Das Internet als großer CO2-Erzeuger?

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Ich möchte einen Artikel [1] zur Diskussion stellen, den ich relativ interessant finde. Wir kämpfen ja politisch für Digitalisierung und ein immer umfangereicheres Internet. Doch das könnte im Widerspruch zum Klimaschutz stehen. Welche Lösung seht ihr hier? Ist das einfach generell mit der Energiewende zu schaffen? Oder ist “Datenhygiene” sinnvoll?

[1] https://www.dw.com/de/co2-ausstoß-von-online-video-streaming-als-klima-killer/a-49469109?maca=de-Twitter-sharing

Das Netz und alle Geräte darin brauchen Energie und das ist kein Problem, solange diese Energie nicht aus Kraftwerken bezogen wird, die CO2 erzeugen.

Leider ist im Strommix in vielen Ländern noch relativ viel (Braun-)Kohle und Gas enthalten. Dabei ist Gas bereits besser als Kohle.
Es gibt in Deutschland 41,4 Millionen Haushalte, runden wir das mal auf 40 Millionen um leichter zu rechnen.
Wenn jeder Haushalt einen WLAN Accesspoint betreibt, der bei einem Verbrauch von nur 8 Watt liegt, dann ist der Stromverbrauch eines Routers pro Jahr 87,6 kWh (runden wir auf 90kWh).
Dann ist der Verbrauch allein dafür 3.600 GWh.

Es ist daher durchaus sinnvoll Stromsparmodi einzubauen und darüber nachzudenken das WLAN auszuschalten, wenn man nicht zuhause ist oder schläft.

Müsste es nicht C02-Produzent heißen? :thinking:

Wenn das Internet CO2 verbrauchen würde, wäre es ja das Allheilmittel. Den ganzen Tag vor dem Bildschirm hocken und dabei noch etwas gutes für die Umwelt tun…

Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge die Computer aus dem Boden sprießen und sich mit ihren Solarzellen der Sonne zu wenden :sun_with_face::desktop_computer::computer:

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Auch wenn ich mich wiederhole, auch an dieser Stelle nochmals die Studie von Greenpeace, die leider schon ein wenig veraltet ist. Clicking Green.
Dort kann man sehr gut sehen, dass es sehr stark auf den Energiemix ankommt, den die entsprechenden Anbieter verwenden. Insoweit kann man über die Förderung erneuerbarer Energien sicherlich schon einiges verändern.

Zusammenfassung (deutsch)

Gesamte Betrachtung (englisch)

Wie man in der Gesamtbetrachtung sehen kann, hat der in Deinem Artikel z.B. herangezogene Anbieter Netflix oder auch Amazon einen ungünstigen Energiemix insoweit sind die CO2 Emissionen aufgrund des Stromverbrauchs für den Betrieb der Rechenzentren auch höher.
Bei Youtube sieht das schon wieder etwas besser aus.

Aber generell gilt es natürlich nach wie vor, auch selbst bewusst mit Stromverbrauch umzugehen, wie Fulleren es oben beschrieb.

Das Internet wird auf der einen Seite immer schneller (was ja auch mehr Strom verbraucht & somit CO2 produziert), die Geräte werden leistungsfähiger (wiederrum mehr Strom & CO2).
leider werden die Webseiten in ähnlichem Tempo größer, mehr Traffic, vor allem auch mit dem ganzen Tracking etc.
Ich lade inzwischen ja nicht mehr nur eine Seite, sondern im Hintergrund werden Daten an Google, Facebook, Ad-Tracker usw geladen, damit auch die alle wissen, was wir gerade im Netz so machen … Von Vater Staat will ich da garnicht erst sprechen …

Und, selbstverständlich streamen wir im heimischen Netz *WeilWirEsJaKönnen immer in der besten Auflösung.
(bei amazon-prime sind das zB. in “Gut” 0,38GB/h, in “Besser” 0,86 GB/h (Faktor 2,3) und in “Am Besten” 1,17 GB/h (Faktor 3,1) , und das Alles bei mir noch im Bereich unterhalb von HD, “weil hardware…”)
Letzlich liegen da ja schon, bei unserem eigenen Surf-Verhalten viele Ansatzpunkte, die wir selbst in der Hand haben …
Dazu kommen jene Punkte, die @Fulleren oben bereits beschrieben hat.

Als Anbieter von content haben wir es ebenfalls selbst in der Hand, ob wir Videos einbauen oder verlinken, ob diese eingebaut von selber starten oder erst “on demand” …

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Vorschlag zur Güte.

Wir schalten alle Stahlwerke und Zementfabriken ab.

Das bringt mehr und die Kohlewerke wurden doch extra deswegen gebaut, lange bevor es das Internet gab.

Was ich als Vorteil am “Internetstandort” Deutschland sehe ist, dass die Prozessoren, vorallem im Winter, etwas weniger gekühlt werden müssen, als in etwas wärmeren Ländern. Allerdings dürfte da insgesamt trotzdem eine negative CO2-Bilanz rauskommen, da die blöden Pflanzen im Winter weniger grünen und somit weniger CO2 binden. Dummes Pflanzenpack !!1!!1!

Bedenke den Humusaufbau und die Moore.

Gibt es eigentlich eine Studie, die untersucht, wie viel Strom, Co2 etc. das Internet spart, weil man nicht mehr zur Behörde fahren muss, weil man Rechnungen nicht mehr per Post schicken muß, für Informationen keine gedruckten Lexika mehr braucht, oder extra in Büchereien fahren muss, weil man im Studium nicht zigfache Kopien des gleichen Textes für zigtausende von Studenten anfertigen muss…?

Gruß
Andi

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Dem kann ich so nicht uneingeschränkt zustimmen. 2012 (dürfte es gewesen sein) kaufte ich einen Mittelklasse-PC. Januar letzten Jahres gabs einen neuen PC - diesmal High-End. Mein 500W Netzteil von damals betreibt heute meinen High-End-PC. Ein enorm viel stärkerer PC mit etwa gleichen Stromverbrauch. Das liegt z.B. daran, dass Technik effizienter werden kann, sowie durch kleinere Nanometerstrukturen energiesparsamer arbeiten.

Dank der neuen Ryzen CPUs (insbesondere Threadripper) werden neue Server besonders leistungsfähig bei besonders wenig Energiebedarf. Die ersten Server heizen zudem damit ganze Wohnhäuser.

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Wir sind uns aber schon einig, dass der PC seinen Höhepunkt überschritten hat, da in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß, da zu stromintensiv etc. ?

Ich bin sehr dankbar, dass meine nerdigen Interessen an einem PC lange Zeit durch Gamer und anderen PC-Nutzer verbilligt wurde.
Leider muss ich dir zustimmen, dass Gamer zu Spielekonsolen und Gelegenheitssurfer auf Smart-TVs bzw. mobile Endgeräte wechseln.
Dennoch wird der Desktop-PC denke ich einen festen Platz behalten. Ich bin zum Beispiel aus dem Alter raus wo man mit Spaß und ohne Lesebrille auf das Smartphonedisplay schaut. Ein großer Monitor hat da schon was. Und auch eine richtige Tastatur ist etwas schönes, wenn man nicht so grazile Fingerchen hat um die Tastatur im Display zu bedienen ohne mehrere Tasten gleichzeitig zu drücken.

Es gibt einfach neue Arten von Geräten, die für Anwendungen mit geringem Bedarf an Leistung einfach ausreichen. Wer startet schon den PC um die Mails zu checken, wenn das mit dem Smartphone viel schneller geht? Das der PC rückläufig ist, liegt weniger an dem Strombedarf, sondern mehr darin begründet, dass er für weniger Fälle das richtige Werkzeug ist.

Und man kauft sich keinen High-End-PC fürs Surfen oder Chatten, sondern zum arbeiten (rechenintensive Arbeiten wie Rendern) oder spielen.

Nicht wirklich. Spiele machen auf dem PC immer mehr Umsatz wie ich irgendwo kürzlich gelesen habe. Die Statistik finde ich nur leider nicht wieder (keine Verläufe speichern ist selten auch ein Nachteil).
Die aktuellen hohen Preise der Hardware liegen im Monopol von NVidia (und dem Kryptomining) und Intel begründet, wobei CPUs dank AMDs Rückkehr wieder sehr viel günstiger wurden. Sowohl CPUs, als auch RAM-Speicher, sowie SSDs sind mehr als die hälfte günstiger als noch vor 1-2 Jahren.

Hey wusstest du, dass Google und Apple ihre Server zu 100% mit Ökostrom betreiben und Amazon zu 80%?
Sogesehen sind es ehr die ganzen kleinen Firmen die das Problem darstellen.

Es sind nicht zwingend die kleineren Firmen. Nicht in allen Ländern und allen Firmen besteht das Bewusstsein bzw. das Angebot für einen umweltbewussten Energiemix.
Alibaba mit seinen 66k Angestellten und einem Umsatz 39 Mrd. z.B. kann man nicht gerade eine kleine Plattform nennen :wink:

Weiter oben hatte ich die Erhebung Clicking Green verlinkt, die den Energiemix der verschiedenen Unternehmen unter die Lupe genommen hat. Aber seit 2017 hat sich ja noch einiges verändert, so dass es sich heute vielleicht nochmals anders darstellt.

Gerade einen Artikel (30. April 2019) zu Rechenzentren und deren Energie gefunden: Umweltfaktor Internet
Hier wird nochmal erläutert, dass CO2-Erzeugung besonders in dem Gebiet stark zunimmt oder Schweden z.B. die Abwärme mit ins Fernwärmenetz einspeist. Ich denke hier ist definitiv auch politisches Handeln in Deutschland gefragt, besonders im Hinblick aufs Klima.

Zugegeben, hätte mich genauer ausdrücken sollen. Ich wollte verdeutlichen dass es ganz oben schon Bewegung gibt👍🏻

Der Ursprung dieser Diskussion ist doch einzig Technikfeindlichkeit.

Warum diskutiert man denn nicht über die wahren Klimakiller Stahl und Beton?
Wir stellen Autos her, die 95% ihrer Zeit in der Garage dahinrosten, ohne Sinn und Zweck.
Sinnlos Beton und Stahl hergestellt.

Warum hat denn China einen so hohen CO2-Ausstoß?

Der CO2-Ausstoß kann doch durch moderne Technik drastisch reduziert werden

Bestreitet auch keiner. Aber Internet war auch einer, sicher Moderne Technik hilft uns das ist korrekt man muss aber immer alles im Blick haben. Und btw. Stahl kann man auch ohne Gas etc. herstellen, ausschließlich mit Magneten.

Um nochmal auf die Grunddiskussion zurück zu kommen ja Internet verbraucht viel, ja es gibt auch andere Faktoren trotzdem sollten wir alles im Auge behalten.

Selbst wenn dem so wäre (was ich btw aus dem Eröffnungspost nicht herauslesen kann), warum sollte man nicht sachlich darüber diskutieren können? Das Internet ist viel zu wenig im Bezug auf Klimaschutz diskutiert. Es geht doch weniger darum das Internet abzuschaffen, sondern viel mehr darum wo es energiefreundlicher gestaltet werden kann und über welche Menge an Umweltschädigung wir überhaupt sprechen.