Briefwahl - können Leichen demokratische Wahlen entscheiden?

Wenn eine Person 4 Wochen vor der Wahl “briefwählt” aber am Wahlsonntag tot ist - zählt die Stimme trotzdem?

Ja klar, das wird ja von niemandem mehr kontrolliert. Stell die vor ein Wähler geht um 15:00 Uhr im Wahllokal wählen und hat um 16:00 Uhr einen Herzinfarkt und stirbt. Dessen Stimme wird dann ja auch am Abend mitgezählt. Bei der Briefwahl ist höchstens der Zeitraum in dem ein Wähler versterben könnte höher, ansonsten aber doch im Prinzip das gleiche.

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Das ist der Punkt - es kann nicht mehr kontrolliert werden und wird nicht mehr kontrolliert.
Briefwahl ist das Wahlmanipulationseldorado.

Schon vor Carola hatte man in .de 25% Briefwähler - Tendenz seit anno 2000 => “stark steigend

Wahlmanipulation, indem man Wähler tötet und ihre Briefwahlstimmen usurpiert? Soso…

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Kennst du nicht die Liga der Nekromanten? Sollte nicht mit den Nekomanten verwechselt werden.

Aber ernsthaft, letztendlich ist der Effekt so klein, das er nichts ausmachen sollte, besonders da bei uns ja eh Koalitionen standart sind und wir dadurch nicht die Probleme wie die USA haben, wo ein paar Stimmen wirklich viel ausmachen können, oder sehr viele Stimmen gar nichts verändern können.

wenn Du weißt wie viele Menschen in Deinem Wahlbezirk sterben (in der Zeit ab der Briefwahl möglich ist bis zum Wahlsamstag)
dann kannst Du (theoretisch) genau diese Menge Stimmen “blanko” ausfüllen.

Und wer profitiert?

Das könnten höchstens die Erben machen bei denen dann die Wahlunterlagen ankommen oder noch rum liegen. 1.) Dürfte das illegal sein 2.) der Effekt auf das Ergebnis sehr minimal.

Durchschnittsalter 80 Jahre = Sterberate 1,25% Jahr
Briefwahl 1 Monat =0,125% der Stimmen,
Wahlbeteiligung 70% = 0,075% der Stimmen

Verzerrt wird es aber auch, da nicht jeder mit 18 Jahren an der BTW-Wahl teilnehmen kann, sondern eventuell warten muß, bis er 23 Jahre alt ist, da in der Regel nur alle 4 Jahre BTW-Wahlen stattfinden.

Bundeswahlgesetz §39 (5)
(5) Die Stimmen eines Wählers, der an der Briefwahl teilgenommen hat, werden nicht dadurch ungültig, daß er vor dem oder am Wahltage stirbt oder sein Wahlrecht nach § 13 verliert.

https://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__39.html

Weißt du wie die Briefwahl funktioniert?

Du packst den Stimmzettel in einen Umschlag.
Diesen Umschlag packst du zusammen mit einer Eidesstaatlichen Versicherung in einen Zweiten Umschlag.
Der zweite Umschlag wird erst während der öffentlichen Auszählung geöffent.
Und dann wird als erstes geprüft, ob eine eidesstaatliche Versicherung dabei ist.
Du müsstest also genau wissen wer sterben wird um in dessen Namen Stimmen zu manipulieren.
Man kann nicht einfach Blank-Stimmzettel dazwischen schummeln.
Am Ende wird auch geprüft, ob die Anzahl der Versicherungen mit den Stimmzetteln übereinstimmt.

Bei einer Prüfung kann man sogar nachprüfen, ob exact die Leute Briefwahl gemacht haben, die vorher Unterlagen beantragt haben.

Einige Wahlämter haben sogar die äußeren Umschläge und die eidesstaatlichen Versicherungen mit Barcodes versehen um das automatisch prüfen zu können.

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Es geht hier weniger um Manipulation, sondern um die Frage, ob man nach Öffnen des äußeren Umschlags überprüfen sollte, ob diese Person, die wählt, noch lebt.
Personen, die vor dem Freitag der Wahl gestorben sind, könnte man bei einer Überprüfung schon herausfischen und ihren Wahlzettel vernichten.
Nachteil ist, zu Zeitaufwendig, digital ginge das aber relativ flott.
In Summe würden aber die Stimmen von mehr Älteren wegfallen, da deren Sterberisiko höher ist.

Dem Threadersteller geht es um Manipulation.

Aber es stellt sich eh die Frage, warum man Tote für die Manipulation von Briefwählern bräuchte. Ich kann ja als Briefwähler eh nicht nachvollziehen, was mit meinem Stimmzettel passiert, sobald ich ihn in den Postkasten warf, sondern muss auf “das System” vertrauen.

Man braucht also eidesstattliche Versicherungen und Umschläge … das ist jetzt nicht so schwer.
Das Aufdämpfen (öffnen) von Briefumschlägen hat in Deutschland eine lange Tradition.

Das Manipulieren ist erschreckend einfach, wenn man mit etwas Geschick vorgeht.

ok - auch wenn man auf diese Weise maximal manipuliert würde man bei dieser Wahl z.B. die Piratenpartei nicht in den Bundestag bekommen => siehe Berechnung GG79

Och Leuts für 0.12% der Stimmen macht doch niemand so einen massiv kriminellen Aufriß, zumal man müsst ja wissen wer genau gestorben ist. Also Daten haben. Also Leuts, diese Diskussion ist doch so für den PoPo.

Fazit: Nein, die Briefwahl birgt nicht mehr Gefahren der Wahlmanipulation.

Gruß
Andi

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Das ist ein Statement wie: Atomkraft ist sicher
oder
niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten
usw.

Eine Stimme die 4 Wochen vor der Wahl abgegeben wird
ist genau das Gegenteil von “ungefährdet” vor der Wahlmanipulation.

Besonders gefährlich ist es die Gefahren nicht zu erkennen.

Interessant wäre es dann jede Brief Stimme digital zu signieren, mit einem Code dessen hashwert in einer transparenten Blockchain hinterlegt ist. Dann könnte jeder mit dem Smartphone prüfen ob die eigene Stimme korrekt gezählt wurde ohne das sich zurückrechnen liese wer wie abgestimmt hat. 1000x SHA512 gehasht gepeppert und gesaltet dürfte sich das kaum knacken lassen. Anonymität der Wahl also sicherstellbar. Jedoch: Breiter Wahlbetrug würde dann sehr schnell auffliegen.

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Das macht den Wahlbetrug viel einfacher. Ich kaufe einfach die Stimmen von vielen Nichtwählern und wenn sie nachweisen wie versprochen abgestimmt zu haben kriegen sie ihr Geld.

Deshalb ist es z.B. verboten seinen Stimmzettel zu Photographieren bevor man ihn abgibt.