Ergebnisse und Nachbesprechung zur Europawahl 2019

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Der “DeinWal” funktioniert auch nach diesem Prinzip:

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Danke!
Cool, kannte ich so noch nicht.

Das müsste sich doch nutzen lassen.

Gruß
Andi

Sorry, da ich nicht aus irgendeinem Loch gekrochen bin, sondern daueraktiv für unsere Partei bin, weiss ich nun aber auch nicht, was Du mit 2ten Teil meinst. Ist ein Absatz?

PS: Spezifiere das doch bitte, damit ich was dazu sagen kann.

Falls das der 2. Teil ist, dem kann ich grob zustimmen.

Deine “strukturellen Probleme” rühren m.E. daher, dass wir kein signifikanntes Profil mehr haben.
Wir sind noch nicht mal mehr “Die Internetpartei”, sondern eher die “Ach, gibt’s die noch Partei”.

Sry für die fiesen Worte, wer Wahlkampf in der Fussgängerzone gemacht hat, weiss wovon ich rede.

Hatte vor geraumer Zeit mal vorgeschlagen, das Programm auf Digitales zu beschränken und dem Parteilogo eine Kernbotschaft hinzuzufügen: Sozial - Liberal - Digital

Wollte keiner, oder fast keiner.
Und einen alternativen Vorschlag für mehr Profil habe ich nicht sehen.

Es wäre erstmal gut zu analysieren, warum die Tschechen 14% haben,?

Ich sag’s mal so:

Es wäre gut, wenn die Tschechen analysierten, warum die deutschen Piraten heute < 1% haben.
:wink:

Dann wärs auch gut zu analysieren, warum die Wahlbeteiligung in Tschechien unter 20 % liegt.

Die hatten keine Reda? Auch sonst waren sie von destruktiven Kräften in der Vergangenheit verschont? Genügt das als erstes?

Autsch - Tiefschlag! ,o)

Jedoch ist das Sache der Tschechen, nicht unsere. Ich denke wir haben hier genug selbst zu analysieren.

Erinnert sich noch jemand an die Zeit so um 2010 // 2012? Da gab es Piraten die ein “Lebensgefühl” transportierten. Die Fahne war immer mit dabei. Man “vernetzte” ganze ICE-Abteile, nur um Internet und Strom zu haben und ließ völlig unbeteiligte daran teilhaben.

Auch wenn durch meine jetzt folgende Aussage nun einige verstrahlte kommen und mich wieder zu einem Rechten abstempeln werden, das waren genau jene Zeiten, in denen Piraten als “wählbar” galten, weil sie Problematiken Themenbezogen angingen. Sie waren eben weder Rechts noch Links, wir waren “vorn”. Wir waren jene die offen zeigten, einen möglichen Weg in die Zukunft gefunden zu haben. Leider wird seit Ende 2013 eine erbitterte Debatte genau darüber geführt, was wir nun seien. Wir sind wer wir sind, Punkt - Ende. Wer damit nicht klar kommt soll weiterhin A*D pushen gehen. Ende dieser Durchsage.

Es geht nur noch ohne eine Doktrin, alles andere ist und bleibt unglaubwürdig. Das Lebensgefühl muss wiederkehren, dann klappts auch wieder mit Piraten.

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Genau dafür braucht es ein geschärftes Profil und nicht das Gegenteil, einen Flickenteppich von vorgefertigten und damit verbindlichen Positionen.

An ein geschärftes Profil kann man dann von mir aus auch als Motiv verstehen, welches dann ganz von allein auch ein Lebensgefühl ausdrückt.

Zunächst bleibt mal festzuhalten, daß die Wahlbeteiligung um 8 Mio Bürger von 30 Mio auf 38 Mio angestiegen ist, davon 1,9 Mio in BY von 3,9 Mio auf 5,8 Mio.

Die Strategie, man möge Manfred Weber unterstützen, war sehr erfolgreich.
Die CSU kam so auf 40,7% der Stimmen, ca. 800.000 Stimmen mehr auf 2,35 Mio.

In Niederbayern kam die CSU dank Weber auf 52%, in seiner niederbayerischen Heitmatgemeinde auf 74%.

Die Grünen haben ca. 630.000 Stimmen hinzugewonnen, von 470.000 auf 1,1 Mio.

:
Wenn ich mir die Ergebnisse so ansehe:

  • Eine koordinierte Plakatierung in der Fläche,
  • Plakate die frei von Lizenzrechten sind,
  • ein Plakatdesign, das allen zur Verfügung gestellt wird,
  • von den Landesveränden in Eigenregie gestaltete Plakate,
  • ein Plakatdesign, das auf Kontinuität in einem Landesverband setzt,
  • ein Plakatdesgn das neben der künstlerischen Selbstverwirklichung auf Werbewirksamkeit setzt,
  • einen PShop, der marktübliche Preise verlangt,
  • einen Plakatausrüster, der Plakate rechtzeitig und termingetreu liefert,
  • gutes Wetter.

Bei Erfüllung obiger Punkte wird es möglich sein bei der nächsten Bundestagswahl 2022 wieder 0,5% der Stimmen zu erreichen, ansonsten wird es nichts.
Wenn man da schon mal was abarbeiten könnte, wäre das sehr hilfreich.

Das ist die falsche Frage.
Es gibt keine 5 funktionierende regelmäßig arbeitende AGs die politische Inhalte erarbeiten.
Sogar für Kernthemen gibt es im Moment keine Leute.
Teile unseres Programms sind 10 Jahre alt und müssten mal angepasst werden.
Das Wiki ist nicht wirklich transparent.
Die meisten Piraten kennen das eigene Programm nicht.
Wir leben als Partei unser eigenen Ideale nicht.
Wir wählen immer noch uns völlig unbekannte Leute auf Listen und in Vorstände und wundern uns dann was wir uns damit für Probleme eingehandelt haben.
Und die Liste ist keineswegs vollständig.

Ob wir besser abgeschnitten hätten wenn diese Probleme gelöst wären, ich denke schon.

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Nicht vergessen, dass Herr Peksa auch bei Piraten Deutschland ist. Es wäre interessant Ihn zur Analyse zu beauftragen :slight_smile:

Die Tschechen hatten ein Korruptionsproblem in der Politik, in einem Ausmaß, der mit hier nicht zu vergleichen ist. Die Isländer hatten ein riesiges Bankenproblem in das die etablierte Politik verwickelt war.

Der Erfolg aus anderen Ländern ist nicht kopierbar.

Die deutschen Piraten hatten 2011 das Glück, dass von allen Parteien enttäuschte Wähler in Berlin aus Protest etwas frischen Wind in AGH bringen wollten und deshalb Piraten gewählt haben.
Die Chance ist verspielt worden und 6 Monate später war der Hype vorbei.

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Schauen wir auch mal zu unserer nahezu-Anagramm-Partei, der PARTEI. Was haben Sonneborn und co besser gemacht, dass es dort für 2 Sitze gereicht hat? Für mich ist das viel das gleiche Gefühl. Wobei beim PARTEI-Wählen immer viel Trotz dabei zu sein scheint (und natürlich der geile Gaga, haha …). Gleichzeitig kann man nicht abstreiten, dass die PARTEI sehr plakative, wirksame Werbungen hat. Immer sehr aktuelle Plakate als Antworten auf relevante Fragen (bundesweit sowie lokal). Wie ließe sich das - naja, nicht kopieren, aber bei den Piraten anwenden?

Ganz einfach:
Die Partei arbeitet mit Köpfen die für die Partei stehen. Die beiden Spitzenkandidaten waren schon in den Medien vertreten und im Netz bekannt, bevor sie für die Partei kandierten.
Sonneborn und Co. haben ein klare hierarchische Struktur in der Partei, anders könntest du so eine Liste mit Nazinamen nicht aufstellen.

Richtig. Meine Meinung dazu: Der Erfolg war dem Phänomen “Protestpartei” geschuldet. 2013 kam dann die AFD, die hat dann die Denkzettel Wähler auf sich gezogen. Das hat uns dann in der Folge die paar Prozent gekostet, die wir zum Einzug brauchten.
Damit waren wir noch weniger präsent, ein Teufelskreis.

Wir hatten dann zwar, wie 2011 immer von den Medien gefordert ein Komplettprogramm, fanden in den Medien aber nicht mehr statt, da sich diese auf die AFD konzentrierten, die mehr Schlagzeilen produzierte.

Das passt zu meiner obigen These. Sonneborn findet in den Medien statt. Das reicht dann für die paar Prozent, die er braucht.

Nicht umsonst mache ich immer wieder darauf aufmerksam, dass Marketing auch über Parteien wichtig ist.

Gruß
Andi

Es ist die falsche Frage an der falschen Stelle.
Was macht die AfD besser, dass sie soviele Sitze bekommt?
Will ich das?
Nein, will ich nicht, brauche ich nicht und mache ich nicht.

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Für die Europawahl ja, aber die PARTEI hat auch auf kommunaler Ebene viele Erfolge. Während Piraten (zumindest die, die ich mitkriege) in Kommunalparlamenten sich seriös abarbeiten, macht die PARTEI ein paar provokante Späße (die durchaus ernste Kerne haben) und das wird honoriert. Ich habe auch das Gefühl, die Anti-CDU-Kampagne hat der PARTEI durchaus geholfen nochmal (mehr als den Piraten).

Hätten wir mehr aktive Leute gehabt, hätten wir mehr reißen können. Ich glaube, daran hat es am meisten gemangelt. Es fehlten Plakate, zu mobilisierende Leute für Aktionen (auch online) und Präsenz. Ich glaube aber, mit Patrick im Parlament könnte das jetzt besser werden nach und nach.

Viele Leute, mit denen ich geredet habe, haben von Julia wenn überhaupt nur etwas am Rande mitbekommen. Von uns hat man fast gar nichts mitbekommen, obwohl wir mit den Protesten um die Urheberrechtsreform eigentlich ein Heimspiel gehabt hätten. Der Faktor Julias Warnung spielt imho fast keine Rolle für das Wahlergebnis.

Die CSU hat 50% mehr Stimmen als unter Seehofer.

Wir hatten primär einen Switch von der SPD zu den Grünen.

Die Umweltpolitik hat wohl eine deutlich geringe Rolle gespielt, als von vielen gedacht.
Ansonsten hätte die ödp in BY viel stärker von ihrem erfolgreichen “Bienen-retten”-Volksbegehren profitieren müssen. Das war doch deutlich besser als das, was die Grünen zu bieten haben.

Will man doch nicht.