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Die digitale Lernplattform für alle - Problematiken und Lösungsansätze


#1

Statt die Länder zum Ausbau von digitaler Infrastruktur zu drängen, könnte doch eine zentrale, digitale Lernplattformen (vom Bund finanziert und Vefügung gestellt) die für jeden Bundesbürger frei zugänglich ist, aufgebaut werden. Dann würden sich die Streitigkeiten zwischen den Zuständigkeit von Bund und Länder in Null-Komma-Nichts auflösen. Die Länder können weiterhin ihrer Lernplan selber strukturieren, während der Bund den Bürger ein weitgehend unbürokratisches Instrument zur potenziell lebenslangen (Weiter-, Aus-, Fort-,) Bildung zur Verfügung stellt.

Angeknüpft an: Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir, Entformalisierung bzw. Liberalisierung der beruflichen Ausbildungsprozesse und Abschaffung der Anwesenheitspflicht an Mittelstufen und Oberstufen


#2

Ist schon bei der deutschen Wiedervereinigung bei der Einführung einheitlicher Lehrunterlagen gescheitert.
Die Anzahl der ideologiebefreiten Unterlagen tendierte beidseitig gegen Null.
Man konnte sich nicht einigen und setzte auf die Kooperation und Übernahme von anderen westlichen Bundesländern.
Nach dem Motto, “besser gar nichts, als einheitlich”.


#3

Ok, umso mehr ich über das Thema nachdenke, desto mehr Problematiken sehe ich auch. Vorallem da der Bund und somit der Staat dann zentralisiert Daten über die Nutzung der Plattform sammeln kann.


#4

Das Thema ist sehr komplex, da die Lehrplankommission von den Kultursministerien einberufen wird.
Es gibt da allgemeine Vorgaben wie Leitziele, Lehrplanmodelle und einen speziellen Arbeitsauftrag.
Nach 12 bis 24 Monaten gibt es dann einen Entwurf, ein Anhörungsverfahren, Veränderungen, eine probeweise Freigabe und dann eine allgemeine Einführung.

Jedes Bundesland kocht da sein eigenes Süppchen, das über die Schulbuchverlage ein wenig koordiniert wird, denn deren Autoren kennen die Autoren für die anderen Bundesländer mehr oder weniger gut.

Verantwortlich für die Inhalte ist immer der Träger der Schule, somit in der Regel Kreis und Stadt, die das auch bezahlen.


#5

Als jemand der schon mal eine digitale Lernplattform entwickelt hat und dafür auch Inhalte erarbeitet hat, muss ich dir sagen, dass es leider ohne massive finanzielle Förderung nicht geht.

Der Aufwand Inhalte für eine digitale Plattform adäquat aufzubereiten ist erheblich. Du braucht einige Grafiker, Kameraleute und Tontechniker. Dazu noch eine ganze Menge technisches Equipment.

Der Aufwand lohnt sich natürlich, weil er nur einmal betrieben werden muss. Das relativiert sich aber auch, da man am Ende doch mehrere Varianten Produzieren muss, weil unterschiedliche Menschen eben auch unterschiedlichen Unterricht bevorzugen.
Auch das lohnt sich immer noch, aber es ist eben nicht von Lehrern zu leisten, die sowieso Unterricht vorbereiten.


#6

Die Plattform wird sich, wenn sie einmal in Stand gesetzt ist, weiter modifizieren. Sie soll ja kein Endprodukt sein, sondern wird erst durch die Nutzung (genau, wie dieses Forum hier) zum Tool und einem Prozess. Ich persönlich hätte bevor so etwas installiert wird gerne ein E-Democracy. Ansonsten habe ich da ein ungutes Gefühl mit Staat und selbständig denken usw. Das selbstständige Denken kommt in momentanen Schulsystem sowieso schon zu kurz.


#7

Das ist eine sehr gute Idee, passend zum lebenslangen Lernen und nicht eingepresst in eine Alters-und Klassenstruktur.
Als Kurssystem aufgebaut mit der Möglichkeit externer Prüfungen für Schulabschlüsse in ganz Deutschland.


#9

Sorry nein, ich hatte damit nur beruflich zu tun, nicht auf Piratenebene.


#10

Ich verweise auf Die (Nicht-) Digitalisierung der Schulen - Zusammenfassung vom Vortrag vom 12.7.2018 in der LGS
Da geht es um Schul-IT generell.
Ausführliche Antwort kommt später, also was ich davon halte.
Haben wir ne AG, in der man sowas mal diskutieren könnte?


#11

Hi.

Mit sowas beschäftige ich mich bereits seit einigen Jahren, versuche mich zurückzuhalten, hier die Essenz:

  1. Die komplette Schule (alle Formen) muss in eine digitale Form gegossen werden. Die Gebäude und Lehrkörper dienen nur noch zur Unterstützung des nun digitalen Lernens. Unterm Strich bleibt so mehr Zeit und Raum für die Schüler abseits des Durchschnitts.

  2. Lehrpläne werden ersetzt durch Lernziele, welche vom Alter der Schüler weitgehend entkoppelt werden.
    Es gibt also kein “Klassenziel” mehr, jeder Schüler geht in der Summe seinen eigenen Weg. Lehrer unterstützen diese dabei als Coaches. Die Schulklassen bleiben als soziale Gemeinschaft bestehen, welche aber nun nicht mehr durch den Lernstand der Kinder definiert ist.

  3. Benötigt wird also nicht, eine fertige Lösung analog Lehrplan, sondern eher eine (natürlich webbasierte) Rahmenanwendung, welche im Laufe der Zeit von den Usern (Lehrer/Schüler/Verlage) mit (Lern-) Inhalten gefüllt wird. Im Prinzip also ein “Schoolbook” mit diversen fertigen Funktionen zur Kommunikation und Zusammenarbeit (beim Lernen/Lehren).

  4. Im Prinzip ist die Digitale Schule eine Gesamtschule, allerdings sollte es weiterhin “Sonderkurse” nach dem Forder-/Förderprinzip geben. Komplexes Thema, lass ich jetzt mal.

  5. Noten? Also wenn ich nach meinen Kinder gehe, wäre ein Punkte/Level System deutlich attraktiver. Finde das persönlich auch gar nicht so abwegig, am Beispiel:
    “Game Of Maths: Du bist Loki Stormbringer, Level 32 mit 54.321 Erfahrungspunkten”


#12

Schöne Zusammenfassung!
Zu 1. die soziale Interaktion mit dem Lehrer und den Mitschülern halte ich für wichtig. Z.B. auch die gemeinsame Diskussion über Literatur oder auch die (gemeinsame) Entwicklung von Lösungsideen für soziale oder Gesellschaftliche Probleme das geht digital nicht .

Zu 2. natürlich braucht es noch Lehrpläne, die dann aber in sehr kleine Lerneinheiten herunter gebrochen werden müssen. Eine Lernplattform muss dabei das Abarbeiten von solchen Lerneinheiten in der richtigen Reihenfolge sicherstellen. Es braucht mehrere Versionen der Lerneinheiten, da manche Schüler besser anhand praktischer Beispiele lernen und andere eher über theoretische Ansätze Zugang finden.

Und es muss eine Antwort auf die pädagogische Frage gefunden werden, was das Erziehungsziel ist.
Es gibt ja den Ansatz die Stärken der Schüler zu fördern und die Schwächen “abzuwählen” oder reduziert man die Stunden bei den Stärken und fördert die Schwächen weg.

Bei 3. ist das Problem ja man kann das als “Buch”, aber die Erfahrung (und die Lerntheorie) zeigt, dass Filme, Animationen und interaktive Grafiken oder kleine Lernspiele nur mit der Unterstützung von Profis in den Bereichen adäquat umgesetzt werden können.

Zu 5. ja Noten sind nicht mehr nötig, aber wohl schon der Nachweis der erfolgreich absolvierten Lerneinheiten.


#14

Begabungen sind in der Regel irgendwie einseitig. Ich erinnere an den Schwachsinn das der Reckweltmeister im Abi in Sport eine 3 kriegte weil er in Basketball nicht so gut war.

Und um zu deinen Beispielen zu kommen:
Vielleicht braucht jemand mit stärken in den Naturwissenschaften, Förderung in Sport, Ernährung und Sozialkompetenz. Auch ein Künstler sollte rechnen können. etc.


#15

Zu Zu 1. Klar, aber das meine ich mit “Unterstützung des nun digitalen Lernens.”

Zu Zu 2. Meinte mit “Lehrplan” wortwörtlich das was wir aktuell haben. Eine Art “Fahrplan” wird weiterhin benötigt, da stimme ich zu. Allerdings gilt auch hier: Nicht alle aber viele Wege führen nach Rom
“Mehrere Versionen” schreibst Du, ganz genau das wäre dann geradezu normal!

Zu Bei 3. Klar, braucht es Profis. Meine ja nur, dass das “Buch” nicht fertig geschrieben sein, bzw. keine Anspruch auch Vollständigkeit haben muss. Aus der Erfahrung heraus, ganz ohne Video und Animationen erfolgreich unterrichtet worde zu sein, behauptet ich mal stumpf: Für die Lücken tut es auch ne gescannte Seite aus nem alten Schulbuch.

Zu Zu 5. Ja, irgendetwas muss die erreichten Ziele (Klasse vs Level) ersetzen.


#16

Was die Schule derzeit leistet:


#17

Kommt mir bekannt vor.
Auf die Frage was mehr wiege, 1kg Gold oder 1kg Sand, gibt’s selten was sinnvolles…

Allerdings, wir wollen hier diesen ggf sehr wertvollen Thread nicht durch Vorurteile & Co entwerten, oder?