Energiewende: Was passiert mit den alten Autos?

Die EU plant ja nun den Umstieg auf Elektro Autos zu forcieren um somit den CO2 Ausstoß zu senken. Ich bin mir sicher das sich so die CO2 Bilanz in Europa deutlich verbessern lässt, jedoch der weltweite CO2 Ausstoß dabei durch diese Maßnahme mittelfristig nicht so sehr abnehmen wird wie erhofft.
Denn es ist ja davon auszugehen das ein Großteil unserer Verbrenner Altfahrzeuge nicht so schnell verschwinden wird. Viele davon dürften dann als Gebrauchtfahrzeuge in Afrika oder Lateinamerika auf dem Gebrauchtmarkt landen und dort gegebenenfalls noch einige Jahrzehnte im Einsatz sein.

Wenn man sich die Videos von Lagos (Nigeria) zum Beispiel ansieht, dann sieht man dort jedenfalls sehr viele stark veraltete Deutsche Rostkarren herum fahren. Teils notdürftig zusammen geflickt um die Dinger irgendwie am laufen zu halten. Hinzu kommt das bei diesen Alt Karren immer öfter der Katalysator ausgebaut wird. Da sich aus den im Katalysator enthaltenen Rückständen und Schwermetallen die günstige Droge “Bombe” herstellen lässt welche in Afrika zunehmend gehandelt wird. Siehe:

Der Schadstoff Ausstoß der Altkarren dürfte dadurch dann nochmals um so einiges höher liegen als hierzulande.

Damit die Energiewende im Bereich Mobilität tatsächlich etwas bewirkt müsste sicher gestellt werden das die Verbrenner Autos innerhalb der EU nicht in Drittländer exportiert werden wo Sie dann noch gegebenenfalls Jahrzehnte lang herum fahren. Eine Unverkäuflichkeit für Altwagen würde jedoch den Umstiegt für Verbraucher in der EU teurer machen, da der Altwagen dann als Komplett Verlust abgeschrieben werden müsste. Eine solche Maßnahme dürfte politisch gesehen reichlich unpopulär und daher eher unrealistisch sein.

Zudem müssten auch Menschen in ärmeren Staaten Zugang zu kostengünstiger Elektromobilität bekommen. Dafür scheint es jedoch seitens der Industrieländer bisher keine Planungen zu geben wie das bewerkstelligt werden könnte. Ohne die Entwicklungs- und Schwellenländer mit einzubeziehen dürfte jedoch die Mobilitätswende meiner Ansicht nach nicht so schnell den weltweit erhofften Effekt bei der CO2 Einsparung erreichen.

Ich finde man brummt den Autoherstellern die Entsorgung ihrer Karren auf - und zwar rückwirkend. Dann haben wir nicht nur Halden mit unverkäuflichen Neufahrzeugen sondern auch Halden mit unverkäuflichen Altfahrzeugen.

Eine Abwrackprämie hatten wir schon einmal.
Ist die vernünftigste Methode.

Diese Abwrackprämie würden ebenfalls alle Bürger zahlen. In diesem Fall jedoch über die Steuern auch jene welche gar kein Auto besitzen und keine Neuanschaffung planen. Da stellt sich die Frage, wäre es Gerecht das die nicht Autobesitzer zahlen damit die Autobesitzer entschädigt bzw. die Autoindustrie subventioniert wird ?

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Zur Zeit werden alle neu zugelassenen E-Autos mit 6000 EUR vom Staat und 3000 EUR von den Herstellern subventioniert.
Zum großen Teil kommt das Geld aus den CO2-Zertikaten, zusätzlich gibt es seit diesem Jahr aber auch einen CO2-Preis auf Benzin, Diesel, Gas, insgesamt 7,5 Mrd.

Es wäre somit durchaus möglich Abwrackprämien z.B. mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Benzin oder Diesel zu bezahlen.
Zudem kommt eine Reduzierung der Erderwärmung allen zugute und alte Autos lassen sich auch nicht mehr so einfach reparieren und Instand halten, wie das noch früher möglich war.
Ein 30 Jahre Mercedes wird in Afrika in 10 Jahren nicht mehr fahren, heute schon, da es keine kostengünstige Ersatzteile für die Motorentechnik mehr geben wird.

Die Altfahrzeuge verlieren massiv an Attraktivität, da (wie schon geschrieben) Ersatzteile ein Faktor sind und davon braucht ein Verbrenner nun mal ziemlich viele, Benzin/Diesel auch im Rest der Welt nicht billiger wird und sich Strom mit PV sehr billig überall selber produzieren lässt.
Was die Angebote an Fahrzeugen angeht, China und Indien sind dabei zunehmend eAutos zu produzieren, die bei uns zwar niemand fahren würde (und der TÜV es auch nicht zulässt…), die aber jetzt schon für wenige 1000€ als Neuwagen zu haben sind.

Für China/Indien kann das schon funktionieren. Da gibt es ja auch eine halbwegs zuverlässige Energieversorgung. Diese ist aber Vorraussetzung dafür und zwar flächendeckend ohne all zu viele Ausfälle. Das ist in vielen Ländern einfach noch nicht gegeben.

Die Dorf-PV-Anlage dürfte die einzig zuverlässige Energieversorgung auf dem Lande sein.

Heute tagt man bei VW und bespricht schon mal, dass Tesla in Brandenburg mit 10.000 Mitarbeitern 500.000 Fahrzeuge herstellen will und VW mit 25.000 Mitarbeitern 700.000 Fahrzeuge herstellt.

Und chinesische Hersteller wie XPeng oder Weltmeister werden schon dafür sorgen, dass es weltweit günstige Elektrofahrzeuge gibt.
Aber Elektroautos können ja viel mehr, wie der Elektrotruck F150 von Ford zeigt.
Immer und überall Strom.
Verbrenner sind überholt und tot, auch in Entwicklungsländern.
Alufelgen, Audiosound und Metalllackierung reichen als Innovation nicht mehr.

Die Konzepte der Autokonzerne sind überhaupt nicht zukunftweisend. Wahrscheinlich nur auf politischen Empfehlungen konstruiert (Weswegen sich Spitzenpolitiker auf Internationalen Automessen immer noch über angebliche Innovationen freuen können)

  • Es gibt immer noch keine Nachhaltigkeit bei Autos. Teile können nicht einfach ersetzt werden. Der unnötige technische Schnickschnack im Auto macht die Konstruktion unnötig komplizierter und das Endprodukt unnötig teurer. Nachhaltigkeit ist bessere Zukunft, als dieses Geschwafel von E-Mobilität.

  • Jetzt wo den Autoherstellern die Chips ausgehen werden, haben diese keinen Plan von Alternativen. Die machen sich viel zu abhängig von anderen, egal ob Kraftstoffe, Technik, Material…

  • Autobauer können keine echten Innovationen mehr. Stattdessen setzen sie zu sehr auf sichere Konzepte. Haben zu viel Angst um ihre eigene Zukunft.

So ein eAuto nimmt auch diskontinuierlichen Strom und auch von der lokalen PV-Anlage auf dem eigenen Dach. Das stabile Netz ist dafür kein Faktor, im Gegenteil, die eAutos können sogar helfen ein Netz zu stabilisieren, da sie sich mindestens als abschaltbare Last gut eignen.

Ja, diese doofen Autos sind sogar von der Gravitation abhängig, ohne die haben die keine Bodenhaftung und können nicht fahren…

…was wolltest Du uns jetzt sagen?

Du meinst die Deutschen Autobauer ! Tesla oder die Chinesen die können das mit dieser Innovation schon recht gut. Eher gehen dann die hiesigen Dinosaurier eben unter und mit ihnen eben auch die Arbeitsplätze.

Tesla hat doch in eigene Chip Fertigung investiert, sollte denen also egal sein wenn die Deutschen Saurier da so ein Problem haben…

Nein, haben sie nicht. Eigene Chips entwickelt ja, aber nicht eine eigene Fab gebaut. Die sind genau so davon abhängig, dass Kapazitäten bei einer Foundry zur Verfügung stehen, wie die anderen auch.