Brauchen die Piraten einen Youtube Kanal der aufklärt?

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Kann sein, kann auch nicht sein. Trägt der Rezo ein Schild vor sich her? Ich hab’ keins gesehen, aber fast 5 Mio Klicks in 5 Tagen. Was mich dabei besonders fasziniert: Seine Botschaften sind keineswegs platt (damit kann man immer punkten, s. AfD), sondern fundiert. Um noch mehr Grassamen ins Blumenbeet zu werfen: Brauchen wir eigentlich noch Parteien oder sollten wir andere Wege der politischen Willensbildung suchen?

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Renzos Video ist gut. Es beschreibt die Vergangenheit und den gegenwärtigen Zustand. Er fordert Änderungen und genau da beginnt die Politik erst richtig, während das Video endet.

Sag es nur ungern: Es gibt keine Schwarmintelligenz und es gibt keine einfachen Lösungen.
Es braucht Strukturen in denen die zu lösenden Probleme und ihre Verknüpfungen und Nebenwirkungen analysiert werden und Lösungen erarbeitet werden. Universitäten, Parteien und Parlamente können solche Strukturen sein, das “Internet” schafft das nicht.

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Das bestreite ich jetzt mal.
FridayForFuture oder solche Videos bewegen sehr viel.
Die technischen Möglichkeiten als auch die finanziellen Ressourcen sind doch da.
Der Unterschied zu früher ist doch, solange diese neue Medien nicht kontrolliert werden, stellen sie ein Gegengewicht zur Lobbyarbeit dar, wie sie früher und teilweise heute noch die Medienkonzerne spielen.

Um auf das Thema zurückzukommen.
Als Partei wären wir verpflichtet, ein solcher offener Kanal zu sein, der im Gegensatz zu anderen Influenzern sogar demokratisch legitimiert sein könnte.
Sprich, die Bürger beteiligen sich aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft, indem sie Ideen und Anträge einbringen, die abzuwägen und zu diskutieren sind und aus denen dann tatsächlich umgesetzt Politik erfolgt.

Im Augenblick vertreten aber viele, auch in unserer Partei, die Meinung, man müsse erst ein Amt haben bzw. ein Mandat und dann die Mehrheit, um etwas sverändern zu können, da man nur so die richtigen Entscheidungen treffen könne.
Es ist unsere primäre Aufgabe aber, Kanäle zu gestalten, die dazu führen, dass Wissenschaftler und Bürger ernst genommen werden.
Im Augenblick läuft das doch so ab, man strebt nach Macht, um dann unwissend Lobbygruppen ausgesetzt zu sein, denn die Macht hilft mir gar nichts, wenn ich zum Machterhalt auf Interessensgruppen angewiesen bin.
Das eigentlich Problem besteht doch darin, Interessensgruppen, wie den Beschäftigten in der Automobilindustrie oder der Kohleindustrie nicht weh zu tun wollen, weil diese glauben, die Politiker hätten einen Entscheidungsspielraum, da sie es sind, die entscheiden.
Man tut sich viel leichter etwas zu verändern zu können, wenn dies im Konsens mit den Bürgern geschieht, die aber im Augenblick nicht zu Wort kommen und nicht ernst genommen werden.
Stichwort Fachleute entscheiden, also organisierte Lobbygruppen und nicht der Bürger.und/oder Wissenschaftler.
Auch der Wissenschaftler hat das Problem, in seiner abgeschirmten Welt zurückgezogen zu leben, ohne sich der öffentlichen Diskussion etwas in einer Partei stellen zu müssen.
Der gegenseitige Frust ist da sehr groß, da der Dialog nicht stattfindet und/oder sehr ermüdent ist. Persönlich verspüre ich öfters auch mal Unlust, mich mit vermeintlicher Inpometenz auseinandersetzen zu müssen, zumal wenn Machtpolitik in Intrigen und Cliquenwirtschaft abgleitet.

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Die jungen Menschen berufen sich auf die Ergebnisse universitärer Forschung, ich sehe daher an diesem Punkt nicht wo du etwas bestreitest.

Rezo hat sich über Jahre eine Fanbase erarbeitet und ein kleines Unternehmen mit Mitarbeitern daraus gemacht. Das ist eine einzelne Art von Struktur, aber nicht das “Internet”. Natürlich kann jeder ne Homepage machen Videos auf Youtube veröffentlichen, aber ohne Reichweite und guten Google Suchposition ist das nicht mehr als der berühmte Sack Reis aus China.
Rezos Video bewirkt was, weil es inzwischen 7 Millionen mal angesehen wurde, dass ist bald jeder 10. Wahlberechtigte. Und er selbst sagt das er und seine Mitarbeiter hunderte Stunden Arbeit investiert haben dieses video zu machen. Politik kostet Geld und Zeit. Seit Jahren jammern Piraten darüber, dass die Medien sie ignorieren. Wo ist denn die Nachrichtenseite der Piraten wo sie die Welt kommentieren und erzählen wie Piraten es besser machen würden, wo ist der Youtube-Kanal auch dem die Piraten die Welt erklären? All das gibt es nicht, weil dazu das Geld fehlt um die Leute die das Hauptamtlich machen (Ehrenamt geht da einfach nicht) zu bezahlen.
Und hier ist das Risiko, dass z.B. die Automobilindistrie sich locker einen Youtube-Kanal leisten kann und das vielleicht demnächst auch tun wird um ihre Lobby-Arbeit zu unterstützen.

Mit dem Label Bürgerrechtspartei wäre ich vorsichtig, das hat die Piratenpartei zur Zeit nicht verdient.

Könntest du das etwas näher ausführen? Ich weiß leider nicht genau, wie du zu der Einschätzung kommst und wäre dankbar für ein paar Stichpunkte.

Meinst Du Rezo hat mit einem Sack Geld angefangen?
Hat er nicht.
Es gibt nirgends wo mehr Geld als in der Politik, pro Jahr gibt der Steuerzahler dafür fast 200 Mio EUR aus.
Das Problem ist, daß die Piraten auch nichts mit 1,6 Mio im Jahr anfangen können.
Zur Zeit gibt es immer noch ne halbe Million + Beiträge der Mitglieder.
Wenn man nichts zu Wege bringt, muß man sich an die eigene Nase fassen. Die Inhalte von Rezo enthalten nichts Neues, aber er hat sie gut aufbereitet.
Könnten die Piraten auch machen.
Wenn ich schreibe woran das meiner Meinung nach liegt, wird der Beitrag ausgeblendet da diejenigen die etwas zu verantworten haben, ihren Stiefel genauso wie bisher weiter tun möchten, da sehr erfolgreich.

Dieses Jahr hat die Piratenpartei 3848 zahlende Mitglieder. (http://finanzen.piratenpartei.de/statistik.php)
Die Einnamen 2019 inklusive Parteienfinanzierung sind für:
den Bund (http://finanzen.piratenpartei.de/guv.php?bk=17&jahr=2019) 343.963,00 €
NRW ( http://finanzen.piratenpartei.de/guv.php?bk=10&jahr=2019 ) 28.846,60 €
Ba-Wü ( http://finanzen.piratenpartei.de/guv.php?bk=1&jahr=2019 ) 98,00 €
Bayern ( http://finanzen.piratenpartei.de/guv.php?bk=2&jahr=2019 ) 60.971,57 €
Berlin ( http://finanzen.piratenpartei.de/guv.php?bk=3&jahr=2019 ) 1.769,36 €

Es mag sein, dass am Ende des Jahres etwa 500.000 € zusammenkommen, aber für eine Organisation wie die Piratenpartei ist das viel zu wenig.

Wenn wir Erbsen zählen, dann richtig:

Staatliche Parteienfinanzierung: 577.902,03 EUR

Bund Mitgleidsbeiträge. 116.925,94 € = 40%
Länder Mitgliedsbeiträge 175388,91 €

Gesamt: 870216,88 EUR

Wenn Du schon irgendwann mal für eine gemeinnützige Organisation gearbeitet hättest, dann wüßtest Du, wieviel Würste man grillen und wieviel Bier und Limo man ausschenken muß, um am Ende 500 Euro übrig zu haben.

Du mußt Dir schon mal ansehen, was die Piratenpartei mit den ihr zur Verfügung stehenden Geldern gemacht hat.
Wenn ich jetzt schreibe wofür, wird mein Beitrag ausgeblendet.

Ansonsten geht es nicht um Aufklären, sondern um Dialog.
Youtube ist jetzt genauso Propaganda wie Lobbyarbeit, das mag alles seine Berechtigung haben, am Ende geht es aber darum, das “Richtige” getan zu haben und Fehler zu vermeiden, damit für alle der größere Nutzen entsteht.

Auch wenn das folgende vielleicht etwas zynisch rüberkommen könnte, es ist echt nicht so gemeint.

Seit dem #BPress Treffen in Potsdam 2012 gibt es derartige Überlegungen, die mit dem nachfolgenden in Dresden weitergeführt worden sind. Es war aber schon in Potsdam erkennbar, dass es Leute gab, die das torpediert haben. Ich will darauf jetzt auch nicht großartig eingehen, nur den Fakt an sich darstellen.

Als dann unsere Piratenfraktion im Landtag NRW saß, gab es ähnliche Gespräche. Damals noch mit mir, xtratobi und BerndPirat. Wir haben einige Stunden in Düsseldorf verbracht, um da etwas in der Art hinzubekommen. Auch hier wurde am Ende abgewehrt, mit der Begründung: “Wir können so nicht argumentieren.”

Dann gab es noch einige, teils halbherzige Versuche etwas in der Form zu unternehmen. Der Piraten-NRW-Kanal auf YouTube war recht erfolgreich damals. Leider wurde der von den eigenen Leuten nicht zur Kenntnis genommen, später sogar aktiv blockiert. Auch das im Ergebnis einiger weniger, die Arbeit nur nach Nase würdigen, nicht nach der tatsächlich erbrachten Leistung.

Inzwischen gibt es ein seit 2 Jahren laufendes Piratenradio, welches auch sehr wenig Resonanz innerhalb der Partei hat, denn auch hier wird wieder nur “Personenpolitik” betrieben, nicht Leistung.

Ich weiß, es neigen sich spätestens ab hier schon wieder Nackenhaare, jedoch ist es wichtig diese Prozesse zu kennen, weil man sonst ganz schnell wieder in alte Fehler verfällt. Soll auch heißen, es gibt Strukturen die schon seit einiger Zeit existieren, auf die zurückgegriffen werden kann, man muss nur mal Leute fragen.

Genau so haben wir uns “damals” den Transport von politischen Informationen gewünscht. Die Piratenfraktion hat es dann tatsächlich am Ende ihrer Legislaturperiode fast so hinbekommen. Nur da war es zu spät.

Ob und wie Patrick jetzt aus dem EU-Parlament etwas ähnliches hinbekommen könnte, zumal es ja auch Piraten aus Tschechien geben wird, ist leider noch nicht abzusehen. Aber so etwas in der Art wie das Video von Rezo ist machbar. Sogar mit relativ wenig Aufwand. Eine Person ist hier nur die ganze Woche mit max. 2 Beiträgen beschäftigt. Vollzeit!

Und sie werden immer größer. Ich finde es faszinierend, was da im Moment passiert. Ich denke ja, der #Brexit hat gewirkt. Nur anders als viele sich das vorstellen können. ;o)

“Meine Stimme allein bewirkt ja nichts, weswegen ich auch nicht wählen gehen muss.” (Darf ich mal so umschreiben?)

Genau das steckt in Deinem Kopf, was dann leider jede andere Kreativität zunichte macht. Solche und ähnliche Sätze lassen mich jedes mal aufs neue verzweifeln. Bemerkenswert ist dann nur noch etwas weiteres … ich erspare mir das aber an der Stelle.

Ja, hätte seit zehn Jahren existieren sollen. Soweit ich sehe, gibt es nur folgende Infos, wenn man auf die Piratenseite geht:

  • paar Newsartikel (hätte gerne Statistiken, wie oft die angeklickt werden)
  • Programmwiki et al

Damit lockt man doch niemanden vor dem Ofen hervor!
Gibt natürlich auch Sachen wie Flaschenpost, Kompass und andere coole Dinge, aber die sind sehr versteckt bis komplett unauffindbar.

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Nö, wenn wir in 24 Stunden 1400 km fahren [quote=“Wutze, post:11, topic:3276”]
“Meine Stimme allein bewirkt ja nichts, weswegen ich auch nicht wählen gehen muss.” (Darf ich mal so umschreiben?)
[/quote]

Nö, wenn wir iuns in 24 Stunden Stunden-Toruren inkl 20 Min-Kaffepause um Plakate in 60 Gemeinden und Städten kümmern, inklusive 3 Großstädten, dann hat das nichts mit Resignation zu tun, sondern es verschafft der Piratenpartei nur Luft, um endlich mal was auf die Beine zu stellen.

Wir machen das nur in der Hoffnung, dass Menschen wie Du in die Partei eintreten, um diese Trägheit, das Blockieren und Nicht-für-notwendig-Erachten zu überwinden…

Das gilt nicht nur für diese Partei sondern auch für diese Gesellschaft.

Ansonsten hast Du das Problem schon gut geschildert, was aber nicht deutlich herausgearbeitet wurde, war der Unterschied zwischen Frontend und Backend.

Wie unser Frontend auszusehen hat, legt bei uns das Backend fest.
Gibt es ein Tool, dann bestimmt das das Frontend.
Es ist dieser Piratenpartei derzeit noch völlig gleichgültig, wie das Frontend aussieht, Hautsache mit einem geilen technischen Tool kann herumgespielt werden.

Dass dies die Menschen und Wähler nicht interessiert, ist logisch, sie wollen politische Fakts und technisches Experrimentierfeld.

Insofern belibt zu wünschen, dass die beharrlich und ausdauernd darauf bestehst, das so und so zu wollen und dich von den vielen technischen Beschwerdeträgern davon nicht abbringen lässt.

Das Frontend, mit dem wir als Partei nach Außen gehen, muß anders aussehen und anders strukturiert sein, als unsere Arbeitstools.
Da wir eine transparente Partei sind, wird dies oft ein wenig verwischt.

Der Außenstehende soll in unsere Arbeits-Tools sehen können, um das Treffen von unseren Entscheidungen und unsere Geldverwendung nachvollziehen zu können.
Das fertige Produkt muß aber erkennbar und gut sein.

Eine gläserne Bäckerei ist hilfreich und gut, da man nachvollziehen kann, wie gearbeitet wird, am Ende muß die Breze aber gut aussehen und munden.
Techniker mögen dies ganz anders sehen.
Glück auf.

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Noch mal zu Rezo.
Mai hat sich dazu geäußert. Auch schon fast 'ne Millionen Klicks.


https://www.youtube.com/watch?v=tNZXy6hfvhM

:heart_eyes:

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Medialer Aufguß bis zum Abwürgen, unsinnig geteilt und verbreitet.

Es kann sich jeder auf eine Welle draufsetzen und mitnehmen.
Der Aufguß wird nicht besser.
Da können die Grünen Plakate kleben, soviele wie sie wollen.
Fakt ist auch: Die Grünen haben KEIN, absolut kein Konzept, da sie von ihren Grundprinzipien her technologiefeindlich eingesteimmt.

Öffentliche Alarmierung ist notwendig und hilfreich.

Am Ende ist aber das Original FridaysForFuture nicht zu verwässern und als Marketinginstrument anzusehen, dessen man sich beliebig bedienen und deren Inhalte man beliebig im eigenen Interesse an.

Wir sind jetzt auf der Stufe verstanden und es geht darum Lösungen zu erarbeiten.

Grunddiskussion war aber, ob und wie man neue Medien nutzt, um auf Probleme aufmerksam zu machen.

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Nun - vielleicht hast du dir das Video von Mai gar nicht angeschaut. Als Aufguss würde ich das jetzt nicht bezeichnen, sondern eher als Faktenanalyse aus Sicht einer Wissenschaftlerin. Die kommt dann halt zu dem Schluss, dass das Gelaber von “Rezo war oberflächlich”, “Rezo hat nicht genau genug recheriert”, “Rezo nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau” in Bezug auf die Klimaveränderungen (andere Dinge hat sie nicht untersucht) nicht stimmt.
Das ist für mich um so erstaunlicher, weil die gute Mai schon ein bisschen von den ÖR Medien abhängt, die dieses Gelaber mit den Stimmen von CDUlern verbreiten und wohl eher auf deren Linie sind. Es könnte da schon den einen oder anderen Intendanten geben, bei dem sie sich damit unbeliebt macht.
Den Vorwurf, sie hätte sich da auf ‘ne Welle gesetzt und Rezo für sich instrumentalisiert, kann ich deshalb nicht gelten lassen. Sie hat ihn ziemlich vehement verteidigt (was um so glaubwürdiger wirkt, weil sie ihm auch hin und wieder widerspricht). Find’ ich halt gut. Wie ich es auch gut finde, dass sich viele andere mit Rezo solidarisieren. Die CDU hat jetzt ein echtes Problem und ich würde es toll finden, wenn diese Partei dieses Problem verschärft.

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Wir haben doch einen YouTube Kanal:

Und auf dem BPT 19.2 sind jede Menge Videos gemacht worden.
(Ja, es kommt noch etwas eintönig herüber und es gibt Verbesserungspotential, aber schon mehr als gar nichts)
Hier die ersten Drei:

https://www.youtube.com/watch?v=DTmIVpJFq90

https://www.youtube.com/watch?v=pX4uhu4OKEc

https://www.youtube.com/watch?v=PeTeqE_Lnu4

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