CSU will generelle Zustimmungspflicht zu Cookies abschaffen

Ich finde das sehr gut, denn diese Klickorgien die mit der DSGVO Einzug gehalten haben sind nun wirklich extrem nervig. Zumal ich auch nicht das Gefühl habe das dies für den Datenschutz irgendwas sinnvolles bringen würde (überwacht und getrackt wird ja dennoch). Wenn die CSU damit durch kommt könnte das Internet wieder etwas benutzbarer und weniger nervig werden.

Besser wäre, endlich das Browser-Do not Track"-Flag der User bei Cookies zu respektieren, d.h. ist es gesetzt, dürfen nur technisch benötigte Session-Cookies abgelegt werden. Stattdessen haben immer noch diverse, auch deutsche, Webseiten eine Vorschaltseite, in der man die Ablehnungs-Grundeinstellung bestätigen muß. Diese ist in der Tat völlig überflüssig,

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Einige Webseiten (z.B. Twitch) fragen auch in jeder neuen Sitzung erneut nach den eigenen Cookiepräferenzen,
selbst wenn man sich bereits auf Ihrer Seite eingeloggt hat und die Betreiber eigentlich die bisherigen
Einstellungen aus vorherigen Sitzungen wiederverwenden könnten.

Ich halte es nicht für sinnvoll, die Trackinglandschaft wieder auf den Stand vor DSGVO zurückzukapultieren,
da man sich ja was dabei gedacht hat und das pervasive Tracking nur dazu dient die Internetplattformen noch
mächtiger und Bürger so gläsern wie möglich zu machen. Eher müsste man die (EU-)Gesetze so anpassen, dass
die Plattformen Nutzerfrust und -faulheit nicht so leicht für ihre Zwecke missbrauchen können.

Das könnte man zum Beispiel indem, wie bereits erwähnt, Do-not-track (oder ein feinstufigeres Browsersignal) verbindlich
gemacht wird, Plattformen bisherige Entscheidungen von eingeloggten Benutzer zum Tracking dauerhaft respektiert werden müssen
(bis der Nutzer die Einstellung in Eigeninitiative ändert) und verbindliche Vorschriften zur Gestaltung von Trackingkonfigurationsfenstern
festgelegt werden, damit Dienste die Einwilligungsschalter zu Tracking nicht im 7. Untermenü verstecken dürfen. Es wäre auch gut, wenn Plattformen
auf die unterschwellige Manipulation mit Farben & Buttongrößen verzichten würden, aber das wäre wohl nur schwer per Gesetz machbar.

Es wäre ja schonmal Fortschritt, wenn Plattformen zusätzlich zu einer “Alles akzeptieren & Seele verkaufen”-Schaltfläche auch ein
“Minimale Zustimmung erteilen” direkt daneben anbieten müssten.

Einige besonders fiese Webseiten nutzen auch Verzögerungstaktiken im Tracking-Popup, sodass wenn man Tracking ablehnt, der Nutzer gezwungen wird
15 Sekunden oder so zu warten bis ein künstlicher Fortschrittsbalken/Prozentzähler voll wird, bevor er weitermachen kann. Sowas müsste man wohl
wahrscheinlich auch untersagen.

Was Internetplattformen datensparsamen Nutzern heutzutage zumuten ist schon eine Katastrophe, aber gäbe es den politischen Willen, könnte man diese
ganzen Löcher wohl weitgehend stopfen. Leider sind Parteien wie die CSU anscheinend genau für das Gegenteil.

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Wenn es nur ein Klick wäre, wäre es OK.

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Die Cookies könnte ja problemlos weg, wenn die unbedingte Beachtung von DoNotTrack bei empfindlicher Strafe vorgeschrieben würden.

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Mein Webbrowser lehnt Cookies zumeist ab.

Viele Websites besuche ich nicht mehr, weil ihr CookieManagement gruselig ist. Wo sind die Abmahnkanzleien, wenn man sie mal braucht?

Ich fände ja ein Plugin cool das Cookies abändert so das statt echter Daten allerlei Fake an die Tracking Firmen gesendet wird so das die ganze Überwachung somit sinnfrei wird.

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Cookies sind ja nur ein Teil des Trackingproblems. Die Bemühungen der Tracking- und Werbefirmen in den letzten Jahren zielen ja darauf ab, ihre Methoden über Browser-Fingerprinting resistenter vor Cookieblockern oder Browsern, die Cookies von Dritten nicht mehr annehmen, zu machen.

Und nach meinem Kenntnisstand gibt es noch keinen effektiven und massentauglichen Schutz vor Browserfingerprinting.

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Da ist aber Teil des Problems, dass die Massen bequem geworden sind und sich im Web kaum noch nach dem Warum fragen. Selbst diese JavaScript-Seuche wird als Notwendigkeit vorausgesetzt, obwohl es dafür selten einen technischen Anlass gibt. Hier könnte die Piratenpartei aufklärend tätig sein.

Wobei: Haha. Mit welchem Personal denn?

Torbrowser mit ständig wechselnden IPs und IDs usw, ist dann halt ein wenig umständlicher.

Auch die Masse derjenigen die sowas programmiert ist träge und bequem geworden. Irgendein standard JS Framework zu verwenden ist da halt deutlich praktischer als alles selbst coden zu müssen.

Das lässt Leute wie mich halt eine weiße, leere Seite sehen. Wir kommen dann nicht wieder. Schade, schade…

(Zu der Technik hinter diesem Forum hier habe ich ja schon hinreichend viel Kotze ausgeschüttet.)

Solange 99.9% der User keine solchen Probleme haben wird das keinen Webseiten Betreiber interessieren.

Wird das irgendeinen OpenSource entwickler der Discourse, wikis oder sonstwas coded interessieren ?

Finde es ja auch eher mühsam das da HTML5, PHP, Javascript, CSS usw kombiniert werden, macht es unnötig kompliziert mit so vielen verschiedenen Technologien zu arbeiten und ist von der Sicherheit sicher auch nicht optimal.

Auch viele Firmen in der IT-Branche sind mit dem Werbetracking unzufrieden. So lästert Apple-Chef Tim Cook über den “daten-industriellen Komplex” und hat die Speicherung im konzerneigenen Browser Safari und auch beim [iPhone] wesentlich eingeschränkt. Der Todesstoß für die Technik kommt aber von Google. Der Hersteller des weltweit am meisten verbreiteten Browsers, Google Chrome, hat Anfang 2020 verkündet, innerhalb von zwei Jahren Werbe-Cookies nicht mehr zu akzeptieren.

Deshalb braucht es auch eine politische Lösung: Das totale Verbot von Tracking zu Werbezwecken!

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Ein totales Verbot ohne Möglichkeit für Personen Genehmigung zu erteilen würde
schwierig sein und wenn man es an “Werbezwecken” festmacht, wird es wohl genug
Firmen geben, die sich andere Ausreden erdichten.

Dass ich im Allgemeinen für mehr rechtliche Hürden und das Schließen von Lücken
in der aktuellen Rechtsgebung (wie Verzögerungstaktiken & dem Erschweren des
Ablehnens durch Verschachtelung) bin, habe ich ja bereits in diesem Thread
ausgedrückt.

P.S.: Es ist enttäuschend, dass der Mailserver des Forums keine
TLS-Transportverschlüsselung für Antworten per Email unterstützt.

Der Wirkungsmechanismus des Verbot besteht darin, dass GAFAM & Co. ihre Tracking-Werbung nicht mehr verkaufen können.

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Dank Lobbykratie alles leider nicht strafbar.

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