Betreiben wir noch evidenzbasierte Politik?

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In anderen Threads hat sich die Frage entwickelt, ob wir immer noch evidenzbasierte Politik betreiben. Ich finde die Frage so interessant, dass ich einen eigenen Thread dafür eröffnen möchte. Also: Betreiben wir noch evidenzbasierte Politik? Können wir alle unsere Themen noch sinnvoll begründen?

Die Frage ist interessant, aber ich habe Zweifel, dass die Piratenpartei früher evidenzbasierte Politik gemacht hat.

Beispiel:
Ein Medikament gilt als wirksam, wenn ein Patient mehr geheilt wird, als in der Kontrollgruppe.
Im Ernstfall ist das weniger als 1% besser als ein Placebo oder ein Homöopathisches Mittel.
Das Medikament gilt Piraten aber als evidenzbasiert wirksam, während homöopathische Mittel verteufelt werden.

Das mit der Evidenz ist vielfach auch gar nicht so einfach, bei vielen Problemen der realen Welt führen mehrere Lösungen zum Ziel.

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Wir betreiben aktuell gar keine Politik, sondern einen Befindlichkeitskindergarten, in dem bitte jeder seine Meinung zum Tun/Versagen/Erfolg/wasauchimmer der Wenigen, die auch was tun wollen, beitragen dürfen soll, aber um Himmels Willen selbst bloß nichts machen muss. Evidenzbasiert ist das freilich nicht, klar.

Es gibt auch für ganz viele Probleme unserer Zeit auch nicht nur die eine richtige Lösung, “viele Wege führen nach Rom”. Wir halten uns allerdings zu sehr damit auf, ob Weg XYZ auch “piratig” genug ist und beschäftigen uns viel zu wenig damit, ob Weg XYZ auch mehrheitsfähig, vermittelbar und machbar (finanziell, Manpower, Knowhow…) ist und verrennen uns daher gerne auf Wegen, die zwar total toll “piratig” sind, die aber halt keiner mit uns gehen möchte. Für eine Interessensgemeinschaft ist das in Ordnung. Für eine politische Partei halt nicht.

Ich verstehe zwar deine Grundintention, @Jens2018, habe aber arge Zweifel daran, ob es wirklich den sechsten Thread zu einem Thema braucht, zu dem alle diese Threads früher oder später wieder tendieren.

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Wo ist denn die Evidenz dafür, dass wir früher evidenzbasierte Politik betrieben haben? :wink:

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Nein, wir betreiben einen höchst peinlichen Personenkult in Verbindung mit einer erschreckenden Pawlowrelation, wenn es um die AfD geht.

außer natürlich darüber zu schimpfen, das die anderen das Falsche tuen …

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echt?
um welche Person denn?

Mir fiele da eine junge Klima-“Aktivistin” ein.

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dazu fällt mir jetzt echt nix mehr ein …

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Dann halt dich doch bitte an die Netiquette und schreib nix.

Ein guter Rat, den u.A. auch du beherzigen solltest.
Es heizt sich gerade unnötig auf hier.

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Ich nehme an, dazu trage ich eher wenig bei. Aber bitte: Ich bitte für etwaige Verstöße meinerseits gegen die Netiquette um Verzeihung und werde künftig noch mehr als bisher darauf achten, mich ausschließlich auf das Thema eines Diskussionsstrangs zu beziehen.

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Dazu sag ich mal folgendes:

  1. Diese Aktivistin ist erfolgreich im Gegensatz zu Piraten
  2. Sie setzt sich persönlich aktiv für ihre Ziele ein und ist zum Kopf geworden. Themen durch Köpfe ist halt was funktioniert.
  3. Wo hast du in letzter Zeit regelmäßig für Netzpolitik demonstriert oder Artikel für die ÖA eingereicht?
    Ich würde dann auch gerne den hl. @anon20579444 feiern.
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Ich sehe keine Evidenz für irgendeinen Personenkult, den “wir” betreiben. Ich kenne keinen Beschluss, der einen bestimmten Namen enthält und ich konnte auch nur einen aktuellen Artikel auf piratenpartei.de finden, der den Namen erwähnt. Auf Twitter piratenpartei konnte ich auch nichts finden, das eine solche These stützt.

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Sie ist nicht im EU-Parlament und hat somit keinen unmittelbaren Einfluss auf das politische Geschehen.

Gemacht worden. Und da gehe ich sogar d’accord: Wir müssen uns persönlich aktiv für unsere Ziele einsetzen. Und zwar für unsere gemeinsamen, nicht für irgendwelche Randgruppenspinnereien: Digitales Miteinander. Dann geht es auch wieder aufwärts mit den Umfragewerten.

Ob das, was “Gretaaaa” tut, jetzt unbedingt evidenzbasiert ist, weiß ich aber nicht. Hältst du es für ratsam, wenn die Kernaussage ist, dass das Publikum in Panik (= kopflose, irrationale Angst) verfallen soll?

Jeder Infostand, an dem ich teilnehme, ist eine Demonstration für Netzpolitik. Der zuletzt erfolgreichste Beitrag von mir ist der (von Wählern gern gesehene und an Infoständen sehr erfolgreiche) Übersichtsflyer zu Messengern: https://wiki.piratenpartei.de/Sichere_Messenger

Netzpolitik ist halt eher so ein praktisches Ding. Da kommt man mit Zettelvorlesen und Schilderschwingen nicht weit, da muss man ein gutes Beispiel vorleben. Entschuldige bitte, wenn es bei mir nicht dazu reicht, dass für meinen Einsatz für Netzpolitik mehrere Leute mit dem Flugzeug fliegen müssen, wie es etwa Luisa Neubauer, das Sprachrohr der deutschen “Fridays for Future”, mehrmals im Jahr tut … :slight_smile:

Früher hätten wir so was öffentlich angeprangert. Früher war schön.

Als ich mich neulich um eine Aufnahme ins ÖA-Team der Piratenpartei bewarb, wurde mir dort entgegengeschmettert, dass ich da wohl kaum reinpasse, weil ich Greta Thunberg öffentlich kritisiere und das klar der Partei widerspreche. Wer hat jetzt Recht?

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Ist das öffentlich? Du kannst ja gerne die ÖA dafür kritisieren und deren Aufnahmekritierien in Frage stellen, aber das ist schon arg wenig für “wir betreiben einen Personenkult”.

Wenn die Mitarbeit in der Piratenpartei aktiv behindert wird, weil man eine nicht mal zur Partei gehörende Person nicht kritiklos verehrt, dann ist das ein Personenkult. Oder möchtest du mir sagen, dass die Öffentlichkeitsarbeit der Partei ein Privatvergnügen ist und die Partei damit gar nichts zu tun hat?

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Ich wollte nur wissen, woher deine Einschätzung kommt. Hättest du aber auch gleich sagen können, dass es um einen konkreten Vorfall geht, damit man weiß, wie dieses “wir” zu verstehen ist. Kein weiterer Diskussionsbedarf in diese Richtung. Diskussionen zur Aufnahme in die ÖA gehören in #partei.

Evidenzbasiert ist es in diesem Fall die Partei, die Recht hat.

Ergibt doch keinen Sinn, eine Nur-Tee-Trinkerin zur bayerischen Bierkönig zu krönen.

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