Blutspende für Queere Menschen (geplantes Positionspapier)

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Moin Leute,

Wir sind gerade dabei mit der @ag-queeraten in die Programmentwicklung für die Bundestagswahl einzusteigen. Natürlich gibts dabei auch ein paar akutere Themen und zu Blutspende & TSG-Reform wollen wir noch zum BPT 19.2 ein Positionspapier entwickeln. In diesem Thread solls um erstere gehen.

Natürlich würden wir uns über rege Beteiligung freuen, vor Allem auch mit Grüßen an die AG-Gesundheit. Euer Fachwissen ist sicherlich hilfreich. In diesem Thread wollen wir erstmal Informationen sammeln, Ende des Monats gibts eine Arbeitssitzung der AG, in der dann auch die Ergebnisse dieses Threads besprochen werden und wir einen fertigen Antrag ausarbeiten wollen. (Termin folgt)


Blutspende - Der Status Quo:

Die Blutspende ist eine wichtige Stütze unseres Gesundheitssystems. Für Unfallopfer oder kranke Menschen ist eine Blutkonserve oft die einzige Rettung, mit ein Grund dafür, dass das Deutsche Rote Kreuz gerne mit Sprüchen wie “Jede Spende zählt” dafür wirbt, vorbeizuschauen und Blut zu spenden. Eine noble und wichtige Sache, würde man es manchen Gruppen nicht unnötig schwer oder gar unmöglich machen.

Wer zu einer sogenannten “Risikogruppe” gehört, darf oft gar nicht spenden, oder aber nur unter besonderen Umständen. So müssen Männer die Sex mit Männern haben ein volles Jahr Pause machen, bevor sie dürfen. Menschen mit dem Geschlechtseintrag divers sind dabei so neu und unerklärlich, dass sie derzeit wohl grundsätzlich kein Blut spenden dürfen. Wer mehrere Partner hat, hat ebenfalls Schwierigkeiten, egal wie safe der Sex ist. (https://twitter.com/Blue1337Blood/status/1161933000474615808)

Das Problem dabei: Diese sogenannten “Risikogruppen” basieren meist rein auf Klischees und Unwissenheit, das Statistische Bundesamt hat laut eigener Aussage nicht einmal Statistiken dazu.

Bis vor wenigen Jahren durften Homosexuelle Männen in Frankreich gar kein Blut spenden, ein Franzose hat geklagt und der Europäische Gerichtshof hat geurteilt:

Ein Blutspendeverbot für Schwule könne gerechtfertigt sein, erklärten die Richter. Allerdings müsse geklärt werden, ob es keine geeigneten Alternativen zu einem Ausschluss gebe. Dies könnten etwa wirksame Testmethoden für Blutspenden oder eine genaue Befragung des Spenders zu riskantem Sexualverhalten sein.

Es gibt alternative Methoden, gerade eine solche Befragung würde mehr Sinn ergeben, als eine nahezu willkürliche Unterteilung in “Risikogruppen”. Auch effektive Bluttests gibt es und meines Wissens nach, wird sowieso jeder Konserve auf HIV geprüft, was hier häufig das Hauptargument ist.

Auch in einer Pressemitteilung haben wir uns schon zum Thema geäußert, da passt es nur, wenn wir uns noch einmal klar positionieren.


Ich freue mich auf eine konstruktive Diskussion und bin gespannt auf eure Beiträge.

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Ich denke die Richtlinien sollten einfach geschlechtsneutral gefasst sein und auf wissenschaftlichen Kriterien basieren.

Also etwa

Personen mit erhöhtem Risiko für Krankheit [Krankheit] dürfen nur spenden, wenn sie [Tage die der Test braucht bis er anschlägt] Tage vor der Spende keinen Risikokontakt hatten.

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Volle Zustimmung. Gerade wird gerne so getan als gäbe es die Wissenschaftlichen Kriterien und vielleicht waren sie es auch mal. Mittlerweile sind sie aber oft veraltet.

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Ich würde den Leuten eh nicht vertrauen. Ich denke es ist aus Gründen der Anonymität eh besser wenn man alles Blut Gründlich testet und es somit allen erlaubt Blut zu spenden.

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Schau mal bitte im NRW Wahlprogramm steht etwas. https://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:Wahlprogramm_Landtagswahl_NRW_2017#Gleichberechtigung_bei_der_Blutspende :mask::grinning:

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Gesetzlich gibt es da glaube ich auch keine Regelung (verbessert mich wenn ich mich täusche). Es sind die Spendendienste die halt diese Einschränkungen machen, wenn Sie jedes Blut testen müssen auf alle Möglichen Sachen dann verdienen Sie halt nichts mehr.
Blut ist halt eine sehr begehrte Handelsware.

Generell bin ich dafür Blutspenden zu vereinfachen aber es darf halt nicht sowas wie in den '85 vorkommen (glaube da war das). Dort ist “verseuchtes” Blut in Umlauf geraten und ich habe in diesem Zeitraum viele Transusionen bekommen. Meine Mutter hat Jahrelang nichts davon gewusst und als es rauskam natürlich sehr starke Qualen gelitten bis Tests halt gezeigt haben das ich Glück hatte.

Gute Basis, danke ^^ bei uns ist halt eine allgemeine Neuregelung angebracht, weil mehrere Partner sowie “divers” ja auch ein Kriterium zu sein scheinen.

Man könnte dann schreiben “Wir fordern eine Neufassung der Richtlinien unter Beachtung von: …”

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