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BPT 18.2, WP009: Abwicklung des Europäischen Stabilitätsmechanismus

eingereichter-antrag
wp
bpt182

#21

Du hast eine Überschrift zitiert.

auf der zweiten Seite =>

  1. Leben gemäß den eigenen Verhältnissen
    Der Zusammenschluss mehrerer Staaten zu einem Festkursverbund oder einer
    Währungsunion ist immer dann möglich und sinnvoll, wenn sich die Partnerländer
    einig sind in der Erkenntnis, dass die Änderung des Geldwertes in der Zeit, also
    Inflation oder Deflation, kein Mittel sinnvoller Wirtschaftspolitik ist. Aus dieser
    Erkenntnis folgt nämlich unmittelbar, dass auch Änderungen des Geldwertes im
    Raum, also Wechselkursänderungen, als Mittel der Wirtschaftspolitik ausgedient
    haben. Durchschauen die Menschen einmal, dass Inflation sie nur über die wahren
    Verhältnisse täuscht, lassen sie sich auch von einer Abwertung nicht mehr hinter’s
    Licht führen. Wenn die jeweilige nationale Wirtschaftspolitik einschließlich der
    Lohnpolitik diese Erkenntnis in der Realität umsetzt, wird sie in allen Ländern
    annähernd gleich niedrige Inflationsraten realisieren. Dann ist internationale
    Arbeitsteilung zwischen diesen Staaten bei festen Wechselkursen bzw. bei gleicher
    Währung möglich und sinnvoll, weil die Kosten von Wechselkursspekulationen und
    die Kosten von Wechselkursänderungen eingespart werden. Die internationale
    Arbeitsteilung innerhalb eines solchen Währungsraumes funktioniert dann nicht
    anders als die nationale.
    Wie aber können in jedem Land gleich niedrige Inflationsraten erreicht werden?
    Indem in jedem Land anerkannt wird, dass man sich auf Dauer an seine Verhältnisse
    anpassen muss, also langfristig weder über noch unter seinen Verhältnissen leben
    kann. Das wiederum heißt, dass jedes Land mittel- bis langfristig genau so viel
    konsumiert, wie es produziert. Was im Ergebnis nichts anderes bedeutet, als dass
    man im Durchschnitt der Jahre eine halbwegs ausgeglichene Leistungsbilanz
    aufweist.

Nun frage ich Dich => Von 2003 bis 2008 war Deutschland erneut Exportweltmeister.

ich hab noch andere Beispiele

Der deutsche Überschuss im Warenhandel und Kapitalverkehr mit dem Ausland ist nach Berechnungen des Ifo-Instituts 2016 auf ein neues Rekordniveau gestiegen.“Die Leistungsbilanz weist voraussichtlich ein Plus von 297 Milliarden Dollar auf”, sagte Ifo-Experte Christian Grimme der Nachrichtenagentur Reuters. Das bedeutet konkret: Deutschland hat im vergangenen Jahr 297 Milliarden Dollar mehr durch den Export von Waren und Dienstleistungen und im Kapitalverkehr mit dem Ausland eingenommen, als es für Importe ausgegeben hat.
weiter im Text des ehemaligen :

Deutschland steht in Europa ebenfalls in der Kritik. So macht der Überschuss nach den neuen Ifo-Berechnungen 8,6 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung aus, während die EU-Kommission bereits Werte von dauerhaft mehr als sechs Prozent als stabilitätsgefährdend einstuft. Deutschland reißt diese Hürde seit Jahren. Brüssel sieht darin spätestens seit der weltweiten Finanzkrise ein Ungleichgewicht: Länder mit enormen Überschüssen tragen dazu bei, dass andere Staaten sich hoch verschulden, um ihre Importe zu finanzieren.

auch vom ehemaligen Nachrichtenmagazin: Leistungsbilanz Deutschland bleibt Überschuss-Weltmeister

Da fehlt jetzt nur noch der Friedensnobelpreis.

Formuliere das mal richtig.


#22

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es gibt in Deutschland eine Impressumspflicht. Psiram hat keins. Damit fällt es als seriöse Quelle aus. Die Menschen die dort aufgelistet sind, haben keine Möglichkeit juristisch dagegen falsche Behauptungen vorzugehen, weil es keinen Ansprechpartner gibt. Reicht das?


#23

Dort wo Psiram registriert ist gibt es diese Pflicht nicht, Du kannst natürlich gerne die Bundeswehr dort hinschicken, an welchen Beiträgen genau hast du denn etwas auszusetzen, und wo fehlen die Quellen um diese Aussagen zu bestätigen?

Soweit ich weiss, kann jeder dort Beiträge untersuchen lassen. Psiram macht halt so etwas wie Wistleblowing ist das verwerflich?


#24

Für eine Doktorarbeit ist der Stoff untauglich, da kein gesellschaftlicher Nutzen entstehen würde. Die Überschrit enthält treffend die Kernaussage, auf die sich mein Text bezog.

Am Anfang gab es nationale Währungen, die innerhalb einer gewissen Bandbreite schwanken durften. Das funktioniert nur, wenn man gemeinsame Ziele vereinbart.

Entscheidet man sich aber für eine einheitliche Währung, dann ist es eine einheitliches Wirtschaftsgebiet, in dem es einheitliche Regeln geben muß. Die staatliche Souveränität ist dann eingeschränkt, denn im Bereich der Finanzen wird dann gemeinsam gehandelt. Es handelt sich dann nicht mehr um einen lockeren Zusammenschluß mehrerer Staaten. Kein Staat wurde gezwungen der Währungsunion beizutreten, GB wollte seine Finanzsouveränität behalten und durfe das auch.
Wer die Vorteile eines Festkursverbandes genießen will, der muß seine internes Vorgehen dem vereinbarten übergeordneten Regeln unterordnen.
Es scheitert nicht der Währungsverbund, sondern es scheitern die Politiker der Staaten, die die gemeinsamen Regeln nicht einhalten. Damit keiner seine egoistischen Ziele verfolgt, wurden auch vorher klare Sanktionen festgelegt.

Ich habe auch Beispiele, z.B. Italien:
Jahr - Staatliche Zinsausgaben in Mrd. € - Staatliche Zinsausgaben in € je Einwohner - Staatliche Zinsausgaben in % des BIP - Staatliche Zinsausgaben
in % der Einnahmen - Staatliche Zinsausgaben in % der Staatsschulden
2000 75,96 1.334,49 6,13 13,88 5,83
2001 79,05 1.387,71 6,08 13,79 5,81
2002 73,42 1.288,35 5,45 12,48 5,35
2003 69,14 1.210,28 4,97 11,34 4,95
2004 66,72 1.160,48 4,60 10,65 4,60
2005 67,18 1.160,70 4,51 10,49 4,42
2006 68,87 1.186,08 4,45 10,10 4,34
2007 76,66 1.316,64 4,76 10,52 4,77
2008 80,46 1.371,82 4,93 10,92 4,81
2009 69,46 1.177,23 4,41 9,62 3,92
2010 68,84 1.162,96 4,29 9,40 3,72
2011 76,41 1.287,20 4,66 10,22 4,01
2012 84,07 1.415,53 5,16 10,89 4,22
2013 78,20 1.310,22 4,83 10,14 3,78
2014 75,18 1.236,90 4,65 9,67 3,52
2015 68,44 1.125,74 4,18 8,73 3,15
2016 66,27 1.092,42 3,96 8,40 2,99
https://www.haushaltssteuerung.de/staatsverschuldung-italien.html

Im Jahre 2000 zahlte Italien für seine Staat-Schulden ca. 76 Mrd EUR bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 5,83%
Im Jahre 2016 zahlte Italien 66,27 Mrd Zinsen bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 2,99%.
Du kannst Italien vom Joch der Währungsunion befreien, indem Du sie jährlich 100 Mrd EUR mehr Zinsen für ihre Schulden zahlen lässt.
An diesem Beispiel kannst Du sehen, wie Italien vom Leistungsbilanzüberschuß Deutschlands profitiert, da Italien Teil eines einheitlichen Finanzraumes ist.


Gemeinsame Regeln und Erfordernisse für einen gemeinsamen Währungsraum
#25

Weil Italien nur 2,99% Zinsen zahlt?
.
.
.

Bis die Troika kommt :sunglasses:


#26

[quote=“ukw, post:25, topic:2079”]

Weil Italien bei 3% 66 Mrd EUR Zinsen zahlt, bei 6% 132 Mrd und bei 9% ca, 200 Mrd,

Man kann auch dem Piraten-Antrag auf Abwicklung des ESM auf dem Bundesparteitag zustimmen, dann wird ein Großteil der Schulden vom europäischen Steuerzahler übernommen, Italien braucht seinen reformbedürftigen Staatsapparat nicht reformieren, kann weiter Schulden machen und in Deutschland werden ein paar Sozialleistungen gekürzt.


#27

Man kann auch den Gedanken der AG Geldordnung und Finanzpolitik zu einem Antrag formulieren, dass die Staatsschulden von der EZB übernommen werden. Dann kann Deutschland weiter “auf Exportweltmeister machen” und die steigenden Unternehmensgewinne brauchen nicht vom Steuerzahler der Mittel- und Unterschicht geleistet werden.
Italiens “Zinssatz” spielt dann keine Rolle mehr.

Oder willst Du den Finanzkrieg ausweiten?


#28

Dass das Eigenkapital der EZB von den einzelnen Ländern eingezahlt wurde und dann wieder aufgefüllt werden müßte, scheint Euch entgangen zu sein.


#29

Meine Argumente scheinen dich nicht zu interessieren.


#30

Nein, dass ist uns nicht entgangen. Die EZB hat nicht das Problem mit dem Eigenkapital denn keine Bank greift zur Geldschöpfung auf ihr Eigenkapital zurück - nicht mal die EZB - die EZB am wenigsten => Eurobonds

zudem hat die Bilanzposition “Eigenkapital” bei einer Bank eine andere Bedeutung als bei einem Heizungs-Sanitär Betrieb.


#31

Das Argument, eine Zentralbank brauche kein positives Eigenkapital, weil sie immer Geld drucken könne, überzeugt in diesem Zusammenhang nicht. Sind die Verluste zu groß, ergäben sich aus dem Anreiz zum Verlustausgleich Gefahren für die Preisniveaustabilität. Deshalb ist eine ausreichende Ausstattung mit Eigenkapital wichtig.


#32

ich zitiere den unmittelbar nachfolgenden Text der WiWo vom Januar 2015:

Darüber hinaus wirkt ein höheres EZB Eigenkapital wie ein zusätzliches Pfand, das den Anreiz für Staaten auszutreten mindert. Hilfreich wäre auch, wenn die Ankäufe der Staatsanleihen im QE Programm jeweils durch die nationalen Zentralbanken durchgeführt würden. Träte ein Land aus, müsste es Teile der selbst verursachten Verluste mitnehmen. Die EZB sollte beides im Interesse der Stabilität der Währungsunion beschließen.

Ein austretendes Land hinterlässt Verbindlichkeiten bei der EZB

Im Falle eines unilateralen Ausstiegs eines Landes könnte die EZB darüber hinaus im Wettbewerb mit einer schwachen nationalen Währung weiter Geldschöpfungsgewinne realisieren.

vielleicht Target 2 ? … und welche Geldschöpfungsgewinne ?

Unabhängig davon gilt aber in jedem Fall, dass die dauerhafte Verschuldung des Auslands beim Land des Gürtel-enger-Schnallens gerade auch in einer Währungsunion dieser Strategie eine klare Grenze setzt, nämlich die der Zahlungsfähigkeit und des Übergangs in eine Transferunion, also
eine Gemeinschaft, in der die vor der Zahlungsunfähigkeit stehenden Länder von
den restlichen Ländern der Gemeinschaft freigehalten werden.

das o.a. ist vom Flassbeck PDF aus 2005 - also 10 Jahre früher.

Das gilt auch umgekehrt: Wer unter seinen Verhältnissen leben, d.h. sparen will,
muss jemanden finden, der über seine Verhältnisse leben, sich verschulden möchte.
Denn sonst kann der Sparwillige das Einkommen, aus dem er sparen will, gar nicht
in der geplanten Höhe erzielen. Sein Einkommen bzw. seine Kaufkraft besteht ja aus
dem Gegenwert der Güter, die er produziert und verkauft. Leiht sich niemand von
dem Sparwilligen die über dessen eigene Konsumpläne hinausgehende geplante
Kaufkraft, bleibt der Sparwillige sozusagen auf diesem “Überschuss” sitzen und
realisiert in eben dieser Höhe kein Einkommen.

Er mag zwar mehr produziert haben als er konsumieren wollte, aber mit dem Verkauf dieses Mehr an Gütern am Markt ist es nichts geworden, wenn niemand bereit war, sich zu verschulden.
Folglich ist es dann auch mit dem Sparen nichts geworden.

Kennst Du die Bilder der Auto Überproduktion?


#33

Im Zusammenhang mit WP009 wollte ich nur darauf hinweisen, dass es für uns 2012 und 2013 ein hartes Stück Arbeit war, den Wirtschaftsteil so zu verfassen wie er ist und nicht in eine Voodoo-Wirtschaftspolitik der AG Geldpolitik abzurutschen, bei der Banken nach Lust und Laune beliebig Geld schöpfen können.
Es ist auch nicht gleichgültig, wie stark sich Staaten und Verbraucher verschulden, weil man einfach Geld aus dem Nichts holt und nur der mangelnde Wille bestünde einfach mehr Geld zu schöpfen, um beliebigen ökonomischen Unsinn zu finanzieren.

Es ist jetzt auch nicht meine Aufgabe dir den Unterschied zwischen arbeitsteiliger automatisierter Fließbandfertigung und Herstellung eines individuell gefertigten Autos zu erklären.
Nur mal so zur grundsätzlichen Erklärung.
Die Distribution von Tiefkühlpizza finden genauso statt, nur dass die nicht im Freien gelagert werden und bei Google-Maps auch nicht zu sehen sind, da in der Halle und nicht ersichtlich, ob das jetzt Pizza oder Gummibärchen sind.


#34

In großen Teilen betriebswirtschaftliches Denken - zu viel Emotionen - zu wenig Volkswirtschaft. Es ist jetzt auch nicht meine Aufgabe Dir die Target 2 Salden zu erklären - aber hey - das sind doch alles Gewinne - zwar noch nicht realisiert, aber im Quartalsbericht sah das alles wirklich gut aus.

Nur mal so zur grundsätzlichen Erklärung.: Komplexe Zusammenhänge zu verstehen ist noch nicht jedermanns Sache.

Ich wünsche eine angenehme Reise - wir sehen uns in der Zukunft.
Lasst Euch die Rosinen schmecken

  • bereits nach 4 Kommentaren geschlossen. :sunglasses:

#35

Nur mal so.
Wer irgendwelchen theoretischen Spinnereien nachläuft, ohne die geringste wirtschaftliche Ausbildung genossen zu haben, hat von Wirtschaft keine Ahnung und sollte nicht Unfug in ein Parteiprogramm schreiben wollen.
Deine völlige Inkompetenz wird nicht besser, wenn Du anderen vorwirfst, sie würden Deinen inhaltlichen Quatsch nicht verstehen.

Zu glauben irgendeine Notenbank könne da einfach Geld auf den Tisch legen und nach Belieben alles zahlen, ist völlig abwegig. Das ist einfach nicht ernst zu nehmen.
Null Ahnung - aber große Klappe, die anderen würden nichts verstehen.
Vergiß es, Wirtschaft streichen wir bei den Piraten völlig aus dem Programm, da null Ahnung.
Das war 2012/2013 so und machen wir in Zukunft so.
Ein paar allgemeine Sätze und das war es dann in dem Bereich.


#36

Ich werde sicher in der Zukunft noch von Dir und dem was Du als “Wir” bezeichnest - hören.


#37

Konnte ich und kann ich, da es viele in dieser Partei gibt, die es leid sind, so vollgemüllt zu werden mit:


#38

Was möchtest Du andeuten - welche Ausbildung hat uns er er genossen?

kein Vergleich zu der überheblichen “Wir” Prosa


#39

Nachtrag: Dein WiWo Artikel vertritt eine andere Meinung. Es ist kein Problem irgendwelche Zeitschriften zu zitieren - es gibt zu fast jeder Meinung einen Zeitungsartikel. Darum sind mir Fachbücher lieber.

Was passiert, wenn Italien aus dem Euro ausscheidet und sich weigert, seine Verbindlichkeiten gegenüber der EZB einzulösen? Gar nichts.

Mayers Warnung, die EZB habe nicht das „nötige Geld, um ihre Verbindlichkeit an die Bundesbank begleichen zu können“, ist absurd, nur zu verstehen als Folge des Umstands, dass die Filialtätigkeit der Bundesbank als Teil des Eurosystems in der Bilanz der Bundesbank und nicht in der Bilanz der EZB ausgewiesen wird. Wiese man diese Filialtätigkeit bilanziell bei der EZB aus, so erübrigte sich die Diskussion. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten der nationalen Zentralbanken aus geldpolitischen Operationen ständen dann in der Bilanz der EZB. Dazu gehören nicht nur die Target-Forderungen der Bundesbank, sondern auch deren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus der Notenausgabe in Höhe von zusammen mehr als 1200 Milliarden Euro, deutlich mehr als die Target-Forderungen.

Eine Übernahme dieser Verbindlichkeiten könnte die EZB sich ohne weiteres leisten, denn die Verbindlichkeiten aus der Notenausgabe verpflichten sie zu nichts, und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verpflichten sie nur zur Einlösung in Noten, die sie selbst herstellen kann, ohne Kosten und ohne weitere Verpflichtung.


#40

So weit wie Du muß man erst mal neben der Realität stehen. Wenn Du schon jemals einen Fachartikel jenseits 50 Seiten geschrieben hättest, dann würdest Du wenigstens merken, woran Deine theoretischen Modelle scheitern müssen.