Die Vermassung und Pöbelisierung der Politik

Früher haben Journalisten, Literaten, Verleger und Medienkonzerne den Kontakt zwischen den Mächtigen und dem Pöbel moderiert und gesteuert. Durch das Internet ist diese Macht des Bildungsbürgertums zerbrochen und Leute wie Trump usw. können ganz direkt den ungebildeten Pöbel ansprechen ohne irgendeinen Filter. Da die Mehrheit politisch Analphabeten sind, ungebildet, Aggressiv und auf der Suche nach Sündenböcke wird die Digitalisierung zwangsläufig zu einer Pöbelisierung und Vermassung der Politik führen. Die Reaktionäre Fortschrittsfeindliche Haltung des Pöbels wird somit das neue Normal und daran wird sich so schnell nix ändern. Es sei den es gibt eine harte und strenge Regulierung des Digitalen Raumes.

Sieht man ja auch an Putin, die Faschisten im Kreml geben Milliarden aus um den Pöbel in anderen Ländern durch Verschwörungstheorien zur Unruhe anzustacheln… Oder wie Trump, wer Milliarden in Facebook und Social Media Kampagnen investieren kann um den pöbel auf personalisierter Ebene emotional manipulieren zu können gewinnt die Wahlen. Früher wurden Wahlen durch intellektuelle Debatten gewonnen, heute nicht mehr so sehr.

Die Folge ist das die Sachargumente dann kaum mehr was zählen und auch Trumpistischer Irrsinn plötzlich mehrheitsfähig ist. Oder die ganzen Schwurbler dann einem Putin nach dem Maul labern ohne dabei aber tatsächlich intellektuell stichhaltige Thesen oder Beweise zu liefern.

Das Internet sorgt dafür das die Debatten auf das Nievau der Intellektuell unterbelichteten Hälfte der Bevölkerung herabsinken, denn mit denen gewinnt man Wahlen denn das ist die Mehrheit.

Daher frage ich mich wie man Demokratie wieder so hinbekommen kann das die gebildeten Schichten wieder mehr Gehör und Respekt erfahren damit die Debatte wieder mehr in die Richtung von Fakten und sachlichen Wissenschaftlichen Erkentnissen bewegt wird.

Mitmachpartei für alle wie das Piraten anfangs wollten kann es dann jedoch eher nicht sein da dann das aufrechterhalten eines wissenschaftlichen Niveaus unmöglich werden würde. Daher die Frage wie dann eine bessere Politik möglich ist die dennoch das Wohlergehen aller als Ziel verfolgt.

1 Like

Die ist kaum möglich, da das Wohlergehen aller noch nie Ziel der Politik war.

und so wie die Verhältnisse liegen - inklusive Parteifinanzierung - wird es immer eine Politik des großen Geldes bleiben müssen

Naja, bißchen Plattitütenbingo geht immer.

Dann widerlege mal die Plattitüde, indem du einen Zeitraum oder ein Land nennst, in dem längerfristig Politik tatsächlich im Sinne der Mehrheit (alle - so weit würde ich gar nicht gehen wollen) betrieben wird/wurde - natürlich nur, wenn ich dich nicht zu sehr nerve.

Ach weisste, das überlasse ich gerne Syna, falls sie Lust dazu hat. Ich hab nämlich keine Lust.

Du kannst dir beliebige Zahlen googlen. Von der Lebenserwartung über den Bildungsgrad und den sog. “Wohlstand” bis zur gefühlten Zufriedenheit.

Die “längerfristigen” Ergebnisse bzw. Entwicklungen, kannst du dann selbst je nach Staat beurteilen.

Und wieder der berühmte Disclaimer: Ich bin mir bewusst, dass vieles sehr falsch läuft. Dass ich mir ebenfalls bewusst bin, das auch vieles sehr richtig läuft, ändert an dieser Tatsache nichts.

1 Like

Das alles bestreite ich nicht. Allerdings war das nicht die Frage.
Und die Entwicklung läuft gerade nicht so, dass sich die gegoogelten Zahlen der letzten 10 Jahre verbessern könnten.

Guggst du hier Youtube-Link: Sterbt, Arme! - YouTube

War mir irgendwie klar, dass “das Wohlergehen aller” dann nach belieben so hindefiniert wird, dass es passt.

Und Sorry, aber Herr Sonneborn ist sicherlich keine objektive Quelle.

Hier mal ein paar Beispiele, dass doch was richtig zu laufen scheint:
Können wir den Klimawandel noch stoppen? - YouTube
Überbevölkerung – Die Bevölkerungsexplosion erklärt - YouTube
Ist die EU demokratisch? Was ist deine Stimme wert? - YouTube
(Der Kanal ist großartig, finde leider das thematisch passendste Video nicht mehr, dass zeigt, das es im Großen und Ganzen eben doch stetig bergauf geht)

1 Like

Sorry, ich muss an der Stelle doch nochmal nachfragen: Was war denn dann die Frage?

1 Like

Die Frage war, ob Politik jemals im Interesse der Mehrheit stattgefunden hat.
Oder konkret auf die heutige Zeit und auf DE bezogen. Hat die deutsche Politik der letzten - sagen wir 20 Jahre dafür gesorgt, dass das real um ca. 35% gestiegene BIP so verteilt wird, dass die Mehrheit der Bevölkerung als Gewinner vom Platz geht?

Zunächst - ich sprach bislang immer von der Mehrheit - nicht von allen. Bei Leuten, die ihren Beitrag leisten könnten, es aber nicht tun, hält sich meine Fürsorge um deren Wohlergehen in Grenzen.
Ansonsten ist die Definition recht einfach; s.o. man muss sich nur die Entwicklung des realen BIPs anschauen und diese mit den Statistiken über Armut und Reichtum ins Verhältnis setzen. Das Orakel gibt garantiert ein paar Hinweise darauf. Von Beliebigkeit kann da keine Rede sein.