Arbeitsbedingungen von Arbeitsmigranten verhindern Integration

Hier schreibt Magda Cichy, die für den #Ausländerbeirat in #Offenbach auf der Liste der #PIRATEN kandidieren will:

Für eine erfolgreiche #Integration ist der Spracherwerb eine Voraussetzung. Aber die Arbeitsbedingungen sind oft ein Hindernis, und dies ist den wenigsten Menschen bewusst. Dieses Thema werden wir auch in unserer Wahlprogramm für die Kommunalwahlen in Hessen am 14. März 2021 aufnehmen.

https://www.piraten-offenbach.de/2020/08/08/arbeitsbedingungen-von-arbeitsmigranten-verhindern-integration/

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Aus meiner Erfahrung: junge Frauen aus Griechenland, verheiratet mit kleinen Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter arbeiten in der Gastronomie, in der Änderungsschneiderei und wollen gerne Deutsch lernen. Problem: vhs-Kurse kosten viel Geld, sind in ihrer Arbeitszeit, außerdem finden ihre Schwiegermütter und Ehemänner ihr Deutschlernen unnötig, sind sie selbst doch seit Jahren hier in Deutschland und können oft kein Wort Deutsch.

Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter beim Deutschlernen nicht, denn es ist für sie unerwünscht, dass diese mündiger werden. Eine Freistellung von der Arbeit für einen Deutschkurs, z. B. an zwei Nachmittagen, kommt für die Arbeitgeber in der Regel nicht infrage.

Man kann doch einer eindeutig und unmissverständlich profitorientierten Organisationsform nicht vorwerfen, Profit erwirtschaften zu wollen. Wirtschaftsunternehmen operieren im Rahmen der Gesetze nach ihrer Wirtschaftslogik und das ist ja auch normal.

Das Problem sind die gesetzlichen Rahmen. Das Problem der Ausländerintegration hat Geschichte in Deutschland, die frühen Gastarbeiter z.B. wurden ja quasi ignoriert, weil die Politik fest davon ausging, dass sie irgendwann nach Hause gehen, deswegen braucht man keine Intergrationsbemühungen zu betreiben. Jetzt scheint es eher so zu sein, dass Ausländer von der Politik mit Samthandschuhen angefasst werden müssen, da Dinge wie eine Leitkultur, in die sich die Ausländer integrieren sollten, zu nazimäßig seien. Warum Konzepte wie Sprache, Demokratie, Kultur und Traditionen nazimäßig seien, erschließt sich mir nicht, aber ist hier auch irrelevant.

Die Folge ist, dass die Intergration von Ausländern auf den Rücken von einer Vielzahl von engagierten Ehrenamtlichen und deutschen oder bereits integrierten Arbeitskollegen, die Zeit haben und Willens sind, geschieht. Die Unternehmen machen natürlich nichts, wenn sie nicht müssen, aber die Politik schaut einfach zu. Einerseits weil die Unternehmen natürlich wirtschaftlich von einem Prekariat profitieren, welches durch die Korruption in ihren Heimatländern keinen Schimmer hat, was Arbeiterrechte überhaupt bedeuten. Andererseits scheinen sämtliche politische Lösungsvorschläge bisher mit einer naiven Toleranzrhetorik torpediert worden zu sein.

Es gibt aber nicht ausreichend engagierte Ehrenamtliche und Arbeitskollegen, die Zeit haben und Willens sind, neben ihrer eigentlichen Arbeit noch Integration zu ermöglichen. Entsprechend werden in meiner Stammkneipe gelegentlich in gebrochenem Deutsch oder auf Fremdsprachen offen Schwule verachtet, totalitäre Diktatoren wie Ceaucescu gepriesen, lapidar völkermordeske Aussagen getätigt. Aber weniger als 10% der Kneipenbesucher sind Deutsche, von dem her ist es ja irrelevant, betrifft ja keine potentiellen Wähler. :^)