Coronakrise <==> Klimakrise

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Was haben die Coronakrise und die Klimakrise gemein?
Und wie unterscheiden sie sich?

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Noch im Februar hätte sich niemand vorstellen können,
dass wir heute in so einem Shutdown leben: Schulen,
Kindergärten und alle öffentlichen Einrichtungen sind
geschlossen. Alle Ladengeschäfte - bis auf die Lebens-
mittelhändler - sind geschlossen. Das Leben auf den
Straßen ist quasi zum Erliegen gekommen.

Wird es uns eines Tages mit dem Klimawandel ähnlich
ergehen? Werden wir auch aufgrund des Klimawandels
eine Welt vorfinden, von der wir heute nie gedacht
hätten, dass es eine solche einmal geben würde?

Mit Sicherheit ja!

Die Gemeinsamkeiten sind: Sowohl die Coronakrise
als auch die Klimakrise betreffen alle Menschen auf
diesem Planeten. Niemand kann sich diesem Desaster
entziehen - jeder ist direkt betroffen. Beide Krisen sind
in ihrer Art existenzbedrohend für uns.

Natürlich gibt es ein paar Unterschiede:

  1. Die Coronakrise ist quasi durch einen Zufall ausgelöst
    worden. Man kann niemanden genau genommen für den
    Ausbruch des Coronavirus / Covid-19 verantwortlich
    machen.

  2. Die Coronakrise ist - zum Glück - zeitlich begrenzt.
    Wir gehen davon aus, dass nach einigen Monaten eine
    Immunisierung eintritt - und dass wir in einem Jahr einen
    Impfstoff für Corona haben.

Die Klimakrise unterscheidet sich in zwei kapitalen
Punkten:

  1. Die Klimakrise - d.h. die globale Klimaerwärmung des
    Planeten Erde - tritt nicht so plötzlich und vehement auf wie
    das Coronavirus. Im Gegenteil: Es ist ein schleichend
    vorangehendes Phänomen, das sich zunächst nur in
    statistisch zunehmenden Extremwetterlagen und Katastrophen
    zeigt.

Das ist so wie der Frosch im Glas, das gaaaanz langsam
erwärmt wird. Durch diese Langsamkeit merkt der Frosch
nicht, was passiert - und stirbt schließlich.

Genauso wird es uns - der ganzen Menschheit - mit der
Klimaerwärmung gehen: Dadurch, dass die Erwärmung
langsam voranschreitet, nehmen wir diese nicht wahr -
oder verharmlosen diese - oder verdrängen diese - und
sterben schließlich (höchst wahrscheinlich!) als Spezies
aus.

  1. Die Klimakrise wird - genauso wie die Coronakrise jetzt -
    schließlich unser gesamtes Leben lahmlegen. So, wie wir
    uns das vorher niemals vorgestellt hatten.

Der Unterschied ist aber: Die Lähmung durch die Corona-
krise wird in wenigen Wochen vorüber sein - und wir können
wieder unser gewohntes Leben aufbauen. Die Lähmung
durch die Klimaerwärmung aber wird nie mehr aufhören.
Da ja die Erwärmung nie mehr - in unserer Lebensspanne -
aufhören wird. Die Erwärmung wird weitergehen, und wir
müssen unser Leben immer weiter einschränken: Immer
mehr Infrastruktureinrichtungen werden inaktiv werden, das
Leben wird immer mühsamer werden - ohne Aussicht auf
Besserung.

Diese VT ist belegter Bullshit
Natürlich verlassen die Frösche das Wasser bei hohen Temperaturen.

@ukw: Am besten Du googelst mal “Parabel” - aber nicht die mathematische
Kurve, sondern die “sprachliche Parabel”. Ein kleiner Tipp: Es geht hier
nur sehr entfernt um Frösche! :smile:

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Der Vergleich hinkt, einerseits kommt es jetzt bei vielen nicht gut an die Corona Krise für den Klima Hype zu instrumentalisieren. Andererseits sind die Ursachen ganz andere.

Solange die Zahl der Menschen exponentiell steigt und alle diese Menschen mehr wollen also nur ein minialistisches, armes Öko Korrektes Leben zu führen wird das nicht hinhauen. Die Lösung wäre hier dafür zu sorgen das die Überbevölkerung weltweit zurück geht, ist eben ein Unterschied ob man 2 Milliarden Menschen ein anständiges Leben garantieren will oder mehr als 10.

Wenn man davon ausgeht das ein freiwilliger Verzicht auf Individuellen Wohlstand nicht erreichbar ist bleiben nur 2 Optionen. Eine art Ökodiktatur welche das Leben der Menschen mit Zwang beschreitet oder man versucht durch Verhütung, Einkindpolitik usw die Überbevölkerung zurück zu fahren.

Beides scheint derzeit nicht durchsetzbar zu sein. In sofern wird es auf die eine oder andere Weise erst zur Katastrophe kommen müssen bevor sich etwas bewegt.

Zweimal nein: Weder “in wenigen Wochen” noch zurück zum “gewohnten Leben”.

Genau darin besteht die Chance, dass es hinsichtlich der Erderwärmung nicht so kommt, wie du befürchtest. Wir müssen sie “nur” gemeinsam nutzen. Leicht wird’s nicht…

Das Argument das der Klimawandel nicht finanzierbar sei ist jedenfalls vom Tisch. Wenn man sieht wie es für die Regierungen jetzt anscheinend kein Problem ist innerhalb kürzester Zeit Billionen aufzutreiben. Niemand wird nach Corona noch behaupten können das eine Umstellung auf andere Energie-Technologien nicht bezahlbar sei.

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Ich bin belustigt mit welchen ungeeigneten Ansätzen eine Änderung angestrebt wird. Das Problem liegt ursächlich nicht in der angebliche Überbevölkerung - also die Menge der Menschen - sondern es ist die Dummheit der Menschen (mangelnde Bewusstseinsentwicklung) .

Ohne die Ursachen richtig zu erfassen wird jede Veränderung zum Lotteriespiel und somit keine Verbesserung sondern lediglich eine Veränderung.

Ich bin mir sicher, so wird das nichts.

Ich bin da nicht ganz so pessimistisch. Aber - ich hab’ das schon mehrfach geschrieben - unser größter Feind ist in der Tat unsere eigene Dummheit.
Könnten wir die auch nur teilweise überwinden, besteht durchaus die Chance, dass wir nach der Krise eine etwas bessere Welt haben.
Wenn nicht, könnte sogar die Zivilgesellschaft selbst in den “stabilen Ländern” zusammenbrechen - mit katastrophalen Folgen. Das Virus wäre dann nur noch eine Episode am Rande.
Mal sehn’ wo das Pendel am Ende stehenbleibt. Corona hat es auf jeden Fall in stärkere Schwingung versetzt.

Die Coronakrise wird uns noch über Jahre begleiten und die strengen Maßnahmen müssten noch getoppt werden. Und selbst mit den getoppten Maßnahmen wird es mehr als 2 Monate dauern eine Neue Normalität zu schaffen.

Link zum Video

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Nicht hilfreich.
Unsere Youtuberin ist unseriöse Bildzeitung im Quadrat mit pseudowissenschaftlichem Anspruch.
Es verwundert nicht, dass sie auch bei diesem Thema versucht Klicks zu generieren.

Es hilft nicht irgendwelche Behauptungen aufzustellen, mit dem Hinweis, dass man einige Variablen noch nicht kenne, aber auf seine aus der Luft gegriffenen Behauptungen besteht.
Die Youtuberin behauptet Folgerungen aufstellen zu können, obwohl sie nichts weiß.

Wenn man die Variablen nicht kennt, fährt man im Nebel auf Sicht, passt die Geschwindigkeit den Gegebenheiten an, trifft aber keine endgültigen Aussagen, die unser Bildungssystem gerne haben möchte. Es ist dann Populismus einfach Behauptungen aufzustellen.

Das Prinzip ist ganz einfach.
Ist das Gesundheitssystem überfordert, kann es einen entsprechend geringeren Beitrag zur Vermeidung von Toten beitragen.

Am Ende zählen wir einfach die Toten und dann wird man feststellen, welches Wirtschaftssystem nachhaltig ist und welches nicht.
Das kann man 1:1 auf die Klimakrise übertragen.
Wenn der Sinn des Wirtschaftens darin besteht, möglichst viele leerstehende Appartements an die Küsten dieser Welt zu bauen, dann sterben mehr Menschen durch die Klimakrise und die vermeintlichen Werte werden trotzdem zerstört.

Bis jetzt wissen wir nur aufgrund von Zahlen aus der Lombardei und New York, dass wir weltweit Millionen von Toten zu erwarten haben und wir viele Millionen Toten vermeiden können, wenn wir wirksame Abwehrstrategien entwickeln.
Die gesamte Krise ist eine Kombination aus Fehlern der Vergangenheit und Fehler, die wir in der Zukunft begehen.
Die Klimakrise ist nichts anderes.
Am Ende wird stets Leid durch Fehlentscheidungen erzeugt.

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Medienkompetenz ist wohl nicht deine Stärke.

Nachtrag:
Die “Youtuberin” ist promovierte Chemikerin, Wissenschaftjournalistin und Quarks-Moderatorin Mai-Thi Nguyen.
Nach dem Abitur studierte sie 2006 bis 2012 Chemie an der Universität Mainz und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ab 2012 arbeitete sie als Doktorandin an der RWTH Aachen, der Harvard University und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung[5] und wurde 2017 an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über Physikalische Hydrogele auf Polyurethan-Basis promoviert.

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Yep - Mai ist sowohl kompetent als auch ehrlich. Sie sagt in dem Video selbst, dass sie sich in ihrer Einschätzung auf Simulationen beruft, die so nicht eintreffen MÜSSEN. Aber ganz ehrlich - schon das Best Case Szenario ist alles andere als ermutigend. Ich fürchte, hinsichtlich Covid-19 wird es weit schlimmer kommen als in diesem Szenario. Wer immer noch davon träumt, dass der Spuk noch in diesem Jahr vorbei sein wird, dürfte sich ganz schwer auf dem Holzweg befinden.
Einfach mal umschauen im Medienpool. KenFM wäre auch eine gute Quelle - allerdings für Desinformation gepaart mit Aufrufen zum Aufstand. Letzterer wäre gerade keine gute Idee, auch wenn mir die im Hintergrund stattfindenden Aktionen von Merkel & Co schon wieder schwer im Magen liegen.
@Fulleren: Danke auf jeden Fall für den Verweis auf das Video - wirklich erhellend. Scobel hat auch eins gemacht, das in die gleiche Richtung geht.

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Einfach mal schauen wie sich in den nächsten Wochen die % Zahlen der Parteien entwickeln…
Da kann grob erkannt werden welche Wertigkeit der Mensch den Krisen zugesteht.

Kannst Du das auch begründen?

Aus netzpolitischer Sicht teile ich Dir mit, dass ich die Algorithmen für untaugliche empfinde, die Google, Facebook und ähliche verwenden, mit denen Autoren in sozialen Medien gehypt werden.
Von Qualität weit und breit nichts zu sehen, das begründe ich auch fachfolgend.

Die Youtuberin mag ja nachgewiesen haben, dass Arbeiten von ihr wissenschaftlich waren, aber das, was sie in ihrem Video verkündet, hat mit Wissenschaft relativ wenig zu tun, im speziellen Fall, hat sie das gesamte System nicht verstanden.
Ihre Forderung, nach notwendigen, ganz strengen Maßnahmen, ist weder

  • ordentlich begründet sowie
  • aus freiheitlicher, piratiger Sicht auch ungerechtfertigt.

Der große Unterschied zur BiLD-Zeitung besteht darin, dass diese nicht den Anspruch erhabt wissenschaftlich zu sein.

Nicht wissentlich war schon im Fall Rezo von ihr wissenschaftlich nachzuweisen, dass Rezo zur Europawahl im März 2019 den CO2-Ausstoß des Jahres 2020 kennen würde.
Was ist denn, wenn die Bundesregierung ihre Zusagen zum CO2-Ausstoß 2020 einhält?
Mit welchen Ausreden will man kommen, wissenschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht wissenschaftlich gearbeitet hat.
Wenn es um Leben oder Tod geht oder um die Umsetzung von Eingriffen in die Freiheit, darf man so nicht arbeiten.

Jetzt zu ihrer Forderung nach notwendigen, ganz schweren Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise.
Sie hat weder die Formel verstanden, noch “Fladding the Curve”, noch Herdenimmunität.

Das Virus breitet sich aus, wenn die Anzahl der Neuinfektionen täglich steigt, geht zurück und verschwindet ganz, wenn die Neuinfektionen weniger werden oder ganz verschwinden.
Eigentlich ganz logisch.

Mathematisch ausgedrückt
([Anzahl der Fälle] * q) * Endlosschleife

Ist q = 1, steckt also jeder Infizierte einen anderen an, bleibt die Anzahl der Infektionen gleich und am Ende sind alle infiziert.

Ist q = 2, steckt also jeder Infizierte 2 weitere an, dann sind am Ende auch alle infiziert, aber es geht viel schneller.

In der Praxis tritt dies nicht ein, da Menschen in der Regel eine gewisse Immunität entwickeln, der die Ausbreitung dämpft.
Es gibt daher ein mathematisches Modell der Durchseuchung einer Gesellschaft.
Unter der Annahme, ein Infizierter steckt zwei weitere Personen an, dann wird bei einer Durchseuchung von 50% der Wert q gleich 1, da theoretisch 1 Virus jemanden befällt, der die Krankheit noch nicht hatte und 1 Virus eine Person, die immun ist.
Bei 50% +1 Person fällt die Anzahl der Infektionen und verschwindet dann völlständig, wenn 60 bis 70% infiziert sind.

Dies ist ein theoretisches Modell wenn q = 2.
Ist q = 3 tritt q = 1 entsprechend später auf, bei 66,6% und kommt dann erheblich jenseits von 70% zum erliegen.

Die Herdenimmunität ist daher ein Dämpfungsfaktor, der auch schon bei 1% Durchseuchung eintritt.
Wäre q =2, dann ist bei einer Durchseuchung von 1% in der nächsten Runde q nur nach 1,98.

Steht ein Impfstoff zur Verfügung, wird der Dämpfungsfaktor mit jeder Impfung erhöht.
Steht kein Impfstoff zur Verfügung, dann ist eine maximal mögliche Durchseuchung, bei der die Krankheit zum Erliegen kommt, das Worst-Case-Szenario.

Je schneller der Wert q = 1 erreicht wird, desto weniger Menschen sind betroffen, desto weniger Schwerkranke und Tote gibt es.

Krankenhäuser sorgen dafür, dass es weniger Tote gibt, haben aber mit dem Seuchenverlauf aber nur insofern etwas zu tun, als die Anzahl der Personen, die immun sind, natürlich mit jedem Überlebenden steigt.

Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen hat mit q = 1 überhaupt nichts zu tun.
Die Nachverfolgung kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen und senkt dementsprechend q, da Personen, die in Quarantäne keine anderen anstecken.

Aufgabe der Gesellschaft und der Politik ist es, geeignete Maßnahmen zu finden, die q dauerhaft senken.
Händewaschen, Desinfizieren, keine Hände schütteln sind z.B geeignete Maßnahmen.

Ganz, ganz starke Maßnahmen sind Rambo-Maßnahmen, die dauerhaft nicht durchgehalten werden können und auf Dauer von der Gesellschat abgelehnt werden und daher unwirksam werden.
Man kann Menschen nicht monatelang in ihre 4 Wände einsperren, Strafen verhängen wenn jemand Spazieren geht oder nicht notwendige Fahrten unternimmt.

Über einen langen Zeitraum geht das nur mit Augenmaß, der Vermittlung, wie Seuchen eingedämmt werden können, Überzeugung und Kreativität Ansteckungen zu vermeiden.
Der Vorschlag, ganz schlimm leiden, damit alles besser wird, ist untauglich.
Ebenso muß verstanden werden, daß kurzfristige wirtschaftliche Prioritäten richtig teuer wurden, wie die Beispiele Weiterführung des Skibetriebes, Karnevalsveranstaltungen, Fußballspiele zeigen.

Aber gerne. Die wichtigsten 2 Maßstäbe bei der Beurteilung eines Werkes sind die Qualifikation der Autoren und die saubere Umsetzung. In diesem Fall handelt es sich um eine qualifizierte Wissenschaftlerin, die als Journalistin die wissenschaftliche Arbeit anderen Wissenschaftler möglichst verständlich erklärt. Die Studie zum Zeitlichen Verlauf der Covid-19 Epidemie in Deutschland ist vom RKI, man kann erwarten, dass diese Studie valide Wissenschaft enthält.

Das mag sein, hat aber in diesem Fall keine Bedeutung, weil ich dieses Video hier in Forum gehypt habe. Ich bin kein Algorithmus der von dir genannten Firmen.

Eine steile These, und ich kann dir da nicht zustimmen. Im Gegenteil mein Eindruck ist, dass du Verständnisprobleme hast.

In dem Video werden keine Forderungen gestellt. Es werden mögliche Handlungsstränge vorgestellt und ihre Konsequenzen erläutert. Dabei sind ein paar Handlungsstränge Ethisch nicht vertretbar und andere haben große Organisatorische Probleme, die sie kam gangbar machen.

Tatsächlich gibt es nach der Bewertung der Alternativen einen vernünftigsten Weg.

In dem Video wird eine wissenschaftliche Arbeit des RKI vorgestellt und erklärt. Das Video ist keine wissenschaftliche Arbeit.

Wie gesagt es werden gar keine Forderungen gestellt.

Wieder eine stele These, die ich für falsch halte.

Und leider so unpräzise, dass es falsch ist.
Ein Virus breitet sich aus solange es Neuinfizierte gibt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit steigt wenn jeder Infizierte mehr als ein Person ansteckt. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit sinkt wenn jeder Infizierte weniger als eine Person ansteckt. Wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit sinkt, sinkt die Zahl der Kranken durch Heilung und auch sterben. Auch die Abnahme der Zahl der Erkrankten lässt die Ausbreitungsgeschwindigkeit sinken.

Wir wissen aus Italien und Spanien, dass etwa 11% der Erkrankten sterben, wenn das Gesundheitssystem überlastet ist. Wir haben in Deutschland noch keine Überlastung und eine Sterberate von 1,5%. Allerdings entsprechen die Erkrankten im Altersdurchschnitt noch nicht dem Bevölkerungsdurchschnitt. Sie sind etwas jünger. Daher erwarten die Experten noch eine Steigerung auf bis zu 2%.

Von Herdenimmunität spricht man wenn ohne weiter Maßnahmen eine Epidemie nicht außer Kontrolle gerät. Wenn beim Covod-19 im Schnitt 1 Erkrankter drei Neuinfizierungen verursacht, aber zwei der vermeintlich Angesteckten bereits immun sind, dann gilt q=1. Eine Immunität von über 66,6% führt zu einem q kleiner 1 und die Epidemie wird langsam auslaufen. Durch Testen, Quarantäne und Isolierung kann man das Ende beschleunigen.
Bei einer Immunität von 1% also wenn etwa 500.000 Gesundete existieren, werden von 33.3 Infizierten statt der erwarteten 100 nur 99 neu infiziert. Das spielt praktisch keine Rolle. Ein spürbarer verlangsamender Effekt braucht viel mehr als 1%. Wir haben derzeit etwa 30.000 Gesundete das sind weniger als 0,1%.

11% von 48-56 Millionen sind 5,3 - 6,26 Millionen
2% von 48-56 Millionen sind 0,96- 1,12 Millionen

Die Aufgabe ist mehr als 4 Millionen Tote zu vermeiden, indem man die Zahl der Erkrankten auf ein Maß begrenzt, dass das Gesundheitssystem verkraftet. Die Kapazität schätzt man auf q=1 und die Zahl der täglich Neuinfizierten bleibt unter 6.000 . Das erste Prozent Immunität ist dann nach ca. 114 Tagen oder auch 4 Monaten erreicht. Jeder weitere Prozentpunkt dauert wieder 4 Monate, da q=1 ist.
Dieses Szenario hat keine Exitstrategie!

Um eine Exitstrategie zu haben, muss die Zahl der Erkrankten so klein werden, dass sie ähnlich wie bei München oder in Heinsberg jeweils lokal eingefangen werden kann. Dann kann die Mehrheit wieder eine Normalität mit viel Hände waschen und etwas Vorsicht leben. Die Wirtschaft kann sich etwas erholen.
Dazu muss die Zahl der Erkrankten auf z.B. weniger als 1000 sinken. Dazu muss q deutlich kleiner werden als 1 und selbst dann dauert es noch mindestens eine zweiwöchige Inkubationszeit und eine dreiwöchige Krankheitsphase. Die Formel vom RKI sagt für q=0,5 und Zahl der Erkrankten 1000 voraus, dass es 50-60 Tage dauert diesen Zustand zu erreichen.

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Ziemlich gutes Video.

Dass das, was maiLab hier verständlich zusammenfasst, der derzeitige Stand ist,
sieht man daran, dass es mit dem, was das RKI und Epidemiologen unisono
verlautbaren, ziemlich genau übereinstimmt.

Kurze Zusammenfassung:

Die Strategie “flatten the curve” funktioniert nicht.

Grund: Um “flatten the curve” soweit zu realiseren, dass - im
besten Fall (!) - immer noch genug Intensivbetten verfügbar
sind, müsste man man R0 auf ca. 1,1 reduzieren. Wenn man das
tun würde, würde das “Flatten-scenario” 1 - 2 Jahre dauern, bis
wir Herdenimmunität erreichen würden. Das aber ist
volkswirtschaftlich nicht möglich. (Dies allerdings sagen RKI und
Epidemiologen nicht - es ist aber unmittelbar evident).

Die Strategie kann nur sein: Zurück zur Phase 1 “Containment”
und das dann beibehalten, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht.
Dazu muss R0 unter 1 sinken. Mit R0=0,5 brauchen wir etwa 2
Monate bis zum Lockdown.

Das bedeutet: Strengste Maßnahmen (also stringentes
Kontaktverbot) müssen über 2 Monate durchgehalten werden.

Wenn wir dann so ein Lockdown erreicht haben, könnten wir
in die “Containment”-Phase übergehen. Das ist eine andere
Phase, in der die Läden wieder geöffnet werden, in der aber
auch so viele Tests durchgeführt werden, dass jeder einzelne
Coronafall sofort isoliert, zurückverfolgt und in Quarantäne
verschoben wird. Diese “Containment”-Phase müssen wir
1 - 2 Jahre aufrechterhalten, bis ein Impfstoff gefunden und
getestet ist. Wir müssen also üben und trainieren, unsere
Wirtschaft unter solchen “lockdown”-Maßnahmen
weiterzuführen.

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Das ist der Stand zu Corona. Der Inhalt dieses Threads ist
aber - siehe erstes Posting: Schaffen wir es auch, die Klima-
krise mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Voraussicht anzugehen?

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Um bei Thema zu bleiben, verweise ich darauf, dass die Welt etwas anderes tut, als die Youtuberin es für nötig erachtet.

Genauso wird die Welt auch in der Klimakrise etwas anderes tun, als die Social-Media-Vertreter sich das vorstellen.

Der Rest der Welt handelt, wirft die Produktion von Mundschutz, Desinfektionsmitteln, Beatmungsgeräte, PV-Anlagen, E-Autos, Batteriespeicher an und entwirft kluge Konzepte jenseits von Containment, Verboten und Bevormundungen.

Wie die Asiatischen Staaten, z.B. Korea, Taiwan usw zeigen ist es möglich das ganze auf einem relativ niedrigen Niveau zu stabilisieren. Dann wäre auch Zeit gewonnen bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Dürfte in allem weniger Opfer fordern als der Irrsinn mit der “Herdenimmunität”.

Zumal es ja dem Klima sicher nicht schaden würde wenn der Lock Down ein paar Tage länger dauert.

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Das ist die Kernbotschaft. Offen bleibt die Frage, wie R0 (bzw. q) gleich 0,5 erreicht werden kann. Mai gibt zu bedenken, dass die bisherigen Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen --> das bedeutet: Die aktuellen Maßnahmen, die uns schon ordentlich zu schaffen machen, müssten deutlich länger durchgehalten werden, bis Herdenimmunität erreicht ist, es sein denn:
a) der nächste heiße Sommer senkt die Aktivität des Virus deutlich.
b) es gibt schon mehr Menschen, die dagegen immun sind, als wir wissen. Insofern bin ich auf die Ergebnisse der für Bayern geplanten Studie “Antikörper von 1000 zufällig ausgewählten Personen ermitteln” gespannt.

Wir wissen einfach immer noch zu wenig über die Krankheit, um die “Durchlaufzeit zu annehmbaren Bedingungen” genauer abschätzen zu können. Es könnte auch noch viel schlimmer kommen, z.B. wenn das Virus so mutiert, dass der Impfstoff, den wir irgendwann (man sagt grob, in einem Jahr) haben, gegen die neue Variante wirkungslos ist. Dass das Virus ständig mutiert, steht zunächst außer Zweifel und je weiter es sich verbreitet, desto größer wird die Gefahr, dass eine Mutation dabei ist, die uns nicht gefallen könnte.

Wir werden durch die Maßnahmen der Regierung in unserer Freiheit deutlich eingeschränkt. Und ich kann verstehen, dass das nicht nach dem Geschmack der Piraten ist. Andererseits bedeutet Freiheit manchmal auch Einsicht in die Notwendigkeit. Insofern halte ich persönlich die Eindämmungsmaßnahmen der Regierung für richtig, ganz im Gegensatz zu den wirtschaftspolitischen Entscheidungen (anderes Thema…)
Zurück zum Thema dieses Threads: Die Fragen, die @syna hier aufwirft, sind nur allzu berechtigt. Ich beantworte sie nur anders - nicht ganz so pessimistisch.
Corona zeigt, dass die Welt durchaus reagieren kann, wenn sie den Abgrund direkt vor sich sieht. Wenn nicht, wird’s dann deutlich schwieriger. Da scheint die Devise zu lauten “Geben wir einfach weiter Gas”. Ob wir vor dem Abgrund bremsen können, das ist die entscheidende Frage. Immerhin - es gibt selbst im “Big Business” mittlerweile einige Bestrebungen, der Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

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Der Grund warum wir uns in Phase 2 befinden ist, dass die Gesundheitsbehörden nicht mehr in der Lage sind die Maßnahmen des Containments durchzuführen.

Wie sehen diese Maßnahmen aus:

  1. Das Gesundheitsamt kriegt die Information, dass Person X infiziert ist.
  2. Das Gesundheitsamt fordert Person X auf eine Liste der Kontakte der Letzten 14 Tage zu erstellen. Dieser Trackingschritt ist langsam und sehr Fehlerbehaftet.
  3. Das Gesundheitsamt verständigt die Kontakte telefonisch und informiert gegebenenfalls die Sicherheitsbehörden wenn der Kontakt nicht auffindbar ist.

Es gibt Berichte, das dieser Prozess oft länger dauert als die Inkubationszeit.

Ganz offensichtlich könnte hier eine technische Lösung die Situation enorm verbessern.
angenommen, dein Smartphone protokolliert wer die letzten 14 Tage in deiner Nähe war und diese Menschen werden im Falle deiner Infektion automatisch informiert. Kann die Zeit zwischen Test, positivem Ergebnis und Information der Kontakte so verkürzt werden, dass potentielle Neuinfizierte vor ihrem Risiko andere anzustecken rechtzeitig gewarnt werden, dann kann die Ansteckung verhindert werden.
Muss das System perfekt sein? Nein es reicht wenn es besser ist als das bestehende System.
Muss es unfehlbar sein? Nein es reicht wenn es nicht viel schlechter ist als das bestehende System.

Hier hätte die Stunde der Piraten schlagen können, sie hätten eine positive Nutzung von moderner Technologie fordern können und dabei eine Lösung gestalten können, die Datenschutzkonform ist.

Statt dessen hat man Datenschutz und Überwachung gerufen und technisch ungeeignete Lösungen verdammt.
Dann haben sie darauf hingewiesen, dass die Systeme nicht perfekt sei werden und sich in eine Reihe mit den Grünen Technikfeinden gestellt.

Dabei hätte man die Möglichkeit gehabt hier systemrelevanz zu zeigen und Lösungen zu gestalten.

Dabei wäre es einfach jeder installiert die App und verbreitet ein zufällig generiertes Token.
Die App sammelt per bluetooth alle Token in der Umgebung ein.
Jeden Tag werden die Token von infizierten veröffentlicht und jeder kann diese Liste Herunterladen. Die App prüft dann automatisch ob eines der Tokens in seiner Kontaktliste ist und schon erfolgt die Aufforderung einen Mundschutz zu tragen und sich testen zu lassen.
Ja es wird Kontakte geben, bei denen keine Infizierung erfolgen konnte (dann hat man halt einen der 500000 Tests wöchentlich verschwendet) und wenn ein Infizierten einen leeren Akku hatte dann hat man ihn verpasst. So ist das halt.

Aber statt das alle zu Hause bleiben, bleiben halt die Richtigen zu hause.

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