CO2-Steuer

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Die können doch immernoch fliegen, das kostet dann eben nur mehr? Oder kennst du einfache Handwerker, die jedes Jahr in den USA oder Ostasien Urlaub machen und es sich dann nicht mehr leisten können?

Kann ich mir nicht vorstellen. Es müssen ja nur Zertifikate aus dem Markt entfernt und keine mehr verschenkt werden, dann steigt der Preis recht schnell. Das klingt sogar einfacher, als eine Steuer zu erhöhen.

Ja keine Ahnung, ich bin Sozialliberal genug, um das als Gefähr für ärmere Schichten zu sehen, was durchaus Probleme bereiten könnte. Die Leute, die Geld haben, werden so oder so motzen und nichts tun und der Staat freut sich immer über Geld.

Mobilität sollte kein Privileg Wohlhabender sein.

In einigen Ländern ist die Höhe der Steuer direkt an bestimmte Klimaziele gebunden, das greift dann automatisch. Also “if CO2 Menge > x: Steuersatz = Steuersatz + 0.01”

Ich denke wie gesagt, dass es eine Mischung braucht (oder anders gesagt die Steuer als zusätzlichen Motivator). Hier wird so ein Modell vorgestellt:
https://www.pik-potsdam.de/news/press-releases/files/eckpunkte-einer-co2-preisreform-fur-deutschland

Ja aber genau die Vielflieger musst du doch packen. Bei einer Pauschalabgabe zahlt man doch egal wie lang der Flug ist gleich viel. Das ist doch irrsinnig und komplett am Ziel vorbei. Wie gesagt, gerne eine Pauschale + einen Steuerbetrag, aber nur die Pauschale verpufft doch. Für den ärmeren Menschen verteuert sich genau eine Reise um einen Beitrag, der ihn wohl etwas trifft, aber der nich annähernd existenzbedrohend ist. Der Reichere interessiert sich doch nicht dafür, ob sein Tokyoflug 10 € teurer geworden ist.

Nun nimm doch mal den Vorschlag der Grünen.

Man führt eine CO2-Steuer ein und gibt jedem Bürger 100 EUR.

Führt jetzt genau zu welcher Verhaltensänderung und zu welchen Einsparungen?

Der Bürger merkt nur, dass manches teurer wird und anderes genauso teuer bleibt. Seine 100EUR bleiben immer gleich, den einen trifft es härter als den anderen und im Laufe der Zeit alle immer stärker.

Der Zusammenhang, bitte CO2-neutraler leben, ist gar nicht erkennbar.
Führt nur zur Ablehnung notwendiger Maßnahmen.

Die Menschen sind aber bereit etwas für das Klima zu tun und sie sind es vor allem dann, wenn ihnen gezeigt wird, wie sie das tun können und welche alternative Verhaltensweisen der Schritt in die richtige Richtung ist.

Nur alles irgendwie teurer machen für das Klima und Betrag x zurück funktioniert nicht, weil man alles doppelt so teuer machen muß, anstatt das eingenommene Geld gleich wieder zu nutzen um in die zukünftige Technologie zu investieren oder der Nutzung zu verbilligen.

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema veschoben: Schienenverkehr

Man wird wohl fast niemand davon abhalten nach Tokio zu fliegen, sofern Fliegen noch erlaubt ist.
Zudem sind solche Fernflüge auch erwünscht und machen Sinn.

Mal 2 oder 3 Tage nach Mallorca zu fliegen ist aber unsinnig.

Die Idee ist doch, dass man sagt: Jeder Deutsche darf nur x CO2 erzeugen. Wir geben als Maß einer bestimmten Masse CO2 einen bestimmten Geldbetrag. Dadurch können wir sagen. Jeder Deutsche darf ein bestimmtes Euro-Äquivalent an CO2 erzeugen. Am Ende des Jahres kriegt man das ausgezahlt. Menschen, die weniger CO2 erzeugt haben, haben weniger bezahlt - und haben somit Geld gewonnen. Menschen, die mehr CO2 erzeugt haben, zahlen dementsprechend drauf.

Wenn man CO2 sehr teuer macht, dann sind die Einsparungen größer für die CO2-Sparer und die Kosten höher für die CO2-“Verschwender”. Und so wird ein Anreiz geschaffen.

Wieso doppelt so teuer? Kann doch auch 1 % teurer sein.

Wieso ist ein Flug nach Tokio weniger unsinnig als ein Flug nach Mallorca? Wo macht ein Fernflug nach Tokio “Sinn”?

Wie gesagt, in einer globalisierten Welt darf Mobilität nicht vom Geldbeutel abhängen. Das würde die Freiheit einschränken.

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Tut es aber schon immer, weil es viel Energie braucht, die eben irgendwoher kommen muss. Daran ändert ein paar Prozent CO2-Aufschlag kaum etwas. Wer hat denn vor 40 Jahren Fernflüge gemacht? So einfach und günstig war das noch nie.

Ja, deswegen sollte es auch einfach und günstig bleiben. Eine Pauschale von kA, €20 ist ja okay, weil es ja vor allem absurd billige Flüge treffen soll. Bei einer vierköpfigen Familie, die nach Übersee fliegt, merkt man Prozente schon, und es wird ja zukünftig garantiert nicht weniger.

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Deswegen Emissionshandel oder eine CO2-Steuer; für alle Bereiche gleich. Dan muss man nicht ewig diskutieren, welche Aktivitäten denn jetzt “wichtig”, “unwichtig” oder sonstwas sind. Irgendwer findet für jede Art von CO2-Ausstoß ein Argument, warum genau das nicht teurer werden darf. So kommen wir nicht weiter.

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Gut, also zumindest Benzin muss gemäß deiner obigen Berechnung besteuert werden und nicht zusätzlich noch mit einer CO2-Steuer, das Fliegen ist mir jetzt keine Herzensangelegenheit und etwas anderes hatte ich auch nicht im Kopf.

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Wie wird eigentlich das CO2 besteuert, das bei Produktion im Ausland anfällt?

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Kann man ja mal überlegen wie die CO2 Steuer in Schweden (?) funktioniert udn dann mal schauen wie das mit dem Emissionshandel funktioniert…
Und Bonus: Wer wird dann wie motiviert, wirklich zugunsten für weniger CO2 Produktion etwas zu tun …

Könnte man über Zölle oder eine Importsteuer machen. Ist aber natürlich knifflig.
Hier mal ein kurzer Artikel zu Schweden:

Die Piratenpartei ist Teil einer internationalen Bewegung, weltoffen und möchte auch global agieren.
Dies unterscheidet uns deutlich von den Grünen und anderen Parteien.

Das Beispiel war daher mit Absicht von mir gewählt, um darauf hinzuweisen.

Der Großteil der Klimaleugner sind doch diejenigen, deren persönliches Umfeld im Radius von 30 km liegt und die sich freuen, dass es heute etwas wärmer ist.

Es hilft auch nichts die CO2-Neutralität in Deutschland zu erreichen, wenn aufgrund weltweiten Entwicklungen der CO2-Gehalt über D weiter zunimmt.
Dann war das einfach die falsche Strategie und ist keine Zielerreichung.

Es ist auch der falsche Vorwurf an Wissenschaftler mit dem Flugzeug zu Konferenzen anzureisen.
You missed the point.
Es geht darum den CO2-Gehalt in der Summe weltweit zu reduzieren.

Man muß als Deutscher auch sehen, wie einem der Plastikmüll an den asiatischen Stränden entgegenkommt und die Weltmetropolen im Abgasdreck der deutschen Autos ersticken, um die Katastrophe mit eigenen Augen wahrzunehmen.

Mit der Methode, wir verbieten Flugreisen und sehen dann nicht, was weltweit geschieht, wird man kein Verständnis gewinnen.
Der Müll auf dem PC-Bildschirm ist klinisch rein und stinkt nicht und überschwemmte Gebiete haben auch etwas malerisches.

Wenn ich 1 Euro zusätzlich verlange und den dann wieder in die Reduzierungen stecke, habe ich den doppelten Effekt.

Wenn man es macht wie die Grünen, die Fahrt zum McDonald zu besteuern und ihm dann im Laden wieder 1 EUR zu geben (siehe Bürgergeld 100 EUR), er sich dafür einen Rindfleischburger kauft, ist der Effekt Null.

Genau dies findet jetzt in Schweden mit ihrer CO2-Steuer statt.
Die Diskussion verlagert sich dann nur, was ist sinnvoll und was nicht, auf Lobbygruppen und wirtschaftliche Interessen.
Ist ja bei uns das Gleiche: Wir nehmen die Kohleindustrie heraus, um Arbeitsplätze zu sichern.
Der richtige Ansatz wäre, wir schließen die Kohlekraftwerke, da es die geringsten Kosten selbst unter Berücksichtigung von sozialen Abfederungen, verursacht,

Ein Argument gegen einen nationalen CO2-Preis: Die Treibhausgasemissionen würden sich lediglich ins Ausland verlagern. Schweden hat das Problem adressiert, indem seine großen, im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen einen geringeren CO2-Steuersatz zahlen – teilweise bis zu 60 Prozent weniger, etwa auf verwendete Energie in Produktionsprozessen. Industrieanlagen, die Teil des Europäischen Emissionshandels sind, sind ganz von der Steuer ausgenommen. „Es gibt natürlich Druck von allen möglichen Lobbygruppen, von der Steuer ausgenommen zu werden“, sagt Sterner. Dazu gehörten Fischereien, Gewächshäuser, Bauern, Computerfirmen.

Mit einer Querbeet-CO2-Steuer wird das eigentliche Ziel verfehlt, da man völlig unabhängig von den Auswirkungen beharrlich die CO2-Steuer bei Zielverfehlung anheben müßte.
Da das Ziel am Ende Null ist, kann am Ende nur ein astronomischer Preis für CO2 stehen, zumal es Bereiche geben wird, in denen der Politik am Ende die Brutalität fehlt, das umzusetzen.

Nein, du hast gesagt, nach Mallorca zu fliegen ergibt keinen Sinn. Nach Tokio hingegen schon. Das verstehe ich nicht, selbst nachh deinen Ausführungen. Und dass andere Parteien sich nicht als Teil einer internationalen Bewegung verstehen, halte ich für falsch. Insbesodnere wenn ander epolitische Strömungen (auf dem Papier wenigstens) eine internationale Solidarität fordern, oder die Grünen sich jetzt als Teil der FFF-Bewegung sehen.

Das ist doch ein Unsinnsargument. Natürlich brächte das nichts. Genauso brächte es aber nichts, wenn Deutschland nicht neutral wird und die weltweiten Emissionen steigen. Oder wenn die weltweiten Emissionen sinken, aber in Deutschland steigen - oder wäre das deiner Logik nach erstrebenswert? Für mich muss Deutschland auch eine Modellwirkung auf andere Länder haben. Zumal ich nicht sehe, welches Land, das zu den Hauptemittern gehört, sonst anfängt, CO2 zu reduzieren.

Verstehe ich nicht. Wenn wir die Fahrt nicht besteuern und der Bürger sich den Burger kauft, ist der Effekt negativ. Wenn wir es besteuern und er sich den Burger kauft, ist der Effekt netto-Null (oder: weniger negativ). Was ist denn jetzt schlechter? Und wie du auf “doppelt so teuer” kommst, verstehe ich immer noch nicht.

Wobei es da ja oft eher darum geht, ob man eine Firma doppelt belasten möchte, wenn sie gleichzeitig Emissionshandel UND Steuer zahlen soll.

Das Ziel ist nicht Null, sondern Netto-Null. Man könnte ja auch Kohlenstoffsenken zur Reduktion der Steuer einsetzen (wenn eine Firma soundsoviel in die Wiederaufforstung investiert, erlässt man die Steuer). Und klar müssten Steuern angepasst werden, ich verstehe aber das Problem nicht?

Aus einer Sicht sollte man die nationale Denkweise beenden, siehe internationale Bewegung.

bringt solange Wählerstimmen, bis FFF merkt, dass ihre Erwartungen verfehlt werden

Dann mal anhand eines Beispiels.
CO2.freundliches Produkt A kostet 106 EUR.
CO2 schädliches Produkt B 100 EUR.

Man erhebt 10 EUR auf schädliches Produkt A und gibt dem Bürger 10 EUR.
Produkt A 106 EUR, Produkt B 110 EUR.
Alternative 2:
Man gibt dem Bürger keine 10 EUR und verbilliigt Produkt A.
Produkt A dann 96 EUR, Produkt B 110 EUR.

Wenn Du das jetzt mal mit einem realitätsnahen Aufschlag von 1 EUR durchspielst, dann bist Du bei 106 zu 101 EUR, bzw. bei 105 zu 101 EUR.
In diesem Beispiel werden wahrscheinlich mehr als doppelt soviele wechseln, als wenn die Differenz nur halb so hoch wäre.

Das theoretische Modell, das hinter der CO2-Abgabe steht, funktioniert nur unter der Prämisse “vollkommenen Markt”.
Wir haben aber eine soziale Marktwirtschaft, in der dann die Fehlfunktionen korrigiert werden müssen, nur um das System zu stabilisieren, statt von Anfang an zu lenken.
Am Anfang gibt es keine Probleme, im Laufe der Zeit muß aber die Schraube immer stärker angezogen werden, da immer weniger CO2-belastete Produkte zur Finanzierung herangezogen werden müssen und dann eine Wirkung erst mit viel höheren Preisen erzielt werden kann.
Natürlich ist es am Anfang günstig einige Bäume zu pflanzen, im Laufe der Zeit werden aber die noch freien Flächen immer weniger.