Demokratie - ein Luxusgut für arme Staaten und (wie) selbstverständlich in den reichen Staaten?

Es gibt kaum funktionierende Demokratien in armen Ländern. Also stellt sich mir die Frage, ob die Demokratie ein Luxusgut ist und das wenn Ungerechtigkeit in der globalen Verteilung des Vermögens verteidigt werden nicht die Demokratie des reichen Westens auf nationaler Ebene verteidigt wird?

Im antiken Griechenland war es z.B. so, dass nur die Bürger an der Demokratie teilhaben konnten, die vom Arbeitszwang befreit waren d.h. keine Sklaven waren und ein gewissen Vermögen hatten. Und auch heute ist es so das zugleich eines der reichsten Länder, eine der beste Demokratien ist, aber zugleich mit seinem Bankensektor auf globaler Ebene die Ungleichheit und Ausbeutungsverhältnisse verstärkt. Gemeint ist die Schweiz.

Meine provokante Frage ist also folgende: Globale Ungleichheit zu verteidigen, heißt das nicht im Endeffekt die eigene Demokratie zu verteidigen, denn wenn es weniger Wohlstand im eigenen Land gibt, dann wird es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zumindest auf dieser Ebene auch wieder weniger Demokratie geben?

Kontra und Gegenbeispiele sind ausdrücklich erwünscht.

Eines der besten Bücher der letzten Jahre ist für mich in diesem Zusammenhang das Buch von Daron Acemoglu “Warum Nationen scheitern.” Denn genau die These dieses Threads behandelt der Autor, ein Ökonom, in seinem Buch. Der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Demokratie.

aus westlicher Sicht reicht es aus, wenn das Land sich gegen die amerikanischen Interessen stellt. Dann findet ein sogenannter Regime Change statt.

Die demokratische Ausrichtung des ge-change-den Regimes spielt dann keine Rolle bzw habe ich festgestellt, dass eine demokratische Ausrichtung bei einem Regime Change oft sogar vermieden wird, weil das eingesetzte Regime gegen die Interessen der Wähler / Bevölkerung agieren muss und ungestört im Interesse der USA handeln soll.

Des weiteren erweisen sich Rohstoffe und Bodenschätze bzw privatwirtschaftliche Interessen als sehr ungünstig.

Ein weiterer Punkt im Euro Raum ist die Troika der EZB, die mit dem ESM in einem verschuldeten Land jede undemokratische Forderung durchzusetzen in der Lage ist und das nachweislich auch tut.

Man hätte ja hoffen können im Wettbewerb der Systeme würde sich auf Dauer die Demokratie durchsetzen, von Weissrussland bis Hongkong, von Tschetschenien bis Igurien ist da leider nichts zu erkennen, eher im Gegenteil.