Einschränkung von Werbung für den Umweltschutz?

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Unsere Konsumgesellschaft mit ihrem erheblichen Resourcen und Energieverbrauch ist in dieser Form wohl auch nur deshalb möglich weil die ständige Präsenz von Werbung dazu führt Bedürfnisse zu schaffen die so normalerweise möglicherweise gar nicht vorhanden wären.

Die Folge von Werbung ist somit steigender Konsum welcher negative Ökologische Folgen hat und den CO2 Ausstoß erhöht. Nicht zuletzt handelt es sich bei Werbung auch um eine bis zu einem gewissen grad Manipulative Kulturtechnik welche unsere Aufmerksamkeit ablenken soll. D.h handelt es sich bis zu einem gewissen Grad auch um verschwendete Lebenszeit. Hinzu kommt das die Kosten für die Werbung im Produktpreis enthalten sind, also die Konsumenten bares Geld kosten da die eigentlichen Produktkosten ohne Werbung günstiger wären. Die Folge ist also zudem eine Verteuerung des Lebensstandards welche gerade Geringverdiener betrifft.

Daher kommt mir gerade so Spontan die Frage auf ob es nicht sinnvoll wäre Werbung im öffentlichen Raum. z.B. auf Plakaten usw deutlich einzuschränken.

Wie sehr ihr das ?

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Ja schon, aber nach welchen Kriterien einschraenken?

Ich geh’ da noch einen Schritt weiter. Ich würde Werbung komplett verbieten, wohl wissend, dass Verbote total UNPIRATIG sind. Man kann ja erst einmal damit einfangen, dass man Werbung einschränkt, die Hirnzellen massenhaft tötet. Spontan fällt mir dazu Maschmayers DWS-Werbung ein. Oder noch krasser - die Check24-Family. Wenn ich das sehe, ist mir immer danach, ein kleines graues Würfelchen mit einem Zünder an den Flat-Screen anzubringen…
Es spricht nichts gegen die Präsentation von Produkteigenschaften. Sie müsste allerdings absolut authentisch und nachvollziehbar sein. Ob man das dann noch Werbung nennen kann, sei dahingestellt.
Welche Produkte für uns sinnvoll sind, müssten wir eigentlich selbst erkennen können. Da bin ich sowohl gegen das Pushen von irgendwelchen Dingen per aggressiver Werbung als auch das Verbot von Produkten aus irgendwelchen, meist ideologischen Gründen.

Wir sind Piraten, wir habe etwas gegen Verbote.

Kopfschüttelnder Gruß
Andi

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Also wo ich sofort und mMn absolut legitimerweise ein Werbungsverbot unterstuetzen wuerde ist beim ÖR! Es fuehrt dazu, dass Schrott fuer 50+ (zdf) und 60+ (ard) produziert wird, weil trotz maechtigen Beitraegen “unser gemeinsamer, freier Rundfunk” nach offensichtlichen marktwirtschaftlichen Prinzipien operiert und fuer Jugendliche nur die Brotkrumen der Spartensender uebrig bleiben.

Mit 15,3 Milliarden Euro Werbeausgaben bleibt Fernsehen weiterhin das Leitmedium der deutschen Werbungtreibenden, wobei das Wachstum nur noch bei 0,01 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt.

Hatte ich schon vermutet. Aber dennoch gibt es doch schon welche, die aus guten Gründen installiert sind und denen du vermutlich auch nicht widersprechen wirst. Es ist z.B. verboten, einem anderen Menschen körperliches Leid zuzufügen, es sei denn das Ziel des Angriffs ist gerade dabei, noch Schlimmeres zu tun. Verbote gibt es also bereits und um auf mein Beispiel zurück zu kommen: Die Check-24 - Family verursacht extremes, auch körperliches Unbehagen bei mir. Ich blende dabei sogar die Auswirkungen dieser Sorte Werbung (Verdummung, Verführung, Fehlleitung der Leute gegen ihre eigenen Interessen, z.T. mit massiven finanziellen Verlusten verbunden…) - es geht mir nur um die Art und Weise, wie dieser Schrott über die Mattscheibe flimmert.
Sieh’s mal so. Sind wir wirklich freier, wenn wir Verbote per se ablehnen? Sind wir nicht vielmehr - um beim Thema zu bleiben - Gefangene der Werbung? Haben wir selber eigentlich noch aus eigener Kraft die Chance, uns aus dieser Gefangenschaft zu befreien? Ich behaupte mal - für die Gesamtheit der Leute innerhalb der “entwickelten kapitalistischen Gesellschaft” ist dieser Zug längst abgefahren. Es wird am Ende nur zwei Dinge geben, die uns (vielleicht) zur Vernunft bringen:
a) (unangenehme) Fakten - der Klimawandel lässt grüßen
b) sinnvolle Verbote, die der Mehrheit nützen.

Was Verbote angeht - ich teile deine Meinung voll und ganz, wenn damit Einschränkungen unserer bürgerlichen Freiheiten verbunden sind. Diese Verbote sind definitv nicht sinnvoll - sie werden zum Wohle kleiner Minderheiten z.T. von diesen Minderheiten selbst generiert.
Ich frage mal in die Runde: Wer würde sich von einem teilweisen oder sogar strikten Werbeverbot in seiner persönlichen Freihheit eingeschränkt fühlen?

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Es sollte jetzt aber zwischen einem Werbeverbot und Verbraucherschutz unterschieden werden.

“Einige Verbraucherchutz-Regelungen” findest Du auf europäischer Ebene.
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32011L0083

Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl nationaler Regelungen zum Verbraucherschutz.

Wer kostenlosen öffentlichen ÖPNV in der City möchte, der wird an der optischen und akustischen Berieselung in den autonomen Wägelchen kaum vorbeikommen.

Wir habbe edwas gegge Vabooode - Impfverbote z.B. oder Globuli
mer sei ebbe Piraade :cowboy_hat_face:

Globuli? Ich habe nichts gegen Zuckerkügelchen. Auch nicht gegen die Werbung dafür.

Gegen was ich aber etwas habe, sind die Lügen die sie in der Werbung verbreiten.

Wobei das für alle Lügen gilt, welche in Werbung verbreitet werden. Und damit meine ich auch die Lügen, die durch zwar formal richtige Aussagen, die aber die meisten falsch verstehen müssen, verschleiert werden. *

Gruß
Andi
*nein ich meine keine offensichtliche Übertreibungen.

Fakenews: Christlich, sozial, alternativ, grün, liberal

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Dann sind wir uns ja (fast) einig…

Persönlich bin ich mehr für einen Antrag

den Grünen auf ihren Parteitagen die Nutzung von Toilettenpapier

zu verbieten.

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Unabhängig vom konkreten Thema: Das ist Teil des Problems dieser Partei. Wir sind oft aus Prinzip gegen Verbote, egal wie sinnvoll sie sein mögen. Alles was Freiheit einschränken KÖNNTE ist böse. Dabei ignorieren wir, dass es bereits jetzt jede Menge Verbote und Regelungen gibt, die uns zwar in erster Instanz einschränken, aber eigentlich doch sehr positiv sind. Wie Tensor schon schrieb:

On-Topic:
Ich halte das Thema auf jeden Fall für diskussionswürdig. Wir haben uns längst zu einer Konsumgesellschaft entwickelt, in der es nur um Kaufen, Kaufen, Kaufen geht. Das liegt auch massiv an der ständigen Werbung. Ein Verbot oder zumindest stärkere Richtlinien könnten dafür sorgen, dass wir wieder bewusster einkaufen und nicht nur danach greifen, was wir am öftesten gesehen haben, sondern wirklich mal überlegen, ob wir das wirklich brauchen.

Und ich weiß es gibt hier viele Menschen die der Meinung sind, sie würden davon ohnehin nicht beeinflusst werden. Erstens: Doch, werdet ihr sehr wahrscheinlich schon, ihr merkt es nur nicht bewusst und selbst wenn ihr zu den wenigen Menschen gehört, die es tatsächlich ignorieren können, die meisten Menschen können das nicht. Wer als Kind täglich Coca-Cola Werbung mit toller Musik und glücklichen Menschen sieht, der verknüpt diese Dinge miteinander und wird dann auch eher ne Coke als Pepsi kaufen, Psychologie. Gilt auch für Erwachsene, Kinder sind nur noch beeinflußbarer.

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Das macht so allgemein keinen Sinn. Es wäre schon notwendig zu definieren welche Werbeverbote wir zu den bereits bestehenen hinzufügen wollen. Und welche zusätzlichen Regeln wir zu den bereits bestehenden Regeln hinzufügen wollen. Es könnte auch einen heilsamen Einfluss haben Werbeeinschränkungen aufzuheben bzw. Einschränkungen durch das Wettbewerbsrecht. Vielleicht wäre vergleichende Werbung in der auf Nachteile schädlicher Produkte hingewiesen wird ein Fortschritt. Isgesamt wäre es natürlich auch toll, wenn wir tatsächlich aktuelle Positionen zum Verbraucherschutz vorweisen könnten.

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Ich habe Fragen bzw. Gedankenanstösse.

  • Würde ein Wegfall von Werbung dazu führen das Menschen weniger konsumieren?
  • Was würde durch den Wegfall von Werbung verteuert werden?
  • Was wäre Werbung die “verboten” gehören würde?
  • Was würde ein Werbeverbot in Deutschland in Zeiten des Internets denn bewirken?
  • Was bedeutet ein Werbeverbot für als Synonym genutzte Marken wie z.B. Tempo und Zewa?
  • Wie ist ein Werbeverbot mit den Grundsätzen von Aufklärung und “Denk / Informiere dich selbst” vereinbar?

Es gibt ja unterschiedliche Arten von Werbung: Eine Anzeige einer Bäckerei in einer Schülerzeitung finde ich super. Auch schlichte Ravioliwerbung in Computerzeitschriften ist OK. Was ich schlimm finde, ist verdummende Manipulation, die meistens online geschieht, durch Schleichwerbung, vorselektierte Auswahl, usw. Da denke ich auch an Fesbuk, Twitter u.a. Vor allem auch die damit einhergehende Ausschnüffelei von privatesten Infos, und der Handel damit. Früher im Laden: “oh, das steht Ihnen aber gut, schauen Sie doch mal hier, wir haben auch noch ganz süße Pullover…”. Beruht auf der Einschätzung der Kundin durch die Verkäuferin. Ist legitim, finde ich. Aber in dem Maßstag, wie Dir das online jetzt reinflasttert und wie Du jetzt verfolgt wirst, ist das nicht mehr so.

Es ist total schwer, hier Grenzen zu definieren, ohne gleichzeitig eine ausufernde Bürokratie und Ungerechtigkeiten zu produzieren.

Als “Denk Selbst!”-Partei müssen wir das Selberdenken, die Aufklärung, Transparenz stärken und intransparente Manipulationen und verdeckte Förderungen bekämpfen. Nicht nur die, die viel Geld haben, sollen werben dürfen, sondern v.a. auch nichtkommerzielle Inititativen, Vereine, NGOs, Bewegungen.

Ein wenig an der Diskussion vorbei: Hier in Offenbach wollte der ADFC für eine Veranstaltung werben, das ging nicht, weil die Stadt alle Werbeflächen komplett an Ströer verkauft hat, die ein Alleinvermarktungsrecht hat. Nur Parteien dürfen werben. Dummerweise haben die Grünen das als erste geschnallt, und die machen jetzt die Werbung für den ADFC, mit Grünen-Logo natürlich. (So habe ich das gehört)

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Werbung hat natürlich auch politische Folgen. In den USA kann man ja sehen wohin die Richtung geht. Ein Milliardär wie Trump kann sich einen Mega Wahlkampf mit viel Marketing leisten und gewinnt damit.

Zudem kommt ja auch hinzu das durch die Produktion des Werbematerials die Umwelt belastet wird, mit CO2, Plastikmüll von den alten Plakaten usw. Im grunde fände ich es sinnvoll auch die Plakatwerbung im Wahlkampf zu verbieten, das könnte somit auch kleinen Parteien zugute kommen und wäre förderlich für die demokratische Vielfalt. Parteien müssten dann echte Präsenz zeigen, z.B. bei Infoständen und mit den Leuten reden um Sie zu überzeugen anstatt private Firmen zu bezahlen um die Landschaft mit Werbung voll zu pflastern.

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Ist ein “Infostand” nicht auch schon Werbung? Und das Material dort?