Die Rückkehr der Einthemenparteien

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Auffällig ist, dass die Wählervereinigung „Klimaliste“ neuerdings sich großer Beliebtheit erfreut, obwohl sie nur ein Thema (d.h. die Reduktion der Klimaerwärmung) zu haben scheint. Wäre es in diesem Kontext nicht vielleicht doch ratsam, die Piratenpartei wieder mehr als Partei des „einen Themas“ (i.S.v. freie Netzpolitik) nach außen zu bewerben?

Das wurde schon 2019 hier im Forum vorgeschlagen.

Zumal ssich selbst als Netzpartei zu bezeichnen nicht nur beinhaltet für das Thema Internet Expertise zugeschrieben zu bekommen, sondern auch die komplette Organisation auf das Internet auszurichten.

Aber will man nicht. Man schaut auf die Trendumfragen und was die anderen Parteien so machen.

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Ich denke nicht, das wir wirklich soviele Piraten haben die wirklich bereit sind eine freie Netzpolitik zu verteidigen, wenn wir wieder damit anfangen dass alle Patente abzuschaffen sind und Urheberrecht darauf beschränkt sein soll anzugeben von wem es kopiert und geremixt wurde, dann werden wir wieder sehr viel stärker angegriffen werden von der Industrie.
Die Abschaffung von privaten ISPs oder der ICANN als privat geführtes Unternehmen ist denke ich auch ein bisschen schwer dem normalen Wähler zu erklären, die Klimaliste hat es da um einiges leichter :laughing:.

Stimmt, da ist noch ein weiterer Grund. Also ich fasse zusammen: Zum einen glaubt man nicht daran, dass man mit Netzpolitik mehr Prozente bekommt, da man nur auf die Trendumfragen und anderen Parteien schaut und zum anderen hat man aus der Vergangenheit gelernt bestimmte Themen zu umschiffen.

Das wäre doch gut, wenn die uns Angreifen bringt das jede Menge Aufmerksamkeit und die braucht man im Wahlkampf. Das Prinzip “Nice Guys finish last” gilt halt auch in der Politik, ein paar Bad Boys die provozieren, Polemisieren und sich mit Industriebossen anlegen kommen sicher weiter voran als jene welche danach streben möglichst zu allen nett zu sein und nirgends anzuecken.

Hat wohl auch damit zu tun das man Leuten die Konflikte eher meiden nicht zutraut sich und ihre Interessen durchzusetzen.

Die Piraten in Deutschland waren in den letzten Jahren einfach viel zu nett und lieb zu allen. Möglichkeiten den Lobbyismus und mangelnde Transparenz knallhart anzugreifen gab es ja genug. Hat man halt nur nicht gemacht weil man wohl nicht negativ auffallen wolle, aber mit der Einstellung fällt man dann eben gar nicht auf und wird von allen ignoriert.

Sich nur Auf Netzpolitik beschränken würde den Spielraum den politischen Gegner anzugreifen noch weiter reduzieren, daher nicht ratsam. Mangelnde Transparenz gibt es in jeder etablierten Partei oder Entscheidungsfindungen der Regierung, eigentlich könnte man da eine nonstop Dauerattacke reiten.

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So kann man sich irren…

Das Programm der Klimaliste ist wesentlich länger und ausführlicher als es das der Piraten bei der Gründung war.

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Es lohnt sich, den Klimaplan zu lesen: 'Konzepte wie das bGE '…
das ist keine ‘Einthemapartei’, weil halt alles mit allem zusammenhängt. Schade, dass meine Piraten irgendwie nicht aus der Nerd-Spinner-Ecke herauskommen. Es ist müßig, nach ‘Schuldigen’ zu suchen. Den ‘Zauber des Neuen’ haben wir verloren, unsere Themen sind aktueller denn je und der Piraten-Sachverstand dringend nötig. Das müssen wir deutlicher machen, statt jammern und klagen.

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Die Klimaliste hat nicht mal eine wirklich fortschrittliche ÖPNV-Strategie. Würden Wählende Wahlprogramme lesen und verstehen statt Images zu wählen, wären wir sowohl in der Verkehrspolitik und der Energiepolitik attraktiver als die Klimaliste und schlagen mit unserem Tierschutzprogramm die Tierschutzpartei.

Das sind Stürme im Wasserglas. Die Klimaliste hat ihren jetzt, wir hatten unseren vor 10 Jahren mit der Netzpolitik. Was daraus geworden ist sehen wir.

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Gibt zu viele Parteien und keine macht die 5%… Also, im grunde bringt dat mit den 1 Thema Parteien nüchts.

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Wenn Nichtwähler zum Wählen animiert werden könnten und somit die Wahlbeteiligung erhöhen würden,
wäre das der einzige positive Effekt.

Putzig, wie hier alle annehmen, Nichtwähler würden ausgerechnet Piraten wählen.

Die Piraten sind eben keine Einthemenpartei und nur darum ging es.

Beispielsweise deshalb?

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Guck mal auf’n Kalender.

Was damals ging, ist heute auch möglich, wenn der Zeitgeist getroffen wird.

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Grössere %-Zunahmen an Wählern lassen sich nur mit Nicht- und Protestwählern erzielen.
Alle anderen sind vergeben. Die grössere Masse der Wechselwähler wechselt zwischen den grösseren Parteien hin und her.
Die Einzelnen die dann mal nach unten auf kleine Parteien umsteigen ergeben keine % tuale Veränderungen.

Das ist dann ja aber auch so der Pool der frustrierten. Leute die früher nicht gewählt haben aber jetzt heute bei AfD sind, oder Querdenker, VT Leute und sowas.

Wird schwierig die dauerhaft zu binden und wenn man das schafft dann sind viele Querulanten mit dabei. Da hilft nix, langsam wachsen und langsam eine breitere Basis aufbauen, eine die dann auch Stabil ist und nicht wieder weg bricht. Frustrierte Leute bleiben ja meist frustriert und sind deshalb auch wieder so der neuen Partei gegenüber schnell frustriert und wählen auch die dann nicht mehr.

Wie viele Wähler von SPD, CDU, Linke usw haben auf die Parteien ja keinen Bock mehr oder kein Bock auf Überwachungsstaat, denke das sind schon einige. Im Moment tun wir die nicht erreichen.

Klar bricht sie weg,

Aber dann hat man die Aufmerksamkeit um:

auf unsere Seite zu ziehen!

Ohne die Aufmerksamkeit die man durch die anderen Wähler bekommt ist dies nicht möglich.
Und nicht alle Nichtwähler sind unpolitisch oder rechts.

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Ich wage zu behaupten, dass es für jeden Wähler eine passende Partei gibt, gerade bei den „kleinen“ Parteien sind manche interessante Gruppen vertreten. Die kommen aber selten an hinreichend Bekanntheit, außer durch Skandale (und sei es nur, dass irgendwelche Flachpfeifen ihre persönliche Wahlpräferenz für das Maß aller Dinge halten und die jeweilige Partei deswegen durch die sozialen Medien schubsen) und seltenst vielleicht gute Pressearbeit.

Theoretisch sollte es im Interesse der Piratenpartei sein, auch dazu beizutragen, dass kleinere Parteien überhaupt bekannter werden, indem man zum Beispiel sachbezogene Bündnisse schließt. Damit meine ich jetzt keine Wahlbündnisse (so was geht immer in die Hose), sondern eher gemeinsame Pressemitteilungen zu bestimmten Themen. Warum nicht zum Kirchentag mal was mit den Humanisten oder am 1. Mai mit der DKP zusammen machen? Mit jeder Zusammenarbeit wird der Kreis derer, die eine mögliche Partei finden, die sie noch nicht kannten, in jeder der beteiligten Blasen etwas größer.

DKP wäre mir ja jetzt etwas zu extrem, genau wie NPD. Muss ja schon Demokratische Parteien sein. Nun, wir haben ja selbst auch so viel gute Themen mit dabei, da sollte sich ja schon was machen lassen.