CO2-Steuer

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Wie stehen wir zur CO2-Steuer? Gibt es da eine Parteiposition zu? Welche Argumente sprechen dafür und welche dagegen?

Für mich muss eine CO2-Steuer her. Money talks - und wenn man die Klimaschädlichkeit eines Produkts direkt am Preis erkennt, hat es auch irgendwo Lehrwert. Wichtig wäre nur, dass man die Mehreinnahmen a) an die Bürger irgendwie zurückgibt (wodurch Leute, die CO2-sparsam leben, auch einen monetären Vorteil erhalten) und b) das Geld in den Ausbau der CO2-Reduktion (Aufforstungen, Solarpanels, Energiesanierung von Häusern, …) gesteckt wird und nicht einfach über Umwege in den Militärausgaben landet. Wobei, eine CO2-neutrale Armee wäre doch auch was …

Die Piraten wollen sie. https://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2017/Wahlprogramm#Eine_CO2-Steuer_f.C3.BCr_fossile_Erzeuger

Sehr geistreich.

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Die Münchener Rück fordert eine CO2 Steuer von 120€/t, das ist bestimmt sonne links-grüne Sekte.

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CO2 verteuern ist auf jeden Fall der richtige Weg um die Entwicklung zu beschleunigen. Wie die praktische Ausgestaltung aussieht, unklar.

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Co2 Steuer, Ok, aber dann bitte bei der Erzeugung.
Also wie im Programm: Kohle Stromerzeugung teuer, Gas etwas günstiger, C02 Neutrag günstig.

Von einer Verbrauchssteuer halte ich wenig. Denn sie trifft nur wieder die Schwachen, bringt aber gar nichts für das Umdenken der Erzeuger.

Gruß
Andi

Ich weise mal auf Frankreich um zu zeigen, was eine Verteuerung der Treibstoffe wie Benzin heutzutage bewirken kann.

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Hast du da mal einen Bericht drüber?

Gruß
Andi

Natürlich bei der Erzeugung. Aber das wird natürlich dann durchgegeben bis zum finalen Produkt. Deswegen gibt es ja Ideen wie: pauschal allen Bürgern am Ende des Jahres Geld zurückgeben. Die, die wenig extra bezahlt haben, profitieren so. Hier ein Artikel, der zeigt, dass schwache Haushalte durchaus profitieren können.


40 € pro Tonne sind aber zu wenig. Hier nochmal ein längerer Artikel zum Thema:

Gelbwesten.

Naja, was soll man machen? Benzinpreis halbieren, damit alle happy sind? “Mein Diesel bleibt!” ist keine Alternative, um das Klima zu retten.

Einfach nicht die Benzinsteuer erhöhen, und vor allem nicht deswegen, um das Verhalten der Leute derart beeinflussen zu wollen. Das nennt man Nudging und ich finde es äußerst illiberal. Wie Andi bereits sagte, würde es zudem in diesem Fall die Schwächsten treffen.

Man muss doch zumindest so viel Geduld haben um abzuwarten, dass Elektroautos eine echte Alternative sind, bevor man eine solche Strafsteuer auf fossile Treibstoffe setzt. Wenn das noch nicht der Fall ist, dass E-Autos auch z.B. bzgl. der Infrastruktur eine echte Alternative für die gesamte Bevölkerung darstellen, dann sollte man doch zunächst die Infrastruktur etc. zuerst so ausbauen, dass theoretisch alle einigermaßen bequem und günstig mit ihren E-Autos rumfahren können.

So viel Rationalität müssen wir doch auch angesichts der Situation bewahren, um wirklich alle in die notwendigen Entwicklungen der Zukunft mitnehmen zu können. So eine deutsche CO2-Steuer würde die Welt jetzt auch nicht sofort retten.

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Ich bin nicht davon überzeugt, dass man eine zusätzliche nationale CO2-Steuer bräuchte. Wir haben den europäischen Emissionshandel, der für mich ein sinnvoller Ansatz ist. Der bezieht akuell ca. die Hälfte der Emissionen ein, nämlich Stromerzeugung, Flugverkehr (teilweise) und energieintensive Industrie. Die Preise für Zertifikate sind in letzter Zeit recht stark gestiegen, aber der Emissionhandel müsste noch weiter verschärft werden, um eine ausreichende CO2-Senkung zu erreichen. Das wäre vor allem eine stärkere Verknappung von Zertifikaten und eine höhere Strafe bei zu hohem CO2-Ausstoß.

Aus dem Transportsektor stammen ca. 25% der Emissionen, die werden größtenteils von der Energiesteuer erfasst. Die sollte auf CO2-basierte Steuersätze umgestellt werden. Aktuell ist es noch so, dass die Erzeugung von CO2 aus Diesel wesentlich billiger ist als Benzin. Flugbenzin ist sogar ganz ausgenommen.

Privathaushalte in den Emissionshandel einzubeziehen fände ich auch spannend. Ich würde gerne mit CO2 handeln. Könnte einiges an Geld einbringen, da ich viel CO2 vermeide :wink:

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Der Emissionshandel hat nicht funktioniert. Den kann man radikal ändern also mindestens die Hälfte der Zertifikate ungültig machen und den rest schnell abbauen.
Oder man macht ne CO2 Steuer, die ein paar Länder in der EU bereits haben.
Und man macht die zuerst national, dann EU-weit ind dann International.

Was sicher politische Absicht war. Die haben die Rechte viel zu großzügig verteilt, am Anfang wurden sie fast ausschließlich verschenkt. Das bringt dann natürlich nichts. Bei der Umsetzung gibt es auch nationalen Spielraum. In Deutschland teilte man einfach mal Kohlekraftwerken mehr Zertifikate zu als effizienten Kraftwerken…

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Ich habe es mal nachgerechnet:

Für Benzin werden momentan 280€ Energiesteuer pro Tonne CO2 fällig. Das liegt schon deutlich über den geforderten 180€ CO2-Steuer. Straßenbau muss auch irgendwie bezahlt werden, daher finde ich die 280€ schon ok.

Bei Diesel sind es nur 178€. Das halte ich für deutlich zu niedrig.

Eine CO2-Steuer ist aus meiner Sicht der falsche Weg, da die CO2-Steuer auf den Markt vertraut und damit die notwendige Steuerungsfunktion der Politik aushebelt.

Aufgabe der Politik ist es, so schnell wie möglich den CO2-Ausstoß zu vermindern.

Dazu braucht es ganz individuelle Konzepte für die verschiedenen Arten des CO2-Ausstoßes.

Man vertraut dem Markt, will aber dann die Kohlekraftwerke bis 2038 betreiben. Beide Dinge auf einmal können nicht funktionieren.

Wir landen dann bei den Ausnahmen und kommen nicht zum Ziel.
Es ist eine Mogelpackung dem Markt zu vertrauen und dann einzugreifen.

Wir landen dann schnell an dem Punkt, an dem wir den Flugverkehr verbieten müßten, die Produktion von Autos einstellen etc. da Märkte, sprich Spekulanten und Kapitalanleger Renditeziele verfolgen.

Deswegen ist es z.B. viel vernünftiger eine von den Flughäfen zu erhebende Passagiersteuer von 12,50 EUR beim Starten und Landen zu erheben, um den Markt für 10 oder 20 EUR-Flüge zu verteuern und eine Lenkungsfunktion auszuüben, statt primär die Flugsteuer über Langstreckenflüge a la C02-Steuer zu erheben.
Die größte CO2-Reduzierung erhält man, wenn weniger Kurzflüge stattfinden und die Tourismusindustrie sich darauf einstellen muß.

Das eingenommene Geld sollte man auch nicht irgendwie verteilen, wie die Grünen sich das vorstellen, sondern z.B. in den Topf der EEG-Umlage werfen, um damit diejenigen, die die EEG-Umlage jetzt zahlen zu entlasten und denen, die von der EEG-Umlage befreit sind, nicht zukommen lässt.

Es gibt viele Beispiele, wie man ohne großen Aufwand eine sinnvolle Steuerungsfunktion des Staates zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes umsetzen könnte.

Also zum einen ist es zu kurz gedacht zu sagen, dass die Gelbwesten in Frankreich nur wegen der Benzinsteuer auf die Straße gingen. Das war vielleicht der Auslöser, aber sicher nicht der einzige Grund.

Zum anderen:

Wieso sollte man warten bis es viel zu spät ist? Zumal die zusätzlichen Einnahmen eben für diesen Ausbau genutzt werden könnten.

Rational wäre … was? Nochmal: WIr haben keine 20 Jahre mehr Zeit, die Welt zu retten, wahrscheinlich nicht mal mehr 10. Und wenn Deutschland das durchbrächte, würde man das sicher in der EU auch durchkriegen. Deutschland als Staat, der viel zu dne globalen Emissionen beiträgt, kann durchaus einen gehörigen Beitrag zur “Weltrettung” liefern.

Fulleren hats schon gesagt, es hat nicht geklappt. Richtig auch, dass es wohl Absicht war - auch eien Steuer könnte man zu niedrig ansetzen und die Wirkung verpufft. Ich fände eine Steuer aber deutlich anschaulicher als ein abstrakter CO2-Handel (der ja ohne staatliche Eingriffe keine Wirkung hat anscheinend). Für mich hat der Zertifikatehandel auch etwas arg viel Marktgläubigkeit. Kannst du deine Beispielrechnung vielleicht auch näher ausführen?

Hier nochmal ein neuerer Artikel zum Thema:

Wieviel teurer würde denn - mal als Beispiel daneben gerechnet - ein 20 € Flug, wenn er CO2-besteuer würde?

Das ist ja wieder noch was anderes. Die Kohlekraftwerkbetreiber wollen ja auch noch Geld. Das erinnert alles an den Atomausstieg, wo die Konzerne Geld für den Ausstieg bekommen haben, weil ja nicht abzusehen war, dass niemand Lust auf Atomstrom hat … Man könnte die Subventionen für Braunkohle auch jetzt schon in den strukturellen Wandel stecken. Das hat aber doch erstmal nichts mit einer CO2-Steuer zu tun, oder?

Welcher Steuerungsmechanismus setzt nicht auf den Markt? Selbst dein Beispiel tut es ja. Vielleicht würden die Leute ja genausoviel fliegen, wenn der Flug 30 statt 15 € kostet. Meist fliegen Leute jetzt, die es sich eh leisten können. Höre nur von wenigen Wenigverdienern, die jede Woche von Berlin nach München fliegen.

Eben. Warum soll man dann ein zweites System national mit neuen Regeln einführen, wenn es schon eins gibt, das den gleichen Zweck erfüllen kann? Kann sein, dass man das braucht, aber irgendwie sind mir das zuwenig Argumente dafür. Die Kosten für Zertifikate steigen jetzt schon deutlich, also wird das Ganze schon effektiv. Etwas mehr, und Kohlekraftwerke lohnen sich gar nicht mehr. Das kann man natürlich noch beschleunigen.

Der Staat hat zu viele Zertifikate verschenkt. Klar, was nichts kostet lässt sich kaum teuer verkaufen.

Warum soll das abstrakt sein? Ich muss für meinen Ausstoß die passende Menge Zertifikate vorweisen, sonst gibts eine Strafe. Die Zertifikate kann kaufen oder verkaufen, wenn ich zuviel davon habe.

  • CO2
    • Benzin: 2,33kg/l
    • Diesel: 2,64kg/l
  • Energiesteuer
    • Benzin: 7,4 ct/kWh 65,45 ct/Liter
    • Diesel: 4,8 ct/kWh 47,04 ct/Liter

Das hat sehr viel miteinander zu tun, da man die Kohlekraftwerke zu welchem CO2-Preis auch immer aus politischen Gründen dann
am Netz lassen muß. Genau an der Stelle versagt dann der Markt und der Staat greift ein.

Mein Beispiel ist aber eine Feinsteuerung des Marktes, indem ich an der Stelle, an der alternatives Handeln möglich wäre, eingreife.

Eine CO2-Steuer ist viel zu grob, da sie den Pendler stärker belastet, als den Stadtbewohner. Seine Alternative CO2 einzusparen ist welche?

Plastiktüten werden durch eine CO2-Steuer auch nicht viel teurer. Sprich man hat in wefiten Teilen überhaupt keine Reduzierung von CO2.

In manchen Bereichen lässt sich eine CO2-Steuer relativ leicht weitergeben und bewirkt dann gar nichts, in anderen Bereichen führt sie aber zu erheblichen Verwerfungen.

Mit Start und Landung sind das schon 25 EUR und mit 6 Mrd EUR wird der Strom schon etwas billiger.
In den letzten Jahren ist ein gigantischer Markt von Billigfliegern entstanden, der nicht zeitgemäß ist.
Die Politik kann Rahmenbedingungen setzen, wenn Verhaltensänderungen notwendig werden.

Für mich hätte eine Steuer den Reiz, dass man sie viel schneller anpassen könnte, wenn es nicht passt. Bei Zertifikaten müsste man ja warten, dass Zertifikate frei werden und die dann nicht mehr ausgeben, damit sich was tut. Aber vielleicht denke ich das auch zu simpel.

Ich will dem Emissionshandel auch nicht die Existenzberechtigung abstreiten - am Ende wäre eine Mischung beider Instrumente wohl ideal. Mit der Steuer kann man sehr kurzfristig reagieren, mit Zertifikaten das langfristige Ziel festlegen.

Umzug? :wink: Ja, das müsste man schauen. ÖPNV würde, denke ich, ja preislich dann ja sehr gut dastehen verglichen mit einem Auto. Dafür müsste der ÖPNV natürlich dann stark ausgebaut werden, dass jemand wirklich darauf umsteigt.

Ja, das ist tatsächlich ein schweres Beispiel. Papiertüten haben bspw. eine schlechtere Umweltbilanz als Plastiktüten. Stoffbeutel eine noch schlechtere - aber sind dafür deutlich länger haltbar und irgendwann in ihrer Bilanz besser. Was soll man also machen? Eine Plastiktütenabgabe?

Aber nochmal zum Vergleich, die Rechnung - wievel teurer würde ein Flug bei CO2-Steuer? Laut https://www.fluglaerm.de/hamburg/klima.htm 120 kg CO2 pro person bei Hamburg - Frankfurt. Das wären dann bei 180 € für die Tonne CO2 22 € pro Person. D.h. bei Kurzflügen kämen wir auf fast das exakt gleiche Ergebnis wie deine Pauschale. Sehe deshalb den Vorteil deiner Pauschale nicht (außer dass lange Flüge relativ gesehen nur wenig teurer werden, was ich aber nicht richtig einsehe).

Warum siehst du es nicht ein? Lange Flüge sind ja gerade die notwendigen Flüge. Man kann doch nicht erwarten, dass man aus Umweltgründen über die Weltmeere segelt, statt zu fliegen. :smiley: Es sind gerade ja die z.T. äußerst billigen innerdeutschen oder -europäischen Flüge, die besteuert werden sollten.

Würde mal behaupten, dass der Großteil der Flüge durch online meetings vermeidbar wäre (bei Business-Trips). Das gleiche Argument würde ja auch für Pendler gelten.

Ich mein, ich sehs prinzipiell ein; aber dann doch lieber eine Pauschale + eine Steuer, dass kurze Flüge relativ gesehen teurer werden. Sehe das Argument gegen eine allgemeine Steuer nicht.