Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Website Piratenpartei Deutschland

Der leise Tod der öffentlichen Debatte


#1

Weihnachtslektüre für Denker

https://www.rubikon.news/artikel/der-leise-tod-der-offentlichen-debatte

von Mausfeld / Kiel

“Es liegt in der Natur der Macht, dass Demokratie nur für die Machtunterworfenen ein zivilisatorischer Traum ist, da es dabei gerade um eine Einhegung illegitimer Macht geht. Für die jeweils Mächtigen hingegen war und ist eine wirkliche Demokratie gerade ihr Alptraum. Denn Demokratie würde ihre Macht massiv einschränken. Folglich haben sie seit je alle Formen demokratischer Strukturen und auch die Idee von Demokratie selbst massiv bekämpft, verhöhnt, unterminiert und zerstört.”


#2

Danke ukw für deinen Beitrag.
Ich weiss nicht, ob ich zu den Denkern gehöre, aber eine
geeignete Weihnachtslektüre war der Artikel auf jeden Fall.

Besonders gut hat mir gefallen:

Es geht — in den Worten des großen liberalen Philosophen John Dewey aus dem Jahr 1935 — um die Frage, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größerem Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind."

Wünsch Die ein frohes neues Jahr


#3

Für Denker … ja schon, aber richtig bitte. Denn der Artikel strotzt vor Fehlern. Allein sein Anfang ist schon Selbstbeweihräucherung vom feinsten.

Dazu brauchen wir freie und emanzipatorischen Zielen verpflichtete Medien — wie den Rubikon!

Wir sind die Guten!” Ähm, nee, mit dem Beitrag eher nicht.
Ich versuche es mal Anhand dieses Zitats auf den ersten Sätzen zu erklären, weswegen der Artikel Blendwerk ist und wenig mit der Realität zu tun hat.

Es liegt in der Natur der Macht, dass Demokratie nur für die Machtunterworfenen ein zivilisatorischer Traum ist, da es dabei gerade um eine Einhegung illegitimer Macht geht. Für die jeweils Mächtigen hingegen war und ist eine wirkliche Demokratie gerade ihr Alptraum.

Diese Satzungetüme, die etwas aktuelles durchaus korrekt beschreiben, sind in sich selbst eine Lüge. Ich nenne diese Form des Schreibens eine “Selbstbeweisende Behauptung”, die hier abgeliefert wird. Man vermischt Aktuelle Entwicklung, Wunschdenken und Buzzwords in unzulässiger Art und Weise miteinander. Dabei unterlässt man es in sträflicher Art Gesellschaftliche Entwicklungen mit einzubeziehen bzw. verbiegt diese so, als das man den Eindruck bekäme, hier würde eine “Steuerung” vonstatten gehen.

Es liegt nämlich nicht in der “Natur der Macht”, es ist die Natur des Menschen, dass diese “Demokratie” derzeit eher nicht so funktioniert wie sie einstmals erdacht wurde. Es gibt in Demokratien auch keine “Machtunterworfenen”, was für eine Blödsinnige Beschreibung. Solche Worte sind zudem Meinungsmache vom feinsten, da sie wertend sind, nicht neutrale Schreibweise. Denn es geht um den Kontext Demokratie, nicht das was heute bisweilen daraus gemacht wird.

Geschaffen wird der öffentliche Diskussionsraum erst durch die Medien. Demokratie ist folglich ganz grundlegend auf freie Medien angewiesen, also auf Medien, die nicht in politische und ökonomische Macht- und Interessenkontexte eingebunden sind.

Arrghh … passende Darstellung in einem völlig sinnfreien Bezug. Der Absatz impliziert, dass die Medien nicht frei wären. Sie sind es aber, sie sind jedoch Zwängen unterworfen, die eher nicht politischer denn Materieller Natur sind. Natürlich gibt es, siehe Bertelsmann, Verknüpfungen zwischen den unterschiedlichen Stufen.

Um ehrlich zu sein, ich mag den Text eigentlich gar nicht auseinander nehmen, am Ende hätte ich einen Knoten im Kopf. Er ist schlicht falsch. Falsch! Das ist Meinungsmache von aller übelster Sorte. Er lädt nämlich nicht zum denken ein, er soll den Geist vernebeln.

Es gibt aber einen Text, den ich jedem ans Herz legen würde. Der beschäftigt sich mit einem ähnlichen Thema.


#4

Hallo Wutze,

ich glaube deine Argumentationsweise zu verstehen, aber denke
trotzdem, dass der Artikel ein Denkanstoss sein kann.
Sicherlich ist er nicht die reine Wahrheit, aber ihn gänzlich als falsch
zu bezeichnen, finde ich übertrieben.

Frohes neues Jahr Dir

(P.S.: Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, den von Dir empfohlenen Text zu lesen.
Werde das nachholen, und dann meinen bescheidenen Kommentar dazu abgeben.)


#5

Doch, den Artikel muss man als falsch kennzeichnen. Denkanstöße kann er natürlich liefern, jedoch geht es hier um Kontext, Zusammenhänge die künstlich hergestellt werden. Du zitierst ja selbst folgendes:

wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größerem Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind

Der Satz ist Kennzeichnend für die aktuellen Fehlentwicklungen. Geistige Freiheit und Verantwortung stellt diese aktuelle Wirtschaftsordnung ja eben genau nicht in Frage. Das diese Wirtschaftsordnung aber die Freiheit und Verantwortung beeinflusst, steht jedoch nicht außer Frage. Das Problem hierbei, in welches Verhältnis zueinander setzt man diese Entwicklung? Vom Grundsatz her reden wir eigentlich über Abhängigkeiten voneinander. Denn diese Wirtschaft ist abhängig von Arbeitnehmern, der Arbeitnehmer abhängig von der Wirtschaft. Das System Geld und sein Gesellschaftlicher Umfang sind hier die Schlüsselpositionen, nicht ein vermeintlicher Demokratieabbau. Man setzt das heute gern gleich, sogenannte Drehtürabgeordnete, die aus der Politik in die Wirtschaft wechseln und umgekehrt. Natürlich existiert hier ein Machtgefälle, doch woher kommt dieses? “Mein Haus, mein Auto, meine Frau!” Man bedient in der Werbung schlicht Menschliche (Gesellschaftliche) Instinkte, die ja jedem Individuum innewohnt. “Ich bin besser als Du”. Man steht im Wettbewerb zueinander. Es gibt aber einen weiteren Begriff - “Konkurrenzkampf” - den man hier benutzen könnte. Beide Begriffe wären hier korrekt angewendet. Ab jetzt geht es aber darum, wie diese Begriffe konnotiert sind. Der Verwendungszweck sagt am Ende das aus, was man erreichen möchte. Positiv oder Negativ “aufgeladene” Texte. Wir arbeiten also mit Emotionen, die sich durch unterschiedlichen Satzbau am Ende kennzeichnen und damit aufladen lassen.

Der Text darf nicht allein für sich stehen bleiben, wirklich nicht. Dieser Text vernebelt.


#6

Moin, zur Medienkompetenz gehört auch Quellen zu hinterfragen. Tut man dies disqualifiziert sich Rubikon schnell von ganz alleine.

Man kann sich aber auch wie Wutze Arbeit machen. :grin:


#7

/Sarcasm on
Ich finde, dass unsere FREIEN Leitmedien eine sehr gute Arbeit im Sinne der Demokratie leisten. Wir sollten daher im neuen Jahr unbedingt in deren Chor mit einstimmen. Zum Mainstream konträre Meinungen sind nur was für Extremisten.
“Machtunterworfene” - also wirklich, was für ein Blödsinn. Alle Menschen in Deutschland sind sowas von FREI und je mehr Kohle sie haben, umso freier. Die paar Millionen Hartzer oder in prekären Arbeitsverhältnissen Beschäftigten können das positive Gesamtbild nun wirklich nicht trüben. Die sind auch selbst schuld - hätten ja was Gescheites lernen können oder sich reichere Eltern aussuchen sollen.
Und der Rubikon ist klar abzulehnen, verwendet fragwürdige Quellen (für den genannten Artikel habe ich allerdings gar keine gefunden) und dieser Artikel ist so falsch (Meinungsmache der übelsten Sorte halt), dass er garantiert nicht zum Denken anregen KANN. Wir haben schließlich alle ein so gefestigtes Demokratieverständnis, dass wir uns den Geist nicht von derartigem Geschreibsel vernebeln lassen. BILD dir deine Meinung ist angesagt und das ist außerdem viel bequemer.
/Sarcasm off (Pispers kann das noch besser https://www.youtube.com/watch?v=ksHELoHfXtI )
Meine erste gute Tat im neuen Jahr wird sein, dem Rubikon ein paar Euro zu überweisen. Wollte ich schon immer mal machen. Mir geht’s gut genug dafür und ich kann die herrschende Demokratie in der Tat genießen.
/Comment
Die Leser mögen berücksichtigen, dass ich mit meinem Sarkasmus niemanden persönlich angegriffen habe. Ich habe das Mittel nur benutzt, um Argumente zitierend auf- und anzugreifen.

LG - Tensor.


Etwas für jene, die meinen die "Vergangenheit" interessiere nicht
#8

/Irony on

Bin ja nur froh, dass Du mich mit deinem Sarkasmus nicht persönlich angegriffen hast.
Das wäre ja auch noch schöner

/Irony off

Tja ich BILD mir eben meine eigene Meinung, und zum Rubikon wusste ich vorher überhaupt nichts. Kann da also auch gar nicht urteilen.
Aber dass ich das John Dewey-Zitat gut fand, das musst Du mir dann schon lassen.
Schon komisch was so alles zum Denken anregen kann, gelle.

Wahrhaft frohes neues Jahr


#9

Hier eine andere Quelle:
http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta181202.php

Die Idee der Demokratie entsprang aus der Bemühung, eine gesellschaftliche Organisationsform zu finden, die am ehesten einen inneren (und äußeren) Frieden gewährleistet. Demokratie beruht auf der Idee, dass die Bürger zur politischen Selbstbestimmung befähigt sind. Inzwischen ist die Komplexität moderner Gesellschaften so groß geworden, dass kein Einzelner sie mehr zu erfassen vermag. Hat sich damit das demokratische Leitideal überlebt?
Rainer Mausfeld erörtert diese Frage anhand der Kontroverse zwischen Walter Lippmann und John Dewey, zwei der bedeutendsten politischen Intellektuellen des vergangenen Jahrhunderts. Lippmann hielt die Idee des mündigen Bürgers‘ für eine Fiktion und plädierte für eine von Experten gelenkte Elitendemokratie. Dewey hingegen band die Frage der politischen Mündigkeit an die Voraussetzung eines freien und unverzerrten öffentlichen Debattenraumes. Diese Kontroverse ist auch für ein Verständnis der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen erhellend.


#10

Ich werfe da mal einen anderen Blickwinkel ein.


#11

Du meinst, weil der Artikel Rubikon abgedruckt ist disqualifiziert sich der Mausfeld von ganz alleine?
Genau das Gegenteil von Themen statt Köpfe .

Ja, das ist ein Argument.

(Edit)

möglicherweise erkennt man den Sarkasmus in meinem Beitrag nicht deutlich genug:
das ist ein Argument die Randgruppe Piratenpartei ebenso zu behandeln wie Du den Rubikon behandelst.


#12

Eben, weil die Komplexität moderner Gesellschaft größer wird ist die Demokratie das Mittel um dieser Komplexität gerecht zu werden. Experten sind wir alle - Experten für unser Leben und unsere Bedürfnisse. Zudem möchte ich nochmal anmerken, dass Demokratie keine dauerhafte Herrschaftsform ist, sie ist eher eine Form der Machtausübung. Herrschaft qua Definition ist dauerhafte und formale Machtausübung und da in Demokratien Mehrheiten nicht von Dauer sind, sondern im Gegenteil eine Pendelbewegung von der einen Richtung zur anderen besteht, stellt die Demokratie ein Mächtegleichgewicht dar und keine reine Herrschaftsform.


#13

Zum Autor:

Zum Beitrag:
Der Autor übt Medienkritik und verkennt, dass sich durch die technischen Veränderungen auch gesellschaftliche Veränderungen ergeben.
Sein Blick ist viel zu stark auf Medien eingeengt, wobei er unter Medien Presse versteht.

Die Nachrichtenhoheit und Informationshoheit liegt aber heute nicht mehr monopolisiert bei der Presse.

Dementsprechend haben Demokraten heute ganz andere Zugänge zu Quellen.

Die Piratenpartei setzt sich für Transparenz ein, weil dadurch ein weitaus besserer Zugang zu den Quellen besteht und die repräsentative Demokratie wieder in Richtung direkte Demokratie zurückgeführt werden kann, wie das ursprünglich auf der Polis möglich war.

Aufgabe der Medien war es ursprünglich die repräsentative Demokratie zu überwachen und zu kontrollieren, indem Rechercheteams versuchten, an Quellen zu kommen, diese auszuwerten und dies dann der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Jedoch hat man bei den Medien relativ schnell gemerkt, dass man selbst eine Quelle ist und mit seiner Quelle beeinflussen kann.
Der Fall Relotius ist die logische Folge, erst gar nicht mehr zu recherchieren, da man ja selbst die Quelle ist und auf diesem Wege selbst beeinflussen kann.

Mausfeld bedient sich der gleichen Methodik. Er stellt Thesen auf und versucht dann diese zu belegen, um seine Thesen als Wahrheit zu verkaufen.
Der korrekte Weg wäre etwas zu untersuchen um dann daraus die Schlußfolgerung zu ziehen.

Merkt man spätestens dann, wenn jemanden das Fachwissen fehlt, zu erkennen, dass er nichts weiß, sondern der Meinung ist, er wüßte alles.

Entscheidungen und Wissen ist immer nur das Eintreffen der Wahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Heilsbringern sollte man mit einer gewissen Skepsis begegnen.
Arbeiten wir also weiter in unserer Partei den Zugang zu Informationsquellen zu erhöhen, damit möglichst viele Personen selbst “denken” können und wir deshalb aufgrund deren KnowHows eine möglichst gute Wissensbasis bekommen, damit wir die Wahrscheinlichkeit für gute Entscheidungen erhöhen.


#14

Mein Lieber GG79
die Wikipedia disqualifiziert sich in diesem Zusammenhang als Indikator. Die Wikipedia hat nämlich eine dunkle Seite, dagegen ist der Relotius vom Spiegel ein Fliegenschiss.
Sich um die dunkle Seite zu kümmern wäre für die Wikipedia langsam mal angesagt. Stattdessen sammelt die Wikipedia weiter Spenden.
Ich habe mir einen 24er Brockhaus für umme vom Recyclinghof geholt und brauche keine Wikipedia, die ähnliche Machtmissbrauchs Strukturen aufgebaut hat wie Du sie bei den Piraten kritisierst.


#15

Dieser Brockhaus gehört inzwischen wem? Seit 2009 Arvato, seines Zeichens Bertelsmann. Aber gut, ich meine im letzten Brockhaus noch etwas von Computern gelesen zu haben. Dem Cornelsen Verlag gehörte der Brockhaus ja vormals und er ist eher bekannt dafür Schulbücher herzustellen. Und wie man Computer im Bockhaus beschrieb ist inzwischen ja hinlänglich bekannt. Eine Floppy-Disk und Win 95 dürfen da nicht fehlen. Ja das ist schon alles sehr aktuell. So wie in den Schulbüchern. #FindeDenFehler

Aber gut, darum geh es ja gar nicht. Es geht um die Art und Weise wie dieser Text geschrieben wurde, nicht wer es war und wo. Und es geht um die Art und Weise mit welchen Mitteln hier argumentiert wird, um dann im selben Atemzug die Meinung anderer zerdrücken zu wollen.

Das sind “selbstbeweisende Behauptungen”, mehr nicht. Keine Argumente, woher diese “Meinung” rührt, nichts.

Etwas das ich immer mache. Verstehen leider nur die wenigsten. Auch das man selbst immer auf diese Weise vorgehen sollte, statt “Fakten durch Behauptungen” schaffen zu wollen.

Der Satz allein ist und bleibt eine unbewiesene Behauptung. Es wird nicht mal im Ansatz erklärt, weswegen man auf dieses dünne Brett kommen sollte. Ich finde es im übrigen immer wieder absolut genial, solche Worte in dieser Form zu finden.
Denn: Auch wenn sich jemand mal verirrt haben sollte - was immer mal wieder passieren kann - sollte man sich solcherlei Art und Weise schlichtweg verkneifen. Damit will man Menschen diskreditieren.

Oh, so macht man das heute? Ja wenn das so ist! (ich geh mal kotzen)

Genau so ist es. Die Welt hat sich inzwischen weiter gedreht. Weiter als die meisten das überhaupt begriffen haben. Leider …


#16

Natürlich muß man Quellen bewerten, allerdings gehe ich mal davon aus, dass ein Professor die rechtlichen Wege kennt oder sich beraten lassen kann, damit nichts Unwahres in Wikipedia über ihn steht.
In der Regel wird doch eher ins Positive bei Wikipedia über Personen frisiert.
Ich habe dies nur als Quelle angegeben und auch nicht einzelne Sätze herausgepickt, um ein bestimmtes Bild zu zeichnen.


#17

By the way …

Da ich in der Tat eine fortschrittliche Schule besuchen durfte, in der Datenverarbeitung ein eigenes Fach war, wies mein EDV-Buch, mit Schablone um Programmablaufpläne erstellen zu können, auf die notwendigen umfangreichen Verkabelung hin, die in modernen Rechenanlagen notwendig sind.
Nix Chip, sondern Verkabelungen, ebenso wie mein Kosmos-Computer mit dem man von der Rolle das Kabel abschnitt, die Enden abisolierte und damit UND/ODER-Verbindungen stecken konnte, damit ein Birnchen leuchtete oder auch nicht.
Zu jener Zeit arbeitete man bei der Presse auch nicht viel anders als heute.
Nur die öffentliche Debatte hatte eine höhere Qualität.

Nachtrag:
Oh, gibt es heute noch für 159 EUR


#18

Open Source ohne Transparenz ist nicht so geil. Das akzeptierst Du normalerweise nicht.
Wenn Du online bei der Wikipedia nach aktuellen Informationen im beispielsweise Ukraine Konflikt suchst -
wirst Du dort objektive Informationen vorfinden und warum weiß man nicht mal, welcher Klavierlehrer die dort hin geschrieben hat?

Das mit der Wikipedia und den Einträgen über Personen oder brisanten politischen Ereignissen ist mittlerweile so bekannt, dass ich mich wundere, dass die Wikipedia überhaupt noch zitiert wird.
Untergang der Titanic - kannste bei Wikipedia nachgucken (allerdings auch im Meyers Lexikon von 2001)
Zusammensetzung von Polyurethane - kannste bei Wikipedia nachgucken (allerdings auch im Meyers Lexikon von 2001)
Einträge über Mausfeld (außer die Biografie) bei Wikipedia?
Weiße Folter und Verantwortung der Wissenschaft Mausfeld stellt in seiner Arbeit dar, welchen Anteil Psychologen an der Entwicklung, Anwendung und Rechtfertigung moderner Methoden der Weißen Folter haben. Diese ziele nicht, wie behauptet werde, auf Informationsgewinnung, sondern auf die Brechung des Willens, Disziplinierung, Demütigung und Erniedrigung ihrer Opfer. Mausfeld definiert am Beispiel der Folterforschung ethische und juristische Prinzipien und Grenzen wissenschaftlicher Arbeit.[6][9][10]

Weiße Folter? Durfte man wohl nicht kritisieren.
Nach Mausfeld genügt die Kenntnis neuronaler Verschaltung und Aktivität nicht, um Bewusstsein und Denkvorgänge zu erklären. Schon das Verhalten vergleichsweise unterkomplexer Lebewesen wie Nematoden könne nicht aus der Neuronenaktivität erklärt werden. Die Beziehung zwischen Natur und Geist muss nach Mausfelds Auffassung daher unterhalb der neuronalen Ebene im Physikalischen liegen.

Ein Wissenschaftler stellt den Materialismus in Frage? Das darf man wohl besser nicht tun.

Was steht denn in dem Artikel, den ich als Weihnachtslektüre empfahl?

Der Korridor des als ‚zulässig‘ Deklarierten ist verengt wie lange nicht mehr.
Wer ihn verlässt, muss damit rechnen, von denen, die das Sagen haben, ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden. Widerstand gegen die Ächtung von Dissens ist dringend geboten.

Das Herzstück der Demokratie und zugleich die Grundbedingung ihrer Möglichkeit ist ein freier öffentlicher Diskussionsraum, in den sich alle gleichberechtigt einbringen können und der das gesamte Spektrum unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen und Positionen repräsentiert. Die daraus resultierenden Konflikte unterschiedlicher Interessen und Perspektiven sind der Motor demokratischer Debatte.

Wutze und GG79 - warum stellt Ihr Mausfeld in Frage und nicht Euch selbst?

GG79 formuliert seine Kritik an Mausfeld:

Er setzt Mausfeld mit Relotius gleich. Das hätte GG79 mal mit sich und der Piratenpartei machen sollen.
Mausfeld hat sich aber im Gegensatz zu Relotius nicht irgendwelche Geschichten aus dem Fingern gesogen, die nachweislich nicht stimmen. Das aber behauptet GG79, wenn er schreibt die Methodik sei gleich.
Was Du (GG79) nicht bemerkst ist, dass Du den Korridor des als ‚zulässig‘ Deklarierten ist verengst
Du möchtest den Korridor auf die materialistische Weltanschauung verengen. Das ist für intelligente Affen eine zulässige Argumentationsweise, den kein Affe ist jemals beobachtet worden, wie er die immaterielle Seite mit seinem Bewußtsein erfassen konnte. Dafür fehlt jeglicher wissenschaftliche Nachweis. Aus der Sicht eines intelligenten Affen ist die Einengung des Korridors des als ‚zulässig‘ Deklarierten kein Verlust.
Er wird dafür nicht eintreten einen breiteren , er wird das für wahr nehmen, was in der Wikipedia steht und nicht hinterfragen, cui bono warum steht das da?
Das Herzstück der Demokratie und zugleich die Grundbedingung ihrer Möglichkeit ist ein freier öffentlicher Diskussionsraum, in den sich alle gleichberechtigt einbringen können und der das gesamte Spektrum unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen und Positionen repräsentiert.

Die Wikipedia schafft eine Vorauswahl der Argumente - nicht in dem die Argumente hinterfragt werden, sondern in dem die Menschen hinter den Argumenten angegriffen werden.

Diese Debattenkultur ist bei den Piraten jetzt also “normal” geworden.

Die Wikipedia muss inzwischen massiv öffentliche Spendenaufrufe starten - die Piratenpartei ebenfalls.

RIP


#19

Behauptung war, dass die FREIEN Medien doch nicht so frei sind, wie andere implizit hier behaupten. Behauptung war weiterhin, dass Abweichler vom Mainstream sehr schnell als Extremisten und (ich ergänze ein bisschen) Verschwörungstheoretiker oder Esoteriker oder einfach als Blender diffamiert werden, wie hier auch geschehen.
Beweise für diese Behauptung liefert Volker Pispers in seinem (nochmals verlinkten) Beitrag https://www.youtube.com/watch?v=ksHELoHfXtI , der sich sicherlich nah an den Grenzen des guten Geschmacks heranrobbt, anhand einiger drastischer und gut recherierter Beispiele. Im Gegensatz zu einigen Thesen des FDP-nahen Herrn Nuhr halten die von Pispers (hat der nicht mal was für die Piraten gemacht?) vorgebrachten Fakten einer inhaltlichen Prüfung stand. Probiert’s einfach mal aus. Vielleicht anhand seiner Medienkritik.

LG - Tensor.


#20

Nö, ich kritisiere die Methodik, mit der Inhalten der Wert unumstössliche Wahrheit zugeordnet werden soll. Man darf und sollte durchaus “Wahrheiten” anzweifeln.

Würde ich solch waghalsige Thesen in der Öffentlichkeit aufstellen und so vehement vertreten, würde ich mich schon in Frage stellen. Da ich sowas aber nicht tue …

In der Regel ist meine Toleranz jenseits der Toleranz meiner Mitmenschen.
Die Einschränkung erfolgt aber durch ein anerzogenes, lebenserfahrungsgeprägtes und von mir immer wieder überprüftes Wertesystems.

Es ist mir durchaus bewußt, dass viele Piraten sehr gerne immer wieder bei Null anfangen.
Bei der Komplexität der heutigen Welt halte ich es aber für notwendig auf Blackboxen zurückzugreifen, die von mir durchaus kritisch hinterfragt werden.

Was ich nicht tue, ist Blackboxen zu nehmen, um daraus eine neue von mir erfundene Super-Blackbox zu schaffen, in der Hoffnung, dass das keiner versteht. Geht nämlich öfters daneben.
Wenn ich dann so einen Artikel wie Wikipedia finde, dann hinterfrage ich nicht Wikipedia, sondern die Sache an sich. Und dies unterscheidet meine Sichtweise von Deiner.
Wie ernst muß ich denn jeden einzelnen Vorwurf nehmen und von welcher Substanz ist dieser.
Diese Verallgemeinerung wie “die Medien” lässt doch schon alle Alarmglocken läuten.