Ein Plädoyer für mehr Soziales

Es gibt nur sehr wenig Aktivität in der Partei bezüglich Wirtschaft, obwohl es so ein eminentes Thema ist, und wir haben im letzten halben Jahr meines Wissens nach kein einziges Statement bezüglich wirtschaftlicher Entwicklungen oder Geschehnisse veröffentlicht. Dasselbe natürlich mit Finanzen, die ja natürlich auch nichts mit Wirtschaft zu tun haben und klinisch getrennt werden müssen, weswegen wir uns nicht z.B. positiv zum französischen Vorstoss einer Digitalsteuer für GAFA positioniert haben. Schade!

Anträge sind mir ziemlich egal, da man sie, wie gesagt, auch ohne die AG beantragen kann.

off-Topic? Dann kann ich mir ja eine Antwort sparen.

siehe AG.
Es hilft Dir auf Dauer nichts, wenn Du zu irgendeinem Punkt irgendwas veröffentlichst.

Kompetenz kannst Du nur zeigen, wenn Du permanent mit vielen Mitgliedern verfolgst, was sie da treiben und eine eigene Orientierung gefunden hast.
Dann kann man auch schlagartig reagieren.

Es braucht erst die Grundarbeit und das Grundverständnis, dann die permanente Diskussionsverfolgung und dann das beständige Reagieren.
Nur 2 oder 3 Personen sind damit völlig überfordert.
Da braucht es schon mehr Helfer.

Könnten wir bitte zum Plädoyer für mehr Soziales zurück kehren?

Wie schon gesagt, die soziale Schieflage wird eines der beherrschenden Themen der nächsten Jahre werden. Und damit auch Wahlentscheidungen immer stärker beeinflussen.
An den Grünen kann man erkennen, dass Themen die in der Partei vorne stehen einen großen Einfluss haben.
Sicherlich tragen die Grünen das “Umwelt-Schild” schon seit Jahren ganz vorne. Und sie waren dort auch relativ unangefochten.
Beim Thema “Soziales” werden die Linken und auch die SPD ihren Anspruch auf “Kernthema” behaupten.
Und die Grünen werden es in ihrem Hype natürlich auch besetzen.

Nur, wer dieser Parteien hat denn ein Konzept für die Zukunft?
Wer erkennt, dass es wichtig ist Soziales in viele Themenbereichen einzubringen?
Dass auch die Digitalisierung mit der Umwälzung des Arbeitsmarktes am Thema Soziales nicht vorbei kommt?
Dass Vermögen in diesem Land oft durch Geld erschafft Geld und Vererbung erworben wird, und das dies weder den Krankenkassen noch den Rentenfinanzierung zu Gute kommt?
Dass die Armutsgefahr zwar bei den Beschäftigten abnimmt, aber bei Kindern und Rentnern stärker zunimmt?
Es sind nur mal einige Beispiele, für die es wichtig und möglich wäre ein Konzept zu erstellen, und nicht nur an kleinen Rädchen zu drehen.
Um damit aber in der Öffentlichkeit gehört zu werden, bedarf es, wie hier auch schon angesprochen, nicht nur 2 oder 3 Piraten, sondern eine größere Gruppe die bereit ist, gemeinsam aus unserem Programm ein Konzept zu erstellen, und bei Bedarf auch weiter zu entwickeln.
Damit wäre es möglich, mittelfristig mal wieder aus den kleiner 1% Wahlergebnissen heraus zu kommen. Und damit auch anderen Themen wieder die Chance zu geben gehört zu werden.
Die Frage ist noch einmal, wird diese Chance erkannt und soll sie genutzt werden?

Wenn Digitalisierung die Kernkompetenz der Piratenpartei ist, dann hängt die Umwelt- und Klimafrage einfach dran, weil ohne saubere und preiswerte Energie digital überhaupt nichts geht.
Wenn das Internet das “globale Dorf” schafft, dann sind Piraten auch kompetent für Außenpolitik, EU-Politik und Globalisierung.
Niemand der sich mit Digitalisierung und Globalisierung beschäftigt kommt darum herum sich auch mit der sozialen Frage zu beschäftigen.

Digitalisierung, Klima, Globalisierung und die soziale Frage das sind die Themen von heute und für die nächsten Jahrzehnte.

Das Beste ist, politische Themenkomplexe sind nicht patentiert oder sowas, jede Partei kann versuchen sie für sich zu claimen.

Die Grünen sind konservative Technikfeinde, die mit Digitalisierung nix am Hut haben und ihre Wähler zählen eher zu den “Besserverdienern”, daher tun sie sich im Bereich Soziales manchmal ein wenig schwer.
Die Union ist eine Machtpartei, die claimen eigentlich gar keine Thema, die stehen für “Weiter wie bisher”.
Die SPD claimed zwar die Soziale Gerechtigkeit, aber sie verstehen darunter Hartz-IV.
Die FDP ist eigentlich nur noch ein Steuersparverein, der seine Gesellschaftskompetenz eingebüßt hat.
außerdem haben sie ja niemanden außer Lindner und der ist zumindestens beim Wähler “umstritten”.
Die Linke ist ein Thema für sich, aber sie sind im Westen nicht wählbar.

Die Piratenpartei kann daher viele Themengebiete für sich claimen, weil

  • sie aus dem Themenkomplex Digitalisierung abgeleitet werden können
  • weil sie eine internationale Partei ist
  • auf Wissenschaft setzt statt auf Ideologie
  • weil sie für die Zukunft steht

Die Piratenpartei kann Erfolg haben, wenn sie das positive Menschenbild, den inneren Zusammenhalt und den Spaß daran die Zukunft zu gestalten wieder deutlich lebt. Da will dann auch jeder mitmachen.

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Nachtrag: ich habe den Beitrag nicht gemeldet ^^

Es ist vollkommen richtig…
Nur, “irgendwann” müssen wir erkennen, dass wir “irgendwo” beginnen müssen.
Uns sofort wieder mit ein paar Hände voll Aktiven auf sehr viele Felder begeben, bringt was für ein Ergebnis?

Also die AG Umwelt hat einen Claim (17-Punkte-Plan) in die Welt gesetzt und versucht sogar noch eine Kampagne dranzuhängen.

Digitalisierungs- und Datenschutzexperten und Sozialpolitiker haben und werden hoffentlich auch wieder aktiver werden.

Aber natürlich muss in einer Mitmachpartei irgendeiner mal mit den Machen anfangen, damit andere mitmachen können :slight_smile:

Nein!
NIcht mehr mit dem “Machen”.
Dabei haben wir schon zu viele Piraten verbrannt. Ich denke da an unseren BGE Beauftragten, der auch schon außerhalb der Partei sehr gut in Netzwerke integriert war.
Und auch jetzt noch ist.
Was wir brauchen sind Piraten, die sich bereit erklären von Anfang an mitzumachen, und einen klaren Auftrag mit Unterstützung erhalten.
Frag doch mal nach, wie viele sich bei der neusten Suche nach Beauftragten gemeldet haben?
Ich hatte für “Soziales” kurz überlegt, habe dann aber leider genug Gründe auf der Minus Seite gehabt es nicht zu tun. Und die hatten gar nichts mit dem Programm zu tun!
“Irgendwann” müssen wir lernen, dass wir eine Partei sind und GEMEINSAM beginnen müssen. “Du hast den Hut auf” klappt meist solange, bis derjenige zu oft angefeindet wird und keine Lust mehr hat.
Und dann verschwindet meist die ganze AG, oder Kampagne incl. Inhalt und Öffentlichkeitsarbeit.
Ja, die AG Umwelt ist da eine sehr positive und erfolgreiche Ausnahme. Aber? Auch da sehe ich schon die Anfeindungen aus der eigenen Partei. (Einfachmal hier im Forum lesen)
Und wenn Martin nicht so ein dickes Fell hätte (sorry :wink: ), wäre es wohl auch schon zu Ende.

Sei bloß vorsichtig mit solchen systemkritischen Thesen.

Ein möglicher Aufschlag dazu wurde gemacht, um sich dann als unmöglich heraus zu stellen.

Das allerdings wäre mir neu. Wenn man hier im Forum mit Fakten oder konkreten Fragen kommt, gibt es drei mögliche Reaktionen:

a) Ignoranz
b) Ablenkung vom Thema
c) Absonderung altbekannter ideologischer Worthülsen garniert mit rigiden Feststellungen, was genau die “Wahrheit” ist.

Formulierungen wie “ich habe schon in einem vorherigen Post nachgewiesen” u.ä. gefallen mir besonders gut. Sie sind so schön entlarvend.

Das nenn’ ich mal Selbstschutz unter gnadenloser Anwendung der Vernunft.

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…und dann kam einer der dies nicht wusste, und hat es gemacht. :wink:

OT

:stuck_out_tongue_winking_eye: :innocent: :nerd_face:
Ja, nachdem ich wieder ein paar Stunden hier im Forum verbracht habe, bin ich froh darüber. Obwohl, in Teilen hat es sich gebessert hier.

/OT

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Nachtrag: ich habe den Beitrag nicht gemeldet

Habe ich auch nicht behauptetet.
Fakt ist aber der Zensor ist hier sehr schnell, mir zu schnell :-(.

Wollen wir nun endlich darüber reden, ob es sich lohnt das Soziale in dieser Partei mehr nach vorne zu stellen, oder lieber weiter über die Unzulänglichkeiten im Forum reden?

Der “schnelle Zensor” ist ein Algorithmus, der ab ca. 3(?) Meldungen zuschlägt.

Nein, wenn ich möchte, kann ich Dich ganz alleine mit einem Klick ausblenden.
Dem bist Du z.B. entgangen, da es Kritik an meiner Person war, obwohl sie sachlich gesehen hätte gelöscht werden müssen.

Ist hier alles OT, aber hier ist vermutlich das generelle, individuell wieder aufhebbare Ausblenden für alle User gemeint…

Dass unter den Stammwählern der AfD die Gruppe “Mein Auto, Mein Haus, Mein Boot” sehr gut vertreten ist, wusste ich schon seit ich zum ersten mal eine der großen AfD Veranstaltungen im Jahr 2015 besucht habe. Schon auf dem Parkplatz vor dem Veranstaltungsort war zu erkennen, dass hier die obere Mittelschicht anwesend war.

Dies war schon immer so, aber die AD und früher auch die Piraten haben massiv davon profitiert wenn Nichtwähler wieder gewählt haben - also höhere Wahlbeteiligung.
Und diese wählen zu einem großen Prozentsatz aus Protest.

“Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass jeder zweite AfD-Wähler angibt, die eigene Entscheidung aus Enttäuschung über andere Parteien so getroffen zu haben.”

Nein, das sind die 25% gegen Einwanderung, siehe EU-Trend.

Und das, obwohl die “Alternative” programmatisch einen national-wirtschaftsliberalen Kurs fährt, von dem Bedürftige nicht profitieren werden. Aber man kann dort die Schuldigen leicht ins Ausland und zu den Einwanderern abwälzen…

Da muss ich dir widersprechen. Unbedingte Leseempfehlung: https://www.jungewelt.de/artikel/365966.landtagswahl-in-thüringen-konkurrenz-für-den-bürgerblock.html?sstr=erfurt
Es sind nicht die armen Menschen in prekären Umständen, die AfD wählen. Die wählen zu großen Teilen gar nicht mehr, weil sie sich nichts erhoffen. Eher sind es die Leute, die es “zu etwas gebracht haben” und Angst haben, dieses Etwas könnte bedroht werden.
Das heißt nicht, dass wir keine soziale Schieflage haben. Aber die Betroffenen sind sehr, sehr schwer zu aktivieren. Viele sind resigniert und haben sich im Elend eingerichtet, insbesondere die Älteren. Bei jungen Leuten, die noch Hoffnung haben, dass sich was ändert, kann man eher ansetzen.
Wohnen ist in den großen Städten ein Riesenthema, und außerhalb der großen Städte haben die Piraten ohnehin kaum eine Wählerbasis.