Bitte um Erläuterung des Begriffs des „Funktionalen Faschismus“

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Hallo,
Ich bin in dem Monster-Thread, in dem sich gerade alle tummeln, über den Begriff des „Funktionalen Faschismus“ gestolpert.
Google führte mich erfreulicher Weise direkt ins Wiki, wo ich zwar den Inhalt gut nachvollziehen konnte, mir jedoch nicht erschließt wieso genau diese Begrifflichkeit gewählt wurde. Quellen fehlen in dem Beitrag leider gänzlich. Des Weiteren wird ein Schaubild zur „Diagnostik“ verlinkt - da es sich hier nicht um ein Krankheitsbild handelt ergibt diese Begrifflichkeit wenig Sinn. Noch weniger Sinn ergibt sie, wenn man feststellt dass es sich hier um eine Skalenbewertung ohne jeglichen objektivierenden Rahmen handelt.
Ist der „Funktionale Faschismus“ also ein subjektives Bauchgefühl?

Kurz: Könnt ihr mir das bitte erklären? Gerne mit Quellen zum Ursprung des Ganzen die ich nicht gefunden habe.

Viele Grüße,
Miss Institoris

Exzellente Frage. @Tensor Dein Einsatz!

Kontext für die, die sich unvorstellbar öde Diskussionen aus Prinzip nicht antun:

Man spricht von “funktionalem Analphabetismus” wenn Menschen die im Prinzip lesen können, diese Fähigkeit nicht benutzen und dann in Situationen kommen, in die man eigentlich nur kommen kann, wenn man nicht lesen kann.

Von “Funktionalem Faschismus” spricht man, wenn jemand z.B. Methoden, Rhetorik oder Ideen die typisch für Faschismus oder faschistische Organisationen sind einsetzt, wo man eigentlich keinen Faschismus erwartet.

Typisch für Faschismus ist zum Beispiel die Unterscheidung von “Herrenmenschen” und “Untermenschen”.
“Funktionaler Faschismus” wäre dann, dass häufige oder strukturelle herabsetzen von Menschen.

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Wenn man etwas neu entdeckt oder neu denkt ist es sinnvoll dafür auch einen neuen Begriff zu wählen.
Den Begriff funktionaler Faschismus beschreibt Jana selbst im Abschnitt “Was ist funktionaler Faschismus (FF)?” im Wiki Artikel.

Das Neue ist, dass Faschismus nicht mehr nur am rechten (oder linken) Spektrum festgemacht wird sondern Funktionsweise und Gebrauch definiert werden so daß sich jeder darin wieder finden kann.

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Die spannende Frage hier scheint zu sein: Wer ist „man“? Haben die Textautoren sich den Text aus dem eigenen Hirn gezogen (= Theoriefindung) oder gibt es irgendwelche Sekundärliteratur zum Thema?

Danke für das Lösen des Knotens in meinem Kopf!

Bei Gelegenheit werde ich da für mich noch ein paar soziologische Aspekte mit einbinden, um zum einen der Komplexität gerecht zu werden und die Sache etwas „runder“ zu gestalten.

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