Beteiligung bei Arbeitsgruppen, Ehrenamtliche Arbeit in der Partei

Dies ist eben das Problem des “absolut motiviert sein”, bei ganz vielen Dingen “Hey, hier bin ich - Mach ich” rufen, alles mit der eigenen Gewissheit es auch zu schaffen und aus einer Anerkennungs-Euphorie heraus.

Und dann kommt das schlechte. es wird gemerkt, dass alles doch mehr Zeit und Einsatz kostet als vorher gedacht (Woher sollte das Wissen auch kommen?)
Und dann kommt das Problem, keiner sagt: Sorry, ich habe mit erstens und zweitens so viel zu tun, da kann ich drittes, viertes und fünftes nicht mehr schaffen, wird gar nichts gemacht.
Dies soll jetzt keine Kritik an diesen Piraten sein, sondern an ältere Piraten, die hier nicht regulierend eingreifen. So werden dieses super aktiven Piraten immer weiter angeschoben, bis sie dann irgendwann ganz verschwinden,
und jeder wundert sich.
Wir haben dass gleiche Problem im LaVo, und wenn ich zu einer BuVo Kandidatin schaue, sehe ich den nächsten Fall von “irgendwann ausgebrannt” -Leider.

Anstatt gute Piraten langsam, aber stetig aufzubauen werden sie von uns überfordert, und dies bringt keinem was. Im Gegenteil!

Dies ist jetzt nicht die 100% tige Antwort auf die Fragen von @TygKF, aber damit hat es ja begonnen, dass er die Koordination übernommen hat.

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Teilweise ist das auch eine arbeitsteilige Sache: Aktivisten treten vorwiegend bei temporären Aktionen in Erscheinung, übernehmen dafür allerdings kaum kontinuierliche Tätgkeiten wie AG-Arbeit oder Programmentwicklung, bei anderen ist es genau umgekehrt. Anzustreben wäre eine ausgeglichene Mischung, die aber selten personell gegeben ist.

Die Sache mit der potentiellen Überforderung ist auch schwierig einzuschätzen, da die Betreffenden sich ja oft selbst zur Verfügung stellen, und enttäuscht sein könnten, wenn sie dann nicht gewählt würden.

Dann sind sie aber noch nicht reif!
Die Frage ist, warum sie erst vorgeschlagen werden, dann könnte man ihnen diese Enttäuschung ersparen.

Ich habe eher den Eindruck, daß sie sich meistens selber vorschlagen. Und es ihnen dann auszureden, ist ja auch nicht einfach; das könnte auch als “dauerhaftes Ausreden” gewertet werden.

Jeder ist enttäuscht wenn er nicht gewählt wird, trotzdem kann man nicht jeden wählen. Wenn allerdings der Gewählte die Erwartungen die er erweckt nicht erfüllt, nicht zuverlässig ist ect. sind diejenigen die mit ihm arbeiten müssen und die die ihn gewählt haben, enttäuscht und werden das auch gegenüber der gewählten Person zum Ausdruck bringen. Auch das führt nur zu Frust auf allen Seiten.

Betrifft mich ehrlichgesagt natürlich auch. Habe für meine 1. BuVo-Amtszeit Dinge versprochen, die nicht umgesetzt wurden. Wie oft habe ich schon gesagt, dass es beim BEO bald losgeht :wink:

Es ist ja nichtmal extrem viel Arbeit, aber durch die Vielzahl von Dingen, die noch dringender sind, ergeben sich eben lange Verzögerungen. Man kann nicht mal sagen, dass das “unerwartete” Verzögerungen sind, da man schon damit rechnen kann, dass irgendwas dazwischenkommt. Man weiß nur leider nicht, was es beim nächsten Mal sein wird.

Komplexe Dinge mit ehrenamtlichen Leuten anzugehen ist echt ein komplexes Problem…
Habe dazu viele Gedanken und ich werde das auch zu einem Hauptthema meiner möglichen BuVo-Amtszeit machen.

Was uns sicher weiterbringen würde, wäre eine bessere Übersicht über den Status von Projekten, die in der Partei laufen. Man bekommt viel zu wenig mit, was alles läuft oder was eben nicht läuft. Hat eine AG ihre Wiki-Seite einfach vergessen/vernachlässigt oder gibts die AG seit Jahren nicht mehr? Mit etwas Glück findet man jemanden, der etwas weiß…
Das funktioniert bei Open-Source-Projekten, an denen ich beteiligt bin oder in meiner Firma deutlich besser. In der Partei ist das leider aufgrund der zerfaserten Kommunikation und überall verteilten Informationen ein ziemliches Desaster.

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Ja, es ist die zerfaserte Kommunikation, hinzu kommt, dass es manchmal Verhinderer gibt, die interne Bürokratie bemühen und Dinge lahmlegen. Leider auch nicht transparent… Dann hilft die Motivation und der Fleiß auch nicht mehr

An der kreativen Front gibt es kaum Angaben, welche Kriterien Dinge erfüllen müssen. Im Optimalfall gibt es doch irgendwo eine mehr oder weniger hinreichende Liste von Kriterien und Beispielen, die man liest, um sich dann in einem Moment der Muße hinzusetzen und etwas zu schreiben, designen, Video aufnehmen/bearbeiten, etc. pp. und somit etwas zur Partei beizutragen.

Da es sowas kaum gibt, setzen sich halt motivierte Leute hin, machen nach bestem Wissen und Gewissen etwas, und dann heißt es viel zu oft von den “Bereichsleitern”: “Ne das geht so gar nicht.”, bestenfalls noch garniert mit etwas á la “was fällt dir überhaupt ein?” oder anderen Beleidigungen. Ein weiterer Klassiker ist auch einfach überhaupt kein Feedback zu bekommen und herumfragen müssen, was denn mit dem Werk geschehen ist, welches man für die Piraten gemacht hat, um dann “Ja ist zu schlecht.” oder bestenfalls garkeine Antwort drauf zu bekommen.

Warum sollte man dann überhaupt etwas für die Partei machen? Das System ist gegenwärtig darauf aufgebaut, dass es Leute voller Idealismus gibt, die trotz und nicht wegen der Umstände etwas für die Partei tun, und wie wir sehen ist das nicht zukunftsfähig. Es braucht einfach mehr direkt verfügbare Informationen, die man bekäme ohne bei zig Leuten herumfragen zu müssen, sowie eine Kultur des konstruktiven Feedbacks, um den Autoren misslungener Werke dabei zu helfen, besser zu werden.

Menschlich-soziale Baustellen gibt es natürlich auch zu genüge, aber das liegt mMn hauptsächlich daran, dass es eben keine objektiven Kriterien gibt und somit die obere Hierarchie in den Bereichen effektiv machen kann, was sie will.

Für die Mitarbeit in der Piratenpartei gilt es 3 Hürden zu überwinden, die inhaltlichen, die technischen und die organisatorischen.

Inhaltliche Hürden gibt es da, wo Menschen sich einbringen möchten aber nicht genug über Rechtslage wissen, die gelebte Praxis nicht gut genug kennen oder zu wenig Fachinformationen haben. In einer idealen Partei gäbe es innerparteiliche Bildung von den bereits Aktiven.

Technische Hürden gibt es in der Piratenpartei viele, da sind die vielen Tools die genutzt werden und die Tools es leider nicht gibt. Es gibt “Kleinstaaterei” wo es effizienter wäre zu zentralisieren.
ein Suchen über die Arbeit der Piratenpartei ist praktisch kaum möglich.

Organisatorisch sind viele Prozesse in der Partei nicht hinreichend definiert, auch nicht dokumentiert und schon mal gar nicht vereinheitlicht. Da fällt auch das Kommunikations- und Vernetzungsproblem drunter.

Dann gibt es leider noch die üblichen menschlichen Schwierigkeiten und die Probleme die entstehen wenn Menschen ohne Führungserfahrung plötzlich Führungsaufgaben haben ohne “per Amt” Autorität zu bekommen.

Wir sollten auch beachten das wir im Unterschied zu den “Volksparteien” keine hauptamtlichen, bezahlten Berufsfunktionäre haben welche das alles vollzeit managen und korrdinieren können. So bleibt es dann eben bei einer Hand voll ehrenamtlicher liegen die das in ihrer Freizeit abarbeiten müssen.

Ich denke es wäre daher gut wenn wir daher dahin kämen, keine solche Erwartungshaltung zu haben. Eine Piraten AG kann halt nicht das leisten was eine voll bezahlte AG einer Bundestagspartei mit zig Beurfsparlamentariern und bezahlten Kadern leisten kann. Wenn die SPD da was ausarbeitet dann haben die zig bezahlte Juristen und Experten dafür. Unsere Leute müssen sich das Wissen eben neben Job und Familie noch aneignen, keine leicht Aufgabe.

Wenn wir da zu einem etwas cooleren Bewustsein kommen würden, dann würden wir die Arbeit der aktiven mehr schätzen auch wenn es mal etwas länger dauern sollte oder nicht jedes Detail berücksichtigt werden konnte. Politik sollte im Idealfall eben auch Spass machen. Das würde dann auch mehr Leute zum Mitmachen motivieren und bessere Ergebnisse einbringen.

Du hast natürlich recht mit den Erwartungen, andererseits könnte die Piratenpartei so viel innovativer sein. Allerdings haben Piraten das “sich selbst im Weg stehen” zu einer Kunstform erhoben.

Tatsächlich wäre es leichter wenn es eine nicht öffentliche Politikplattform gäbe auf der jeder seine Ideen unverbindlich vorstellen kann und sie von interessierten innerparteilich diskutiert werden können.

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Oder evtl andere Diskussionsregeln, z.B. das Kritik nur dann zugelassen wird wenn diese einen konstruktiven Gegenvorschlag wie man es besser machen könnte beinhaltet.

Diese nicht-öffentlichen Bereiche sind so ein mythischer Heilsbringer, wahrscheinlich aus der Idee geboren, dass immer “die Anderen” Schuld an allem sind, in diesem Fall Ex-Piraten-Trolle oder sowas. In Bereichen wie Mattermost, die mWn nur Mitgliedern zugänglich sind, sieht es doch nicht anders aus.

Nein eine praktisch Folge davon, dass es sonst ev. auf twitter ausgetragen wird. Und von den dort anwesenden “Journalisten” dann als verstrittene Piratenpartei gewertet wird.

Du weist ja welchen schlechten Einfluss soziale Medien haben …

Lach, ja, Twitterpostereien sind in der Tat nicht Bestandteil meiner Logik. Aber es gibt ja bereits reichlich Wege, irgendwas nicht auf Twitter zu diskutieren.

Aber is natürlich langweiliger.

Es geht dabei auch gar nicht darum es auf Mitglieder zu beschränken, viele der Forentrolle sind Mitglieder, es geht darum google und co rauszuhalten und den Neugierigen nur die kleine Hürde zuzumuten sich anzumelden um die Diskussionen zu sehen.

Genau das haben wir für Antragsideen eingerichtet seit September. Das ist nichtöffentlich und hat spezielle Diskussionregeln. Taucht in keiner Suchmaschine auf und man kann nicht direkt als Anfänger Beiträge schreiben.

Dort wurden von 38 Anträgen 5 eingestellt. 4 davon sind von Leuten aus der AKO, die die Kategorie eingerichtet hat… Dort liegt das komplette Grundsatzprogramm zur Überarbeitung. Beteiligung fast null.

Wie kann das sein? Zu wenig Bekanntheit, dass das möglich ist? Keine ausreichende Motivation, es zu tun? Im nächsten BuVo würde ich gerne zu solchen Dingen Umfragen machen, zum Beispiel alle 2 Wochen, abwechselnd mit politischen Fragen. Gab es mal als “aktuelle Frage” oder “Frage der Woche”:

Damit kann man die Existenz von Dingen kommunizieren und gleichzeitig Gründe abfragen, warum es nicht genutzt wird und nach Verbesserungsmöglichkeiten fragen. Wir haben das mal für Discourse gemacht, das war recht interessant. Als Antwort gab es einen Blogartikel, der auf einige Fragen daraus eingegangen ist. Aber wahrscheinlich hat wieder fast niemand den Artikel gelesen oder erst gar nicht gefunden :woman_shrugging:

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Das Forum ist nicht der Kommunikationsbrennpunkt der Piratenpartei, ich hoffe es wird besser.

Wahrscheinlich muss ich einfach auf mehr Stammtische und Parteitage fahren, um Werbung zu machen :wink: Vor den Anträgen hat die AKO noch etwas Redezeit, da werden wir darauf hinweisen.

https://antrag.piratenpartei.de/p/38/discourse-als-offizielle-kommunikations-und-ankündigungsplattform

Leider schon 2 Gegenargumente, die ich recht typisch für die Partei finde…

so ist es. Ich habe ja schon öfter erzählt, dass ich wir auch auf Telegram Hessenpiraten chatten. jeden Tag 100-300 Beiträge von etwa 20 Leuten, meistens geht es um Politk, oft interessant. Wir versuchen, die Leute zu motivieren, daraus Blogbeiträge zu erstellen. Hier diskutieren die nicht, …