Betriebssysteme

Habe hier noch kein Thema gesehen, in dem es allgemein um Betriebssysteme und Entwicklungen in dem Bereich geht. Ich verschiebe noch einige Beiträge aus einem anderen Thema hier her.

Was ich seit Jahren nicht verstehe; Dass es kein Startup gibt, dass aus einem Linux einen Windows Clone (von der Optik her) bietet, wie ja Google das mit Android für das Smartphone gemacht hat.

Jetzt wäre doch die perfekte Zeit dafür. Firmen werden gezwungen über Datenschutz nachzudenken (Windows 10??? ) und ab 2020 wird nur noch Windows 10 supportet. Microsoft versucht schon die ganze Zeit ein Ökosystem wie Apple zu schaffen (App Store) Dass sie das nicht so hinbekommen, heißt ja nicht, dass dies nicht auch eine Idee für ein Linux Version mit dem Look and Feel eines Windows wäre.

Hätte den Vorteil, die Nutzer müssen nicht viel umlernen (Oberfläche) und AppStores kennen sie vom Smartphone. Gleichzeitig sind die Rechner mittlerweile schnell genug um auch Windows 7/8/10 in einer Emulation laufen zu lassen, wenn das gebraucht wird.

Entscheidender Vorteil: Man könnte das System Datenschutzkonform anbieten.

Müssten da Firmen nicht drauf anspringen?

Gruß
Andi

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Bisher stellen die meisten Firmen nur Entwickler ab um Linux Server zu verbessern. Für den Desktop kommt man schnell an den Punkt an dem auch Microsoft Probleme hat, weil es viel zu viel unterschiedliche Hardware gibt. Apple schränkt bei iOS die zulässige Hardware erheblich ein und auch Android löst das Problem durch Hardwareeinschränkungen.
Ubuntu hat versucht den Linux Desktop zu entwickeln, aber da z.B. neue Spiele nicht unter Linux laufen und alte auch nur mit Emulator, gibt es so eine Art Henne/Ei Problem.
Es gibt für Linux

  • Büro Software
  • Internet Software
    aber sobald es in Richtung Multimedia geht, kriegt man Probleme mit Treibern.
    Da die Hersteller von Hardware ihre Treiber als Geschäftsgeheimnis behandeln, ist es für Dritte sehr schwer Treiber für Linux bereitzustellen.

Das Betriebssystem ist nicht das eigentliche Problem sondern die darauf verwendete Software.
Und da gibt es einfach zu viele Baustellen als das es sich lohnen würde.

Ich bin selbst im letzten Juni wieder auf Linux gewechselt. Ich hab damals einfach wieder angefangen viele Linux Server zu administrieren und da bot es sich an.

Bis allerdings mein Rechner so lief wie ich das brauche um in Job, Ehrenamt & Hobby sauber zu arbeiten sind einige Krücken notwendig. Ehrenamt war noch das einfachste, bei PIRATEN meckert einfach keiner wenn man auf Schwierigkeiten hinweist die mit Linux zusammenhängen. Job, das geht mittlerweile. Mittels CrossOver Office und VMWare Player kann ich auch kritisches Zeug bearbeiten. Sprich ich hab nen Testclient als VM und kann damit auch auf meine ESX Hosts zugreifen. Durch CrossOver Office läuft auch MS Office 2016 sauber auf der Kiste. Damit kann ich die Unzulänglichkeiten von Libre Office umgehen wenn ich das muss. Also jedesmal wen man schon formatierte Dokumente bekommt die es zu bearbeiten gilt.

Beim Hobby, der Fotografie fällt es mir am schwersten. Adobe hat mit Lightroom und Photoshop einfach die Messlatte dermaßen hoch gelegt das es echt schwer ist hier zu wechseln. Für Lightroom gibt es einigermaßen was brauchbares. Aber Gimp ist noch weit weit entfernt davon Photoshop auch nur annähernd das Wasser reichen zu können. Hauptsächlich sind das da zwar Kleinigkeiten in der Bedienung. Aber die behindern massiv. Aber gut, noch etwas Zeit und ich hab meine Arbeitsweise entsprechend angepasst und ignorieren die logischen Brüche. Und eventuell kommt ja Affinity noch auf Linux :slight_smile:

Zum Thema Datenschutz muss gesagt werden, da kann man Win10 schon passend einstellen. Gerade als Firma. Man muss es halt tun. Die selbe Problematik gibt es unter Linux aber auch. Hier versucht auch jede Menge Software nach Hause zu telefonieren.

Und was Sicherheit angeht, na ja ich persönlich drücke einem unbedarften Anwender lieber ein Windows 10 auf den Rechner von dem ich weiß das es out of the box die meisten Gefahren relativ gut abwehren kann als das ich diesem ein Linux gebe welches er mit falscher Bedienung aufmachen kann wie ein Scheunentor.

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Ist es denn falsch, was ich gelesen habe, dass Windows 10 was Datenschutz betrifft, ein Spiel Hase gegen Igel ist? Dass man nach jedem Update erst einmal wieder überprüfen muß, ob dieses nicht wieder alle Sicherungsmaßnahmen rückgängig gemacht hat?

Würde denn Photoshop auch in einer virtuellen Umgebung laufen?

Gruß
Andi

Ich ziehe den mich fragenden Kollegen fast immer ZorinOS auf die Ex-Windows-Rechner, da es sich einfach auf ein Win7/8/10-Lookalike umstellen lässt (bedient sich fast genauso, es läuft halt ein Ubuntu dahinter). Auch nach Jahren gibt es noch keine Beschwerden, eher den Spruch dass diese Personen aus Neugier nebenher noch das Linuxen lernen ^^

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Add-On: ich bin kein audiovisuell-bearbeitender Kreativer, kann daher nicht für derartige Anwendungen sprechen. Zu Hause läuft n Win8.1-Laptop für Win-only-Sachen, ein Multiboot-Linux-Desktop-PC für alles incl. Games und div. RaspberryPi für die kleinen Helferdinge von Medienserver bis VPN

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Bei Windows 10 kommt es auf die Version an. Für den Privatanwender ist es nervig, nach den “großen” Updates 2x im Jahr muss man sich wieder durch die Einstellungen klicken. MUSS, da man sich nicht anmelden kann bevor man das getan hat. Wer das blind durchklickt, na ja selbst schuld. Es ist mittlerweile verständlich.

In der Firma kommt es auf das Deployment und die Update Strategie an. Bei uns in der Firma wird alles vom Active Directory vorgegeben, da kann/muss der Nutzer nichts einstellen. Den Kopf hab ich mir im Vorfeld gemacht und selbstverständlich wird jedes Update entsprechend auf einer Testinstallation durchgesehen.

Und Grundsätzlich muss man was diese Aussagen angeht etwas genauer differenzieren. Da wird oft von “Datenschutz” geredet wo es nicht um Datenschutz geht. Oft geht es z.B. um IT Sicherheit, und da will man z.B. an sich das ein Rechner sich Infos holt und im Zweifel auch Infos abgibt. Und viel ist auch der Benutzerfreundlichkeit geschuldet.

Und Photoshop würde “virtualisiert” laufen ja. ABER, dann hab ich Performanceprobleme. Es ist einfach unschön.

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Aber es wäre doch schon schön, wenn der Endbenutzer nicht mit einer riesigen schwammigen EULA abgespeist wird, sondern auf Wunsch (sprich: Mausklick) eine spezifische Ansage bekommt, was über welchen Weg wozu transportiert wird. Wenn ich Wireshark o.Ä. anwerfe, besteht schon ein riesiger Unterschied zwischen den einzelnen Systemen (v.A. in Bezug auf die fest integrierten Applikationen). Es ist nicht dasselbe, wenn ein Programm lediglich Keepalives oder Zeitabgleichanfragen oder aber meine allgemeinen Systemkonfigurationen alle 2min zu Akamai oder MS sendet. Firewalle ich das Ganze, heißt es plötzlich “Feature X ist nicht funktionsfähig”, und daraufhin laufen Nachfolgeprogramme, die explizit nur diese Funktion nicht brauchen, such nicht. So passiert bisher nur auf der MS-Maschine.

Na ja also es ist schon schwer ein Windows 10 vom Funktionsumfang mit irgendeiner Linux-Distribution zu vergleichen. Vom Umfang her.

Das die Ziele sich ändern sprich Akamai etc. liegt in der Natur der Sache. Die Infrastruktur im Hintergrund ist einfach wahnsinnig mächtig um überhaupt in dem Umfang zu funktionieren. Also Updates etc. Von den Security-Features ganz zu schweigen.

Du schreibst weiter oben du nutzt Windows 8.1, ja das Ding ist ein Griff ins Klo, das hat ja auch MS eingesehen. Zünd das Ding an, schmeiß es weg. Mach ein Upgrade. Irgendwas, aber nutz kein Win 8.1 mehr. :yum:

Andersherum wird ein Schuh draus - tatsächlich nutze ich Win8.1 mandatorisch, um nicht zu 10 gewechselt sein zu müssen. Die für uns relevanten Einstellung sind plötzlich entweder weitab der Stadt vergraben oder nicht safe änderbar geworden, und das Datenhaushalten ist ein Albtraum, während ich 8.1 auch restriktiv fahren kann, ohne auf einen Netzfreibereich oder in eine VM zu müssen. Sobald der Support ganz endet, gibt es bei mir selbst nur noch Linux - die ständigen (auch Arbeits-)Rechner der Freunde und Kollegen auf meinem Schreibtisch widern mich jedesmal an - ich bin froh, kein Win-Admin sein zu müssen. Für den Rest gibt Tutorials und Manuals :wink:

da kann ich leider ein Lied von singen. Es gibt für Linux kein so gutes Programm wie Cubase, und für mein Soundmodul gibt es auch keinen guten Treiber. Nachdem ich endlose Jammereien in verschiedenen Foren gelesen habe, habe ich es gelassen, hier einen nachgestrickten Treiber zu installieren. Leider

Es gibt für einen Rollout auf Windows 10 sehr gute Deployment Tools wie z.b. von der Firma Matrix42. Dennoch erfüllt Windows 10 nach wie vor nicht die Datenschutz Einstellungen, z.B. Telemetriedaten, wie vom BSI gefordert. Aber selbst die Bundes - Lösung der Bundesclient Windows 10 lässt noch lange auf sich warten, sofern er überhaupt erscheint. viele Einstellungen lassen sich auch mittels Active Directory steuern, wie in deinem Artikel geschrieben.
was Linux angeht, sehe ich im businessbereich nur Suse Linux on RedHat als ausgereifte Lösung. Für daheim kann ich Kali Linux, Qubes OS, Open Suse oder Ubuntu empfehlen.

Desktop Linux läuft dann gut wenn der Anwender nur etwas Office und Webbrowsing braucht. Alles darüber hinaus wird schwierig und erzeugt dann eben ordentlich mehr Arbeit in der Pflege. Da ist in Behörden/Firmen dann eben eine windoof Lizenz günstiger als die Personalkosten für kompetente Linuxer.

Sehe daher den Vorteil von Linud daher eher im Server Bereich. Auf dem Smartphone macht ein Debian/Ubuntu auch wenns geht nur relativ wenig Sinn, es fehlen halt einfach die APPs, da müsste man dann ein Android virtualisieren oder so damit überhaupt was geht. In dem bereich ist der Zug wohl so dermaßen abgefahren das es kaum mehr möglich sein wird hier ein wirklich freies System zu etablieren.

Das finde ich schon etwas zu arg vereinfacht. Ich als Entwickler / Systems Engineer mache deutlich mehr als Office und Webbrowsing und für mich ist Linux die beste Lösung. Ich finde mein System recht pflegeleicht. Habe vor einiger Zeit mal versucht, spasseshalber Windows 10 auf dem Laptop zu installieren. Habe dann nach ein paar Stunden aufgegeben, weil das Ding ständig gecrasht ist…
Ich musste mal einige Zeit auf Windows entwickeln und das gehört zu den unangenehmsten Erfahrungen in meiner Karriere :wink:

Heutzutage wird der Großteil der neuen Anwendungen als Webanwendungen entwickelt. Die sind im Normalfall unabhängig vom Betriebssystem. Es gibt natürlich noch viel alte Software, die nur auf Windows läuft. Mit der Umstellung hätte man schon viel früher anfangen können, aber dazu sind viele Organisationen zu “träge”. Die Kosten für eine Neuentwicklung sind natürlich erst mal höher als für das Weiterschleppen der alten Lösungen, aber gerade im öffentlichen Bereich sollte das nicht der entscheidende Faktor sein.

Was nicht unbedingt immer eine gute Idee ist.

Videoschnitt z.B: ist etwas das besser lokal funktioniert.

Ich bin ja kein Gamer, aber die 2-3 alten Spiele die ich spiele laufen z.B. mit Hilfe steam auch unter Linux und wenn wollte könnte ich das auch ohne steam hinkriegen.

Ich hatte bisher wenig Probleme Windows oder Linux auf einem Gerät ans laufen zu bringen, aber manchmal scheitert es halt an einer spezifischen Hardware. Windows 10 will auf meinem Laptop z.B. das Update nicht machen, weil einer der neuen Treiber für einen Baustein scheinbar kaputt ist.

Klar, Audio, Video oder CAD sind die Ausnahmen, meinte eher die üblichen Firmen- und Behördenanwendungen, die sehr textlastig sind.

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Steam proton ist in der Tat revolutionär. Ich hatte versucht kurz vor proton Witcher III klassisch mit wine zum laufen zu bringen und die performance war grottig. Musste extra Windows installieren, um es spielen zu können. Mit proton funktioniert es nicht so gut wie mit Windows, aber es läuft ziemlich gut und genügt mir allemal.

Ich habe mir eine Shadow Instanz gemietet, das ist ein Windows 10 Gaming PC der in der Cloud läuft, Wahlweise mit einer Geforce 1080 oder GTX 2080. Man braucht halt viel Bandbreite für das Streaming, wenn die vorhanden ist laufen aber alle Games ziemlich gut. Da es dafür auch einen Linux client gibt ist es eine ganz gute Alternative zu einem lokal vorhandenen Windows Gaming PC. Kosten 13Euro/Monat.

In der Instanz kann man übrigens auch beliebige Windows Software installieren und laufen lassen. D.h für mich im Moment die bessere Alternative zu wine bzw. Virtuellen Windows Maschinen.

Ich verweise mal auf den Thread. Und mit Anbox wird man auch Androidapps nutzen können (wäre aber selten dämlich das zu tun).

Plus Aufgabe von Privatsphäre und Freiheit. Das wäre mir der Preis nicht wert. Und wenn das Internet mal nicht so rund läuft dürfte selbst bei Singleplayer der Spielspaß leiden - von E-Sports ganz zu schweigen, da addieren sich weitere Latenzen hinzu. Und wenn das auch noch alle unterstützen, wird normales Gaming so unmöglich wie heutzutage moderne Spiele ohne Steam oder andere Clients zu erhalten (von den mit einer Hand abzählbaren GoG-AAAs mal abgesehen).

BackToTopic:
Ich finde Debian mit KDE eine gute alternative zu Windows für normale Nutzer. Man darf nicht vergessen, dass die meisten Menschen keine super Ansprüche an Bildbearbeitung etc haben. Kdenlive reicht für die meiste Filmbearbeitung für Laien völlig aus, selbiges mit Gimp und Bildbearbeitung. Spiele werden dank Unreal Engine 4 und Unity immer öfter supportet, Steam und GoG versuchen Spiele auch auf Linux lauffähig zu machen, Office ist von Linux auch komplett abgedeckt. Und KDE sehe ich als höherwertigen Desktop im Vergleich zu jedem Windows an. Es bietet intuitiver mehr Funktionalität an.

Linux bietet aber auch Lösungen, die Windows nicht besitzt. So z.B. PulseAudio. Nehme ich etwas auf, muss ich nicht jeden Sound mitschneiden, wie es bei Windows nutwendig ist (kann also nebenbei Musik hören und im Video taucht diese nicht mit auf). Auch kann ich alles löschen, was gelöscht werden muss. Ein Edge nimmt mir auf Win10 nur Speicherplatz weg und ein Explorer kann wegen der Abhängigkeit nicht entfernt werden.

Und wenn ich dann noch höre, wo Windows für Programmierer für grundlegende Probleme macht, frage ich mich warum nicht schon längst alles über Linux läuft. Es liegt eben nicht nur an der zugenommenen Komplexität des Systems, sondern schon an grundlegenden Strukturen, die bei Windows oft einfach nur fragwürdig sind. Aber das ist wohl das Henne-Ei-Problem, ohne Markt keine Entwicklung, ohne Entwicklung kein Markt. Aber das ändert sich bestimmt auch noch, wenngleich es noch lange dauern wird.