CO2-Bepreisung

Aus einer Sicht sollte man die nationale Denkweise beenden, siehe internationale Bewegung.

bringt solange Wählerstimmen, bis FFF merkt, dass ihre Erwartungen verfehlt werden

Dann mal anhand eines Beispiels.
CO2.freundliches Produkt A kostet 106 EUR.
CO2 schädliches Produkt B 100 EUR.

Man erhebt 10 EUR auf schädliches Produkt A und gibt dem Bürger 10 EUR.
Produkt A 106 EUR, Produkt B 110 EUR.
Alternative 2:
Man gibt dem Bürger keine 10 EUR und verbilliigt Produkt A.
Produkt A dann 96 EUR, Produkt B 110 EUR.

Wenn Du das jetzt mal mit einem realitätsnahen Aufschlag von 1 EUR durchspielst, dann bist Du bei 106 zu 101 EUR, bzw. bei 105 zu 101 EUR.
In diesem Beispiel werden wahrscheinlich mehr als doppelt soviele wechseln, als wenn die Differenz nur halb so hoch wäre.

Das theoretische Modell, das hinter der CO2-Abgabe steht, funktioniert nur unter der Prämisse “vollkommenen Markt”.
Wir haben aber eine soziale Marktwirtschaft, in der dann die Fehlfunktionen korrigiert werden müssen, nur um das System zu stabilisieren, statt von Anfang an zu lenken.
Am Anfang gibt es keine Probleme, im Laufe der Zeit muß aber die Schraube immer stärker angezogen werden, da immer weniger CO2-belastete Produkte zur Finanzierung herangezogen werden müssen und dann eine Wirkung erst mit viel höheren Preisen erzielt werden kann.
Natürlich ist es am Anfang günstig einige Bäume zu pflanzen, im Laufe der Zeit werden aber die noch freien Flächen immer weniger.

Beste Stelle in dem Artikel:

“In Schweden jedoch wurde die Einführung der Steuer von den Menschen akzeptiert. „Das liegt daran, dass gleichzeitig eine ganze Reihe unpopulärer Steuern abgeschafft wurde“, erklärt Thomas Sterner, Professor für Umweltwirtschaft an der Universität Göteborg. Dazu hätten Vermögenssteuern, Kapitalsteuern und Ertragssteuern gehört. Mit den Einnahmen seien außerdem soziale Projekte finanziert worden.”

Tja, daran glaube ich ja irgendwie überhaupt nicht bei uns.

Gruß
Andi

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Think global, act local. Insbesondere wenn unsere lokalen Emissionen weltweiten Einfluss haben. Deutschland emittiert überproportional viel - da muss angesetzt werden (gleichzeitig zu weltweiten Bewegungen).

Ich verstehe deine Beispiel nicht (ich glaube, direkt am Anfang ist ein Zahlenausrutscher drin, und Produkt B kostet 110 €?). Ich verstehe auch wirklich keine Ausführung dadrin. Kannst du das mit mehr Worten wiederholen? Auch dein Fazit - wer wechselt wann, welche Differenz ist halb so hoch?
Das Beispiel müsste doch so lauten:

Es gibt 3 Produkte A, B, und C. Die Produktion aller Produkte kostet gleich viel (100 €, Arbeitslohn, Marge für den hersteller, etc.), aber bei A wird wenig CO2 erzeugt, bei B netto-Null und bei C mehr. Die Preise nach Steuer sind dann (… imaginäres Beispiel):
A: 110 €
B: 120 €
C: 130 €
Jetzt gibt man am Ende des Jahres pauschal jedem Bürger 20 € zurück. Damit haben die Produkte real 90, 100 und 110 € gekostet - wer CO2-neutral lebt, zahlt nichts drauf, wer CO2-sparsam lebt, hat einen finanziellen Vorteil, und wer verplempert, zahlt drauf. Oder nicht?

Versteh ich nicht. Wieso müssen im Laufe der Zeit weniger CO2-belastete Produkte herangezogen werden? Weil immer mehr Produkte CO2-neutral (oder sogar negativ) hergestellt werden? Dann wäre das Ziel doch erreicht.

Das ist leider ein (deutsches) Problem.

Dein Beispiel hinkt und verfehlt das Ziel, da zur Finanzierung mindestens soviel Produkte C verkauft werden müssen, wie Produkte A.
Hinzu kommt der Verwaltungsaufwand und eine zusätzliche CO2-Belastung, die aus der Verwendung des Bürgergeldes resultiert.

Sollten aber 99,99% der Fachleute recht haben, dann wäre es ziemlich doof, nichts getan zu haben. Es würde dann niemand die Verantwortung übernehmen, die Menschheit in den Abgrund geführt zu haben, obwohl fast alle zum gleichen Ergebnis kommen, den CO2-Ausstoß reduzieren zu müssen.

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Deswegen muss ja nachreguliert werden. Bisher ist die Verteilung eher so, dass Produkt C mehr verkauft wird als Produkt A - deswegen erreicht Deutschland sein selbstgestecktes Klimaziel ja nicht. In diesem Jetzt-Fall würde der Staat also Geld einnehmen (da mehr Produkt C als Produkt A verkauft wird derzeit). Tritt der Fall irgendwann ein, dass Produkt A mehr verkauft wird als Produkt C, muss nachreguliert werden - z. B. dass Produkt B nicht mehr kostenneutral ist, sondern den Verbraucher finanziell etwas belastet. Die Opportunitätskosten des CO2 müssen ja ständig neu bewertet werden; bei viel CO2 Output sind die zukünftig entstehenden Kosten hoch; wenn man CO2 rechtzeitig eindämmt, sind die erwarteten Schäden geringer.
Das Ziel ist es, CO2 zu reduzieren, nicht, ein Modell zu finden, dass den Staat nichts kostet.

Das Waldsterben ist kein Märchen, sondern Fakt (noch heute). Weiß ehrlich gesagt nicht, was dein Beitrag sagen soll.

Photovoltaik ist mittlerweile sehr billig.

Zur Frage des Waldsterbens, des CO-2 Treibhausgases, der sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen GRÜNER Politik habe ich hier Einiges zusammengetragen, dass vielleicht den einen oder anderen Perspektivwechsel ermöglicht:
https://www.facebook.com/pg/Grünes-DOGMA-über-Gefahren-grüner-Hegemonie-489199751827186/posts/?ref=page_internal

Hatten wir ja schon vorher: der Preis war die letzten Jahre viel zu niedrig, was eine politische Entscheidung war. Das lässt sich ändern, zum Teil sogar national.

Dass Steuern abgeschafft werden oder dass die Menschen eine CO2-Steuer akzeptieren? Wahrscheinlich beides in Deutschland unwahrscheinlich…

Hat ja auch noch ein paar andere Vorteile, auf regenerative Energien zu setzen. Von Quatsch wie der CO2-Abscheidung, die zu noch mehr fossilem Energieverbrauch führt, habe ich schon länger nichts mehr gehört.

“Importsteuer” ist imho ZOLL …

Und Zollunion, also keine Zollgebührne innerhalb der EU - das sagt Dir was, oder?

Auch die diversen Präferenzabkommen - ääh “Freihandelsabkommen” - zwischen der EU und diversenen anderen Ländern bzw. Wirtschaftsräumen, in denen gezielt für bestimmte Produkte abweichende Zollsätze gelten - sagt Dir auch was?

Kraftstoffe sind von der Zollunion ausgenommen. Wie läuft es denn in Schweden mit Importen? Da Schweden ja schon seit fast 30 Jahren eine CO2-Steuer hat, wird es wohl Wege geben, dass es trotz Freihandelsabkommen u. ä. funktioniert.

EU macht das mit den Zöllen ein wenig kompliziert…

Schweden hat eine deutlich übersichtlichere Wirtschaft als Deutschland.

Die CO2-Steuer ist wieder mal ein Vorwand nicht an die Wurzel zu gehen. Das CO2 stammt primär aus Kohle, Erdöl und Erdgas. Genau diese Quellen kann man gezielt angehen und gleichzeitig Vorteile für nachhaltige Energiequellen schaffen.

Im Bereich Strom hat Michael Berndt im letzten Jahr schon vorgerechnet, wie wir ganz schnell einen riesigen Schritt machen könnten:

Für “effiziente” Öl- und Gasheizungen gibt es immer noch staatliche Zuschüsse. Die müssen auf Null. Statt dessen Wärmepumpen besser fördern wäre sinnvoll.

Im Verkehrsbereich werden die PKW von alleine in den nächsten Jahren in Richtung batterieelektrisch kippen. LKW möglicherweise sogar noch schneller, wegen der Kosten/Nutzenrechnung.

Das sind Dinge, die man unterstützen kann und die momentan aktiv eingebauten Hindernisse einfach entfernen.

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Stimmt ja, da war was…
“Privatpersonen und Eigenbedarf” heisst es ja …

Aber mal im ernst: Auf das Produkt eine höhere Steuer (also wohl das mit diesem Zol und so?) oder auf das Produkt als “CO2” Steuer - ist da snicht unterm Strich nur ein unterschiedlicher Name aber unterm Strich klingt eben CO2 Steuer weniger willkürlich?!

Es reicht dann jetzt auch so langsam. Wenn sich hier nicht vernünftig ohne Offtopic am laufenden Band (die Dutzend Meldungen haben wir schon locker überschritten bislang…) über das Thema unterhalten werden kann, werden wir hier entsprechend strikter moderieren müssen. Bleibt also bitte beim Thema und fahrt Polemik, Sarkasmus und themenfremde Einwürfe auf ein absolutes Minimum herunter. Danke.

Auf ein Produkt eine CO2-Steuer zu erheben ist nicht in einer konstruktiven Art möglich, denn dem fertigen Produkt sieht man nicht an, ob es mit Kohlestrom, oder EE produziert wurde. Darum an die Wurzel gehen, direkt die Fossilen angreifen und den EE die Steine aus dem Weg räumen.

Wir sind in Deutschland bei Stromgestehungskosten < 3 ct/kWh für Freifeld-PV in guten Lagen und bei < 5 ct/kWh für Onshore Wind. Das ist billiger als alle anderen Stromquellen, nur die Regeln sind so, dass die Fossilen bevorzugt werden. Das muss geändert werden, dann geht der Wandel sehr schnell.

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Abe rich könnte dem Produkt Erdgas, Kohle, Benzin doch eine CO2 Steuer drauf schlagen?
DAS ist doch das Produkt welches zum Einsatz kommt - oder was versteh ich da falsch?

So wie ich das verstanden habe, soll quasi alles bepreist werden. Das wäre halt nicht sinnvoll, weil das eine Bewertungskette nach sich zieht, die nicht überschaubar ist.

Direkt an die Energieträger gehen, das wäre der richtige Ansatz. Aber das klappt nur, wenn gleichzeitig die nachhaltigen entlastet werden, sonst verlagert sich das CO2 ins Ausland.

Im Prinzip sollten die Energieträger besteuert werden, aber Energie wird ja bei jedem Produktionschritt genutzt. Oder Transport … Insofern kommt bei jedem Produktionsschritt etwas zusätzlich obendrauf, am Ende ist das Produkt teurer, und zwar wahrscheinlich um den Klimabeitrag X.

Eine Zollabgabe müsste es ja nur bei Produkten aus dem Ausland geben, auf die noch keine CO2-Steuer drauf war, @icke2AIDA. Ansonsten könnte man ja einfach klimaschädliche Produkte aus dem Ausland importieren ohne Auswirkungen.

Eine pauschale CO2-Steuer kann nur an der Quelle erhoben werden und fließt dann über die allgemeine Preissteigerung in den Endpreis ein.
Wäre jetzt nichts anderes als eine Mineralölsteuer, EEG etc.

Der Endverbraucher merkt zwar, dass das Produkt irgendwie teurer wird, aber ihm ist nicht klar, daß die Ursache im CO2 liegt.
Es kann daher sein, daß ungünstige Produkte sogar billiger werden (aus anderen Gründen) und erwünschte Produkte teurer (aus anderen Gründen).

Die EEG-Befreiungen haben ja genau den Grund, daß ansonsten die mit deutschem Strom hergestellten Produkte teurer würden, als die im Ausland produzierten.
Da ist bei der CO2-Steuer kein Unterschied.
In Schweden gibt es genau deshalb Ausnahmen für die Industrie.

Und genau da sind wir dann wieder an dem Punkt, dass die CO2-Steuer droht ein zahnloser Bürokratietiger zu werden.

Darum wäre es besser die Voraussetzungen für nachhaltige Energiequellen zu verbessern, die sind ohnehin schon so konkurrenzfähig, dass sie die fossilen in einem echten Markt verdrängen würden. Es sind nur Regularien, die dafür sorgen, dass immer noch Kohlekraftwerke laufen.