Die Grundregeln der Piraten

1. Kritisches Denken und aufgeklärte Politik

1.1. Piraten konzentrieren sich auf kritisches Denken und fundierte Entscheidungen.

1.2. Dies bedeutet, dass die Piraten ihre Politik aufgrund der gewonnenen Daten und Erkenntnisse diskutieren, unabhängig davon, ob ein Vorschlag zunächst wünschenswert erscheint oder nicht. Die Position der Piraten zu Ideen ist unabhängig davon, wer ihre Befürworter sind.

1.3. Die früheren Entscheidungen von Piraten müssen immer überprüft werden.

1.4. Das Recht des Einzelnen, Informationen einzuholen, sollte niemals eingeschränkt werden.

2. Bürgerrechte

2.1. Piraten setzen sich für die Förderung und den Schutz der Bürgerrechte ein.

2.2. Die Ausweitung der Bürgerrechte soll auf die Stärkung anderer Rechte abzielen.

2.3. Bestehende Rechte sind zu wahren und sicherzustellen, dass sie nicht verletzt werden.

2.4. Piraten glauben, dass die Bürgerrechte dem Einzelnen gehören und dass die Rechte aller gleich stark sind.

3. Datenschutz

3.1. Beim Datenschutz geht es darum, die weniger Mächtigen vor dem Missbrauch durch die Mächtigeren zu schützen.

3.2. Piraten glauben, dass jeder Mensch das Recht auf Privatsphäre in seinem Privatleben hat.

3.3. Immunität umfasst das Recht auf Geheimhaltung und Anonymität sowie das Recht auf Selbstbestimmung.

3.4. Die Geheimhaltung sollte niemals über das zum Schutz des Einzelnen erforderliche Maß hinausgehen und niemals andere Personen beeinträchtigen.

3.5. Anonymität soll keine Person aus der Verantwortung entlassen.

4. Transparenz und Rechenschaftspflicht

4.1. Transparenz bedeutet, die Mächtigen der Kontrolle der weniger Mächtigen zu öffnen.

4.2. Piraten glauben, dass Transparenz eine wichtige Rolle bei der Information der Öffentlichkeit spielt und daher für demokratische Entscheidungen geeignet ist.

4.3. Informationen sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein.

4.4. Die Informationen müssen in offenen Datenformaten in der Form zugänglich sein, die dem Nutzen der Informationen am besten entspricht.

4.5. Damit eine Person Verantwortung übernehmen kann, muss sie die Fähigkeit haben, Entscheidungen zu treffen.

4.6. Piraten glauben, dass jeder das uneingeschränkte Recht hat, an Entscheidungen beteiligt zu werden, die seine eigenen Angelegenheiten betreffen, und das Recht zu erfahren, wie solche Entscheidungen getroffen wurden.

5. Informations- und Meinungsfreiheit

5.1. Einschränkungen der Freiheit der Menschen, Informationen zu sammeln und zu verbreiten, sind inakzeptabel, außer zum Schutz der Bürgerrechte des Einzelnen.

5.2. Einschränkungen der Meinungsfreiheit der Menschen sind inakzeptabel, außer zum Schutz der Bürgerrechte des Einzelnen.

6. Direkte Demokratie und das Recht auf Selbstbestimmung

6.1. Piraten glauben, dass jeder das Recht hat, in Angelegenheiten, die ihn betreffen, mitzubestimmen.

6.2. Rechte werden durch die Stärkung der direkten Demokratie und die Stärkung einer transparenten Regierungsführung gewährleistet.

6.3. Piraten glauben, dass die Zentralisierung der Macht in allen Bereichen reduziert und die Demokratie in den verfügbaren Formen direkt gefördert werden muss.

Hab ich auf der Webseite der Isländischen Piratenpartei gefunden und per Google Translate übersetzt. Ich finde den Text schön weil er sehr einfach und verständlich die wichtigsten und zentralen Punkte der Piraten Politik rüber bringt.

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Hallo,

ja genau, das habe ich vor 6 Jahren schon übersetzt.
Und die Piratenpartei Hessen hatte es damals als Grundsatzprogramm übernommen.

https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Jmueller/píratar?fbclid=IwAR0F_5ulJBytQ5AtgJrl8C8MmdhGcFL9mnqvAvhlfWSn1R0tc4sofopqcSs

Gruß

Joachim S. Müller

Finde auch interessant,
im deutschen Piraten-Programm
wird “Wir fordern” benutzt,
in Island sagen sie
“Wir glauben”

Ein etwas anderer Denkansatz.
Kann man/frau gut finden oder nicht.

Fakt ist nur, dass Piraten in Island mehr als 20x erfolgreicher waren.
Vielleicht haben sie auch das ein oder andere besser gemacht.

Die Piraten in Island hatten eine sehr besonderen Umstand.
In Island wurde mit sehr hoher Beteiligung in einem Art gelenkten Crowdsourcing eine neue Verfassung erarbeitet. Diese dann aber vom Parlament nicht verabschiedet.
Daraufhin haben die Piraten gesagt, sie wollen genau nur das machen, diese Verfassung einsetzen. Damit stiegen sie von 5% (2013, als wir in den Umfragen auch da irgendwo lagen) auf fast 15% in 2016. Was leider nicht ausreichte, um diese Verfassung einzusetzen. Seitdem bröckelt das dort auch, 9,2% in der vorgezogenen Wahl 2017.


Joachim S: Müller

Die deutschen Piraten hatten bei ihrer Gründung gesagt, sie wollen eine moderne Netzpolitik und sich dann auflösen, weil ihr Ziel erreicht ist. Ich wünschte, es wäre noch ein Gründer dabei.

Was zeigt, Piraten haben überall dort Erfolg wo Sie als Alternative zum Etablierten System antreten. Und verlieren überall dort wo Sie sie lieb, brav und Systemkonform wie in diesem Wahlkampf auftreten !

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Das Vorhaben isländisches Grundsatzprogramm ging schon in Hessen schief. Die Wahlen danach liefen nicht besser. Im Bund wurde es mehrfach beantragt und aus Gründen abgelehnt.
Nach wie vor erinnert mich das obige Kurz-Programm an unseren Piratenkodex. Der hat noch immer Gültigkeit. Wir haben ihn lokal auch auf der Webseite.
https://wiki.piratenpartei.de/Kodex

Und ganz allgemein gesprochen.
Nur weil an Ort xy etwas inhaltlich funktioniert, funktioniert es nicht an Ort xy nicht zwingend inhaltlich. Politik gestaltet sich in jedem Land anders. Gesellschaftliche Voraussetzungen sind verschieden, Probleme unterschiedlich, Lücken im politischen System und damit auch Schwerpunkte.
Oder haben wir in unserem Wahlprogramm mehrere Seiten über Fischerei? Nein, aus Gründen.

Man sollte sich lieber Methodik anschauen. Wie vermarktet man sich. Wie treten andere auf. Und daraus lernen.

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Jenseits von Hessen haben damals alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Das hat mit Parteiarbeit und Erarbeitung eines Programms nichts zu tun.
Es ist Faulheit.

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