Deutschland hat ein Nazi Problem!

Nazis und Querdenker stürmen gemeinsam ein Demokratiefest auf dem Hambacher Schloß:

In Neustadt stürmte eine Demonstration aus dem „Querdenken“-Milieu samt Reichsbürger:innen ein Demokratiefest auf dem Hambacher Schloss. Die Polizei schritt nicht ein, sondern forderte die Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt und ein Bündnis gegen Rechts dazu auf, Banner und Erkennungszeichen wegzupacken, um „nicht zu provozieren“. Die Behörde zieht ein „positive Bilanz“ und zeigt sich „zufrieden“.

Meine These dazu ist das die Polizei da eindeutig auf Seiten der Nazi/Querdenker zu stehen scheint. Sonst würde man ja gegen diese agieren und nicht gegen jene Bürger welche sich gegen Rechts einsetzen mit der Begründung die Nazis “nicht zu provozieren”… Auch das die Polizei hinterher so tut als sei da rein gar nix vorgefallen. Auch das ist ein aktives in Schutz nehmen der Rechtsextremisten !

Man stelle sich mal vor was passiert wäre wenn die Antifa das Demokratiefest gestürmt hätte. Da wären die Polizeikräfte vermutlich alles andere als zimperlich vorgegangen…

Aus deinem Zitat:

Zur Einordnung: Das ursprüngliche Hambacher Fest war eine Veranstaltung aus der Republikaner- und Nationalliberalen-Szene, die gegen den ausdrücklichen Willen der Obrigkeit und trotz verhängter Versammlungsverbote durch Nichtbayern (also als unangemeldete Demonstration) stattgefunden hat. Die Teilnehmer wollten, dass die da oben ihnen endlich ihre Freiheit gewähren. Festredner Philipp Jakob Siebenpfeiffer soll seine Rede wie folgt geschlossen haben:

Es lebe das freie, das einige Deutschland! (…) Vaterland – Volkshoheit – Völkerbund hoch!

Anders gesagt: “Die Antifa” würde die Teilnehmer und Organisatoren heute vermutlich erbittert bekämpfen.

Ist das “Querdenker-Milieu” angesichts dieses historischen Zusammenhangs nicht eigentlich genau richtig dort? :wink:

Nur das “die da oben” damals Könige und Kaiser waren…
Selbstverständlich absolut vergleichbar mit der heutigen Situation…
:man_facepalming:

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Da hat ein Schreiberling einer Provinzjournallie ausversehen die falschen Buzz Wörter benutzt

So funktioniert der Rechtsruck der Piratenpartei.

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Ich würde das gelassen sehen.
Ein Dummruck muss kein Rechtsruck sein :wink:

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Ich sehe das gelassen vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs.
Da geht es ja auch nicht um Zukunft, sondern ein Jahrhundert zurück in die Vergangenheit, als das Wissen und die kulturelle Entwicklung aus heutiger Sicht rückständig war.
Also weniger Synapsen.

Genau diese Rückwärtsgewandtheit ist so ein bisschen das Problem der westlichen Welt.

Sie setzt auf Nationalismus, insbesondere die Grünen gut sichtbar z.b. bei der Zerlegung des Vielvölkerstaates Jugoslawiens.
Nennt sich “nation building”.
Was in den neugebildeten Nationen dann abgeht ist, solange die eigene Nation davon profitiert, völlig egal.
In Slowenien wurden z.B. einfach alle nicht in Slowenien geborenen Menschen aus den Melderegistern gestrichen. Sie wurden darüber nicht mal informiert und waren von heute auf morgen staatenlos, also vogelfrei.

Die Unterdrückung von “Minderheiten” war bzw. ist allen diesen neuen Staaten gang und gäbe.

Je mehr Raum den ethnisch/kulturell reinen Volksgemeinschaften gegeben wird, desto geringer die Chance auf eine friedliche Zukunft und desto schwieriger wird es globale Probleme wie den Klimawandel in den Griff zu bekommen.

Ist ja zum Glück eine verschwindend kleine Minderheit.

Pressetext aus 2013:

Der Landesverband der Piratenpartei Rheinland-Pfalz als Mitveranstalter des Hambacher Fests, forderte indes die Organisatoren der Podiumsdiskussion, „Mehr Demokratie e.V.“, dazu auf, keine Vertreter von Parteien zuzulassen: „Insbesondere nicht der AfD.“ Sollte „Mehr Demokratie e.V.“ dem nicht nachkommen, will die Piratenpartei zum Boykott der Podiumsdiskussion aufrufen. Personen rechter Gruppierungen wollen die Piraten notfalls von der Polizei entfernen lassen.

Das Problem der “Rechten Parteien” haben die Piraten schon vor Jahren erkannt.
Es war und ist der Erfolg der A*D, die den Rechten Bürgern den Weg zum Hambacher Schloss geebnet hat.
Also die Partei, die von sich behauptet die einzigen Demokraten mit Bürgernähe zu sein!.

Ist der Name der Regierung das entscheidende Kriterium?

Wenn Nationalisten und Republikaner gegen die Regierung demonstrieren: In welchen Regierungsformen ist das “links” und damit “gut” und in welchen ist es “antidemokratisch”?

Das Hambacher Fest kritisch als von Nationalisten organisierte Demonstration zu bezeichnen ist ein “Rechtsruck”. Wieder was gelernt.

Name?
Du meinst also Monarchie und Demokratie unterscheiden sich nur dem Namen nach? Ok…

“Links” ist “gut”? Warum bist du dieser Meinung?

Gabs damals schon “linke” und “rechte”? Dachte diese Definition geht auf das erste Parlament der Weimaer Republik zurück, aber offenbar sind diese Kathegorien für dich zeitlos und universell?

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Das hängt von der Monarchie ab. Auch das Königreich Bayern war zu Zeiten des Hambacher Festes keine totalitäre Diktatur. (Über die Feinheiten der Unterschiede in den Aufgaben und der Amtsführung zwischen - zum Beispiel - der britischen Königin und dem deutschen Bundespräsidenten könnte man freilich etwas länger diskutieren.)

Discuss things, not people. Gern beantworte ich diese Frage in einer privaten Nachricht.

Du implizierst - korrigier mich gerne, wenn ich da falsch liege -, dass eine unangemeldete Demonstration von Nationalisten und Republikanern (ich habe das Wort “Rechte” in diesem Kontext übrigens vermieden und vermeide es auch weiterhin) nicht prinzipiell als solche bezeichnet werden soll, sondern abhängig davon, wer gerade regiert, positiv oder negativ zu sehen ist. Unter welchen Umständen ist eine unangemeldete Demonstration von Nationalisten, die ein starkes deutsches Volk fordern, denn positiver zu sehen als die von ein paar Querdenkern mit albernen Klamotten?

Dieses wiederum hatte die Idee aus Frankreich - 18. Jahrhundert - übernommen.

Mache ich doch gerne. Ich habe keinerlei Wertung vorgenommen, ich habe lediglich auf die schlechte Vergleichbarkeit der Ereignisse hingewiesen, aufgrund des historisch und politisch völlig verschiedenen Kontextes.

Ich rede von der Regierungsform, nicht der Staatsform. Die ist in GB und in D grob die gleiche.
Die Frage war, ob sich für dich Demokratien und Monarchien (als Regierungsform) nur vom Namen her unterscheiden, wie du angedeutet hast.

Keine Ahnung, unter welchen denn?
“Siehst” du das (originale) Hambacher Fest positiv oder negativ?
“Siehst” du die “Querdenker mit albernen Klamotten” positiv oder negativ?

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Na gut. Du hast Recht. (Und das gebe ich sehr ungern zu.)

Nein, ich meine, dass die Obrigkeit, gegen die 1832 demonstriert wurde, zwar grundsätzlich eine Monarchie war, aber eine sozialliberale: “Nach dem Tod seines Vaters Maximilian I. am 13. Oktober 1825 folgte Ludwig I. Er machte Bayerns Hauptstadt München zu einem Zentrum von Kunst und Kultur. Der neue König gründete Universitäten und förderte eine Reform der Schulen im Königreich” (Wikipedia). Es gab Bundesregierungen nach 1945, von denen man ein ähnliches Interesse an guter Bildung und geförderter Kultur nicht behaupten könnte.

Was eine parlamentarische Monarchie in der Regierungsform von einer parlamentarischen Demokratie unterscheidet, wäre wiederum eine (sicherlich interessante) Diskussion, die dieses Thema sprengen würde.

Ich sehe seinen Auslöser (Forderung nach Pressefreiheit) positiv, die Veranstaltung selbst offensichtlich eher negativ. Mich überrascht, dass der mediale Konsens ein anderer zu sein scheint. National- und Volksstolz sind doch sonst so unbeliebt.

Die sehe ich vor allem albern.

Wikipedia:
Nach der Julirevolution 1830 in Paris und der Ausbreitung der revolutionären Bewegung auf weite Teile Europas zeigte Ludwigs Politik zunehmend reaktionäre Tendenzen. Er führte die Zensur wieder ein und beseitigte die Pressefreiheit.

Das Hambacher Fest 1832 in der Pfalz auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße hatte seine Wurzeln in der Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung mit der bayerischen Verwaltung.

Für manche ist ja die Beseitigung der Pressefreiheit und die Einführung der Zensur sozialliberal, für andere aber nicht. Kommt stets auf den persönlichen Standpunkt an.

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Also ist “sozialliberal” jetzt der “Name” um es geht?

Ich erinnere nochmal an deinen Post:

Wir diskutieren also immernoch über die Regierungsform. Nicht über die Staatsform und auch nicht über die politische Colour der Regierung.

Deshalb nochmal meine Frage: Unterscheiden sich Demokratie und Monarchie als Regierungsform für dich nur dem Namen nach?

Sorry, ich kenne mich mit dem Königreich Bayern nicht aus und mein Interesse mich jetzt damit zu beschäftigen, hält sich in Grenzen.
Simple Frage: wurde das bayrische Parlament damals gewählt?

Also in meiner Schulzeit wurde die nationalistische Komponente des Hambacher Festes ziemlich vernachlässigt, aber im heutigen Diskurs ist das durchaus ein wichtiges Thema, meiner Wahrnehmung nach.

Bleibt jetzt immernoch die Frage, wo du die tatsächliche Vergleichbarkeit von Querdenker-Demos und dem Hambacher Fest siehst.

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Hm…, da frage ich mich, was du in einem Piraten Forum machst, wenn du alles so schlimm findest.

Um deine Frage zu beantworten. Es ist schlicht eine Beleidigung des Schreibers. Zwar etwas eleganter als der Satz “Du bist zu dumm, um Texte zu verstehen” aber bedeutet das gleiche.

Gruß
Andi

Es geht nicht um Namen. Das ist eine Scheindiskussion, die ich nicht mit dir führen möchte.

Das ist Teil des Problems. Du wirfst Monarchien in einen Topf und stellst diesen dann “der Demokratie” gegenüber. Ich sag’s mal so: Die meisten “Diktatoren” wurden irgendwann mal von irgendwem gewählt.

Ja, allerdings ohne Frauenwahlrecht - ansonsten funktionierte das Königreich Bayern nicht grundlegend anders als die Bundesregierung, den fehlenden direkten Einfluss der Wähler auf das Staatsoberhaupt eingeschlossen.

schematische Skizze (CC BY-SA)

Eben. (Und: Ja, leider.)

Unangemeldete Demonstrationen von Nationalisten und Republikanern gegen die Obrigkeit, die - wie dargelegt - kaum eine andere war als die heutige.