Der Klimawandel ist nicht zu stoppen - was tun?

Tags: #<Tag:0x00007f4abf5ddb60>

Tchaaaa, Deine Hypothese wird sich wohl leider als richtig erweisen.
Jedenfalls sieht alles danach aus. Das Auftauen der Permafrostböden
ist ein sehr heikler “Tipping Point”. Das bedeutet nämlich, dass der
globale Temperaturanstieg nicht mehr zu stoppen sein wird.

Man braucht eigentlich nicht so viel Phantasie, um sich vorzustellen,
was dann passieren wird:


Was wird also passieren?

Der Weltweite Temperaturanstieg wird sich fortsetzen - und noch
schlimmer: Er wird in den nächsten 300 Jahren nicht stehenbleiben.

Das wird alle Bereiche unseres Lebens verändern: Die wirtschaftlichen
Grundlagen unserer Lebensmittelversorgung, das soziale Miteinander -
und so unser ganzes Lelbstverständnis.

Die Klimazonen werden sich stetig immer weiterverschieben: Zuerst
werden wir hier in Deutschland das Mittelmeerklima haben - dann immer
mehr das von Nordafrika.

Aber nicht nur das: Auch die Stabiliät des Klimas wird sich dramatisch
verschlechtern. D.h. es wird mehr starke Stürme geben, Gewitter,
Hagelschauer und Überschwemmungen. Was wir bisher erlebt haben,
waren nur “Andeutungen dessen”.

Der Meeresspiegel wird ansteigen. Das bedeutet, dass große Teile im
Westen Schleswig-Holsteins aufgegeben werden müssen. Die Nieder-
lande stemmen sich noch lange mit kreativen Techniken (Wohnboote,
Aqua-Dörfer) gegen den Anstieg; letztlich steht aber der gesamte
Staat vor dem Aus. Das ist alles noch lange nichts gegen die Millionen
in Indien und Bangladesch, die damit kämpfen zu ertrinken.


Wie wird das also aussehen?

Naja, die Folgen des Klimawandels werden alle Bereiche des Gesellschaft
und der Politik dominieren. Es geht darum, Landwirtschaft, Gesundheits-
system, Soziales und Sicherheit ganz neu auszurichten. Gegen den
zunehmenden Zuwanderungsdruck werden sich die EU-Staaten nur noch
militärisch wehren können. Gegen die extrem steigenden Preise und den
Zusammenbruch wirtschaftlicher Bereiche werden soziale Ausgleichs-
maßnahmen versucht, die aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sind.

Hier gilt was immer gilt: Wer finanziell nicht gerade sehr potent ist, wird
sich auf einen viel niedrigeren, demütigen Lebensstandard einstellen
müssen. Das “Drawback”-Szenario wird dramatisch sein - weil keiner
will sich irgendwie einschränken. Das führt zu extremen Unruhen, die nur
mit konsequenter Law-und Order-Politik einigermaßen unter Kontrolle
gehalten werden können.

Unsere heutige Larifahri-Freiheit - unsere heutigen Probleme in der
Politik - mit Gender, PKW-Maut, Exzellenz-Unis usw. - werden aus der
Zukunft betrachtet lächerlich wirken. Der Sozialstaat muss auf ganz
rudimentäre Funktionen zurückgestuft werden. Mit dem extremen Sinken
des Lebensstandards gehen einher ein Wandel zu eher fundamentalen
Bedürfnissen: Habe ich genug zu essen? Kann ich mir die bevorstehende
Operation leisten? Überlebe ich den nächsten Sommer? Die Lebens-
erwartung wird erstmals sinken, aber nicht nur ein bißchen, sondern
dramatisch.


Was können wir tun?

Fast nichts. Die einzigen, die die Situation erkannt haben, sind
einige “Fridays for Future”-Aktivisten. Und zwar genau die, die den
meisten Menschen heute als “überpanisch” und “verängstigt”
erscheinen. Deren emotionale Agitation die meisten Menschen heute
noch als “Panikmache” brandmarken. Das sind wohl die einzigen, die die
Zukunft realistisch antiziperen.

1 Like

Die sich auf eine Institution der Vereinten Nationen berufen, in deren Auftrag Wissenschaftler den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammentragen. :crazy_face:

Ein Großteil unseres Wohlstandes beruht darauf ÖL/Kohle zu verbrennen. Wenn wir die nicht abfackeln, die Asiatischen Länder und Indien kümmert das eher wenig. D.h der Klimawandel wird kommen soviel ist sicher.

Ein Massiver Wohlstandsverlust wird aber nur dann eintreten wenn die Energie nicht mehr zum Betreiben der Industrie reicht (liese sich ja auf erneuerbare umstellen) oder aber die EU aufgrund von Migrationsdruck in die Krise gerät (Was eher weniger zu befürchten ist da Fluchtrouten ja immer mehr blockiert werden).

Nahrungsmittelsicherheit würde dann eher nachlassen, bzw. stärkeren Preisschwankungen unterworfen sein. Das dürfte dann ein echtes Problem werden.

… niedrigen Energiekosten, wozu ÖL/Kohle nicht mehr zählen

CO2-Verbrauch pro Kopf 2016
Deutschland 8,8 t
China 6,57 t
Indien 1,57 t

Der Wohlstandsverlust tritt doch wohl eher ein, da die Gesellschaft vergeist und die Überalterung nicht durch Zuzug ausglichen wird. Sieh Dir doch mal die Überalterung vieler Parteien an.

Man wird Kiwis nicht mehr um den halben Globus fliegen müssen, sondern kann die hier anbauen.

1 Like

Richtig.

Aber für Otto-Normalverbraucher, der Fußball guckt, “Bunte” und “Gala” liest, existieren solche Wissenschaftler nicht. Der sieht nur, dass da am Freitag verrückte Teenies demonstrieren - und fragt dann ganz erstaunt: “Watt für’n Wandel? Klimawandel? Watt is dat denn?”

Ich denke, Du unteschätzt das noch immer gewaltig. Ein ganz massiver Wohlstandsverlust wird - ganz unabhängig von Kohle und Öl - eintreten.

Die Naturkatastrophen, also Stürme, Hurricanes und Überschwemmungen, erzeugen auch direkt bei uns hohe Kosten, die irgendwie bezahlt werden müssen. Entweder verschuldet sich der Staat noch extremer, was weitere Instabilitäten zur Folge hat, oder viele Schäden werden einfach nicht beglichen, was dann einen Einbruch der Infrastruktur zur Folge hätte. Das wiederum behindert oder verhindert Wirtschaft und Produktion.

Wir sehen momentan ja nur ganz schwache Vorboten des Klimawandels. Wenn’s dann richtig zur Sache geht, bricht die gesamte Globalisierung weg. D.h. fast alle Billigwaren, das sind bei uns alle Textilien, Haushaltswaren und Kleinstwaren, die in Entwicklungsländern hergestellt werden, fallen entweder ganz weg oder werden extrem teuer. Weil eben diese Entwicklungsländer durch Wasserspiegel, Überschwemmungen und andere Katastrophen existenziell unter Druck geraten.

Die zweite Seite der abbrechenden Globalisierungsströme ist, dass der Export der Industrienationen nicht mehr funktioniert. Denn die anderen können keine Maschinen mehr
kaufen, die haben dann andere Sorgen.

Aber auch die Nahrungsmittelproduzenten können sich nicht so schnell an steigende Temperaturen anpassen, d.h. Weizen, Mais, Reis, Soja werden extrem teuer, viele Hungersnöte brechen aus. In dem großen Maßstab wie Ersatzpflanzen nötig wären, gibt es keine Ersatzpflanzen - und schon gar keine Erfahrung damit. In vielen Bereichen, in denen heute noch reichhaltig angebaut wird, nützen aber auch Ersatzpflanzen nichts, weil diese Landstriche zur Wüste mutieren.

Insgesamt ist eine wirtschaftliche Abwärtskettenreaktion wahrscheinlich, die aber nicht endet und die sich nie erholen kann, weil die Temperaturen ja stetig weiter steigen - und sich dadurch die Katastrophenszenarien immer weiter zuspitzen. Es ist “nie zu Ende”, sondern wird immer schlimmer (das ist ja das Problem mit dem Überschreiten des Tipping Points).

2 Likes

Wenn man sich diese Tabelle mal ansieht, merkt hoffentlich
jeder, dass der bevorstehende massive “Wohlstandsverlust” -
also das Absinken von Lebensstandard und Lebenserwartung -
eher noch das geringste Problem sein werden.

Extinction” heißt übersetzt “Aussterben”.

Die Hauptgefahr ist eher, dass wir auf diesem Planeten
gar nicht mehr werden leben können.

Current trajectory” heißt übersetzt “unser derzeitiger Kurs”.

Also, warm einen Schutzwall?
Ich fände es ganz schön mit dem Rad in 10min hier von D`dorf an die Nordsee fahren zu können.
Denkt doch mal nach, wie viel CO2 eingespart würde, wenn der Nordseestrand direkt vor dem Ruhrgebiet beginnt und nicht mehr Millionen Menschen über hunderte Kilometer in Blechkarawanen zum Meer strömen müssten…
Oder die Ostsee direkt vor Berlin…

/IO

Mit Diesel und Super fährt dann aus Kostengründen schon lange keiner mehr. Why pay more?

Im grunde wird diese Entwicklung eine Revolution in der Landwirtschaft notwendig machen. Oder besser gesagt es wäre notwendig die Landwirtschaft abzuschaffen.

Nahrungsmittel könnten auch per Vertical Farming in ausreichender Menge produziert werden. Vielleicht nicht das was wir derzeit massenhaft konsumieren bzw. dann eben mehr Pflanzen die sich mit dieser Anbaumethode gut entwickeln (Salat, Gemüse, evtl Reis) eher kein Mais/Getreide mehr. Insekten liesen sich als Proteinquelle so auch in großem Umfang züchten, entweder für den Direktverzehr durch Menschen oder als Futtermittel für Fische/Geflügel.

Im Vertical Farming könnte man ein quasi geschlossenen Wasserkreislauf realisieren, der Feuchtigskeitsverlust wäre damit im Vergleich zur Landwirtschaft minimal so das auch bei dauernder Dürre produziert werden kann. Man könnte so näher am Verbraucher produzieren und auf Einsatz schwerer Landwirtschaftsmaschinen verzichten, das spart CO2.

Wenn man die Landwirtschaft zugunsten solcher Produktionsmethoden zurück fährt ließe sich auch viel Fläche renaturieren bzw. wieder aufforsten um CO2 zu binden.

Daher halte ich diese Grün Puritanische Idee vom Wohlstandsverlust oder der radikalen Selbstbeschränkung für grundfalsch. Gerade Ökolandbau verbraucht ja mehr Landfläche als Industrieller und erst recht mehr als Vertical Farming. D.h wäre das Problem meiner Meinung nach schon durch neue Technologien zu lösen. Würde dann aber eben bedeuten das es einen radikalen Wandel hin zu etwas völlig neuem geben muss.

Die klassischen Ökologischen Bewegungen sind halt sehr fortschritts und technik feindlich und daher nicht in der Lage sowas überhaupt auch nur zu denken. Dabei liegt die Chance die wir haben eben genau in Wissenschaft und Technologie welche es eigentlich erlauben würde teile der altmodischen Landwirtschaft durch etwas neues und besseres zu ersetzen und somit die Menschheit zu retten, vielleicht sogar den Planeten.

1 Like

Kannst Du mal die Quelle für diese schöne
prägnante Übersicht nennen? Ich könnte die dann
weiter verwenden …

Zitiert aus Franz Alt auf Telepolis

Ich muss ihm da recht geben. Was soll noch wichtiger sein, als das Überleben der Menschheit? Warum tun immer noch Leute Hinweise auf die Brisanz und Dramatik dieses Themas als “zu alarmistisch” oder “übertrieben” ab? :question:

Aktienkurse und Wirtschaftswachstum :cowboy_hat_face:

btw: KiT: der übermäßige Einsatz von Stickstoffdüngern in der Landwirtschaft

Wen meinst du mit “noch Leute”?

Schauen wir doch mal was die Menschen so machen:

  1. Der Marktanteil von Diesel-PKW an Neuzulassungen ist im ersten Halbjahr 2019
  • a) geschrumpft?
  • b) gewachsen?
  1. Die Zahl der Flugreisenden unter 30 ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich
  • a) geschrumpft?
  • b) gewachsen?
  1. Bei Fleisch und Wurstwaren liegt der Bioanteil in Deutschland
  • a) bei 30%?
  • b) bei 1%?

“Ratespiel” entnommen dem Spiegel

2,5 Jahre vor der Bundestagswahl 2013 waren die Grünen im Mai 2011 schon mal bei 23% (Deutschlandtrend) - erreicht haben sie 2013 8,4%.

Es lohnt sich also auch auch die Umweltpolitik nachhaltig zu gestalten. Wenn die Menschen nicht mitgenommen werden, kann dies sogar in eine falsche Richtung losgehen.
Und genau dies nachvollziehbare Nachhaltigkeit sollte das Ziel der Piratenpartei sein.

In Sachsen haben die Piraten am WE einen Antrag angenommen,
“Die PIRATEN Sachsen setzen sich für eine CO2-Steuer von 180€ pro Tonne CO2 ein.” der in meinen Augen genau das bewirken wird was die Piratenpartei nicht will.

Er bietet weder Anreiz, noch ist festgelegt was mit dem Geld geschieht. Eine Steuer fließt in den Haushalt ein, und kann somit auch den Bau von Kohlekraftwerken subventionieren.
So etwas “allgemeines” sollten die Piratenpartei deshalb vermeiden.

Den Antrag und den Beschluß findet man wo?

Antrag: https://wiki.piratenpartei.de/SN:Treffen/Landesparteitag/2019.2/Antragsportal#WP_054_Wirtschaft_-_CO2-Steuer

Beschluss:
https://piraten-sachsen.de/?page_id=4679604

1 Like

Danke - hatte ich vergessen - dachte sei bekannt.

Für wen die CO2 Steuer ein Grund ist eine Partei zu wählen. Der wählt sowieso die Grünen.

Ich denke die Piraten müssen hier etwas an Ideen entwickeln was sich von den anderen Parteien unterscheidet. Neue Konzepte die quasi ein Alleinstellungsmerkmal sind. Damit wird man dann auch in der Debatte eher wahr genommen als wenn man quasi nur das fordert was zig andere Parteien auch fordern.

1 Like

Es ist doch gleichgültig ob die Co2 Steuer ein Grund ist uns zu wählen. Sinnvoll oder Sinnlos ist die richtige Frage.

Eine Partei wird selten für eine Aussage gewählt, es ist die Summe ihrer Aussagen, die sie wählbar macht. Und eine “nicht so kluge” Aussage kann genau dies bei einer Wahl ins negative drehen.

Hatte ich schon mal aufgezeigt - ein recht intelligenter Ansatz:
https://wiki.piratenpartei.de/RP:Positionspapiere

Auf jeden Fall ist es mal was anderes, was noch nie versucht wurde.

1 Like