Die Piratenpartei braucht eine "Vision" für die zukünftige Gesllschaft

Am Ende des Tages wählen die Menschen die Gesellschaft in der sie leben wollen. Dazu wählen sie die Parteien, von denen sie glauben, dass sie die Zukunft verwirklichen, die sich die Menschen wünschen.

Verunsicherte Mitmenschen wählen die Law&Order Parteien.
Menschen die sich Sorgen wegen der Umwelt und des Klimas machen wählen Parteien die das verbessern wollen.
Menschen die finanzielle Sicherheit wollen, wählen Parteien die die Wirtschaft fördern und schützen und sich um Arbeitsplätze und Rente kümmern.

Die Piraten hatten mal die Vorstellung einer hochtechnisierten, grenzenlosen, weltweite Community in der jeder arbeitet was er für richtig und notwendig hält und in der jeder durch ein BGE abgesichert ist.
Die funktioniert, weil Menschen ihrem Leben Sinn geben wollen und in der weit überwiegenden Mehrheit kein Interesse daran haben einfach nur “Nichts” zu tun.

Das ist den Piraten abhanden gekommen. Keine Ahnung was das Bild ist dem die Piratenpartei jetzt nachgeht.

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Scheinbar ist an Dir die sozial-liberale Debatte vorbeigegangen.

In den letzten Jahren hat man andere Parteien zum Vorbild genommen.
Die Frage ist zur Zeit nicht, was man will, sondern wie komme ich da hin.
Vorbilder, die kopiert werden sollen, waren bis jetzt die sozial-liberale Koalition, die isländischen Piraten und jetzt die tschechischen Piraten.

Und wenn morgen die Piraten aus Mauritius “Erfolg” haben, dann halt die.

Ansonsten gilt, Spitzenpositionen bei den Piraten gibt es nicht, wenn man sich kontinuierlich äußert.
Es bedarf einer Kampagne, bei der man möglichst aus dem nichts ganz nach vorne katapuliert wird, da die Twitterclique Person x oder y super und geil findet.
Clever war natürlich auch das alternativlose Spitzentrio zur Bundestagswahl. Das ist Politik vom Feinsten.

Ich kann leider nicht erkennen, wo wir uns die Gennanten zum Vorbild nehmen. Zu begrüßen wäre es.

Die Piratenpartei braucht eine “Vision” für die zukünftige Gesllschaft

mein Gutester, vor 3 Jahren - nein - 4 Jahren hatte ich genau das mal thematisiert.
Es scheint, als sei die Mehrheit der Piraten mit wichtigen anderen Dingen beschäftigt gewesen - z.B. Wahlergebnisse halbieren und so.

Wenn die Piraten jetzt beginnen “Visionen zu entwickeln” …

  • erstens passt imo nicht mehr zur aktuellen Piratenpartei
  • zweitens würde ich den Piraten so etwas jetzt nicht mehr zutrauen
  • drittens wäre heute dieser Richtungswechsel ein weiterer Baustein destruktiver Kontinuität.
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Die Parteimitglieder haben doch offenbar eine Vision oder Vorstellung wohin die Reise gehen soll.
Diese zu benennen ist doch kein Richtungswechsel.

Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin ein Vertreter des schamlosen Erfolgskopierens, aber bisher bin ich auf großen Widerstand gestoßen. Unter anderem hieß es, dass die Tschechen eine zu fremde Kultur seien, als dass wir ihre Methoden benutzen könnten.

Wenn man die Partei genauer betrachtet findet man kreative Kräfte, die durch “content” diese Vision des Piratentums schärfen bzw. erschaffen koennten. Aber seltsamerweise werden sie fast nie unterstuetzt, als ob die Partei eine große Auswahl hätte… Wer bei unter 1% noch denkt, dass man nicht alles moegliche versuchen sollte, und dass alles gut sei, wie es ist, der ist doch ein… keine Ahnung… Langweiler? :smiley:

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Die letztem die “Visionen” ins Programm eingebracht haben (Weltraumfahrstuhl, Zeitreisen…) wurden mit Mistgabeln aus der Partei getrieben …

Mal nur so dran erinnern.

Und sonst gibt es im Grundsatzprogramm /Parteiprogramm eine klare Vision - oder auch Wertevorstellung. Und dann in jeden der vielen Kapitel - da ergibt sich schon ein Gesamtbild — wenn man mal wirklich durch das Programm sich arbeiten würde …

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Es ist weder den Mitgliedern, noch den Wähler zuzumuten, einen hundert Seiten Wiki-Schinken lesen zu müssen, um zu wissen, wofür die Piraten stehen.

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Die einen Visionen (z,B, icke) stehen verwaist im Parteiprogramm und gehören gewissermaßen zur Biographie der Partei
die “anderen” Visionen (arcsaber) sollen etwas sein, woran man die Piraten heute in der Öffentlichkeit (besonders zu Wahlterminen) erkennt, schätzt und wählt.

Das sind zweierlei Ding.

An der Differenz zwischen Reden/Schreiben und Handeln
wird Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufgebaut oder abgebaut.

Was nutzen Visionen in Fragmenten des Parteiprogramms die - vor fast einem Jahrzehnt - zur Blütezeit der Piraten entstanden sind und heute von keinem aktiven Parteimitglied gelebt werden?

Richtig, aber die gelebten Visionen entstehen im Optimalfall aus dem Programm. Das Grundsatzprogramm sollte ja die gemeinsamen, ultra langfristigen Prinzipien vorgeben, anhand derer eine piratige Vision gelebt wird und die tagespolitischen, konkreten Notwendigkeiten gefreestyled werden.

Wenn das Programm jedoch nur als staubiger Wälzer präsentiert wird, sowie anscheinend die gelebte Kultur der Partei sich auch noch vom ursprünglichen Geist, dessen Grundlage das niedergeschriebene Programm ja ist, entfernt hat, dann ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man diese Probleme lösen kann.

Schließlich müssen wir ja als Partei ein Lebensgefühl an die Wähler verkaufen. Wenn es weder durch die niedergeschriebenen Prinzipien funktioniert (da zu aufwändig, zu lesen), noch durch die tagespolitisch aktuelle Existenz (da zu aufwändig, Informationen zu finden), noch durch die gelebte Kultur (da zu aufwändig, die “richtigen Orte” zu finden und zu bürokratisch), dann haben wir ein Problem.

Aber es ist alles lösbar, sofern Problembewusstsein und Lösungswille existieren. :slight_smile:

Aktuell stehen wir für alles und nichts, haben für jeden etwas zu bieten und verstehen uns als Volkspartei. Anträge wie hier schon zitierte Weltraumaufzüge und Zeitreisen erschweren die Sache noch zusätzlich. Wir sollten uns mal fragen, was wir eigentlich wollen. Aber das scheitert wohl daran, dass unsere Strömungen sich gegenseitig blocken und keine Diskussion erwünscht ist.
Vielleicht wäre es hilfreich, unser Programm zu reseten und von vorne anzufangen. Man könnte sich ja wirklich an den Isländern und Tschechen orientieren, die Erfolg haben.

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Gute Idee statt unsere Probleme anzugehen nehmen wir einfach die von woanders.
Warum nicht Timbuktu …

Erfolg kommt von guter politischer Arbeit und davon als Partei organisatorisch zu funktionieren.

(Ist nur versehentlich eine Antwort an Fulleren, kanns nicht entfernen)

Die Disruption der Parteien kommt aber nicht nur von aussen, aus der Gesellschaft, sondern auch von innen, den Parteien selbst. Der Frankfurter Politikwissenschafter Thomas Biebricher stellt in seinem neuen Buch «Geistig-moralische Wende» eine sich seit langem abzeichnende und anhaltende «Erschöpfung des Konservatismus» fest. Eine Erschöpfung, von der bei weitem nicht nur die Union als am längsten regierende Partei, sondern auch die Demokratie insgesamt befallen ist. Auf die alten und neuen gesellschaftlichen Spaltungen (Ost - West, Jung - Alt, Klima - Kohle, Nation - Globalisierung) bietet die real existierende Parteiendemokratie keine überzeugenden Antworten mehr. Ihre politische Energie ist verbraucht, ihren Mangel an Ideen, Sprache und Radikalität werden sie nicht allein durch den Austausch ihres Spitzenpersonals und innerparteiliche Debatten lösen.

Die Parteiendemokratie hat nur dann eine Zukunft, wenn sie sich zur Netzwerkdemokratie wandelt. In dieser gelten die Prinzipien der Politik auf Augenhöhe und des Nonkonformismus. In der Netzwerkdemokratie löst das Konnektiv das Kollektiv ab. Es geht um eine Politik der Bedürfnisse statt Ideologien. Gefragt sind ein Mix aus liberalen, konservativen und sozialen Rezepten und das gemeinsame, kollaborative und konstruktive Lösen von Problemen in Projekten. Es geht um die Rückeroberung von Handlungsfähigkeit in einer sich blockierenden Welt. Politik ist in der Netzwerkgesellschaft nicht mehr eine moralische Glaubensfrage, sondern eine Frage des Stils und der Methode: spielerisch und pragmatisch. Gute Performer und Politunternehmer werden belohnt, Populisten und Unsympathen bestraft.

Sorry, JETZT muss ich herzhaft lachen.

Aber da Du damit auch bereits Offtopic bist - denn die Frage nach “Piraten braucht eine Vision” - die meiner Meinung nach die PIRATEn klar formuliert haben und die hatte ich sauber imho beantwortet, hier nun zu Deiner “Aussage” ebenfalls eine Kommentierung:

Und wer soll dann Deine vermeintlich fehlenden Visionen lesen???
Wenn nicht ,al angeblich Deiner Meinung nach PÜIRATEN ihr Progrmam lesen (also nicht kennen??)

Sag doch, das Du Verfechter eines 10. Punkte Programms bist.
Dann wäre die Diskussion ehrlichr - so zumindest entsteht für mich nach Deinem Statement bei mir der Eindruck.

Und warum ich das außerdem sogar von Dir ebstätigt sehe?
Einige wenige Zeilen später beziehste Dich auf einmal doch auf das Programm:

Überlege bitte ganz, genau, ob du verstanden hast, was ich gesagt habe.

Deutsches Programmwiki

Tschechisches Programmwiki

Wie gesgat, Dir geht es nicht wirklich darum, ob die Deutschen PIRATEN eine Vision hätten …

Dir geht es um ein Format…

ICH kann lesen. Danke für Deine lehrerhaften Belehrungen.

Wir haben im Wiki in unserem Programm eine Vision, von dem her ist alles gut und das Thema hat sich erledigt. Lediglich die Leute sind zu faul, um das Programm zu lesen und/oder unfähig, unseren Genius zu erkennen.

Sehr her, meine Damen und Herren, seht her! Dies ist die legacy Piratenpartei, die denkt, dass auch mit Werten unter einem Prozent ein “weiter so” genügen würde. Dies ist die legacy Piratenpartei, die immer noch denkt, dass das Schicksal der Piratenpartei ein weiteres 10%+ Hoch bescheren wird und sich sich deswegen nicht um Außenwirkung bemühen müsste! Dies ist die legacy Piratenpartei, die denkt, dass sie immer noch mit Stand 2010 auf der Höhe der Zeit sei und sich nicht zu verändern bräuchte!

Dies ist die legacy Piratenpartei, die ich mit allen Mitteln bekämpfe!

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Die Isländer hauen gerade ein Informationsfreiheitsgesetz nach dem anderen raus im Parlament und die Tschechen kämpfen gegen Korruption. Warum sollte das nicht auch in Deutschland funktionieren? Länder sind nicht hermetisch isoliert mit völlig separaten Problemen. Dafür wurden wir gegründet und damit könnten wir glaubwürdig antreten. Damit kamen wir früher auch mal über zwei Prozent.

Dass man als Partei funktionieren muss, da stimme ich zu.

Wäre cool, wenn nächste mal Deine Antwort Du dort hin schreibt, an dem sie gerichtet ist.

Keine Ahnung wen Du da zitierst … und auch der restliche Text passt null zu meinem Geschreibsel.

Diesen Satz halte ich schlicht für falsch. Du beschreibst es wenige Zeilen später, dass Menschen die für sie am besten erscheinenden “Abhängigkeiten” wählen. Menschen wählen nicht das beste Konzept für alle, sie wählen jenes, welches die meisten persönlichen Vorteile bietet. So wie man in der Schule geprägt wird, so wählt man auch. Und in den Schulen lernt man zuerst “Egoist” sein. Also Ellenbogen benutzen, das nachplappern das der Lehrer vorsagt um gute Noten zu erhalten. Oder kennt jemand von Euch irgend eine Schule/Lehrer, in der die besten Noten für die größte Kreativität vergeben werden?

Den Piraten ist so einiges abhanden gekommen, das da ist sicherlich eines der Dinge, meiner Meinung nach aber nicht der springende Punkt.

Um eine aus dem Ruder gelaufene Debatte der Nichtigkeiten abzuwürgen. Zu mehr ist diese neue Position nicht zu gebrauchen.

Selbstdarsteller braucht kein Mensch, so auch keine Partei. Bis auf die Linke und die Grünen vielleicht. Genau jene Selbstdarsteller arbeiteten nur zum Selbstzweck, nicht für irgend eine Gruppierung oder Partei. Wer diese Personen als leuchtendes Vorbild betrachtet hat aus den vergangenen Jahren wenig bis nichts gelernt. Die Themen mögen sicherlich Zukunftsweisend gewesen sein, die Vehemenz mit der diese Themen aber durchgedrückt werden sollten, verhieß nichts gutes. Bis heute nicht.

Zum einen das, zum anderen, leben wir, lebt unser Spitzenpersonal zum Beispiel den Gedanken von Transparenz, Offenheit, kein Klüngel, kein Filz, freie Software usw. vor? Oder verstecken sie diese nicht genau hinter alten Fassaden, weil das unbekannte da draußen eben unbekannt und damit Furchteinflößend ist?

Es wäre zuerst mal schön überhaupt nur Strömungen zu haben. Ich sehe in den meisten Fällen nur so eine Art von Betonköpfen, die nie gelernt haben Kompromisse zu suchen, geschweige denn zu finden.

Das beste Beispiel ist die ehemalige NRW-Piraten-Fraktion. Teils sehr gute Arbeit, massig Output, geblieben davon ist nichts.