Denkanstoß

70% Übereinstimmung mit der Partei in die man eingetreten ist, ist ausreichend wenn man mitgestalten will.

Alle die wegen Details des Programms nicht mehr zum Erfolg der Piratenpartei betragen wollen, sollten mal darüber nachdenken.

All die, die aus der Piratenpartei ausgetreten sind weil ihnen ein Punkt nicht gepasst hat, sollten man über ihr Demokratieverständnis nachdenken.

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Das kommt ganz auf den Punkt an. Wirtschaft halte ich eben für den entscheidenden Punkt.

Es gibt einen Grund warum ich noch bei den Piraten bin, und der ist hauptsächlich das ich uns immer noch mehr vertraue was gescheites umzusetzen als die anderen Parteien :D.

Ich hab ne hohe Übereinstimmung mit Piraten, deshalb bin ich auch noch dabei. Würde vermutlich auch weiterhin Piraten wählen, selbst wenn ich austreten sollte, einfach weils die beste Option ist die wir haben.

Davon ab sehe ich es aber wie Tensor. Es gibt einzelne Punkte, die mir deutlich wichtiger sind, als andere und wenn ich die nicht erfüllt sehe (bzw. nicht mal die Chance, dass ich daran was ändern kann), fällt es mir schwer guten Gewissens Arbeit in eine Partei zu stecken und gegebenenfalls meinen Namen dafür herzugeben. Wir haben nächstes Jahr Kommunalwahlen in Hessen und ich bin immernoch verdammt hin und her gerissen, ob ich bereit bin, meinen Namen auf unsere Liste zu setzen, auch wenn es nur zum auffüllen ist. Einfach weil ich mit gewissen Dingen die grade passieren nicht einverstanden bin.

Was für den einen ne Detail-Frage ist, mag für andere ein absoluter Grundsatz sein.

Ich denke Wirtschaft ist kein Punkt sondern ein Themenkomplex aus vielen Punkten, die in ihrer Gesamtheit die Übereinstimmung erheblich senken können.

… bishin zum Austritt.
Ich komme halt nicht mit deiner These klar, die wg. eines einzelnen Punktes Ausgetretenen sollten ihr Demokratieverständnis checken. In der Wirtschaftsfrage ist einfach ein für mich erträglicher Schwellwert überschritten worden. Wenn sowas passiert, wird i.Allg. ein Regelmechanismus in Gang gesetzt…

Wir unterscheiden uns glaube ich nur in der Definition was ein einzelner Punkt ist.
Ich kenne leider einige Leute, die wegen winziger Punkte hingeschmissen haben.

obwohl wir uns Vernunft und rationales Denken auf die Fahnen geschrieben haben, handeln auch Piraten oft sehr emotional. Wenn die persönliche Chemie zwischen Leuten nicht stimmt, braucht man schon Stärke um darüber zu stehen. Wir sollten einfach auch nett zueinander sein.

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Du sprichst mir aus dem Herzen. Diese Raubauzigkeit ist kein Kaffeekränzchen. Trotzdem lasse ich nix kommen auf ‘meine’ Piraten, von denen ich unglaublich viel gelernt habe und immer noch lerne. Danke, dass sie mich nervige Alte ertragen.

Ich kann jetzt nicht behaupten, dass du mich damit NICHT erwischt hättest. Von dieser Stärke fehlt mir garantiert ein gutes Stück. Aber: Die Turbulenzen in der interpersonellen Chemie waren für mich nicht der entscheidenden Grund, die formelle Mitwirkung in der Partei durch informelle zu ersetzen. Es lag wirklich daran, wie bestimmte Inhalte ausgestaltet werden (sollen).

Nein - weil Nettigkeiten nur selten irgendwen irgendwie weiter bringen, zumal der Vorsatz, nett zueinander zu sein oft genug die Wahrheit verschleiert.
Die Wahrung gutbürgerlichen Anstands - oder nennen wir es Respekt/Empathie whatever - würde mir persönlich vollauf genügen.

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nein, man kann schon Fakten deutlich benennen und Meinungen klar definieren. Aber man kanh höflich bleiben. Mit manchen Leuten geht es auch nicht. Ich kenne das auch. Es gibt auch unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele. Solange noch Leute da sind, mit denen man was machen kann, sollte man die suchen

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Das bedeutet doch “nett sein”. :wink:

Dann kann ich ja in die NPD eintreten. :joy: Ich habe vor rund 10 Jahren spaßhalber mal so einen Wahl-O-Mat ausprobiert und da war die NPD lustigerweise ebenfalls ziemlich weit oben auf der Liste. Ich habe mir das so erklärt, dass sie im nationalsozialistischen Spektrum ja auch einen gewissen “sozialen” Aspekt im Programm haben (werben ja auch viel für Familie usw). Man könnte sagen, sie sind sozialer als die Wirtschaftsliberalen - aber eben nur für Landsleute.

Ich denke deutlich wichtiger als eine prozentuale Übereinstimmung ist die grobe Richtung, die eine Partei ausgerichtet ist. Wenn ich weltoffen bin, wäre es nur fatal eine nationalistische Partei zu wählen, wie in meinem Beispiel hier beschrieben.

Ein sehr wichtiger Thread mit einem guten Eingangspost!
Besonders für die Piratenpartei!
Denn die zerlegt sich regelmäßig selbst, da einige Mitglieder immer wieder öffentlich meinen, die Partei muss zu 100% mit ihrer EIGENEN Meinung übereinstimmen. :wink:
Um 100% Übereinstimmung mit einer Partei und z.B. den Aussagen des Vorstandes zu haben, würde es Sinn machen eine 1 Personen Partei zu gründen.
Ansonsten sind „Abstriche“ bei Themen und Aussagen normal. Wahrscheinlich hat aber jeder einen „Break Point“ wo gesagt wird, hier kann ich nicht weiter machen, ich müsste mich zu sehr verbiegen.
Habe ich auch, aber dieser liegt bei mir weniger in einzelnen Programmpunkten oder Themengebieten, sondern in der Außenwirkung einer Partei.
Und solange es da keine festgefahrenen Ideologien oder Bestrebungen gibt, die Partei in eine bestimmte Richtung zu lenken habe ich da weniger Probleme. Wir nähern uns aber solchen Diskussionen. :frowning:

Was mich aber hier mehr erstaunt ist die dem Eingangsbeitrag folgende Diskussion…

Bleiben wir beim Punkt Wirtschaft…
Was passiert da bei den Piraten? Ich würde sagen nichts bewegendes, es werden in meinen Augen Aussagen getroffen und Grundsatzprogramme geschrieben die so 80% der deutschen Parteien tätigen könnten, weil sie alles und nichts aussagen.
Jede Partei wird sagen (auch die FDP) die Wirtschaft ist dem Gemeinwohl verpflichtet… Also?
@Tensor – was die PP in der Wirtschaft von sich gibt bekommen, weil es weder gut noch schlecht ist, 99% der Menschen gar nicht mit. Oder hast du schon mal mal außerhalb der Piraten einen Aufregerbeitrag zur piratigen Wirtschaftsansicht gelesen? Warum es also als Grund nehmen auszutreten?
Sollte die ganze Partei sich z.B. dem Ordoliberalismus verschreiben wäre dies was anderes.

Und genau so verhält es sich mit dem Grossteil unseres Programms. Es interessiert ausser in der Partei nur noch wenige Menschen. Selbst wenn wir vor Wahlen bei den Wahl-O-Mat Abstimmungen auf Grund unserer Aussagen oft eine große Übereinstimmung mit den Nutzern haben, wer wählt uns am Ende dafür?

Was ich jetzt schreibe ist bestimmt für viele ein Tritt in den Hintern und ich werde dafür auch genug Kritik ernten, aber…
Mal ein paar Beispiele:

  • Wir hatten eine sehr professionelle AG Energie, deren gute Themen auf Grund des Einsatzes ihres Koordinators auch in Fachgruppen verbreitet wurden.
    Ausserdem wurde in in dieser AG ein Orange-Buch geschrieben, das wohl in der deutschen Parteiwelt Alleinstellungsmerkmal hat.
  • Als FFF auftrat, hat sich eine kleine AG Umwelt gefunden die mit viel Einsatz einen guten 17-Punkte Plan zur Umwelt entwickelt und veröffentlicht hat, auch wenn die weitere Bearbeitung teilweise schwerer wurde als gemerkt wurde, Resonanz gab es keine.
  • Jetzt gibt es eine sehr engagierte und mit viel Expertise ausgestattete AG Bildung die hervorragende Arbeit und eine gute Webseite zur Digitalisierung in Schulen macht.
  • Oder bleiben wir hier bei @Annnnette – die einen super „Kampf“ mit der Verfassungsbeschwerde gegen den Hessentrojaner führt, und auf Grund ihrer Tätigkeit Spitzenbeiträge zur Abrüstung und Nuklearbewaffnung verfasst.
  • Ich könnte jetzt mit Beiträgen eine AG Außenpolitik weiter machen, die ständig Fleißbeiträge zu Situationen in verschiedensten Regionen liefert, oder einer AG digitaler Wandel die gerade versucht mit Home-Storys ans Tageslicht der politischen Welt zu gelangen.

Alle Punkte die ich gerade angesprochen habe wurden oft mehrfach veröffentlicht und im Bereich unserer ÖA „vermarktet“!

Was von diesen ganzen „Experten Wissen“ und teilweise perfekt ausgearbeiteten Programmen hat der Piratenpartei geholfen gewählt zu werden oder anders herum geschadet?

  • Warum werden wir gewählt oder besser nicht gewählt?

Das ist doch die Frage die wir uns endlich stellen müssen und auch ausdiskutieren sollten!

Denn sonst verfassen noch viele Experten und viele AGs gute bis sehr gute Beiträge, die weiter sehr schnell und außerhalb der Partei meist ungehört im Nirwana der piratischen Annalen verschwinden.

Expertisen und gute Beiträge kommen erst dann zum tragen, wenn die Verfasser und die Partei eine gewisse, auch punktuelle Aufmerksamkeit erreichen.

Meine ernstgemeinte Frage:
Schaffen wird dies wirklich, und hat es schon mal eine Partei durch immer mehr Experten Beiträge oder Ressort-Bildungen erreicht?

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Jetzt doch mal ernsthaft.
Ein Programmpunkt ist für eine Partei nur dann relevant, wenn er in der Partei auch gelebt wird und breite Zustimmung findet und nicht, wenn er von oben verkündet wird.

Wer hängt ein Plakat auf oder verteilt Flyer von Inhalten, die er nicht mitträgt?
Das ist Selbstüberschätzung.
Bis jetzt haben wir so etwas immer ausgesessen.
Es versandet einfach.
Da es auch keinerlei neue Ideen beinhaltet, wird sich auch kein Wirtschaftsredakteur damit auseinandersetzen.
Auf den Blutdruck hat das keinerlei Auswirkungen, da es niemanden interessiert und innerparteilich heute oder morgen durch ein besseres Wirtschaftsprogramm ersetzt wird.
Die Frage ist doch nur, ob man es jemanden mitteilen muß oder derjenige es selbst merkt. :heart_eyes:

Ob der Nullvektor jetzt ein Qualitätskriterium ist - ich weiß nicht. Und was die Aufregerbeiträge angeht - ich habe da selbst ein paar geschrieben. Waren wohl zu aufregend und wurden deshalb nicht veröffentlicht oder bzw. meistens einfach ignoriert. Schwimmen in der Mitte des Stroms ist halt bequemer - bis die Klippe kommt. Sorry - nicht mein Ding.

…das es jetzt in Version 2.0 gibt - nebst Webseite… www.orangebuch.de. Bin immer noch dabei.

Da WAR ich dabei. Keine Resonanz mhm - sagen wir, die Resonanz war gering. Klingt nicht ganz so negativ. Warum ich da weg bin? Weil ich einfach die Meinung vertrete, dass man manche Dinge auch ganz brutal abschaffen muss, um insgesamt weiter zu kommen. Wenn dabei ein “bisschen Blut” fließt - that’s life. Und mal ehrlich: Solange es Blut der einfachen Leute ist, interessiert’s doch eh den Fuchs.

Dieser Expertise folge ich an einigen Stellen ganz und gar nicht, aber der Output ist wirklich toll. https://www.piratenpartei.de/digitales-lernen/ Hier haben sich ein paar Leute echt ordentlich `reingehängt. Vergesst mir bloß den Spitzer nicht. https://www.youtube.com/watch?v=MRrPbNLhEuQ , bevor ihr zu laut jubelt.

Yep - nur mit zu wenig Unterstützung von anderen, wie ich meine.

Neue Ideen haben wir vor ca. 9 Monaten mal intern diskutiert.


U.a. und vielleicht zu fokussiert ging es dabei um Vermögensobergrenzen. Bestimmt ist diese Idee auch nicht total neu - da finden sich durchaus sogar ein paar Ökonomen, die die These nicht ganz abwegig finden. Die Mehrheit der PP hingegen will die These aber offenbar gar nicht erst diskutieren. !!!SOZIALISMUSGEFAHR!!! Nehmen wir dennoch mal an, die PP hätte sie hinreichend laut verkündet, Ganz bestimmt hätten sich ein paar Wirtschaftsredakteure gefunden, die Bezug darauf nehmen. Auch ein Verriss kann manchmal Aufmerksamkeit erzeugen. Lies noch mal nach! Dann kannst du vielleicht meine initiale Überlegung “ich glaube, ich bin hier falsch” jetzt besser nachvollziehen. Diese Überlegung wurde dann durch die z.T. wörtliche Übernahmen ordoliberaler Schriften in programmatische Ansätze zur Aktion. Und: Seitdem geht’s mir deutlich besser.

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Kann ich verstehen…
Aber wie gesagt, mit dem jetzigen Wirtschaftsprogramm machen wir nichts gut und auch nichts kaputt. Könnte sich (fast) jede Partei “überstülpen”. Ich finde dies nicht positiv, ist für mich aber kein Grund die Partei zu verlassen, da ich immer noch hoffe, das ein wenig “Rebellisches” in der Partei schlummert und “irgendwann” wach wird. :sleeping: :imp: :smiling_imp:

Natürlich sehe ich es wie du, dass wir nur mit deutlichen Forderungen abseits des Mainstreams in die Öffentlichkeit geraten. Aber richtig erkannt hast du auch, dies will keiner, oder wenigstens nur Wenige.