Bedingungslose Aus-/Bildungsvergütung (BAV)

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Wurde bestimmt schon mal diskutiert – vielleicht hat jemand einen Link in diese Richtung, wenn meine Gedanken dazu Schrott sind.

Es geht um…

Bedingungslose Aus-/Bildungsvergütung (BAV) – vs. Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).

Mit der Anmeldung an eine(n) Kindergrippe/-garten, Schule oder „zertifizierte Aus-/Weiter-/Bildungsstelle“ könnte man eine bedingungslose Ausbildungsvergütung verknüpfen (BAV möglich im Alter 1-65+).

Voraussetzung ist also, dass man sich in irgendeiner Form weiterbildet.

Das geht von klassischen Weiterbildungskursen über Ernährungs-/Gesundheitskurse bis zum Schwimmunterricht, Mal-/Zeichenkurse bis zum Besuch von Hundeschulen… Über ein System von Weiterbildungspunkten erhält man so ein staatliches Grundgehalt.

Die Hürden können zunächst sehr tief gehalten werden, so dass es (zunächst) einem BGE ähnelt. 2x die Woche für 1h weiterbilden (z.B. Strickkurs)…

Ein wesentlicher Aspekt für mich wäre, dass man so sprachlich von der Sozialleistung wegkommt (Hauptthemen der SPD, DieLinke…) und dafür den Ausbau der Weiter-/Bildung in den Vordergrund stellt („Alleinstellungsmerkmal“ für die Piraten).

Ich denke die Beantragung eines BAV würde für viele Menschen „emotional“ einfacher zu beantragen sein, da es keinem „staatlichen Obolus“ entspricht. Man bettelt nicht um Geld sondern bekommt ein Gehalt für die Aus-/Weiterbildung. Wie gut die Aus-/Weiterbildung dabei ist, kann die Person sich selbst aussuchen (etwas gesteuert über die Weiterbildungspunkte).

Hochschulabschluss oder „Bastelkurs zum Geigenbau“…Jeder erhält dieselbe BAV. Im letzteren Fall kommt es einem BGE eben „gefühlt“ sehr nahe.

Bezahlung: ab 25-35.000€ Jahresgehalt fließt das Geld (im Sinne einer kalten Progression) über die Einkommenssteuer komplett zurück. Oder man meldet keine Weiterbildung an, wenn das Geld zum Leben reicht.

Ich halte zudem jede Person mit einem Hochschulabschluss oder z.B. „Führungskräfte“ (in Betrieben mit mehr als x Angestellten in diesem Sinne für „Lehrberechtigt*“. Entweder man Unterrichtet 1 Stunde (“kostenlos”) in der Woche (incl. betriebliche Freistellung) oder kauft sich frei… Ich finde, wenn jemand eine (nahezu) kostenlose Ausbildung genossen hat, ergibt sich eine gesellschaftliche Verantwortung daraus, davon auch etwas weiterzugeben.

Bestimmten ehrenamtliche Tätigkeiten könnten zudem Weiterbildungspunkte zu-/gutgeschrieben werden.

Verstehe das nicht ganz. Es ist zum Ersten nicht bedingungslos, sondern an die Bedingung geknüpft, eine Weiterbildung zu machen. Oder geht es nur darum, dass man ein Alternativsystem für z. B. Bafög schafft? Dann ja, ein Grundverdienst fürs Studium, den man nicht zurückzahlen muss, wäre eine gute Sache. Aber wieso dann nicht BGE?

Zum Zweiten finde ich “ein Studium” und “einen Häkelkurs” so grundverschieden, dass ich das nicht in ein Konzept packen kann mental. Der Sinn so einer Vergütung neben einm Studium wäre für mich, dass man sich voll/sehr aufs Studium konzentrieren kann un d nicht nebenher arbeiten muss.

Das verstehe ich nicht. Soll jetzt jeder ausgebildete Mensch einen Kurs anbieten?

Bedingungslos bedeutet für mich, dass mein Anspruch auf eine BAV nach einer „Anmeldung“ immer ausgezahlt wird – Bedingungslos.

Natürlich ist damit verbunden, dass man sich weiterbildet. Das ist aber für eine „Bildungspartei“ verantwortbar.

Ich stelle aber keine Bedingungen über das was gelernt wird – Ich stelle nur Beringungen an die Bildungsstelle. Dass der Unterricht so gestaltet ist, dass die „Auszubildenden“ (theoretisch) etwas lernen könnten.

Lesen, Rechnen… Relativitätstheorie, Geschichte, EDV…Schwimmen, Stricken…

Der einzige Unterschied zwischen einem BGE und dem BAV wäre hier, dass sich die Person zu einer Weiterbildung (z.B. Stricken oder Studium) angemeldet hat und dafür eine entsprechende, bedingungslose staatliche Mindestvergütung bekommt, die zwar in der Höhe dem BGE entspricht aber eben keine Sozialleistung ist.

Ich auch – außer dieser wird an der Hochschule für Textiles Werken angeboten? :thinking:

Aber es geht hier um eine Art BEG – das Minimum. Da würde ich keine Unterschiede sehen/machen. Mehr geht ja immer? Bafög ist optional.

Das wäre utopisch :relaxed:

Sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass die Personen (oder deren Arbeitgeber) die 25€/Monatspauschale an eine „gemeinnützige Ausbildungsstelle“ zahlt, die den Bildungsauftrag sozusagen übernimmt.:grimacing:

EDIT: Um es klarzustellen, anstatt Sozialleistungen zu beantragen, beantragt die Person eine BAV (in der Höhe des BGE). Damit verbunden ist eine Weiterbildung. Ich gehe davon aus, dass früher oder später keiner mehr Sozialleistungen beantragen wird, da dieser Weg bedingungslos, einfacher und unkomplizierter ist. Auch wenn es bedeutet, dass „täglich“ ein gewisser Lehrplan eingehalten werden muss.
Zwischen drin bleibt genügend Zeit um sich z.B. Selbstständig zu machen oder „sonstige Dinge“ (vergleichbar mit dem BGE).
Es würde aus meiner Sicht dazu führen, dass Menschen aktiver an der Gesellschaft teilnehmen.

Verständnisfragen :
Wer soll dieses BAV unter welches Voraussetzungen bewilligen ?
Soll die längerfristige Bewilligung eines BAV irgendwie geartet kontrolliert werden und wenn ja von wem, weil du von Einhaltung eines Lehrplanes sprichst ?
Worin siehst du Vorteil zu einem BGE ?

Bildung fördern kommt einfach besser an, als „nichts tun“ fördern. Ich weiß, dass diese Formulierung „nichts tun“ fördern natürlich falsch ist, aber „diese Denke“ zu überwinden ist unnötig, wenn man das Wort „Bildungsförderung“ verwendet. Ich bin für BGE aber die Diskussion über “Sozialschmarotzer” machte mich müde.

„Bildungsförderung“ ist einfach positiv belegt und „Bildungsförderung“ passt besser zu den Piraten als „Sozialhilfe“.

Und ich denke, dass mit der Zeit sich auch etwas in den Köpfen der Menschen ändert. Lebenslanges Lernen…

Man geht anstatt zum Sozialamt zu einer Bildungsstätte – das ist schon was anderes.

Habe keine Doktorarbeit dazu gemacht – wenn du verstehst was ich meine.

Die „Bildungseinheiten“ (z.B. VHS…) könnten Fortbildungspunkte beim Arbeits-/ Schulamt, bei Berufsgenossenschaften oder universitären Einrichtungen „fachspezifisch“ beantragen. Vergleichbar mit den Fortbildungspunkte – Landesärztekammer.

Man braucht sich über die Qualität am Anfang (!) noch keine großartigen Gedanken machen (eben wie bei der Landesärztekammer (Fortbildungspunkte für Homöopathie…:crazy_face:) – beim BGE hat man ja gar keine Fortbildung. Dass diese mit der Zeit besser werden kann steht auf einem anderen Blatt.

Das Geld könnte dann, von den „Bildungseinheiten“ an die „Lernwilligen“ ausgezahlt werden. Diese holen sich das Geld vom Staat (+ggf. kleiner Bonus – „als Einnahme“) zurück.

Die Dauer der Förderung hängt vom Lehrplan ab. Wenn man sich etwas für ein Jahr zusammengestellt hat, dann erhält man 1 Jahr die Vergütung. Ein Schwimmkurs dauert ca. 3 Monate, dann Lauftraining für 3 Monate und 6 Monate – Kurs: wie mache ich mich Selbstständig – für Anfänger (Erfahrungsberichte.…)
Die Kurse sind i.A. „Gebührenfrei“ – viel erwarten kann man da nicht.

Natürlich ist das alles kompliziert umzusetzen – aber nicht komplizierter als BGE.:thinking:

Frage mich z.B. ob man nicht eine eigene Steuerklasse „P“ verwenden müsste, damit die Ausbildungsvergütung, ab einem gewissen Einkommen vollständig als Steuer zurückfliest.

Wer am Bildungsprogramm teilnehmen möchte erhält Lohnsteuerklasse „P“ (I-V?)

BGE wäre so wie die BAV eine Sozialleistung. Sozialleistung beschreibt jegliche Förderung durch den Staat oder einen Arbeitgeber zur Verbesserung Deiner Arbeits- oder Lebensbedingungen. Insoweit sehe ich da keinen Unterschied gerade. Ob das positiver belegt ist, sei mal dahin gestellt.

Ok, also meinst Du in der Tat nur eine Art BAFÖG nur mit der Möglichkeit dies lebenslang unabhängig vom Einkommen immer mal wieder zu beantragen unter Nachweis der Ausbildung.

Korrigiere wenn ich das nun falsch dargestellt habe.

Eine große Schwäche des derzeitigen Systems ist, dass dir selbstorganisierte Weiterbildung praktisch Untersagt ist, weil du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.

Angenommen du hast einen BA Abschluss und einige Jahre gearbeitet und kommst auf den Gedanken schon mal ein paar Scheine für ein MA-Studium zu machen bist du einen Job findest, dann ist dir das nicht erlaubt.

Zu Beginn zumindest -Testphase
Es könnte am Ende in eine „BGE mit lebenslanger Bildungspflicht" (im Sinne der Schulpflicht) übergehen – wobei das Bildungsniveau „offen" ist. Wenn 80-90% BAV erhalten, dann könnten die Restlichen auch wechseln.
Wie geschrieben – Leistungsvergütung ohne Leistung – wird unglaublich schwer durchzusetzen sein.
Wenn Arbeitssuchende/-lose, Studenten, Behinderte und Menschen in beruflicher Weiterbildung dieselbe BAV erhalten wäre es für viele Menschen einfacher dieses zu beantragen.
„Ich bekomme BAV" kommt leichter von den Lippen, wenn keiner weiß, ob man Student, Künstler, Arbeitslos ist oder Aufstocken muss
Wenn jemand glaubt wir bekommen die BGE „ad hoc" hin, dann wäre diese im Grunde vorzuziehen. Aber das erscheint mir zu schwierig.

Beim BAV könnte, dass schon als Ausbildungsnachweis reichen.:wink:

Wer soll dir das denn verbieten? Was soll daran nicht erlaubt sein?

Der offizielle Standpunkt der Bundesanstalt für Arbeit ist, dass du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst und daher keinen Anspruch auf Leistungsbezug hast.

Was für Leistungen? kannst du vielleicht mal 2 fehlende Sätze einbauen, ich steh auf dem Schlauch. Jemand der arbeitet, kann freilich nebenher studieren. Jemand, der für ein Studium seine Arbeit aufgibt, kann ALG I kriegen.

15 h die Woche “verfügbar” sein - wenn man “nebenher ein paar Scheine” macht, locker schaffbar.

Um zum Thema zurück zu kommen. Bestimmte Worte können bei der Bevölkerung einen Trigger auslösen, der jegliche Diskussion – wenn auch nur über mögliche Missverständnisse – bis ins unendliche treibt.

Die real stattgefundene Rentenkürzung wäre auf riesigen Gegenwind gestoßen, hätte sie es als Rentenkürzung bezeichnet. Rentenkürzung ist ein Trigger auf den viele eher instinktiv als relational reagier(t)en. Stattdessen wurde das Rentenalter erhöht – darauf war keiner getriggert und die politische Umsetzung erfolgte nur mit geringem Gegenwind.

Effektiv war es eine Rentenkürzung.

Das BGE ist aus meiner Sicht ein Trigger für eine große Gruppe der „konservativen“ Wählerschaft. Eine BAV wäre (noch) ohne solchen Trigger.

Aus meiner Sicht könnte man z.B. allen 16-20 jährigen ohne Schulabschluss „testweise“ die Möglichkeit geben sich steuerlich für die “BAV-Eingruppierung” zu entscheiden und nur bereits allgemein anerkannte Schulungsmaßnahmen akzeptieren. Vorlesung besuchen, Kurse für …? – Gewalt- Drogenprävention, Erste Hilfe, „AOK-Kurse“, Abendkurse VH oder einfach wieder auf die Schule gehen um einen Abschluss zu suchen…

Solange sie (anerkannte) Schulungsmaßnahmen durchführen, solange können sie dazuverdienen so viel sie möchten (Angepasster BAV-Steuersatz bei ~ 19.000-35.000€ ist das BAV steuerlich ausgeglichen…). Sie bekommen Geld für’s „selbstständige“ lernen – in diesem Sinn fallen sie nie unter eine Grenze X = das BGE…

Sie können in dieser Zeit verschiedene Jobs probieren – sich Arbeit suchen. Aber fallen nie unter die definierte Grenze der “Bildungsvergütung”…

Ich weiß, dass es das Alles in diesem Sinne schon gibt, aber bis auf die Angaben zu den Schulungsmaßnahmen gibt es keine Bedingungen/Kürzungen…

Wie geschrieben - mir geht es im Grunde auch eher darum, ob ein solches Konzept nicht besser zu den Piraten passen würde als eine BGE und ob es vielleicht Piraten gibt, die interesse haben ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten.

Aus dem letzten Bundestagswahlprogramm (https://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2017/Wahlprogramm#Wege_zum_Bedingungslosen_Grundeinkommen):

Wir PIRATEN setzen uns dafür ein, die BAföG-Leistungen durch ein Bildungsgrundeinkommen zu ersetzen. Dieses Bildungsgrundeinkommen sichert das Einkommen derer, die eine Ausbildung, ein Studium oder eine Fortbildung absolvieren, aber keinen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen haben.

Das triggert auch so. In Deutschland hasst man es, wenn jemand was kriegt, und “nichts” dafür tut. Ich bezweifle, dass ein Studium in Deutschland von den meisten Leuten als richtige Arbeit angesehen wird (bis auf einige wenige Studiengänge) - und dafür noch was kriegen? Pfui!

Eine spannende Idee dieses “BAV”. Framing nutzend, so wie es inzwischen üblich ist.

Vielleicht ist das ja auch nur so eine typisch Deutsche Eigenart.

Hat man eigentlich schon mal eine Umfrage zum BGE gemacht die herausfinden wollte, ob man sich persönlich so etwas vorstellen könnte zu erhalten? Ich persönlich wollte keinen Almosen haben, wie hoch auch immer der ausfiele, weswegen ich die Idee mit dem BAV als logische Konsequenz empfinde. Denn ja, wir müssen weg von diesem “Leistungssystem” und hin zu einem “Lebenslangen Bildungssystem”. Vielleicht ist die Idee ja der Anfang dazu?

Aber es gibt immer Anspruch auf Grundleistungen im BGE?
Warum sollte jemand BAföG-Leistungen bekommen/beantragen, wenn das BGE eingeführt wurde?

Almosen – Ja, das ist es was die Bevölkerung unter Sozialhilfe versteht.
Dass ist, was ich meine mit – gegen Windmühlen kämpfen – wenn es um Sozialhilfe/BGE geht

Für die Piraten steht die Bildung (ganz) weit oben und dass sollte sich sprachlich auch stets so ausdrücken.

„Maximale“ Entwicklungsförderung – Bildungsförderung – Es ist die Aufgabe einer Gesellschaft, dass jeder Mensch die bestmögliche Unterstützung zur Verfügung gestellt bekommt, das Beste aus sich zu machen.

„Klima-, Holocaust-, Zuwanderungsskeptiker“… haben doch nur zu wenig Bildung….

Damit ein Mensch sich bilden kann, muss er Essen, Trinken, Kleidung…haben. Daher – jeder der „Anzeigt“, dass er sich Fortbilden möchte…erhält BAV.

Jeder könnte “voller Stolz” sein, wenn er ein BAV bekommt, da er so zeigt, dass er sich „verbessert“…

Da geht es ja um ein Bildungsgrundeinkommen, das das Bafög ersetzen soll, als Zwischenschritt hin zum BGE.

Da ich eine Alternative zum BGE diskutieren wollte, hat mich die Erwähnung (in diesem Zusammenhang ) gewundert. Also, dass du es in diesen Thread auf diese Art und Weise aufnimmst.

Die Grundidee von BGE und BAV wäre ja, dass kein Bafög mehr beantragt werden muss.

Ich glaube wir reden einander vorbei.

Ich wollte nur sagen, dass in einem ehemaligen Parteiprogramm eben ein solches Grundeinkommen (für Studenten/Auszubildende) drinstand. Du fragst, ob man so ein konzept ausarbeiten wolle - anscheinend gibt es die Grundlagen dafür ja schon.

Wenn ein Bafög ersetzt wird durch ein anderes Konzept, muss man freilich kein bafög mehr beantragen. Darum geht es doch!?