Der Untergang des Abendlandes

Der Buchtitel von Oswald Spengler kam mir gerade spontan in den Sinn als ich folgende Tweets gelesen habe:

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Da ist alles Wissen der Welt im Internet frei verfügbar aber die Leute entscheiden sich freiwillig dazu dumm zu bleiben :frowning:

Wie soll Demokratie denn funktionieren wenn künftige Generationen dank Social Media von nix mehr eine Ahnung haben und komplett verblödet sind ?

Au weia - dass das Unkraut der Dummheit schon so weit gewuchert ist, dass man sich bewusst gegen Wissen abschottet, überrascht mich nun doch ein bisschen.

Ich konnte deinen Beitrag nur deshalb nicht herzen, weil das so traurig ist.
Eine Erleuchtung ist er aber allemal. Deshalb danke dafür.

Ja, das erklärt ein bißchen, warum es soviele Impfgegner gibt, warum
viele Verschwörungstheorien überhaupt viele Menschen erreichen und
beeinflussen können.

Es erklärt beispielsweise auch ein bißchen, warum wohl soviele junge
Leute FDP gewählt haben.

Und jedem, der sich damit befasst, muss Angst und Bange werden. Mit
welchem Hintergrund werden diese Menschen schließlich wählen, sich
um das Gemeinwesen (was soll das sein? Gibt’s bei Instagramm gar
nicht) kümmern?

Das bedeutet ja auch, dass allen Rattenfängern, Schwurblern und
neoliberalen Beeinflussern Tür und Tor geöffnet werden. Man kann
sich leicht vorstellen, wohin sich die Gesellschaft in Zukunft entwickeln
wird. Zumindest dann, wenn es uns nicht gelingt, das Bildungsniveau
erheblich zu verbessern.

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Die AfD wurde von hochgebildeten Menschen gegründet…

Ich denke nicht, dass dies die “Ungebildeten” waren. Jedenfalls nicht die, die ich kenne.
Es waren einfach junge Leute die in ihrem Leben vorwärts (nach oben) kommen möchten, zum Teil kann ich dies sogar nachvollziehen.
Es sind junge Menschen, die am Leben teilnehmen möchten, die in Urlaub fahren möchten, die in schönen Wohnungen (eigenen Häusern) leben wollen und auch bei einer Familiengründung nicht ihr finanzielles Leben zu stark einschränken möchten.

Ich denke Bildung allein wird hier wenig helfen, zumal soziale Kompetenz in unserem Bildungssystem keinen hohen Stellenwert hat.

Wir brauchen eine Gesellschaft, die kapiert, dass es unsere demokratische Zukunft gefährdet, wenn die wohlhabendsten zehn Prozent der Haushalte zusammen etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens, netto, also abzüglich Schulden besitzen.
Die unteren 20 Prozent besitzen gar kein Vermögen.
Etwa neun Prozent aller Haushalte haben negative Vermögen, sie sind verschuldet.

Zu den unteren 30% möchte wahrscheinlich keiner gehören.
Stichwort BGE.

Du meist von Menschen mit einen hohen und hochspezialisierten Bildungsabschluss.
Um diesen Karriereweg zu gehen mussten diese Menschen sehr zielorientiert und fokussiert auf ihr Teilfachgebiet sein. Die “hochgebildeten Menschen” haben neben ihren Fach in der Regel noch Lebenserfahrung mit Literatur, Geschichte und Ethik oder auch Sozialwissenschaften und Politik.
Richtige Bildung umfasst auch Persönlichkeitsbildung und das Ausbilden einer Gesinnung wobei die angegebenen Nebeninteressen erheblich beitragen könnten.

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Dann schau dir die Gründer mal an, z.B. Konrad Adams - erfüllt also deine Hochgebildeten Voraussetzungen zu 100%.
Ich kenne keine andere Partei, die bei ihrer Gründung diesen Bildungsgrad hatten.

Wie ich geschrieben hatte, über soziale Kompetenzen sagt dies sehr wenig aus.

Geheime Staatspolizei – Wikipedia

Die Führungselite der Geheimpolizei rekrutierte sich aus einem überwiegend bürgerlichen Hintergrund. Es handelte sich dabei um junge Karriereakademiker, die fast ausnahmslos Juristen und zu einem erheblichen Teil promoviert waren. Bis auf wenige Ausnahmen hatten alle Stapo-Stellenleiter ein Abitur.

Ähnlich die ganzen Akademiker die V2 Raketen, Tigerpanzer und Giftgas für die KZs erforscht und entwickelt haben. Bildung sagt nichts darüber aus ob eine Person ethisch handelt oder nicht. Auch die Waffen-SS hatte einen überdurchschnittlich hohen Akademiker Anteil. Leute die sich aufgrund ihrer höheren Bildung für was besseres gehalten haben, also für Herrenmenschen.

Die Idee das Nazis nur grunzdumme mitläufer sind die sich leicht haben manipulieren lassen ist eben so nicht ganz richtig. Das ist ein stereotyp das erst nach dem Krieg von den Akademischen Eliten erfunden wurde um sich selbst rein zu waschen…

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Richtig,

deswegen ist es eben nicht richtig, der “Untergang des Abendlandes” könne mit besserer Bildung verhindert werden. :smiling_imp:

Übrigens bin ich mir sicher, dass nicht nur Schüler bei den oben angesprochenen Begriffen Zuordnungsprobleme hätten.

Angst und Bange muss es einzig denen werden, denen ausreichende Bildung fehlt.
Mehrheiten bekommt man so nicht.
Untenstehende wissenschaftliche Grafik werden Sie auch nicht verstehen.

The study found that areas that voted for Trump by at least 60% in November 2020 had death rates 2.7 times higher than counties that voted heavily for Biden.

https://www.npr.org/sections/health-shots/2021/12/05/1059828993/data-vaccine-misinformation-trump-counties-covid-death-rate

Also es gibt ohne Zweifel Bildungsprobleme

Menschen sind manipulierbar und es kann auch Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen treffen.

Trump ist vermutlich nicht so dumm wie manche glauben (wenn auch nicht so klug wie er selber glaubt). Er ist ein Beispiel das sich auch Leute zum eigenen Vorteil an die Spitze von Bewegungen setzen.
Und man staunt mit was für Maschen Betrüger durchkommen aktuelle Beispiel “Major Jansen”.

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Früher haben die ganzen Idioten eben dem “Prinz von Nigeria” ihr Vermögen überwiesen und keinen hat es wirklich gestört da es das System nicht destabilisiert. Mittlerweile geht das ja alles in eine sehr stark politische Richtung, Querdenker Spendensammlung, Qanon, DieBasis, Major Jansen, KlaTV usw. Einige Verschwörungsideologen werden reich damit und schaffen sich eine Horde an fanatischen Anhängern…

Wird in Zukunft eher noch zunehmen, dank Social Media verblöden die Leute ja tendenziell noch mehr da die gesamten Diskurse so immer weiter abflachen.

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Nein, sie verblöden nicht noch mehr!
Sie haben jetzt die Chance sich zu sammeln und treten gemeinsam auf.

Früher gab es Sonntags auch in jeder Stadt- und Dorfkneipe beim Stammtisch einen Depp. Aber der wurde belächelt und ignoriert.

Heute treffen sich halt die Deppen aus 200 Orten auf Plattformen und es kommt einem vor, als gäbe es mehr davon.
Übrigens, es gibt in Deutschland über 10.000 Ortschaften. :smiling_imp:

Ich fasse mal zusammen:

  1. Durch die Sozialen Medien und ihre Bubbles ist die
    Allgemeinbildung vieler Jugendlicher heute erschreckend
    ungenügend.

  2. Die vielen “ungenügend gebildeten Menschen” sind
    leichtes Opfer für Verschwörungsmythen und Fake-News.
    Sie sind damit eine Gefahr für die Demokratie.

  3. Aber auch viele Menschen mit üblichen “Bildungs-Titeln”
    werden gerne Opfer von Verschwörungsmythen - und
    mutieren dann sogar oftmals zu Spreadern von Fake und
    Verschwörung.

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Wie können wir diesen Problemen (1) - (3) begegnen?

Hier meine Thesen:

  1. Wir brauchen eine Regelung und Initiative, die alle sozialen
    Medien so reguliert, dass offensichtliche Falschaussagen
    geächtet und/oder gelöscht werden.

  2. Wir müssen den Bildungsbegriff genauer und enger fassen:

    a. Wir brauchen grundsätzlich mehr mathematische Bildung,
    damit klar ist, was echte “Schlussfolgerungen” eigentlich sind.

    b. Wir brauchen ein klare Vermittlung dessen, was “Wissenschaft”
    ist und wie wissenschaftliche Erkenntnisse zustande kommen.
    Das ist Grundvoraussetzung, um Erkenntnisse zu bewerten und
    Tatsachen von Schwachsinn zu unterscheiden, um
    Evidenz von Mutmaßungen zu unterscheiden.

    c. Wir brauchen eine ethische Grundbildung, die einerseits
    die Evolution zu egalitären Gesellschaften nahe bringt, und
    die andererseits ethisch-philosophische Grundmaximen,
    wie etwa die von John Rawls, thematisiert.

    Insgesamt ist es wichtig, dass die “stromlinienförmige Scheu-
    klappen-Bildung” nicht mehr als “Bildung” anerkannt wird. Wer
    in Zukunft das Abitur haben will, muss die Punkte a., b.
    und c. gelernt haben und sich dort wirklich auskennen.

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Für eine komplexe, technische Gesellschaft und für unsere Demokratie
sind obige Bildungsaxiome (1), (2a), (2b) und (2c) fundamental
wichtig!

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d. Wir brauchen ein Land, in dem nicht über 1/3 der Bevölkerung Angst hat in die Armut abzurutschen oder schon dort gelandet ist.
Denn diese Menschen sind sehr leicht manipulierbar und greifen nach jedem Strohhalm.
Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor Wohnungsnot, vor drastischen Energieerhöhungen sind der ideale Nährboden für Verschwörungstheorien und Angstpolitik.
Und du würdest dich wundern welche “Bildungsgrade” du dort finden kannst.

Hört endlich mal auf zu glauben mit Bildung wären alle Probleme zu lösen. Ja, Bildung ist wichtig, zum Beispiel Herzensbildung, und soziale Bildung!

Es gibt Länder mit einem wesentlich geringerem Bildungsniveau und da treten diese “Probleme” nicht so massiv auf wie in Deutschland!

Absolute Zustimmung!

Aber um dies durchzusetzen, d.h. die zunehmende soziale
Schere zu verringern, brauchen wir was? Genau: Bildung
der Art (2c): ethisch-philosophische Grundmaximen!

D.h. man muss schon früh vermitteln, warum sozialer
Ausgleich, egalitäre Chancen usw. sooo wichtig sind.

Du glaubst also höhere Impfquote hätte mit mehr Bildung zu tun?

Leider völlig daneben!

In Portugal und Spanien ist eine so hohe Impfquote unter anderem, weil dort der Familienzusammenhalt wesentlich ausgeprägter ist als in unserem Land. Da steht noch der Jugendliche für seine Oma und seine Eltern ein und will sie schützen. Deshalb ist es leichter ihn zum Impfen zu bewegen, oder er macht es sogar freiwillig.

Dies hat auch mit Bildung zu tun, mit Herzensbildung. Und die kann keine Wissenschaft ersetzen.

Luxemburg haben fast 70% der Bevölkerung einen Bildungsabschluss im Tertiär Bereich, dort ist die Impfquote nicht höher als bei uns, und gewalttätige Proteste ebenso an der Tagesordnung.
Ich lese in mehreren “Schwurbel-Gruppen” auf Facebook und Telegram mit, - da gibt es einen Anteil an Ungebildeten, aber der Anteil der Gebildeten, zumindest was Ausdruck und Rechtschreibung angeht, ist auf jeden Fall genau so hoch.

Ich bin absolut nicht gegen Bildung, aber wenn ich z.B. in den Bundestag schaue, dann wird dort nicht die Bevölkerung abgebildet, sondern Menschen mit einem höheren Bildungsgrat.

Und darunter neben den Rechts-, wirtschafts- und steuerberatende Berufe als größte Gruppe nimmt die Gruppe aus dem Bereich Bildung, Lehre, Forschung ebenso einen Spitzenplatz ein.

Das sind dann doch die Menschen,z.B. Hochschulangehörige, Lehrer, die unserer Gesellschaft deinen z.B. Punkt 2c näher bringen soll(t)en.

Ich glaube, was du meist nannte man früher einfach “Allgemeinbildung”, die man z.B. auch durch sehr viel lesen oder reisen bekommen konnte. Oder durch Neugier.

Keine Ahnung wie wir wieder dahin kommen, denn normalerweise sind durch das WWW alle Türen und Tore geöffnet sich zu informieren und auch Informationen zu reflektieren.
Die Frage die sich mir stellt, sind wir in der Evolution vielleicht noch nicht so weit, dass sich unsere Gehirne auf diese Reizüberflutung eingestellt haben? Vielleicht dauert dies einfach noch 2 o 3 Generationen?

Übrigens hat mit schon mein Großvater gesagt, Fernsehen macht blöd!

Update:
Was du @syna probierst zu machen, “Bildung” in mehre Segmente einzuteilen ist denke ich der richtige Weg.
Nur sollten wir dann vielleicht in der Ausbildung und dem Lehrplan für die “Lehrenden” anfangen.
(Zieht sich dann von der Kita bis in den Hochschulbereich, weiter zu lebenslangem Lernen)

Nein, nein:

In Portugal und Spanien ist der Familienzusammenhalt größer, ja.
Aber in anderen komplexen Gesellschaften mit mehr Arbeitsteilung
und Spezialisierung haben wir mehr “Kleinfamilien” und sogar
“Single-Haushalte”. Und da brauchen wir mehr Bildung!

Was soll denn “Herzensbildung” sein? Wie willst Du die vermitteln?
Der eine hat mehr Empathie, der andere weniger, der dritte keine. Das wird
sich auch durch Reisen oder Lesen oder Sport oder sonst was nicht ändern!

Das einzige, was hier IMO hilft, sind “ethische Grundregeln”. Solche Regeln,
die die rational die Wichtigkeit einer egalitär-gerechten Gesellschaft
plausibel machen. So dass auch der unemphatische Mensch einsieht, dass
es besser ist, auf soziale Gerechtigkeit zu setzen. Und das ist die Chance,
die sich aus besserer humanistischer Bildung ergibt: Es müssen schon
früh diese “Grundregeln” vermittelt und erörtert werden!

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Aber natürlich, wobei Bildung auf dem Papier nur die gesellschaftliche Chance ist, Bildung einfach zu erwerben.
FFF stellt nun mal nicht die Bevölkerung dar, es sind aber die, obwohl demokratische Minderheit, die die Richtung vorgeben, die das Land einschlägt.
Das kann man jetzt undemokratisch finden, die Realität ist aber, dass sie in Summe die besseren Entscheidungen treffen und damit einen erheblichen Vorteil haben.

Pauschaliert und grob ausgedrückt sterben die einen, während die anderen überleben.
Das ist einfach Darwin und die Fähigkeit sich veränderten Rahmenbedingungen anpassen zu können, da nix fix ist, sondern die Welt nach einem System der Wahrscheinlichkeiten funktioniert, Flexibilität notwendig ist.
Dem steht das Modell des alten Fritz gegenüber, bei dem die Schüler in Reihe und Glied brav auf ihre Bank sitzen müssen, da die größten militärischen Erfolge angeblich nur erzielt werden können, wenn keiner flexibel ist.

Bei der Impfpflicht sieht man das wieder schön und es entstehen dann genau die altbekannten Konflikte.
Die breite Bevölkerung hat sich dem System des alten Fritz unterworfen und fällt damit regelmäßig auf die Nase.
Ordnung muss sein und dann werden alle Bäche begradigt, die Rasensorte Tierpark gewählt, die Mitgliederverwaltung zentralisiert. …

Covid ist ein Bildungsproblem und das besteht darin, dass Menschen entscheiden dürfen, wollen, sollen, obwohl sie mit der Entscheidung überfordert sind.
Die Lösung des Problems besteht einzig darin die Menschen zu qualifizieren sachgerechte Entscheidungen zu treffen und Informationsquellen Vertrauen zu schenken oder diesen das Vertrauen zu entziehen.
Wenn man keine Ahnung von der Blinddarmoperation hat, sollte man sie nicht selbst dürchführen, Quellen und Experten beurteilen und deren Intensionen einschätzen können.

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Ich glaube schon, kann da aber auch zum Teil nur für mich selbst sprechen.

Ich glaube viel gelernt über Menschen habe ich in meiner Ausbildung auf dem Bau, im Bauwagen wo während der Pausen jeder die Bildzeitung gelesen hat und über deren Inhalt diskutiert wurde.

Danach während des Studiums meine Reisen mit einem kleinen Auto (2CV) Richtung Indien, und später mit einem Unimog, (Pfui welche Umweltverschmutzung) durch Afrika bis nach Nigeria.
Diese Erlebnisse mit Menschen verschiedenster Kultur, Bildung und auch verschiedenster Aufbruchs-Epochen haben mir für mein Leben mehr (Bildung) mitgegeben, als mein Studium in der Informatik und später im Energiebereich.

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