Die Vorteile und Problematiken der E-Gesundheitsakte

Es geht um eine langjährige Krebserkrankung, incl. diverser Operationen ujnd Verstümmelungen, Chemotherapien, diverse allergische Anfällen mit Krankenhausaufenthalten, Diabetes, Bluchhochdruck…

Diabetes, Muskelrheuma Artritis, Bliúchhochdruck, Schwindelanfällen mit neurologischen Auffälligkeiten, diverse Altersbeschwerden…

Den beiden zu unterstellen sie wären zu blöde ihre Sachen in Ordnung oder die Übersicht zu behalten, kann wohl nur wer machen der in solchen Fällen den Gesundheitsbetrieb nicht kennt und dessen Problematik abseits der eigenen Ideologisierung nicht interessiert.

Immer wieder spannend was eine Partei der Digitalisierung so als Lösungsansätze fürs dritte Jahrtausend anbietet…

  1. Wieso lassen sich die beiden nicht einfach ihre Patientenakten vom Behandler X mit Hilfe eines Kopierers duplizieren. Ist das zu billig und einfach?

Vielleicht kann es ja dann der Postreiter vorbeibringen?

Erklärt sich selbst, Beispiel ist ungeeignet, um über Vorteile und Porblematik der E-Gesundheitsakte zu diskutieren.

Nein das erklärt nur, dass Du über die Dokumentation der beiden Krankheitsverläufe null Ahnung hast.

Und in deinem nächsten Leben erklärst du uns was uns ein neuer Datenfriedhof an Rezepten, Bildern, Befunden usw. der letzten X Jahre dieser Patienten bringt und wer sich wann, wo, wie hinsetzt, die Daten zusammenträgt und wer sie wann, wo und warum analysiert mit welchem Erkenntnisgewinn und Produktivitäts- und Behandlungsgewinn.

Die erste Erkenntnis lautet: Die Patienten sind alt und multimorbide und über achtzig.
Faszinierend.

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Zumindest sind sie noch nicht einer unbegründeten Hybris verfallen. Womöglich entwickeln sie noch eine entsprechende Software bevor das die Schwarmintelligenz der Internetpartei fertigbringt.

Tatsächlich sollte eher eine gewisse aktuelle Linie statt einer chronologischen Anhäufung irrelevant gewordener Daten geführt werden. Niemand (nicht mal unbezahlte Praktikanten, höchstens später mal ne fleißige KI, für die die alten Daten aber auch erstmal eineindeutig aufbereitet oder überhaupt mal digitalisiert werden müssen) durchforstet alles, was mal in grauer Vorzeit im Rahmen einer Patientenakte vefasst worden ist - dazu fehlen Zeit, Geld, Motivation und Sinn. Niemanden außer fanatische Chronisten und auf-Teufel-komm-raus-Diagnosen-Reiter interessiert die Sprunggelenkdistorsion von vor 70 Jahren, wenn sie nie wieder von sich reden machen lassen hat.

Chronische/ernsthafte Erkrankungen werden in der Arztdatensammlung des Hausarztes (welcher per zugedachter Funktion als Verteilerknoten für alle anschließend von ihm/ihr rekrutierten Fachrichtungen fungieren soll - HA liefert Daten auf Anfrage und bekommt abschließend Daten nach erfolgter Intervention; dies bildet die Basis für die weiteren eventuellen Delegationsmaßnahmen) im Regelfall aufgeführt, ebenso spezifische Risiken, Caveats und Zusatzinfos. In einer Notaufnahme wird sich niemand durch den Wust an Vorerkrankungen graben, da die kostbare Zeit besser in die Triagierung und Notfallintervention investiert wird, sprich: der Verwaltungskram darf warten, bis der Patient stabil aus dem Schockbereich in Richtung Station verlegt ist. Im Moment ist bereits sehr vieles digitalisiert worden (Röntgenbilder, Krankenhaus-interne Patientenakten), jedoch gibt es keine einheitlichen Schnittstellen (selbst zwischen benachbarten Stationen desselben Hauses selten), und die Datensicherheit liegt ganz konkret in den Händen der jeweiligen Institution (Arzt, Krankenhaus). Wer würde eine Cloud warten, einschließlich Backup und Havariemanagement? Wer schließt 100%-ig Missbrauch (auch vorsätzlichen) aus (Querverweis auf die zig internen Verfahren bei der Polizei wg. privatem Missbrauch durch Pol.-Beamte)? Ist es weise, die alleinige Datenverantwortung auf den Datenverursacher (den “Kunden” selbst) zu legen? Man denke da an die liebe Omi, die versehentlich ihre Karte verlegt hat, womit nun jemand Anderes teure Medikamente/Leistungen ordert und diese anderweitig veräußert etc.? Ich finde die Missbrauch-/ID-Diebstahlmöglichkeiten nicht vorhersehbar in möglichen Dimensionen. Der momentane Zustand ist nicht der Schlechteste, lediglich die Transition von Papier zu dig. Daten wäre vllt. nötig. Ahoi.

Die elektronische Patientenakte kommt 2021

YouTube-Link zum 36C3: https://www.youtube.com/watch?v=q6l_B2fgJjM

Da ich in der Branche mal gearbeitet hab und damals hunderte von Arztpraxen mit den Lesegeräten versorgt hab ein paar Infos dazu:

Es gibt auch mobile Kartenleser und theoretisch könnte man die Patientenakte direkt auf der Karte speichern, was aber nicht gemacht wird

Grundsätzlich gilt dass eine Rettungseinsatzkraft, sei es Sani oder Notarzt diese Informationen sowieso ignorieren wird wenn sie nicht vorher geprüft werden können, denn die Daten könnten ja fehlerhaft sein und man deswegen ein Menschenleben verwirken könnte indem man die falsche Blutgruppe injiziert beispielsweise
Da wird stattdessen erstmal Blutgruppe Null gegeben bis mans prüfen konnte

Da ist sich die Medizinbranche sehr einig drin denn selbst ein höchst sicheres IT System ist nicht gefeit vor fehlerhafter Datenpflege

@anon90291082
Was den Fachjargon-Kauderwelsch betrifft:
Daran würde sich nichts ändern
Heutige Praxisverwaltungssysteme sind alle gleich aufgebaut so dass eine Medizinische Dokumentation erfolgt wo Behandlungen an die Kassen übermittelt werden für die der Arzt vergütet wird
Diese Behandlungen müssen geprüft sein, das heißt es muss eine passende Diagnose und zu dieser eine passende Anamnese dokumentiert sein
Aufgrund der logischen Prüfung die dabei erfolgt muss die standardisiert sein was mit entsprechenden Codes erfolgt
Die kann man aber problemlos nachlesen

Der einzige Vorteil der mir tatsächlich einfällt bei dem Thema ist das Problem des Ärztemangels auf dem Land wo es eben nicht mehr den klassischen Hausarzt gibt zu dem man zuerst geht und der einen dann an die jeweiligen Fachärzte überweist
In so nem Fall könnte tatsächlich häufiger redundante Patientenakten entstehen

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Wieso nicht gleich die Gesundheitskarte und den Personalausweis als Bürgerkarte fusionieren?
https://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerkarte_(Südtirol) Die Online-Dienste die mit dem neuen Personalausweis möglich sind, funktionieren ja auch nur mehr als schleppend und werden meiner Wahrnehung nach auch noch immer in sehr geringen Umfang genutzt. Noch immer muss oder will jeder zum Amt rennen. Wenn nun die elektronische Patientenakte 2021 kommt, könnten im selben Moment die Bürgerdienste, welche über den Personalausweis online abgewickelt werden, verbessert und überarbeitet werden und eine Bürgerversicherung eingeführt werden.

Meinst Du das ernst? Warum nicht gleich auch noch mit deinen biometrischen Angaben, Deinem Surfprofil, Geldkarte, Nahverkehrsticket, Versicherungsnachweis und Führerschein kombinieren? China lässt grüßen

Ja, denn in Italien funktioniert es und mir geht ist in erster Linie darum andere digitale und soziale Projekte mit der E-Gesundheitsakte gleich mit zu pushen.

  1. E-Gesundheitsakte -> digitales Projekt
  2. Bürgerversicherung -> soziales Projekt
  3. E-Partizipation mithilfe des Personalausweises -> digitales Projekt

ich bin in einer Datenschutzpartei und lehne Datenzusammenführungen ab. Was Gesundheitsdaten angeht, siehe z.B. hier: https://www.piratenpartei-hessen.de/blog/2019/11/22/der-glaeserne-patient/
Gerade hat der CCC jede Menge Lücken in der Verarbeitung von Gesundheitstdaten aufgedeckt. Bevor da nicht ganz überzeugend reformiert ist, lehne ich das total ab, und ich denke, die meisten anderen Piraten auch.

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Um etwas refomieren zu können, muss man zuerst einmal etwas reformieren wollen. Ansonsten bewegt man sich in einem logischen Zirkelschluss.

Zirkelschluss: Weil etwas reformbedürftig ist, wird es nicht gemacht, also erfolgen keine Reformen.

dann mach Dich erst mal an die Arbeit, was den Datenschutz und die Überwachungsgelüste der Regierungen und Konzerne angeht.

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Primär scheint es Dir doch darum zu gehen, den Überwachungsstaat zu pushen und wieder mal etwas Aufregung unter Piraten zu verbreiten.

Es ist mir jetzt nicht bekannt, dass irgendein Pirat diese schwachsinnige Forderung von Dir unterstützen würde.

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seit wann sind wir eine Lobbyorganisation für Digitalindustrie??? Noch stehen die Piraten für freiheitiche Grundrechte

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Alle drei genannten Punkte sind Dienstleistungen und keine Industrie. Die meisten Plattformunternehmen sind zudem keine klassiche Produktionsunternehmen mehr, sondern Vermittler.

und Grundrechte sind dir egal?

Nein, aber ich möchte, dass die Piratenpartei nicht nur Grundrechte schützt, sondern auch Grundrechte ausbaut. Um Grundrechte gewährleisten und einfordern zu können, braucht man auch die Instrumente dazu.

Natürlich ist Überwachung und das Zusammenführen von Daten eine Dienstleistung.

Als Partei verzichten wir auf solche Dienste.
Unser Credo ist doch Datensparsamkeit.

Das Anhäufen von Überwachungsdaten ist doch das Spezialgebiet von anderen Parteien und Organisationen, denen Grundrechte völlig egal sind.