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Etwas zum Thema Vergangenheitsbewältigung


#1

Ich hab gerade über der dampfenden Kaffeetasse einen Artikel gelesen, der die Probleme der Vergangenheitsbewältigung thematisiert / benennt. Hierbei geht es nicht um private (persönliche) Traumata, sondern um kollektive und öffentliche Vergangenheitsbewältigung. Natürlich geht es um die Zeit nach 45.
Egal - ich halte den Artikel - für die Piratenpartei heute - so lesenswert, dass ich ihn hier verlinke und gerne von Euch hören möchte, wie schwer ist es für Euch, die Fehler der Vergangenheit in der Piratenpartei aufzuarbeiten.

Der kurze Artikel Empathie und Widerspruch Empathie und Widerspruch aus der Jungen Welt - Lesezeit 3 Minuten.

Auch die Aufarbeitung der Vergangenheit, von der jahrzehntelang die Rede war, war mit einer teils bewussten, teils unbewussten Abwehrhaltung verbunden. In Wahrheit sollte schon früh ein Schlussstrich gezogen werden, die Vergangenheit sollte »bewältigt«, also zu den Akten gelegt werden, alles sollte nach der Intention der Täter vergessen und vergeben sein. Freilich konnte der Bann der Vergangenheit so nicht gebrochen werden, wie Adorno bereits 1959 in einem wichtigen Vortrag feststellte, dies hätte nur durch »helles Bewusstsein« geschehen können.

Darum …


Was muss die Partei jetzt tun um wieder erfolgreich zu werden?
#2

Bei Piraten erlebte ich bislang keinen kollektiven Narzissmus der an der Verarbeitung der Parteigeschichte hindert, eher kollektive Schuldgefühle, die hemmen und demotivieren, sogar Schuldgefühle und Scham für Taten von Piraten die dramatisch und schrecklich waren, aber nichts mit der Parteipolitik als solcher zu tun haben. Wir haben uns gerade in kleinen LVs immer auch persönlich gut gekannt und kennen einander teilweise auch sehr privat. Professionalisierung und damit auch professionelle Distanz, gab es zu wenig, wir waren doch eine “Familie” alle mit hohen Idealen und Weltverbesserungsgedanken, dass die Realität nicht so einfach ist, und auch der Vertrauensbruch und Verrat, Teil des politischen Geschäftes sind, haben viele nicht verkraftet, ich kann sehr viele Austritte so gut nachvollziehen, doch der fortwährende Brain-Drain tut jedesmal erneut weh, denn wir kennen uns doch schon so viele Jahre. Ich versuche zu verdrängen, sonst wäre ich nicht mehr dabei, das muss ich ehrlicherweise so konstatieren.


#3

Es ist ja der individuelle Narzissmus. Das Feiern der “Schwarmintelligenz” hat eben die ganzen Spinner die früher irgendwo ,sabbernd, in einer Ecke des Stammtisches sassen und belächelt wurden angezogen, weil sie plötzlich eine grössere Bühne hatten. Entsprechend sind sie jetzt beleidigt weil sie nicht “auf den Schultern der anderen” nach Berlin getragen wurden oder sonstigen verschwörungstheoretischen (Geld) oder esoterischen (Gewaltmedizin) Müll umsetzen konnten (vielleicht klebt ja irgendwo noch ein Herzchen).

Die Piratenpartei sollte m.E. halt aufpassen, dass ob der Ausdünnung der Basis nicht solcher Unsinn wieder eine Bedeutung bekommt die eigentlich, nach langen Kämpfen, längst verhindert war.

Zumindest die Piraten Ennepe- Ruhr unterstützen da in die richtige Richtung, das mag dem Flügel aus Brandenburg Nord, womöglich weniger gefallen. der Piratenpartei aber den Weg in die Welt der Wahnwichtel ersparen.

http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/11/01/keine-buehne-fuer-aluhuete-noawk/


BPT 18.2, SO001: Auflösung
#4

#Luis: Du bist kein Parteimitglied.


#5

Meine Ansicht nach liegt ein Problem der Vergangenheitsbewältigung darin, dass es fast keine gemeinsame Vergangenheit gibt.

Mailinglisten waren immer regional und/oder thematisch beschränkt. Ein Stammtisch in NRW wusste so gut wie nix über Aktionen von Stammtischen in Bayern. Vermutlich wusste dieser Stammtisch nicht mal was über die Piraten 2 Kreise weiter.

Erst als Ende 2011 Piraten plötzlich in den überregionalen Medien auftauchten wurden regionale Blasen miteinander verknüpft und damit auch viele Konflikte ausgelöst.


#6

Verdammt schwer bis unmöglich. Liegt allein an der individuellen Verstrickung eines jeden selbst.


#7

Ach Leute. Die verdammte Vergangenheit interessiert mich nicht (mehr). Ich hab in den letzten 4 Jahren genug Geschichten gehört…die sichtweisen haben miteinander nichts zu tun und ohne eine professionelle aussenstehende Historikerkommision aus drei Fachbereichen, die das ordentlich erforscht ist da leider nichts mehr zu machen. Ich hab darauf auf jeden Fall genausowenig Lust wie auf diese Parteiauflöserei. Wer was aufarbeiten möchte möge sich einen Arzt suchen, der in 5 Appripa …dingsda Sitzungen klärt ob das tatsächlich nötig ist oder ob er so klar kommt. Das ist nicht immer gleich klar. Ich arbeite sehr gerne mit Mitgliedern die 2017 oder 2018 beigetreten sind. Es gibt übrigens auch in der Psychologie eine Richtung (die Verhaltenstherapeutische), die darauf verzichtet sich mit den Ereignissen in der Kindheit auseinanderzusetzen, sondern einfach versucht aktuelle Schwierigkeiten transparent zu machen und Sie zu verändern.


#8

Wird in der Medizin auch gerne gemacht. Symptome behandeln anstelle die Ursachen zu erforschen oder abzustellen.

Wenn Dein Auto Öl verliert, dann kippst Du halt Öl nach… ist viel einfacher als z.B.den kaputten Simmering oder Dichtungen zu tauschen :rofl:

Piratenpolitik wird ja genau so betrieben: Symptome “beseitigen” anstelle die Ursachen zu erforschen.


#9

Es gibt mehrere Arten von Ursachen:

  • u.a. die funktionale Ursache und die historische Ursache,
  • beide hängen mit der Kausalität und Korrelation zusammen. Etwas ist, sowie es ist, weil bestimmte Faktoren in der Vergangenheit zusammengekommen sind und etwas ist, sowie es ist, weil in der Gegenwart bestimmte Faktoren zusammenkommen.

Die Gegenwart sollte die größere Rolle spielen, da an der Vergangenheit sowieso nichts mehr verändert werden kann. Von daher begrüße ich den verhaltenstherapeutischen Ansatz.


#10

Und man ist den Konflikten begegnet, indem man die Eindringlinge willkommen geheißen hat.

Wie sehr kann eine Partei sich hassen?


#11

Kognitiv in der Gegenwart zu sein ist wohl richtig. Probleme entstehen dort, wo durch einen Trigger aus der Gegenwart eine (starke) Emotion aus der Vergangenheit wachgerufen wird. Siehe dazu Francois Lelord, Christophe André - die Macht der Emotionen
Das kann so weit gehen, dass traumatische Erlebnisse im emotionalen Gedächtnis dem Betroffenen jegliche Handlungsfreiheit nehmen. Dieser Verlust der Handlungsfreiheit ist nach meinen Beobachtungen für alles Ursache was Menschen im Zusammenleben Schlechtes erleben. Das sind die destruktiven Augenblicke im Zwischenmenschlichen.


#12

Ich habe den Artikel nicht gelesen, ich wollte zuerst mal weiter lesen, was hier noch so steht. Und da fiel mir dieser Satz auf:

Danke an die Elfe, Du hast mich mit genau diesem einen Satz auf eine grandiose Idee gebracht. Kein Witz, es ist wirklich so, denn ich habe keine halbe Stunde später eine Entscheidung getroffen. ;o) (Dazu an geeigneter Stelle und später mehr)

Ich möchte nur eines hinzufügen. Du bist vielleicht nie Täter oder Opfer gewesen. Etwas drastischer ausgedrückt: “Warum noch mal gibt es heute eine Stasiunterlagenbehörde?”. Es geht da in der Hauptsache um “Vergangenheitsbewältigung”, die für die OPFER wichtig ist! Und genau das war für mich die zündende Idee. ;o)

Nö, sind ja nur alle bei Piraten. Wenn das mal keine Gemeinsamkeit ist, na dann weiß ich auch nicht weiter.

Und der Rest vom Post ist ja nun … Alter …

Ich machs in kurz:
Dortmund -> Bochum -> Herne

Was geht mich Herne an? Nix. Ich meine, 1.000 Abgeordnete in irgend welchen Gremien machen 10.000 $Dinge. Ihr wisst wie viel Output kommen würde? Wer soll das alles “lesen”? Drastisches Beispiel, “früher” gab es Informationen aus Herne lediglich, wenn irgend eine Katastrophe gewesen ist. Und auch das oft erst mit Tagen Verspätung, als “der Aufreger” schon lange vorbei war. Und was geht mich Bochum an? Naja, vielleicht etwas mehr, aber nicht wirklich. Was stört mich deren Konzerthaus?!

Ich sags mal so, es ist an der Zeit genau diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Nur anders als ihr denkt. ganz anders. ;o)


#13

Vielleicht Dein Grundproblem, womöglich geht Dich ja gar nichts an ausser Du selber? Du bist womöglich Deine eigene Schwarmintelligenz?


#14

Was ist parteischädigendes Verhalten lt. Satzung §6 ff?
Jedoch - wenn man als nicht Partei Mitglied so etwas hier im Forum macht kann man ja gar nicht ausgeschlossen werden und deshalb braucht man sich über “parteischädigendes Verhalten von Nicht Partei Mitgliedern” auch keinen Kopf machen. Dann macht die Existenz dieses LouisBeiträge Proxy doch Sinn, wenn bestimmte Parteimitglieder raffiniert und unauffällig raus geekelt werden sollen.

Das merken die nie!!!


#15

Du solltest dringend was gegen Deine Paranoia machen und andere youtubefilmchen schauen. Wer wo ausgeschlossen wurde, nunja, ich darf zumindest noch zu jedem Stammtisch. Aktualisiere doch mal Deinen Twitteraccount, da steht Ex-Pirat.


#16

Nicht im juristischen Sinne. Aber wir sollten und schon gedanken machen, wie parteischädigende Äußerungen hier wegmoderiert werden können.


#17

“Äußerungen wegmoderieren”, soso. Früher hieß das Stoppschild…