschaltet und sich erholt sondern auch nur wieder sich mit Problemen “belastet”.

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Der nächste 1V geht, weil er den Markenkern verlorengehen sieht:


Aber wir können ruhig weiter Volkspartei mit Lösung für alles sein.

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Die Piratenpartei ist gescheitert.
Seit 2013 macht nur noch eine handvoll AGs politische Arbeit und das mit mit einer kleinen einstelligen Zahl von Aktiven.
Die Piratenpartei kann gerade mal politische Aktionen Unterstützen wie die Artikel 13 Proteste, eigene politische Aktionen bringt sie auf Bundes- oder Landesebene nicht.

Natürlich gibt es Kommunale Vertreter, die eine gute Arbeit machen, aber sie sind in der Regel alleine und kämpfen ohne Unterstützung ihren Kampf.
Politische Threads hier im Forum haben nicht annähernd die Resonanz wie organisatorisches.

Das politische Thema der nächsten Jahre ist der Klimawandel und viele meinen die Piratenpartei soll sich da raushalten, weil das Thema den Grünen gehört.

Die Piratenpartei hat nicht ihren Markenkern verloren, sie war schon Jahrelang nicht mehr politisch und antatt ihre Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, will jeder seinen eigenen KV oder OV seine eigene IT seine eigenen Plakate kurz eigentlich will jeder für sich sein und keiner gemeinsam eine Partei und schon gar nicht eine politische Partei.

Natürlich würde es eine Partei brauchen in der jeder politisch Mitarbeiten kann, aus der neue Ideen kommen und die sich mit der Zukunft beschäftigt. Die sich tatsächlich mit den Problemen der Menschen auseinander setzt. In der sich die Mitglieder mit Respekt behandeln und in der Kompetenz etwas bedeutet.

Aber diese Partei will die Piratenpartei nicht sein.

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Oops - da bringt’s mal eine® genau auf den Punkt.
Ergänzen möchte ich: Die meisten Menschen in Deutschland haben ihren Lebensstil gewählt - oder nennen wir es besser Level; getrieben von Werbeaussagen und der allgemeinen Mär, man müsse nur richtig strampeln, um “nach oben” zu kommen. Und während wir strampeln, mit Verbissenheit und oft genug lustlos unseren Job tun, bleibt kaum Zeit für andere Dinge. Zu diesen anderen Dingen gehört eben auch der politische Diskurs.

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