CO2-Ausstoß Streamingdienste Rechenzentren

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Fortsetzung der Diskussion von Antifaschismus - Es ist Zeit die Sache auszutragen:

Da immer wieder der Vorwurf erhoben wird, das Internet wäre eine einzige CO2-Schleuder, einige Fakten.

Google 100% Erneuerbare

Facebook
75% Erneuerbare, ab 2020 100%

Microsoft Datencenter
60 percent milestone before the end of this year. We’re therefore setting our next milestone on the path to 100 percent renewable energy, aiming to surpass the 70 percent target by 2023.
https://blogs.microsoft.com/on-the-issues/2019/04/15/were-increasing-our-carbon-fee-as-we-double-down-on-sustainability/

Amazon
AWS verwendete mehr als 50 % erneuerbare Energien im Jahr 2018.
Ziel 100%
https://aws.amazon.com/de/about-aws/sustainability/

Die drei größten deutschen Rechenzentren:

#1 Hetzner 100% Strom aus Wasserkraft
https://www.hetzner.de/unternehmen/umweltschutz/

#2 e-shelter 100% Erneuerbare
https://www.e-shelter.de/de/energieeffizienz

#3 equinix.de
92 % Abdeckung durch erneuerbare Energien weltweit im Jahr 2018 im Vergleich zu 77 % im Jahr 2017
https://www.equinix.de/data-centers/design/green-data-centers/

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Aktuell dürfte das Problem eher bei der Netzinfra sein, da ist mir nicht bekannt, dass weitgehend auf Ökostrom gesetzt wird. Letztlich aber nur, weil meist günstiger, eine Frage der Zeit.

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Google und Co sind bei der Nachfrage um deutsche Cloudlösungen zum einen nicht relevant, zum anderen bedeutet die Nutzung grünen Stroms nicht, dass man nicht auch gleichzeitig Abwärme nutzen sollte u.s.w.
Natürlich kann man sich hinstellen und so tun, als sei man der einzige, der wüßte, wo es lang geht, Erfolg würde ich mir davon nicht versprechen, nix für ungut

Ein Server von vor 20 Jahren verbraucht genau so viel Strom wie ein aktuelles Gerät, hat aber 10.000-100.000.0x die Leistung. Wenn diese Leistungssteigerung anhält dann wird sich vieles von dem was heute noch viel Energie benötigt deutlich sparsamer anbieten lassen. Gerade was KI Angeht ist ja auf der Hardware Ebene ebenfalls mit deutlichen Steigerungen in der Effizienz zu rechnen.

In den Firmen wo ich bisher gearbeitet habe ist sogar die Zahl der Server dank Virtualisierung trotz steigender Daten und Kundenmenge deutlich rückläufig gewesen.

Hier stellt sich dann die Frage ob die zu verarbeitende Datenmenge schneller wächst als die Effizienz der Hardware. Mehr Datenschutz im Sinne von Datensparsamkeit könnte sich da durchaus auch ökologisch gesehen als positiv erweisen wo dann wieder der Bogen zu unseren Kernthemen hergestellt wäre.

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Ich habe es schon einmal geschrieben: Wer den Energieverbrauch durch die digitalen Technik beklagt, sollte aber auch so fair sein, die Einsparungen gegen zu rechnen.

Gruß
Andi

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Hallo Andi
Darum geht es überhaupt nicht. Viel mehr geht es darum über Lösungen nachzudenken, wie man den Stromverbrauch von Rechenzentren weiter senken kann, als auch wie man Ressourcen effektiver nutzen kann (Abwärme). (Daraus abzuleiten, man hätte etwas gegen Gamer, oder beklage einfach nur so den Strombedarf - kann man machen, ist aber nicht lösungsorientiert)

Hier noch mal der ausgeblendete Beitrag (der von GG79 ist da der erste OT Beitrag gewesen, der ist aber nicht ausgeblendet ;-))
GG79

2h

Der sinnvolle Weg der Grünen müßte es sein, die teilweise Befreieung von der EEG-Umlage für Stromgroßverbrauern, wie Betreiber von Streamingdiensten, auslaufen zu lassen, wie das die AG Umwelt der Piratenpartei fordert.

Sorry für weiteres OT, aber laut Bitkom gehören RZ eben nicht zu den befreiten Gewerken und natürlich fordern die Grünen, dass die inflationäre Ausweitung der EEG Befreiung aufhört. Das ist jetzt nicht soo schwer zu recherchieren.

Dann werden die Rechenzentren eben in Frankreich an der Grenze gebaut wo der Atomstrom billig ist. Oder in Polen wos günstige Kohlekraftwerke gibt. Nichts lässt sich einfacher auslagern als ein RZ. Da bräuchte es dann schon EU Weite Lösungen.

Oh, na dann solltest Du Dich mal mit eurer AG befassen, denn die Piraten fordern ja, dass die (nicht vorhandene) Befreiung aufgehoben wird. Die Grünen fordern u.a. Nutzung der Abwärme und Wasserkühlung. (Und die bitkom Befreiung EEG und bessere Rahmenbedingen für Einspeisung von Abwärme, aber das ist halt nun mal der Branchenverband, da erwart ich nix anderes)

Nun sei mal nicht so kleinlich. Wenn ein Beitrag nicht eindeutig am Thema vorbei ist, sollte er auch nicht gelöscht werden. Sehr hilfreich ist auch ein grundsätzlich konstruktives Diskussionsverhalten.

Sagen wir mal so, die Dienste von Google und Co. werden auch in Deutschland genutzt und die Grünen präferieren im Augenblick primär eine Enthaltungs- und Verbotskultur und haben auch nicht den Ruf, technikfreundlich zu sein.
Als Piratenpartei darf man dann ruhig um Personen werben, die technikfreundlicher eingestellt sind, z.B. die Smartphone-Nutzer oder die Gamer, zumal die Internetindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, der Erneuerbare Energie pusht.
Insofern müssten auch die Grünen daran Interesse haben eine Industrie zu unterstützen, die viele Leistungen mit CO2-sparsameren Methoden realisieren kann.

Dafür bin ich mit Sicherheit nicht bekannt, ich erlaube mir aber, auch meine persönliche Sicht zu veröffentlichen.

Das siehst Du völlig richtig, aber Bitkom vertritt natürlich das Verbandsinteresse Subventionen zu erhalten.

Das EEG ist ein Kuchen, mit dem die Kosten des Umbaus der Energieerzeugung auf die Allgemeinheit umgelegt werden.
Aus internationalen Wettbewerbsgründen mag es durchaus sinnvoll gewesen sein, einige Industriezweige auszunehmen. Da aber inzwischen jedes Unternehmen seine Stromkosten und den CO2-Ausstoß senken könnte, indem es PV + Speicher installiert oder Strom aus Erneuerbaren bezieht, ist es etwas weltfremd weiterhin energieintensive Unternehmen subventionieren zu wollen, die ihre Stromkosten nicht beachten.
Insofern haben wir uns für ein stufenweises Abschmelzen der EEG-Befreiung ausgeprochen, damit die Distanz zwischen billig produziertem eigenen Strom und teuer bezogenen Strom Jahr für Jahr größer wird.
Ein Blick auf Google-Maps zeigt, dass viele Hallen in Industriegebieten keine PV auf dem Dach haben. Der Endkunde möchte aber mit wenig CO2 produzierte Produkte und Dienstleistungen und einen besseren Energiemix, der alleine schon dadurch entsteht, dass weniger öffentlicher Strom nachgefragt wird.
2019 z.B. wird zwischen 4 und 5% weniger öffentlicher Strom nachgefragt und das geht primär zu Lasten von Kohlestrom, der dieses jahr 20% geringer ausfällt mit entsprechenden CO2-Minderungen.

Frankreich hat ein kleines Problem dass die Atomkraftwerke alt sind, der Bau von Atomkraftwerken heutzutage bis zu 40 Jahren dauert und der Strom von neuen AKWs ein Vielfaches kostet.
Die Kohlekraftwerke sind heutzutage auch nicht billiger im Betrieb als der Neu-Bau von Windanlagen und PV.
Das eigentliche Problem besteht darin, dass Kohlekraftwerke inzwischen völlig wertlos sind, da es sich um Fehlentscheidungen der letzten Jahre handelt und es nur noch darum geht, welchen Teil der Verluste der Steuerzahler übernimmt.

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Sagen wir es mal so. Jemand, der diesen Antrag liest


könnte auch auf die Idee kommen, dass es nicht reicht pauschal Technikfeindlichkeit (und das Ärgern von rechten Gamern) zu unterstellen, sondern sich da tatsächlich Gedanken um eine nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung gemacht wird.

Die Liste der befreiten Unternehmen, zumindest von 17 ist hier
https://www.oekologische-plattform.de/2017/06/eeg-umlage-befreiungen-2017/
Vielleicht hast Du ja neuere, auf denen Hetzner und Co aufgeführt sind?

Auf Basis des derzeitigen globalen Strommixes ist damit zu rechnen, dass digitale Anwen-dungen im Jahr 2020 für CO2-Emissionen in Höhe von 2,5 Gigatonnen verant-wortlich sein könnten.
Derzeitiger Haupttreiber für den wachsenden Stromverbrauch der Digitalisierung sind insbesondere die rasche Verbreitung und Nutzung von Streaming- und Vi-deo-on-Demand-Diensten. So verursachten Streaming-Plattformen 2018 schät-zungsweise einen Stromverbrauch von 200 Mrd. Kilowattstunden – so viel wie alle Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen pro Jahr zusammen ver-brauchen.

Im ersten Teil wird unterstellt, dass digitale Anwendungen im Jahre 2020 mit dem weltweiten Strommix betrieben werden.
Das werden sie mit Sicherheit nicht, wie die Beispiele Google, Microsoft, Facebook und die größten deutschen Rechenzentren-Betreiber zeigen, schon rein aus Kostengründen nicht.

Aus dieser falschen Annahme werden dann folgende Forderungen abgeleitet:
im ersten Halbjahr 2020 eine Green-IT-Strategie vorzulegen, die nicht nur ambitionierte Ziele und Anreize für die Reduktion des Stromverbrauchs der öffentlichen IT einschließlich der rund 1.000 Rechenzentren von Bundeseinrichtungen definiert, son-dern auch Anreize für die Reduktion des IT-bedingten Strom-verbrauchs in Rechenzentren von Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen schafft, einschließlich der Umstellung auf energieeffiziente Wasserkühlungssysteme und einer Nutzung der Abwärme. Neben diesen Anreizen soll eine Abwärme-Nut-zung für neue Rechenzentren verbindlich vorgeschrieben wer-den,
b. die 2018 vorgelegte Umsetzungsstrategie Digitalisierung, die KI-Strategie sowie auch die Blockchain-Strategie mit Blick auf die Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu überarbeiten, innerhalb dieser Strategien klare ökologische Ziele zur Senkung des Ener-gie- und Ressourcenverbrauchs zu definieren und sicherzustel-len, dass geförderte Technologien ungewollte Nebenwirkungen wie Rebound-Effekte vermeiden,

Das ist doch das Pferd von hinten aufgezogen, teuer und unterbindet Innovation.

Eine in die Zukunft gerichtete Politik nimmt zur Kenntnis, dass

  • der Anteil von Kohlestrom drastisch gefallen ist,
  • Maßnahmen ergriffen werden, den Anteil von Kohlestrom zukünftig zu reduzieren (genaue Zielvorgaben
  • die Internetfirmen völlig CO2-Preis unabhängig, weltweit ihren Strombezug auf kostengünstigem erneuerbaren Strombezug umstellen
  • die Verbraucher erwarten, dass der Strom mit Erneuerbaren erzeugt wird.

Der vernünftige Hebel ist doch, dafür zur sorgen, dass die gesamte benötigte Energie für die IT mit Erneuerbaren erzeugt wird, aber nicht ein bürokratisches Verwaltungsmonster zu erstellen, um zu prüfen, ob eine Innovation A, B, oder C verboten werden sollte, da mehr Energiebedarf entstehen könnte.

Was soll denn herauskommen, wenn alles bereits am Anfang durch ein Klimkaraster muß? Das unterscheidet die Piraten von den Grünen und das sollte man auch klar herausstellen.

Die SPD unterscheidet sich von den Grünen, dass sie die Arbeitsplätze im Auge behält und der CDU/CSU geht es um die Wirtschaft im Allgemeinen.

Die Beiträge der Grünen zur Klimapolitik sind im Jahre 2019 mehr als enttäuschend, da sind ja selbst CDU/CSU und SPD viel weiter und die EU-Kommission ja fast schon als progressiv einzustufen.
Den Grünen fällt dann nur ein, jedem Bürger 100 EUR zu geben und querbeet den CO2-Preis für Heizen und Fahren so hoch wie möglich zu treiben, ohne auch nur ansatzweise die Folgen bedenken zu wollen.
Im Bereich Luftverkehr fällt den Grünen nur ein, Streichung sämtlicher Subventionen.

Du vergleichst jetzt ernsthaft Hetzner und Co mit Google, Microsoft und Co?
Und führst weiter aus, dass Abwärmenutzung nur zu Verteurung führen würde, ihr aber die EEG Befreiung abschaffen wollt-was, wären die Rechenzentren befreit- tatsächlich zu deutlicher Verteurung führen würde. Sorry, aber das ist ziemlich unausgegoren, zumal Du Dich nur auf die Einleitung beziehst.
Ein freundlich gemeinter Tip, überarbeite Deine Argumentation noch mal und erkläre Deinem Gegenüber nicht wie sich Parteien in ihrer Haltung unterscheiden. Ich bin keine 13 mehr und beschäftige mich jetzt auch seit ein paar Jahrzehnten mit Politik.
Naja, schönen abend denn noch

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Ich schrieb von Streaming-Diensten und Du von Rechenzentren.

Der Antrag der Grünen nimmt ebenfalls den Stromverbrauch von Streamingdiensten, stellt Mutmaßungen über zukünftigen KI-Stromverbrauch an und leitet daraus konkrete Forderungen für deutsche Rechenzentren ab.

By the way. Spielt keine Rolle.
Jeder Energie-Großverbraucher und Nutzer fossiler Energie muß sich Gedanken machen.

An keiner Stelle.
Es ist vielmehr so, dass erkennbar bürokratische Klein-Klein-Vorschriften der Grünen den CO2-Ausstieg verlangsamen, verteuern und den Klimaleugnern stets Munition liefern.

Um schnelle Ergebnisse zu liefern sollte der Einzelne natürlich sparen und seine Lebensgewohnheiten überprüfen.
Auf der anderen Seite sollte man aber zur Kenntnis nehmen, in welch rasantem Tempo die Erneuerbaren die Preise für Kohle, Gas, Öl unterboten haben.
Weltweit gesehen werden die Erneuerbaren kaum eingesetzt, der Kippunkt, an dem die Erstellung neuer PV- und Windanlagen die laufenden Kosten von Kohle, Gas, Atom unterbietet aber inzwischen in fast allen Ländern dieser Welt erreicht ist.

Dass E-Mobilität günstiger in der Produktion als auch im Betrieb ist, wird in 5 Jahren auch niemand mehr bestreiten können.

Wichtiger als Verbote und Vorschriften erscheint es, Verbraucher und Hersteller davon zu überzeugen, dass ihre Investionen in mit fossilen Brennstoffen betriebene Produkte einem rasanten Wertverfall unterliegen, da nicht mehr wettbewerbsfähig.

Umgekehrt muß man aus Sicht von Energiekosten auch keine Produktion mehr verlagern, da PV und Wind als günstigste Energiequelle weltweit gleich viel kosten und man sich dann die Transport- und Logistikkosten spart.

Bevor man querbeet mit Verboten oder eine pauschale Erhöhungen des CO2-Preises fordert, wäre es sinnvoll sich konkret anzusehen, mit welchem finanziellen Einsatz denn die größte Wirkung erzielt werden kann.

Ich schrieb von Anfang an von RZ, der tweet, der das ganze ausgelöst hat, dreht sich um RZ :wink:
Wenn man sich mit Anträgen im Realen befasst, so gilt nicht die Begründung/Erläuterung, sondern der Antragstext:
Die Forderung der Grünen bei Streaming lautet im Wortlaut:

die Vorgaben zu Effizienzstandards für Videoplattformen wie Deaktivierung von Autoplay als Default-Einstellung, Einfügen eines sichtbaren Audio-only-Buttons oder Default-Einstellungen zur Videoauflösung von Streaming- und Video-on-Demand-Diensten definiert,

Dir soll also nichts verboten werden, sondern die Einstellmöglichkeiten sollen erhöht werden. Ich persönlich würde das sehr begrüßen und ich würde mich 0 in meinen Freiheitsrechten eingeschränkt fühlen und ich halte das auch nicht für einen überbordenden Aufwand für Anbieter.
Du schreibst weiter:

Um schnelle Ergebnisse zu liefern sollte der Einzelne natürlich sparen und seine Lebensgewohnheiten überprüfen.
Auf der anderen Seite sollte man aber zur Kenntnis nehmen, in welch rasantem Tempo die Erneuerbaren die Preise für Kohle, Gas, Öl unterboten haben.

So rasant erfolgt die Energiewende imho nicht, und durch die Abstandsregelung wird sich das in den nächsten Jahren eher verlangsamen. Deutschland erreicht jetzt seine Klimaziele nicht und ich bezweifle stark, dass sich daran zeitnah etwas ändern wird.
https://www.energy-charts.de/ren_share_de.htm?source=ren-share&period=annual&year=all
Der Tenor des Antrags geht auch nicht in Richtung Verbraucher, sondern beginnt bei der Bereitstellung, beim Anbieter.
(auch, wenn ich, grad was streaming von Musik anbetrifft, oft versuche, Menschen zu erklären, dass man Musik auch digital kaufen kann und dann von der eigenen FP, Handy, Nas, was auch immer abspielen kann. Das mag weniger bequem sein, spart aber Strom und sichert nebenbei den Lebensunterhalt der Künstler, sofern man nicht völligen Mainstream hört, aber das ist ein anderes Thema)
Die Möglichkeiten über PV-Anlagen den Strom selber zu erzeugen sind zum Beispiel in FFM jetzt auch nicht so ganz vergleichbar mit den Möglichkeiten der Großen in den Staaten, aber natürlich ist der Bedarf an deutschen Cloudlösungen speziell in der Verwaltung da. Von Verwaltung über Schule und Uni bis Polizei. Bekanntlich müssen bis 2022 575 (aus der Erinnerung) Verwaltungsleistungen online angeboten werden. Wenn man sich so Veranstaltungen, wie die Smartcountryconvention anschaut, diese hatte dieses Jahr einen Schwerpunkt auf OZG, dann ist auch deutlich, wieviel Buzzwords, wie KI und Blockchain da fallen. Die Vorarbeiten für die Umsetzung ist ja in vollem Gange, was davon tatsächlich 2022 an den Start geht, mal unbenommen.
Unter a) geht es erstmal explizit um die IT öffentlicher Stellen inkl derer RZs (1000), und dann darum Anreize für Unternehmen zu schaffen. Laut Deinem Kollegen wird Abwärme eh schon überall genutzt, also dürfte aus eurer Sicht die Vorschrift dazu kein Thema sein, zumindest nicht bei Nichtöffentlichen.
Auch die anderen Punkte beziehen sich im Gros auf die öffentliche Hand. Es ist einfach nicht redlich da Angst vor Verboten bei Gamern zu schüren, und es ist einfach verdammt oberflächlich.
Einfach mal machen, und nachher schauen, ob das grob passt, ist da imho nicht der richtige Weg, schon gar nicht in der Verwaltung. Da müssen vorher Rahmenbedingungen erstellt werden und das ist eh schon knapp.

Aber zurück zum Strom:
Ein Blick mit Googlemaps führt bei der Einschätzung des Dachpotentials nicht weiter, denn nicht jedes Dach ist geeignet. Es gibt aber in Hessen ein Solarkataster, in anderen Bundesländern sicher auch

Meines Wissens sind ca 40% der Dächer in FFM für PV geeignet, die stehen aber den RZ logischerweise nicht alle zur Verfügung, und die eigenen Dächer werden nicht reichen. Diese autark-Geschichten, wie in den Staaten werden also selten funktionieren, allein der Größe der Unternehmen wegen, aber auch der hiesigen Regelungen. Aber immerhin nutzen viele mittlerweile Ökostrom, der wird halt nur nicht so einfach billiger, nur, weil er es in der Herstellung ist.

Der Antrag stellt zum einen Forderungen für Deutschland, wie auch für die EU, ich hab jetzt aber nicht die Zeit auch noch auf andere imho sehr sinnvolle Punkte einzugehen.
Mir gehts jetzt nicht drum die Grünen schön zu reden, aber ich finde es schon wichtig sich ernsthaft mit Anträgen zu befassen, bevor man sie kritisiert.

Gruss Franzi

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Das Ding ist dann doch das wir dann bald so viele Gesetze undb Richtlienien für das Internet haben das man jedem Webdesigner oder Programmierer einen Fachanwalt zur Seite stellen muss welcher prüft ob der Programmierer auch rechtskonform programmiert.

Denke wir sollten uns da liberal positionieren. Das mooresche Gesetz wird schon von alleine dafür sorgen das die Rechenkapazität für ein Videoplayback aufgrund der Leistungssteigerung allgemein immer weniger Energie benötigt. Schon jetzt sind entsprechende HW Decoder sehr effizient.

Und auch wenn man das Autoplay deaktiviert, jeder Player würde die Daten für Cache und Buffering ja sowieso erstmal herunterladen. Mit einer Deaktivierung des Autoplays wäre so aus Technischer Sicht nicht für weniger übertragene Daten gesorgt. Den Vorschlag der Grünen halte ich daher für wenig sinnvoll.

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Bei Streamingdiensten und in Rechenzentren wird überhaupt kein CO2 erzeugt

Damit verfehlt jede Regulierung der Grünen das eigentliche Problem.

Das Problem ist, dass noch Strom aus fossilen Energieträgern verkauft wird

Die Lösung ist also “sofort” die Kohlekraftwerke abzuschalten und möglichst schnell auf die Nutzung von Erdgas (Grüße an Nordstream …) und Erdöl zu verzichten.

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Richtig - zwischen den Netflix-Servern und den Endgeräten stehen ein paar Router/Switches/Server kleinerer Anbieter, die auch noch mal ordentlich Strom ziehen; wieviel in Vergleich zu den grünen Rechenzentren der ganz Großen - dazu wird man vermutlich lange nach Zahlen suchen müssen.
Aber ansonsten - ein Hoch auf Google, Facebook, Amazon und Microsoft, die bei der Rettung des Klimas offensichtlich an vorderster Front mitmarschieren; also was ihre Rechenzentren angeht.
Ich denke, dass die Nutzung von grünem Strom für diese Firmen einfach viel billiger ist. Die Stromgestehungskosten der Erneuerbaren liegen schon für Privatleute mittlerweile um die 10 Cent/kWh und sind noch deutlich geringer, wenn größere Anlagen am Start sind. Der deutsche Michel bezahlt aber um die 30 Cent für den aktuellen Strommix. Mich würde wirklich mal interessieren, welche Positionen auf der Stromrechnung eines großen, 100%ig mit grünem Strom betriebenen Rechenzentrums stehen und wer diese Rechnung stellt. In dem verlinkten Text zu Google steht:
Wir nutzen erneuerbare Energien, um unsere CO2-Bilanz zu verbessern und ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Abgesehen davon ergibt dieser Schritt aber auch aus unternehmerischer Hinsicht Sinn.
Also abgesehen davon, dass wir uns öffentlichkeitswirksam auf die Schulter klopfen können, machen wir ohne Kohle auch mehr Kohle.

Die Investitionen in PV oder Wind, die für die grüne Versorgung ihrer Rechenzentren notwendig waren, dürften den Großen überdies deutlich leichter gefallen sein als Unternehmen, die normale Steuern zahlen.

Sei’s drum. Ich kann keinen der von @GG79 genannten Konzerne wirklich gut leiden. Insofern sollte man immer die ganze Story betrachten; bei Amazon dürften z.B. die Lieferungen/Rücksendungen zum und vom Endkunden eben nicht CO2 neutral sein.
Ich finde es gut, wenn die ihre Rechenzentren tatsächlich fast ohne CO2 Emissionen betreiben sollten (beim Lesen des Google-Textes kamen mir allerdings auch da ein paar, rein technisch begründete Zweifel…), gehe aber deshalb nicht in Ehrfurcht vor Zsaggerbörg, Bezos & Co auf die Knie. Die Nutzung der Dienste der beiden explizit Genannten boykottiere ich seit ungefähr 8 Jahren komplett. Dafür gibt es genügend Gründe, die sich durch eine blitzsaubere Klimabilanz nicht aufwiegen lassen.