Einschränkung von Werbung für den Umweltschutz?

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Vergabe von öffentlichen Aufträgen, hier Außenwerbung durch Kommunen, Vertragsbedingungen

Digitalisierung von Werbung

sind übrigens interessante kommunale Betätigungsfelder, da damit das Stadtbild geprägt als auch Einnahmen generiert werden.

Solche Ausschreibungen können eine Vielzahl von Vertragsbedingungen enthalten.

Greenpeace Deutschland gab laut Geschäftsbericht z.B. im Jahre 2017 bei Gesamtausgaben von 61,8 Mio EUR ca. 4,7 Mio EUR für Werbung aus (Anzeigen, Spendenbriefe, Erbschaftsbroschüren, Standwerbung, Neuförderergewinnung)

Unabhängig vom hier diskutierten Thema sollte ein Verbot immer der letzte Ausweg sein.
Und ich sehe auch hier noch keine Anstrengungen die Probleme mit der Werbung auf andere Weise zu lösen.

Ein Verbot ist immer die einfachste “Lösung” aber sicher nicht immer die beste.

Gruß
Andi

Darf ich noch ergänzen.

  • was wird aus der Werbung für umweltfreundliche Produkte?
  • was wird aus der Werbung für effizientere Produkte?
  • was wird aus der Werbung für uns als Partei?
    usw.

Fazit: Werbung solange sie wahrheitsgemäß erfolgt ist nicht perse schlecht.

Also bitte andere Möglichkeiten finden.

Gruß
Andi

Und schon sind wir wieder in einer wunderbaren Begriffsdiskussion, was eigentlich “Werbung” ist.
Sachlich richtige Informationen über ein Produkt oder über eine Partei sind m.E. keine Werbung. Werbung beginnt für mich spätestens dort, wo gezielt versucht wird, abseits der Fakten ein Produkt zum Kauf oder eine Partei zur Wahl feilzubieten. DAS lehne ich halt persönlich ab und wenn ich was zu sagen hätte, würde ich dergleichen Dinge tatsächlich verbieten. Mit dieser Phantasie bin ich keineswegs allein. Aber Eschbach musste mich mit seinem “Ein König für Deutschland” auch nicht unbedingt auf diesen Gedanken bringen.

Genau das ist in meinem persönlichen Begriffssystem halt keine Werbung. Nennen wir es vielleicht
“Produktinformation”.

Ich denke schon. Und das halte ich angesichts der immer prekärer werdenden Ressourcensituation auch für dringend angeraten.

Und wer klassifiziert dies?

Naja, Konzerne mit viel Geld könnten ihre “Produktinformation” überall weit verbreiten, NGOs ohne Geld können das nicht. Werbung besteht oft nur darin, dass ein Markenname überall erscheint (Fußballtrikots, Busse, usw)

Dies ist ein sehr schwieriger Grad, da Werbung sehr viele Facetten hat.
Nehmen wir jetzt mal die Natur die trickst, Blumen tricksen, Tiere tricksen, Optik, Düfte, alles primär Täuschen, um den anderen zu etwas bewegen, das er sonst nicht gemacht hätte.
Beim Menschen fällt da Kleidung darunter, Körperpflege (Frisur, Rasieren, Waschen, Duschen, Düfte ,), aber auch Mimik, Gestik …

Sich Illusionen hinzugeben und Reizen zu verfallen, muß jetzt nicht per se schlecht sein.

Man kann zum Ernähren Tabletten schlucken und Weltraumnahrung essen, zur Fastfood-Bude gehen oder schön Kochen.

Werbung will Illusionen erzeugen und keine wissenschaftliche Abhandlung sein.
Viele verrückte Dinge würde man nicht tun, wenn man sich nicht immer wieder Illusionen hingeben würde.

Die Aussage, “weißer als weiß” ist doch nichts anderes als die Illusion einen Fleck makellos beseitigen zu können, der bisher nicht beseitigt werden konnte.
In der Regel verweist das Versprechen direkt auf einen erkannten Mangel hin.
Der Hinweis “Klumpt nicht” weist auf das bisher bemängelnde Problem hin, dass es beim Umrühren bisher stets Klumpen gibt und man erwarten kann, dass das neue Produkt eventuell 5% weniger klumpt.
So ist das auch bei “christlich”, “sozial”, “umweltfreundlich”, “liberal”, “piratig”.

@derBorys
Klassifizierungen finden in Teilbereichen durchaus schon statt. Medizinern ist z.B. keine Werbung erlaubt. Dass einige es trotzdem auf Umwegen tun und durch Einflussnahme Pharmakonzerne pampern (was sie auch nicht ganz umsonst tun), steht auf einem ganz anderen Blatt.
Warum diese Klassifizierungen nicht ausweiten? Nach einigen persönlichen Erfahrungen aus jüngster Vergangenheit würde ich erst einmal Mobilfunk- und Internetverträge “klassifizieren”. Was in der Branche an Verarschung der Leute abläuft, ist einfach unglaublich.

Stimmt. Hier wäre die Politik gefragt, regulierend einzugreifen. Macht sie ja auch. Nur die Richtung dieser Regulierung erscheint mir ein bisschen … strange.

Fragen dazu:

  1. Wie viele “verrückte Dinge” können wir uns tatsächlich noch leisten? Wäre es nicht einfach mal besser, die “richtigen Dinge” zu tun.
  2. Wäre es außerdem nicht besser, wenn diese Dinge (verrückt, richtig oder falsch - ganz egal) aus uns selbst heraus entstünden (“Denk selbst”…)? Brauchen wir wirklich Denkhilfen in Form von Werbung?

Das Leben ist per Definition ein kurzer Zeitraum, den man nutzen sollte
No risk - no fun

Ja, denn das eigentliche Wissen ist doch sehr begrenzt, um keine Anregungen von Außen zu benötigen. Gleichzeitig werden diese Anregungen in der Regel kritisch hinterfragt. Du hast doch zig Beispiele genannt, wie eigenständig Du Werbung beurteilen kannst. Wir werden ständig von Fürs und Wider beworben und bilden uns dennoch eine Meinung und sei es nur ein Bauchgefühl.

Weil ich nicht fernsehe, sehe ich eigentlich nie Werbung, und das ist gut so. Ich habe aber auch tatsaechlich Leute getroffen, die Werbung sehen wollen.

Entsprechend waere die salomonische Loesung, dafuer zu sorgen, auch ein so weit wie moeglich werbefreies Leben fuehren zu koennen. Ich habe gehoert, dass google chrome dergestalt veraendern wird, dass uBlock origin nicht mehr drauf laufen wird. Unsere Aufgabe waere dann dafuer zu sorgen, dass Alternativen wie Firefox weiterhin eine funktionierende, werbefreie Option bleiben, mobil als auch desktop.

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nichts. Das weltweite Werbe Etat 2019 beträgt über 5 Billionen Dollar - allein für “online Werbung” sind es 333 Mrd

Diese hohen Beträge werden ausgegeben, weil sie komplett steuerlich absetzbar sind und weil die Nachfrage wohl doch nicht vom “Markt” geregelt wird -, sondern offensichtlich erst noch geschaffen werden muss.

Wie kann das angehen?

Also ich will Werbung!
Ich will Informationen über Angebote, manchmal durchaus gerne bevor ich weiss, dass ich ein Produkt brauche. Denn woher soll ich denn sonst wissen, dass es das gibt. Oder das ich zu viel für etwas bezahle.

Natürlich muss Werbung nicht immer auf Papier oder Plastik stattfinden. Ich brauche auch nicht dicke Kataloge, wenn fair im Internet schauen kann.

Und fair ist ein Problem. Es gibt Händler die ändern die Preise und das Sortiment, dass dir gezeigt wird Abhängig von dem Gerät das du zum Surfen benutzt. Und Nachfrage soll ja den Preis erhöhen und tatsächlich es gibt Händler da werden Produkte teurer wenn sie öfter angeschaut werden.
Das ging im gedruckten Katalog nicht so leicht.

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Es ging um Werbung für den Umweltschutz

  • Angebote
  • Preisvergleiche
    Preissteuerung (für Umweltschutz) in Abhängigkeit von der Hardware mit der ich die Website besuche? srsly?

Ich verstehe den Titel und die meisten Beiträge so, dass zum Zwecke des Umweltschutzes Werbung eingeschränkt werden soll.

Nö, es ging um
Einschränkung von Werbung
aus Umweltgesichtspunkten.

Ich fand das “Denk Selbst” der Piratenpartei immer recht gut.
Um aber entscheiden zu können, sind natürlich Aufklärung und Information wichtige Merkmale. Dies gehört doch ebenso zum Programm der Piraten, oder?
Und natürlich gibt es sinnvolle Verbote, dies steht ausser Frage.
Aber um genau dies zu entscheiden oder sogar in Gesetze zu gießen muss eben die Aufklärung erfolgen.
Es gibt nicht umsonst den Spruch: “Wo Argumente fehlen, gibt es Verbote!”

ja, kann eine Lösung sein. Aber :innocent:

Schauen wir mal auf die Autowerbung -
Dort wird z.B. ein VW UP mit 4,4 Liter und 101g/km CO2 beworben.
Ein großer Touareg verbraucht 9 Liter und 240g/km CO2.
(Beides aus ADAC)

Ist diese “Werbung” nicht auch geeignet, dem umweltbewussten Bürger klar zu machen, dass er auf keinen Fall einen Touareg kaufen darf?

Welche Werbung wollen/könnten wir denn hier verbieten?
Eigentlich nur diejenige, die unsere Emotionen und Instinkte anspricht, damit nicht weiter mehr SUV als Kleinwagen gekauft werden.
Aber würde dies ohne Werbung besser funktionieren als mit Werbung?
Oder erlauben wir nur Werbung für PKW die unter 5l verbrauchen?

Der Threadtitel lautet: Einschränkung von Werbung für den Umweltschutz?

Wenn man in der Lage wäre, den ersten Satz zu lesen, bestünde auch das notwendige Textverständnis,

Reden wir hier nur über Werbung im öffentlichen Raum wie im Eröffnungspost die Rede ist? Hier wird ja vom ÖR bis zum Internet alles zusammengeworfen.
Im Gegensatz dazu finde ich (nicht aufdringliche und am besten nicht extern zugeschaltete) Werbung im Internet relativ wichtig, um kostenlose Angebote finanzieren zu können. Nur als Stichwort.